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Kino: Tage des Zorns

In den letzten Jahren hat sich ein Land in Europa durch tolle Produktionen mehr und mehr in mein Kinogedächtnis geschoben: Dänemark! Ein kleines Land, und trotzdem mit wundervollen Filmen gesegnet, welche im Kopf hängenbleiben: Da gab es in den letzten Jahren alleine das  Film-Theater-Wunder Dogville, oder das chaotische „In China essen sie Hunde“, das wunderbare Liebesdrama „Nach der Hochzeit“, oder auch herrlich bissige Komödien wie „Adams Äpfel“ über das Leben und die Menschen. Eigentlich alle dänischen Filme, die ich bisher gesehen habe, haben mich rundum überzeugt, und gerade deshalb ließ ich mich auch nicht lange bitten, um mir das neueste Werk aus dänischem Hause anzusehen: „Flammen og Citronen“ – oder im deutschen Titel – der lange nicht so gut ist – : Tage des Zorns.

Filmplakat
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„Tage des Zorns“ ist ein geschichtliches Drama des Regisseurs Ole Christian Madsen und spielt im Rahmen des 2. Weltkrieges in – wie könnte es anders sein – Dänemark. Wichtig ist zu wissen, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt, was den Film natürlich schon von Anfang an in einem anderen Licht erscheinen lässt. (Der Trailer bei Youtube.)

Die 136 Minuten Drama drehen sich um die beiden dänischen Widerstandskämpfer Flamme (gespielt von Thure Lindhardt) und Citron ( wieder einmal ganz hervorragend: Mads Mikkelsen, dem ein oder anderen villeicht bekannt durch die oben genannten „Adams Äpfel“, „Nach der Hochzeit“ oder auch als Bösewicht im letzten James Bond ), welche durch die eiskalte Beseitigung von dänischen Kollaborateuren zu den Staasfeinden Nummer 1 wurden, von der deutschen Gestapo gejagt werden und gleichzeitig bei der dänischen Bevölkerung Helden sind. Als jedoch die Ermordung des vermeintlichen Chefs der deutschen Abwehr, Gilbert (Hanns Zischler), nicht so verläuft, wie sie es geplant hatten, beginnen sich bei Flame und Citron Zweifel an ihrer Mission einzuschleichen. Rechtfertigt ihr Kampf gegen das Böse tatsächlich ihre tödlichen Mittel?

Im Laufe der Story verwischen irgendwann die Grenzen zwischen Gut und Böse immer mehr, die Zerrissenheit der Widerstandskämpfer und ihre moralischen Fragen kommen immer deutlicher zum Vorschein. Eingefangen wird dies fast immer durch absolute Total-Aufnahmen der Gesichter der Protagnosisten, welche sehr fesselnd wirken, vor allem auch dadurch dass der ganze Film fast komplett sehr düster gehalten wird – überraschenderweise dagegen nicht am tragischen Ende, dies geschieht am hellichten Tag.

Überhaupt die Bilder des Filmes: wunderschön inszeniert und photographiert. Das stimmt alles, was die Historizität angeht und die jeweiligen Situationen ausmacht.

Der Spiegel schreibt: „Ein grandioser Film über die moralische Zerrissenheit innerhalb des Widerstandes – und gewiss kein Nationaldenkmal.“ Dem kann ich mich nur anschließen, besonders die Story und die Inszenierung hat mir sehr gut gefallen. Am Ende sitzt man als Zuschauer da, und muss selbst bewerten. Gar nicht so einfach – aber trotzdem gut, dass der Film diese Bewertung nicht macht, und einfach nur zeigt, was passiert ist. Abzüge gibts noch für kleine Längen, vor allem im Mittelteil – die vielleicht auch ganz bewußt eingesetzt wurden, mir aber zu viel waren. Und auch das Ende war für uns etwas zuviel der Axt auf einmal…

Insgesamt bleibt unterm Strich ein sehr guter Film, der vor allem durch die interessante Geschichte um den dänischen Widerstand (worüber ich fast nichts wusste…) und seine sehr guten Darsteller fesselt.

PS: Flamme und Citron haben übrigens nachträglich die „Medal of freedom“ und Gedenksteine erhalten!

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