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Deichkind live im Schlachthof

Deichkind, das ist immer eine Sache für sich. Deichkind, das ist immer irgendwie anders als normale Konzerte. Oder anders gesagt: Deichkind live hat nur wenig mit einem Konzert zu tun. Man kann es kaum einem beschreiben, der es noch nicht selbst miterlebt hat.

2006 lernte ich die Hamburger Formation auf der „NatureOne“ kennen, eine irre und prägende Begegnung, eine unfassbare Stimmung im „Redbullhouse“ und das Deichkindfieber war geboren. Einige Monate später ein Partyabend mit Deichkind live im Mainzer Hafen: Schon auf dem Hinweg tanzten wir auf Sofas, vor Ort starben wir fast an ner Kissenfedernreizung, Wein-Trinken hinter der Bühne mit den Deichkindern während schon das Intro lief, Nasenbluten bei diversen Feiernden, ein Cut überm Auge, und Photos, die mich heute entweder schmunzeln oder erschrecken lassen: Alles sieht mehr nach einem Boxkampf aus als nach einem Konzert. Auf dem Melt! 2007 war Deichkind schließlich fast jedem Festivalgänger bekannt; entsprechend noch größer ihre Show: da gab es stagediving-Einlagen mit Schlauchbooten, riesigen Hüpfburgen, Wodka  aus der schon kultigen „Zitze“, und als Bonus noch Special Guests wie Snap! 😉 Immer wieder lustig – und dabei hatte ich den legendären Auftritt 2006 beim Melt! noch verschlafen…

Mittlerweile ist das 2. Album draußen – und das ist bekanntermaßen eher schlecht als irgendwas anderes. Auch sonst ist nichts mehr wie es mal war: Aus der ursprünglichen Formation Philipp, Malte und Buddy ist nur noch Philipp übrig geblieben; Ersatz wurde in DJ Phono, Ferris MC und anderen zwar gefunden – doch ist das wie überall: es ist nicht mehr so „wie früher“.

Das Konzert am Montag im fast benachbarten Schlachthof Wiesbaden wollten wir uns dann aber natürlich trotzdem nicht entgehen lassen. Der Wahnsinn war natürlich wieder vorprogrammiert. Und tatsächlich: Der Boom um die Partyfreaks hat zu meinem Erstaunen noch eher zugenommen, unglaublich lange Schlange: ausverkauft! Endlich drin angekommen musste man erstmal seine Jacken loswerden, da niemand, wirklich niemand, eine Jacke auf einem Deichkind-Abend anhaben will 😀 Sofort gings nach vorne ins Getümmel, und schon kurz später, allerspätestens nach dem „You’ll never walk alone“-Singen und dem Einzug von Deichkind hatte ich jeden meiner etwa 10 Mitstreiter verloren. Unfassbar, was eine Menge außer Kontrolle anrichtet… Grob geschätzte 15mal lag ich irgendwo auf dem Boden, begraben unter anderen, oder auf anderen, teilweise fiel das Atmen schwer, und manchmal verging mir fast der Spass vor lauter Erdrücktwerden – ein bisschen zuviel des Guten… Für die Jungs auf der Bühne war das Alltag, ganz klar. 1,5 Stunden abrocken ohne Pause, Remmidemmi 2mal und Slapstickeinlagen auf Trampolins, Zirkusgeräten oder sonstiger Quatsch und dann noch Wodka-Versprühen per Gartenschlauch (Übel!). Am Ende auch noch die üblen Federn. Aber da war ich schon aus dem totalen Chaos entkommen und hatte mich auf die Suche nach meinem Anhang begeben. Am Ende war ich fast zu fertig um zu sprechen, ganz zu schweigen vom laufen.

Was bleibt von einem solchen Abend? 1 Bänderiss, viele viele blaue Flecken, Kopfschmerzen,  Muskelkater, versiffte Klamotten und Schuhe… aber auch die Erkenntnis, dass man langsam zu alt für so einen Unsinn wird 😉 Es war wieder ein wirklich lustiger Abend, aber der Flair der ersten Konzerte 06 ist leider vorbei. Auch der „Pogo“ war mir persönlich schon zuviel (und wer mich kennt, weiß was das bedeutet Oo ). Yippie Yippie Yeah bleibt einem nur zu sagen… Mir reichts erstmal: Ich freue mich schon auf das Sitzplatzkonzert am Ende des Monats 😉

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  1. Dezember 15, 2008 um 12:54 pm

    Deichkind-Konzerte sind der Fight Club der Postmoderne.

  2. youareilive
    Dezember 30, 2008 um 2:23 pm

    Deichkind spielen übrigens beim Eurosonic Festival in Groningen und beim SXSW in Austin Texas. Das ganze läuft unter dem Motto Reeperbahn Festival On Tour und wird von einem Blog beleitet:

    rfontour.blogsport.de

    oder

    http://www.reeperbahnfestival.com/ontour

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