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Der dunkle Ritter

Während es Ende der 90iger trashige, bunte, kitschige Joel-Schumacher Verfilmungen von Batman gab, wagte sich Christopher Nolan (vorher bekannt geworden durch den Independent-Kultfilm „Memento“) 2004 an ein neues Kapitel in der Batman-Saga: „Batman Begins“ war geboren.

der Beginn...

Dieser Film zeigte äußerst realistisch und mit packenden düsteren Bildern Bruce Waynes Verwandlung zu Batman. Endlich gab es wieder eine grandiose Comicumsetzung – „Batman begins“ wurde schnell zum Klassiker, und ich freute mich schon seit dem Ende des Filmes und der Anspielung auf den Joker auf eine Fortsetzung. Die Messlatte war allerdings sehr hoch, denn Batman begins war nahezu schon der perfekte Comicblockbuster.

Jetzt ist diese endlich da – okay, das ist eigentlich falsch. „The Dark Knight“ geistert spätestens seit dem viel zu frühen Tod von Heath Ledger durch alle Medien, wurde im Frühsommer durch die US-Rekordmarken schon früh in Europa gehypt ohne Ende – und ich habe im Laufe der Wochen wohl noch nie soviel an Trailern, Kritiken, Rezensionen, Bewertungen, Berichten oder Previews zu einem Film im Internet, TV und Radio mitbekommen… Der ganze Wirbel um „The Dark Knight“ trug so dazu bei, dass es einer der erfolgreichsten Blockbuster aller Zeiten wird, und vielleicht der erfolgreichste – und sogar im Kino angeschaut wird von Menschen, die den ersten Teil gar nicht gesehen haben. (Wozu Medien in der Lage sind, ist wieder einmal phänomenal.)

Was gabs also nun zu erwarten? Wie im ersten Teil schon anzudeuten bekommt es Batman nun mit dem Joker zu tun: der Joker ist kein Böser im eigentlichen Sinne. Ihm geht es nicht um Geld, Macht oder Erfolg. Er will seinen Spass haben, und bekommt diesen am besten mit Anarchie und Chaos:

„Some men aren’t looking for anything logical, like money.
They can’t be bought, bullied, reasoned or negotiated with.
Some men just want to watch the world burn.“

(Alfred Pennyworth zu Bruce Wayne über den Joker)

plakat Joker

Im Vorfeld gab es schon die größten Huldigungen für Heath Ledgers Rolle als Joker, doch angesichts seines Todes musste man da auch etwas argwöhnisch sein, obs denn wirklich soooo gut war. – Und um hier alle zu beruhigen:Das ist die Rolle seines Lebens, hier hat er sich selbst ein Vermächtnis gemacht, über welches noch lange geredet wird. Wenn man in das Gesicht des Jokers sah spiegelte sich dort alles wider, was diesen Charakter ausmachte, der ganze Wahnsinn war ablesbar. Wie Ledger diesen Joker spielt und diese kranke Person darstellt, stellt alles andere in den Schatten, daher ist es hier auch besonders erwähnenswert. Nicht, dass der Rest des Staraufgebotes nicht gut ist – im Gegenteil, eigentlich überzeugen alle bis in die kleinsten Nebenrollen – nur ist Ledgers Perfomance so unfassbar, dass alles andere dagegen etwas verblasst. Seine Darstellung und sein Wahnsinn allein sind es wert das Kinoticket zu kaufen!

Aber, und das muss auch gesagt werden: die ganze Besetzung ist bis in die Nebenrollen außergewöhnlich gut. Neben Christian Bale (der weiterhin DIE perfekte Besetzung von Batman ist und eindrucksvoll spielt!), Morgan Freeman, Gary Oldman und Michael Caine, die ja bereits in Batman Begins überzeugen konnten, ist es hier auch vor allem Aaron Eckhardt, der als „weißer Ritter Gothams“ Staatsanwalt Dent und dessen Verwandlung zum mörderischen „Two Face“ spielt.. genial! Überhaupt ist diese Verwandlung auch eine der zentralen Ecken des Films, und fügt sich wunderbar in den Plot ein. Das Drehbuch ist wohl eines der besten in einem Actionfilm, welches ich seit langer Zeit gesehen habe. Messerscharfe Dialoge, tolle Action, moralisch aufgeworfene Fragen durch Jokers Handlungen (wunderbar eine Schlüsselszene am Ende mit 2 Fähren und der natürlich aufgeworfenen Frage: „Was würde ich  denn tun?“), Batmans Kampf mit sich und dem Bösen, Storyüberraschungen – und auch schon mal der Tod eines Protagonisten. Da stimmt einfach alles. Man könnte noch viel zu einzelnen Szenen schreiben, aber das muss es nicht. Selbst anschauen ist hier ganz eindeutig die Devise, denn „The dark Knight“ ist DAS unwiderrufliche Highlight im Kinojahr 2008, und sollte sicherlich niemand verpassen, der gerne Filme schaut!

Regisseur und Drehbuchautor Kevin Smith ließ sich unlängst nach dem Besuch einer Vorführung von „The Dark Knight“ in seinem Weblog zu folgender Aussage hinreißen: „It’s the ‚Godfather 2‘ of comic book films.“

Und das triffts ziemlich… genial, heiß, und mit einem lustigen, chaotischen, wahnsinnigen, eindrucksvollen Joker. Reingehen und 152 Minuten Blockbuster genießen…

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