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Kino: Illuminati (angels & demons)

Bücher zu verfilmen ist so eine Sache. Als Fan des Buches ist man immer hin- und hergerissen. Einerseits freut man sich auf die Verfilmung und die Bilder, andererseits kann kein Film einem Buch gerecht werden. Manche Regisseure machen es besser [zum Beispiel Marc Foster mit „Drachenläufer“ oder Peter Jackson mit „Herr der Ringe“ (und selbst dort gibts teilweise erhebliche Unterschiede zur Vorlage)], manche machen es schlechter, manche Verfilmungen verkommen zum Blödsinn (zb. „Eragon“).

Dan Browns Bücher, speziell „Sakrileg“ und „Illuminati“ hielt ich schon beim Lesen 2003 bzw. 2004 (!) für nicht verfilmungsmöglich. Zuviele Informationen, zuviele Orte, zuviele verschiedene Personen, zuviele Geschehnisse, zuviele Fakten über Kirche, Geheimbünde, Wissenschaft, Antimaterie, Geschichte und die Stadt Rom. Ich liebte die Bücher für ihre Ideenvielfalt, für ihren Reichtum an Infos und Spannung auf über 700 Seiten. Und nicht zuletzt waren die Figuren und Orte klasse: Rom wurde faszinierend, man bekam beim Lesen Lust sofort nach Rom zu fliegen. All dies versucht Ron Howard nun im neuen Film „Illuminati“ in einem 138minütigen Blockbuster unterzubringen. Bei der „Sakrileg“-Verfilumg ging das schon mehr oder weniger schief, viel schlimmer konnte es also nicht kommen:

illuminati_poster_03

offizielles Filmposter

Und wenn man Tom Hanks schon 100 – hundert! – Millionen Dollar bezahlt, damit er wieder Robert Langdon spielt, muss ja eigentlich was Großes bei rauskommen, oder?

Nun ja, „Illuminati“ – der Film ist sicherlich nicht schlecht geworden. Ein Blockbuster erster Güte: viel Action, ein Topstar, eine interessante Geschichte, eine relativ verblüffende Wende am Ende, dazu Impressionen einer wunderbaren Stadt. Doch damit geht es schon los: Durch die Drehverbote im Vatikan und größtenteils auch Rom durch die katholische Kirche musste das Team um Howard alles digital nachbauen – und das sieht man leider auch immer mal wieder. Gerade in den Kirchen Roms wirds bemerkbar, dass man dies nicht vor Ort drehen konnte. Schade.

Und auch Tom Hanks kann nicht wirklich glänzen: Ihm selbst mache ich da aber keinen Vorwurf; es ist vielmehr der Film an sich, der so durch die Geschichte hetzt, dass es seinen Protagonisten gar nicht möglich ist als Charakterfigur herauszustechen: Darunter leidet der Film enorm: Während im Buch Robert Langdon immer wieder knifflige Rätsel zu lösen hat, und man als Leser irgendwann nahezu richtig mit ihm mitfiebert, ist im Kino dafür kein Platz. Die Figuren hetzten von Geschehen und Geschehen – von Mord zu Mord: im Film liegen da nur Minuten dazwischen, die Spannung erhöht das sicherlich, aber die Informationen um die Schnitzeljagd und die fantastischen Geschichtsstunden aus der Vorlage bleiben dabei leider auf der Strecke! (Genauso übrigens wie diverse Figuren und komplette Handlungen: aber gut, das kann man nicht anders lösen in einem Blockbuster, der keine 5 Stunden gehen darf…^^)

Richtig gut dagegen das Ende: die einzige richtige große Schwäche des Buches wird einfach weggelassen, und trotzdem wird die Geschichte und die Verschwörung einigermaßen logisch aufgelöst und dies auch in guter Darstellung. Außerdem muss man 2 gute Nebendarsteller lobend hervorheben: Evan McGregor als „Camerlengo“ und Armin Müller-Stahl als „Kardinal Strauß“ spielen hervorragend!

Ich glaube, es war ganz gut, dass ich mich nicht mehr an alle Einzelheiten des Buches erinnern konnte: so hatte ich bei einem ordentlichen Action-Blockbuster wenigstens einen schönen Abend. Wer sich aber wirklich von der Geschichte fesseln lassen möchte, muss zum Buch greifen! Für alle Nicht-Leser unter uns sicherlich aber ein netter bis guter Film für den ruhigen Abend zu zweit oder mit Freunden. Gemessen am Budget wäre hier aber sicherlich mehr drin gewesen…. daher auch nur: 5,5 von 10 Engeln.

PS: Gerade der Konflikt zwischen Wissenschaft und Kirche (incl. der Illuminati) war mir leider viel zu kurz geraten:  Unter anderem sind die ganzen Schriftspielereien im Buch nur Nebensache – und dabei war dies gerade so faszinierend:

egal wie man es dreht...

egal wie man es dreht...

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