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Kino: „Watchmen – Die Wächter“

„Watchmen“ – die große Comicverfilmung. Großes Gerede im Vorfeld – und ich komme mehr als unschlüssig aus dem Kino. Aber fangen wir vorne an. Mit dem Trailer:

Wer es noch nicht irgendwie mitbekommen hat: „Watchmen“ ist eine Graphic Novel aus dem Jahre 1986/87 und gilt als DER Comic schlechthin. Als einziger Comic schaffte es Watchmen unter die Top100 Romane des 20. Jahrhunderts des Time Magazines. Bisher galt er als unverfilmbar (wie schon so vieles vorher…). Da komme ich auch schon zu meinem größten Problem: ich kenne das Graphic Novel nicht und kann mich also nur auf den Film als solches beziehen. Darum gehts:

Als einer seiner früheren Kameraden ermordet wird, beginnt der heruntergekommene, aber wild entschlossene maskierte Rächer Rorschach zu ermitteln und kommt einem geheimen Plan auf die Spur, demzufolge alle Superhelden verraten und getötet werden sollen. Rorschach verbündet sich daraufhin noch einmal mit den ehemaligen Mitgliedern der Liga, die gemeinsam schon in früheren Zeiten gegen das Verbrechen gekämpft haben – eine bunt gemischte Truppe ehemaliger Superhelden, von denen allerdings nur einer wahre Superkräfte besitzt. Rorschach beginnt nach und nach zu erahnen, dass eine Verschwörung hinter dem Mord steckt: Es geht um ein Geheimnis, das tief in die Vergangenheit zurückführt und das katastrophale Folgen für die Zukunft haben könnte. Es ist nun die Mission von Rorschachs Truppe, über die Menschheit zu wachen – doch wer wacht über die Wächter?

Seit einigen Jahren gibt es – neben diversen Peinlichkeiten-  immer wieder phantastische Comicumsetzungen: Sei es die X-men-Trilogie, Batman BeginsSin City oder auch 300 . Und genau Zack Snyder, Regisseur von 300, machte sich nun an „Watchmen“ ran. Für mich als Comic-Nichtkenner bot sich eine spannende Gelegenheit einen Film zu schauen, über den ich rein gar nichts wusste – mal die Vorschusslorbeeren außen vorgelassen.

9_800x600162 Minuten Action und Geballer? Bunt und knallig wie bei Spiderman? Weder noch. „Watchmen“ ist düster, verregnet, kalt, zynisch, witzig und voller Ironie. Außerdem fällt die Action gemessen an der Spieldauer sehr kurz aus. Tiefsinnige Gespräche über die Welt, das Leben und die Menschen stehen im Vordergrund. In einer Kritik las ich, dass mit „Dark Knight“ das Comicgenre erwachsen geworden wäre, und die Antwort darauf nur „Watchmen“ wäre: brutal, berauschend, abgründig, anspruchsvoll. Das kann man durchaus so stehen lassen. Auf der einen Seite ganz klassisches Unterhaltungskino – und auf der anderen Seite dann doch ganz anders, weil es den intellektuellen Anspruch nicht vergisst und am Ende die Zuschauer auch verwirrt zurücklässt.

Genial sind die Protagonisten: keine wahren Superhelden, sondern Menschen, die ihre ganz eigenen Probleme haben. Toll dabei auch, dass hier keine bekannten Geschichter auftauchen: So funktionierte auch der Cast ohne große Namen vorbildlich. Mein Lieblingscharakter: Rorschach. Faszinierend, und gleichzeitig eine der furchteinflößensten Kinofiguren, die ich kenne.

11_800x6001Den Comicstyle und die graphische Umsetzung der Sets fand ich großartig. Auch die Masken und Kostüme waren perfekt und soweit ich das sagen kann war der Film sehr detailgetreu.  Optisch überzeugt der Film auf ganzer Länge! Leider verliert sich der Film aber auch manchmal in seinen Effekten und verliert dabei die Geschichte aus dem Sinn. Die Zwischenhandlung auf dem Mars wäre meiner Meinung nach gar nicht nötig gewesen, und auch viele andere Szenen sind unnötige Spielereien. Genau verhält es sich bei den Hauptfiguren: Mir fehlte einfach noch mehr Background zu den Personen – aber vielleicht ist dies für die Comickenner schon anders. So stellten sich bei mir immer wieder Fragen auf die es keine Antworten gab.

Fazit: Am Ende stehen sich 2,5 Stunden gute Unterhaltung und meine zumindest gefühlte Ratlosigkeit gegenüber. Daher hab ich mich auch selten schwerer getan, einen Film zu bewerten. Trotz Storyschwächen und mir teilweise fehlendem Input zu den Hauptfiguren war der Film optisch brilliant und hatte mit Rorschach und anderen wie dem Comedian absolut tolle Protagonisten. Ich gebe 7 von 10 Smileybuttons – nein, es werden 8 dank des großartigen, absichtlich deplatzierten Soundtracks mit Stücken von Hendrix, Simon & Garfunkel – und sogar Nena uvm.😉 PS: Nicht wirklich für Zartbesaitete zu empfehlen! Alle Comic-und Actionfans werden hier sicherlich ihren Spass haben…

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