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TV-Comedy-Granate Max Giermann

Eigentlich hätte ich in diesen Tagen etwas zum medialen Wahlkampf bloggen können oder vielleicht auch müssen, insbesondere natürlich über das gehypte TV-Duell bei ARD, ZDF, RTL und SAT1. Da habe ich das Fernsehen schon mal an, weil mich das Duell – natürlich – interessiert, und heraus kam nur langweiliges, stumpfsinniges Geplauder: überraschenderweise vor allem von den vier Moderatoren. Mal wieder war ich vom Fernsehen allgemein und vor allem auch von den Hauptdarstellern enttäuscht. Darüber zu bloggen ist mittlerweile aber auch gar nicht mehr nötig, denn Blogger wie Medien diskutierten und schrieben sich zum Thema die Finger wund: Carta analysiert die Szenerie hervorragend und auch der tontraegerhoerer bildet sich ein Urteil. In Zeiten von dumpfsinnigen Castingsshows, und in welchen die besten Spielfilme nur noch zu unmöglichen Zeiten laufen, und sich dort noch Gameshows geschlagen geben müssen, ist das deutsche Fernsehen sicherlich am Boden angekommen.

Doch es gibt sie ja, die positiven Ausnahmeerscheinungen. Und die muss man entsprechend würdigen. Ganz selten, aber manchmal entdeckt das Fernsehen Perlen. Menschen, die es schaffen zu unterhalten. Menschen, die es schaffen Fernsehen zum wieder möglichen Medium zu machen. Interessanterweise sind diese Menschen vor allem im Bereich der TV-Kritik zu finden. „Switch Reloaded“ macht dies seit Jahren hervorragend: Mit brillianten Darstellern wie @kesslermichael und tollen Drehbüchern wird hier Comedykunst auf allerhöchstem Niveau geboten. Viele „Switch“-Szenen wie Obersalzberg sind schon moderne Klassiker der Fernsehgeschichte. Unter all den guten, teilweise phantastischen Switch-Darstellern ist Max Giermann der Beste. Er betreibt seine Parodien in einer einzigartigen Weise: Mit nur winzigen Bewegungen ist jedem Zuschauer klar, wer hier sein Fett abbekommt. Giermanns Rollen sind so nah am Original, dass es fast unheimlich ist. Absurd genial, und genial absurd. Höchste Schauspielkunst, und dabei immer nah am Punkt der Zeit: Die Schwächen des deutschen Fernsehen entlarven wo es nur geht.

Jetzt darf Giermann auch mal ganz alleine ran: Unter dem etwas merkwürdigen Namen „Granaten wie wir“ darf er  nun immer Dienstag Abends eine Stunde lang ganz alleine in seine Paraderollen schlüpfen: Von Lafer bis Raab,von Pflaume bis D!, hier sind alle dabei, und jeweils eine Parodie-Rolle ist gleichzeitig Moderator der Folge. Neben Giermann wirken bei jeder Folge noch prominente Gäste mit.  (Und genau diese Gäste sind zumindest in der heutigen ersten Folge die Schwachstelle, bestes Beispiel: Detlev D! Soost versucht absolut verkrampft lustig zu sein;auch die Backstreet Boys brauche ich in einer solchen Serie nicht! Nur Serdar Somuncu ist  witzig und aktuell.) Giermann selbst ist der Verwandlungskünstler wie eh und je – auch wenn nicht alle Sketche witzig und pointiert sind (unter anderem wenig lustig: Stefan Raab als Jesus) – und parodiert die bekannten TV-Gesichter mit seiner berühmten, ganz eigenen Art: Mit wenig zur Perfektion. Insgesamt bleibt die Show etwas hinter den Erwartungen zurück, aber dem geb ich noch eine Chance.

Ich wünschte es gäbe mehr Max Giermanns. Viele „Comedians“ könnten sich hier mal eine große Scheibe abschneiden.

giermann

  1. Davis
    Oktober 4, 2009 um 12:14 pm

    Habe mir die Sendung jetzt die letzten 2 mal angeschaut.
    Ich muss ganz ehrlich sagen: ne, das ist nicht das wahre.
    Teilweiße ganz lustig, aber einfach viel zu überzogen! Er übertreibt einfach maßlos, wo es für mich dann an der grenze zwischen lustig und überhaupt nicht mehr lustig ist…

    ist wie alles im leben wohl geschmackssache, mein ding ist es auf dauer nicht!

  2. hulza
    Oktober 4, 2009 um 2:11 pm

    Du hast völlig Recht, zumindest wie ich das nach nur einer Sendung beurteilen kann: In den kleinen Momenten bei Switch oder diversen kleinen Auftritten sind die Parodien genial und superlustig. Bei einer ganzen Stunde im Auftritt einer Person wird dies irgendwann selbst nervig. Ich habs verglichen mit der „Kultfigur“ Horst Schlämmer – hat mir früher in Hapes Sendungen sehr gefallen, war genial! Aktuell finde ich ihn nur noch nervig. Das ist wohl der schmale Grad zwischen lustig und gar nicht mehr lustig.
    Nichtsdestotrotz: Giermann finde ich klasse, ein toller Parodist, nur vielleicht solle er das Konzept der Sendung etwas überdenken und nur sketchweise in die Rollen der Promis schlüpfen.

  1. September 10, 2010 um 3:36 pm

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