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Das Sommermädchen auf Pro7

Ich dachte ja eigentlich mit dem Finale von „Germany’s next Topmodel“ bzw. der kompletten Staffel wäre der Boden des Casting-Sumpfes erreicht. Das dachte ich wirklich. Ich dachte auch, es gäbe nichts peinlicheres als das Dschungelcamp von RTL. Doch gerade wird alles getoppt, wiedermal. Mittlerweile bin ich der festen Meinung, dass in der deutschen Medienlandschaft nichts unmöglich ist – auf der Skala nach unten.

Aufgrund eines Tweets bei Twitter auf Pro7 aufmerksam geworden, schalte ich den Fernseher an. Außerhalb von Sportübertragungen (aktuell Tour de France) hatte ich diesen seit Wochen nicht mehr angeschaltet.

Erstes Bild: Titten 2 große weibliche Brüste. Vergrößert. Silikon platzt fast heraus.

Nächstes Bild: Brüste. Brüste soweit das Auge reicht. Jetzt ein Kommentar. Doof. Die Frau Das Mädchen zur Brust spricht nun: Etwas unverständliches, es ist zumindest Deutsch. Soll es sein. Migrationshintergrund. Sie steht auf einem Sprungturm. Aufgabe: Spring ins Wasser! (Im Internetkauderwelch wäre hier wohl jetzt ein großes WTF?! angebracht!)

„Nein, ich kann nicht springen. Ich hab gesundheitliche Probleme. Ich hab Angst, dass meine Brust platzt!“

Wo bin ich denn hier gelandet? Der einschlägige deutsche Fernsehzuschauer wird es schon ahnen: Ich schaue Pro Siebens „Sommermädchen“.

sommermaedchen_mit__846829gWas passiert hier?

12 mehr oder weniger nackte Zicken kämpfen um den zweifelhaften „Titel“ Sommermädchen 2009. Oder anders gesagt: Einmal 15 Minuten Ruhm, bitteschön. Danke!

Das ganze passiert auf eine solche plumpe Art und Weise, dass man fast von der Karikatur einer Casting-Show sprechen könnte: Wenn man es nicht besser wissen würde, könnte man meinen Pro7 würde sich hier selbst etwas auf die Schippe nehmen: Die Blicke der Moderatoren, die Bemerkungen des Kommentators und die eingespielte Musik – ein einziger Klamauk. Dazu führen die – nicht mal sonderlich hübschen  – Meeeeeedchen einen Zickenkampf der besonderen Art: Fettarsch gegen Silikontitten, yippie! Und dabei dürfen die Mädchen ein wenig planschen, ein wenig rumstolzieren, ein wenig hier Titten zeigen, ein wenig hier den Arsch hinhalten. Frei nach dem Motto: Wenig Gehirn, viel Oberweite! Die Zitate, die so über den TV laufen, sind dann auch dementsprechend:

„Ich hab deinen Mops gehalten, deinen Dritten.“

„Ich kann da nicht mitmachen – mein Unterbauch ist zu dick!“

„In Mainzer Großraumdiskos kommt das hier richtig gut an…“ [omg!]

Das ist wirklich das primitivste, was mir in letzter Zeit so im Fernsehen aufgefallen ist. Ich bin ein wenig peinlich berührt. Und schon wieder Zickenterror. Ich glaube Pro7 kalkuliert solchen Zickenterror mit in die Planung ein.  Nur so scheint ein solches Format zu funktionieren: „Ey, die andere Tante is scheisse, ey!“.

Ich sollte ganz dringend ausschalten. Ich bin raus.

PS: Eine unverschämte Dreistigkeit ist es, für eine solche Schande in der TV-Landschaft  solch wundervolle Hintergrundmusik von Muse zu benutzen. Ich verzweifele…

  1. Flo
    Juli 27, 2009 um 10:39 am

    über solche TV-Formate rege ich mich schon längst nicht mehr auf. Umso mehr jedoch – ähnlich wie du – über die Frechheit der Produzenten gute Musik für solch einen Schund zu verbraten. Shitty shows sollten von shitty music untermalt sein!
    Warum halten die sich nicht an die gute alte Faustregel der Blood Brothers:

    „gun plus gun equals bang bang bang (…) trash into trash equals trash flavored trash“

  1. Juli 27, 2009 um 9:04 am

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