Startseite > Alltag > Kettenbriefe – die moderne Form von Beschränktheit

Kettenbriefe – die moderne Form von Beschränktheit

Hallo, und danke, daß Du Dir die Zeit nimmst, diesen Kettenbrief zu lesen. Es gibt da einen kleinen Jungen in Baklaliviatatlaglooshen, der keine Arme, keine Eltern, keine Eingeweide, zwei Ohren und zwei Geschlechtsorgane hat. Das Leben dieses armen Kindes könnte gerettet werden, weil jedesmal, wenn diese Mail hier weitergeleitet wird, von AOL eine Deutsche Mark auf das „Kleine hungernde, arm-, bein-, eingeweide-, elternlose, Zweiohren-, Doppeldodel- Jungen aus Baklaliviatatlaglooshen Spendenkonto“ überwiesen wird.

Automatisch! Uneigennützig! Ach ja, und vergiß nicht, wir haben absolut keine Mittel und Wege die versandten e-Mails zu zählen, selbst mit NASA und BND- Unterstützung.
Und glaub niemandem der sagt, das hier alles ist ein großer Hirnf*ck.

Also, mach weiter! Sende dieses Mail zu 5 Personen innerhalb der nächsten 47 Sekunden.
Und nur zur Erinnerung, wenn Du es quasi aus Versehen an 4 oder 6 Leute weiterschickst, wirst Du auf der Stelle sterben.

Sowas landete ja schon früher (damit meine ich Ende der Neunziger) in meinen ersten Emailposteingängen. Schon damals in den Anfängen von weltweiter Vernetzung habe ich mich über solche Kettenbriefe nur geärgert – und mich mehr und mehr darüber gewundert, dass ich diese Weiterleitungen auch von Bekannten erhielt, denen ich eigentlich eine normalsolide Intelligenz bescheinigen würde. Gerne natürlich auch soetwas:

Hallöchen da draußen! Dieser Kettenbrief existiert seit 897. Das ist absolut unglaublich, weil es damals noch gar keine e-Mails gab…
und genügend bemitleidenswerte Schrumpfköpfe, die absolut nichts anderes mit ihren Zeit anzufangen wußten.
Und so funktioniert es:
Schicke ihn innerhalb der nächsten 7 Minuten an 15.067 Leute weiter, von denen Du denkst, sie könnten ihn gebrauchen, sonst…:

*Bizarres Horror-Szenario Nr 1*

(z.B.:Elke Röschen ging eines Samstags zu Fuß von der Schule nach Hause. Sie hatte dieses Mail erst kürzlich bekommen und es ignoriert. Sie rutschte auf einem Hundehaufen aus, fiel genau in einen Gulli, wurde in einer sämigen braunen Brühe durch die Abwasserkanäle gespült und verfing sich in einem der Gitter der städtischen Kläranlage. Nicht nur, daß sie danach komisch roch, sie verstarb auch.
Das kann auch Dir passieren!)

*Noch bizarreres Horror-Szenario Nr 2*

(z.B.: Thomas Krügerson, ein 13jahriger hyperaktiver Junge, fand dieses Kettenmail in seiner InBox und ignorierte es. Später am selben Tag ging er auf der Straße, schaute nach oben, bekam einen Weihnachtsbaum genau ins Auge (das war in Schweden, kurz nach der Weihnachtszeit), taumelte auf die Straße und wurde von einem vorbeifahrenden Ikea-Lkw erfaßt. Dasselbe geschah seiner görlie Freundin! (manche nennen das auch Swingen!) Beide starben, kamen in die Hölle und wurden verflucht, bis in alle Ewigkeit holländische Automatenkroketten zu essen.
Das kann auch Dir passieren!)

*Noch seeehr bizarreres Horror-Szenario Nr 3*

(z.B.: R. Ali, 29jähriger Angestellter, bekam diese Mail und kickte sie sofort mit Vollspann in den Mailtrash. Später am Tage löste sich sein PGP-Schlüssel ins Nirwana auf und alle seine mails, auch die erotischen zum Thema Männer in Frauenkleidung an seinen Chef, gingen unkodiert über das Netz. Die Filterprogramme der NSA (amerikanischer Nachrichtendienst, s.o., kein Tippfehler, die NASA ist nicht gemeint, Depp) schlugen Terroristen-Alarm, weil sie das Wort „Rüschenbärchen“ als persisches Substantiv für „Sprengstoff“ fehlerkannten und sofort wurde eine NSA-Kobold Kommando losgeschickt, das ihn terminierte.
Das kann auch Dir passieren!
Anm.: Die NSA-Kobolde wurden aus denselben Roosevelt-Genen gezeugt, wie die sodomierenden Kettenmailkobolde von oben.

Denk nach, Du kannst wie Elke, Tomy oder R. Ali enden. Also schicke dieses Mail zu all Deinen Freunden und alles wird gut.)

Ich hatte viele Jahre nicht mehr solche Kettenbriefe erhalten. Zum Teil natürlich auch durch Emailadressen auf eigenen Servern, zu denen keine Spammails durchdringen, zum anderen natürlich aber auch, weil irgendwann auch der letzte Idiot auf der Welt gerafft hatte, dass dem armen Kind nicht mehr zu helfen ist, und er selbst auch nicht sterben muss, wenn er die Mail nicht weiterleitet.

Doch mit dem Aufkommen von web 2.0 und seinen zahlreichen (zT. sehr nervigen) Netzwerken scheint der Kettenbrief wieder modern zu sein. Nicht mehr per Email, sondern schlicht und einfach als private Nachricht. In der letzten Zeit wieder sehr viel bei mir vorgekommen. Als heute wieder einer reinflog, musste ich hier einfach mal meine Wut loswerden. Heute per PM:

Nervt zwar,aber weiterschicken.
Ich will auch kostenfrei dabei bleiben.

also deswegen diese Mail an dich (ist auch nur weitergeleitet)

Studivz. wird ab dem nächsten Semester kostenpflichtig.
Mit einer Jahrespauschale von 10 € bleibst du dabei.
Wenn du diese Mail binnen 24 Std.nach dem lesen an 24 Freunde
schickst bleibst dein Account kostenfrei

Sag mal bitte allen leuten in deiner liste, dass sie den kontakt mit Rebbi nicht annehmen sollen! das ist ein Virus (uber svz) der zerstort die ganze festplatte und zieht sich die daten runter, wenn ihn einer deiner kontakte erwischt, bist du auch betroffen, weil er sich durch die liste frisst! also kopier das und schick es an alle Bitte mach das!

Natürlich.

Genau 24. Wenn es nämlich nur 23 sind, dann muss ich bald 10 € zahlen. und bei 25 werde ich leider durch einen rektalen Starkstromschock exekutiert. Ist klar. Wie gut, dass Studivz beinahe monatlich versichert, dass sie auch kostenlos bleiben. Und selbst das ist ja fast schon lustig, denn welches Netzwerk würde denn heute funktionieren, wenn es nicht kostenlos wäre?😀

Das mit dem Virus ist natürlich ähnlich gut. Hat sich der „Erfinder des Briefes“ bestimmt auch gedacht: „hey, da kann man ja noch ne schlimme Nachricht reinmachen, dann läufts gewiss noch besser, hahahaa!!!!1111elf“ – Ich seh schon, wie ein böser, böser Virus mir meine Daten klaut, nur weil ein Freund in München einen Wurm drauf hat, yeaha. Böses Internet aber auch.

Mädels! Passt gut auf, und hört gut zu: Lasst diese blöden Kettenbriefe sein, oder verschickt sie von mir aus an eure Oma. Wer mir nochmal so ein Ding schickt, wird ab heute von meiner Kontaktliste  / bzw. als „Freund“ gelöscht!

Danke für die Aufmerksamkeit!

  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. No trackbacks yet.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: