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Kino: „Operation Walküre“

„Das Stauffenberg-Attentat“ von Regisseur Bryan Singer („Die üblichen Verdächtigen“)

(Kleiner Nachtrag zum polnischen Kinobesuch.)

Filmplakat

offizielles Filmplakat

Für mich als halber Historiker ja prinzipiell ein Muss, aber durch den ganzen Medienhype rund um den Film, Tom Cruise und Scientology verging mir jede Lust auf „Walküre“ und irgendwann war er in meinem Kopf schon eingeordnet als „DVD-Film irgendwann“…

In Breslau aber sind wir recht spontan ins Kino, und schauten schließlich doch „Walküre“ – etwas müde – im englischen Original (mit polnischen Untertiteln). Man kann bei diesem Film die schlechte Meinungsmache der Medien und das Einbeziehen von Scientology fast gar nicht ausblenden – aber ich habe es versucht: Heraus kam eine große Kinoüberraschung, denn erwartet hatte ich zwei Aspekte: 1. Verherrlichung des Stars Tom Cruise und 2. einen actionlastigen Eventfilm mit dem Hang zum Popcorn.

Beides geschieht zu keiner Zeit der 120-Minuten Filmzeit. Gerade die Action ist absolut zweitrangig und dient nur als Mittel zum Zweck. Im Gegenteil: Es wird äußerst viel geredet, viele Charaktere tauchen auf und werden vorgestellt. An dieser Stelle auch ein Lob für den vorbildlichen Cast. Lassen wir Cruise als recht eindimensionalen Helden mal außer vor, ist die Besetzung einfach perfekt. Von Bill Nighy als General Ollbricht über Thomas Kretschmann als Major Remer zu Tom Wilkinson als General Fromm sind die Nebenrollen erstklassig.

Mich haben auch vor allem die Requisiten, Gebäude und Uniformen begeistert: Hier wurde toll recherchiert und super gearbeitet!

Der Film birgt natürlich viele Gefahren: In 2 Stunden ist es nicht möglich – erst recht nicht geschichtsunerfahrenen Menschen – eine Geschichte dieses Ausmaßes mit all ihren komplexen Feinheiten zu erzählen. Darunter leidet hier vor allem Hauptdarsteller Cruise aka Stauffenberg: Über seine eigentlichen Beweggründe zum Beispiel erfährt der Kinobesucher fast nichts. (Dass Stauffenberg bis mindestes 1944 ein aktiver Nazi war, bleibt ziemlich im Verborgenen – passt halt nichts ins Gesamtkonzept des Helden…) Dass gerade die deutsche Widerstandsfigur Stauffenberg von Hollywood verfilmt wurde, war mir persönlich anfangs zutiefst suspekt! Nach dem Film sage ich aber nun: Das war genau die richtige Wahl! Denn, dass es eine deutsche Widerstandsbewegung überhaupt gab, war vielen nicht bekannt – und dies dürfte nach dem doch recht eindrücklichen Ende fast jedem im Kopf bleiben. Dafür allein ist dem Film schon zu danken…

Fazit: „Walküre“ ist meine bisherige positive Kinoüberraschung 2009: Ohne Erwartungen einen erstklassigen Film gesehen, der einige wenige Schwachpunkte hat, aber im Groben und Ganzen funktioniert und zu faszinieren weiß. Ich gebe 8 von 10 Augenklappen!

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