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Coldplay live in Wembley

Live im Wembley-Stadion, das ist vermutlich der größte Ritterschlag im Musikbusiness. „Live in Wembley“, das erinnert an Live AID 1985 oder an das gigantische Konzert von Queen auf dem Höhepunkt ihrer Zeit. In Wembley treten nur die Größten der Größten der Musikwelt auf: Im neuen „Wembley-Stadium“ waren das u.a. George Michael, U2, Madonna, AC/DC, Metallica oder Oasis. Oder mit dem ersten ausverkauften Konzert im neuen Stadion: Muse mit ihrem unglaublichen „Haarp“-Auftritt, der vermutlich besten Musik-DVD aller Zeiten.  Und nun also Coldplay mit der schon über ein Jahr gehenden „Viva la Vida-Tour“, und dem doppelten Abschlussevent im Londoner Stadtteil Wembley. Und wir mittendrin. Ein Erlebnis der besonderen Art. Aber der Reihe nach.

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Nach einem Mittagspicknick im Hyde Park gings über Umwege (u.a. die Executive Lounge des Hilton 😉 ) Richtung Wembley. Dort angekommen geht alles recht flott, und wir sind schneller drin als erwartet. Dann der erste Blick ins Stadion: wow! Jedem Fussballfan geht da das Herz auf, schon der Anblick der Tribünen und der 90.000 (!) Sitzplätze ist unglaublich. Einmal hier ein WM-Finale oder England-Deutschland 😉

Richtig gut der Getränkeservice vor Ort: schnell und freundlich, und vor allem Trinkwasser umsonst (auch wenn dies sehr nach Chemie schmeckte: der Grundgedanke ist super!). Danach gabs erstmal ein paar Vorbands / Support aus  UK. Den Anfang machten White Lies, gefälliger Rockpop, nur halbherzig hingehört: für die frühe Stunde war das ganz okay. Dann ein Aufschrei durch das Stadion und 4 5 mehr oder weniger nackte Frauen springen auf die Bühnen. Heißen anscheindend Girls Aloud und sind wohl in UK der heißeste Schitt, seit die Spice Girls lieber Fussballer heiraten. Also schon länger… Ich krieg auch nicht mehr alles mit. Eine knappe Stunde später wusste ich: Nicht schlimm! (Na gut, zugebenermaßen: gab schon hässlichere Frauen auf ’ner Bühne…). Soweit so gut, doch der nächste Act war Jay-Z. Ich schreibs nochmal: Jay-Z. Ja, klar, man kann das tolerieren, aber muss man diese Leute auf Konzerte einladen? „Ist doch alles Geschmacksache“, sagte der Affe und biss in die Seife. Um bei diesem metaphorischen Vergleich zu bleiben: Jay-Z live zu hören war für mich so wie den abgestorbenen Hoden eines kranken Känguruh-Männchens zu essen: Furchtbar! Aber hey, meine Freunde hatten Spaß – und ein (!) Lied kannte ich ja dann doch: Der Song aus der wunderbaren Club-Sequenz in Michael Manns „Miami Vice“. Wie auch immer der jetzt heißt.

Endlich gings los. Und pünktlich mit dem Intro setzte der angekündigte Regen an. Und wenn ich Regen sage, mein ich Regen 😉 Nach 5 Songs war ich durch und durch nass, und trotzdem feierten alle wie wild. Und trotzdem – gerade wegen diesem ganzen Regen war das wundervoll: Alle waren am tanzen. Hier ein Video vom 2. Song, Violett Hill (Nicht von mir!):

Danach waren wir zwar unglaublich nass, und irgendwann wurde es auch richtig kalt, aber irgendwie war das kein Wermutstropfen, sondern eher ein riesen Spaß, eine tolle Anekdote, und ein großer Auftakt.

Coldplay merkte man von Anfang an die Routiniertheit an, die man hat, wenn man seit Jahren auf Tour ist, und besonders mit dieser Tour nach über einem Jahr gerade am Ende angekommen ist. Das soll aber nicht negativ klingen, man merkt lediglich, dass hier alles perfekt abgestimmt ist, und hier nichts dem Zufall überlassen wird. Da passen dann natürlich auch die perfekten Showelemente ins Bild, wie hier, wenn Millionen bunte Schmetterlinge aufs Publikum herunterfliegen und minutenlang durch die Lüfte schweben…

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Coldplays Setlist gefiel mir richtig gut, vor allem Anfang und Ende sind großartig, und es gibt nur wenige Hänger, interessant ist auch der Wechsel auf die Ministage im hinteren Teil des Stadions (inclusive der Handy-Welle im absoluten dunklen Stadion!). „Yellow“, „Fix You“ und „The Scientist“ sind meine Lieblingssongs des Abends.  Einfach perfekte Atmosphäre. Gar nicht gefallen haben mir lediglich „Talk“ mit einem äußerst merkwürdigen Remix und „Lost“ gemeinsam mit …ja, wer wohl?… Jay-Z! Hier aber nun ein wunderbares Video von „Yellow“, diesmal mal von oben (Guckt euch unbedingt die letzten beiden Minuten an…)

Stimmungstechnisch habe ich schon weitaus bessere Konzerte erlebt (Ich fieber der neuen Muse-Tour entgegen!), aber das brauch Coldplay auch eigentlich nicht. Sich aneinander anlehnen, Chris Martins Stimme lauschen und die wundervolle Musik in dieser riesen Kulisse auf sich einwirken lassen. Schon allein für diese Momente hat sich der weite Weg gelohnt. Coldplay waren vor allem musikalisch besser als ich es erwartet hätte, und abgesehen von Kleinigkeiten wie Jay-Z als Support und Partner bei „Lost“ war das Konzert ein absolut großartiges Event in jeder Hinsicht.

Lediglich verkehrstechnisch bekommt das Event, oder vielmehr die Stadt London und das Wembley-Stadion eine „Ungenügend“. „This is the last train…go go go“… absolut irrsinnige Situationen rund um die Underground-Stations. Unglaublich! Mehr zu London folgt die Tage… 😉

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