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Das ‚Red Cat‘ in Mainz

Die Clubauswahl in Mainz ist eher  – nun ja – begrenzt. Da bleibt einem überspitzt gesagt, gerade am klassischen Studentenfeierabend Mittwoch, meistens nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Rocker gehen ins Caveau, die Kragenhochsteher und „In“-Leute gehen in den Star Penthouse Club, Elektroniker und vor allem Blackliebhaber treffen sich im 50grad. Und alle anderen, inclusive aller Kompromisse, landen früher oder später in DEM Mainzer Club, der gerade sein 10-jähriges Bestehen feiern durfte: Red Cat.

red cat

Das Red Cat ist ein bisschen von allem: Club, Lounge, Bar, Keller und eine Menge Moulin Rouge. 7 Tage die Woche offen, wechselnde Musikprogramme von Indie bis Pop, von Alternativ bis Drum’n’Bass (der Pop Up Club mit Psycho Jones ist wirklich zu empfehlen!) und ein überwiegend junges – studentisches – Publikum, zu insgesamt recht fairen Preisen (zB: Mittwochs Eintritt frei).

Das alles klingt gut, und das ist es auch in vielen Fällen. Musikalisch lässt sich natürlich immer etwas kritisieren, aber dies ist nun mal Geschmackssache, und das wirklich abwechslungsreiche Programm muss dann eher positiv erwähnt werden. Und trotz allem mag ich das Red Cat absolut nicht. Warum ist das so? 2 Punkte, die natürlich eng miteinander zusammen hängen.

1. Zuviele Leute auf zu wenig Raum. Ich habe beim feiern und tanzen immer gerne etwas Platz, der fehlt hier meist total, Sitzgelegenheiten sind ab spätestens 22 Uhr abends belegt. Erst in den frühen Morgenstunden wirds besser.

2. Durch die Lage im Wohngebiet nahe dem Schillerplatz kommt es immer wieder zu Ruhestörungen. Das hat dazu geführt, dass man vor dem Club draußen keinen Lärm machen darf: Kein Lärm bedeutet hier nicht: Kein Singen, keine Musik, nicht lauthals feiern – sondern wirklich: absolute Ruhe. Und dies wird bis zur perversen Absurdität durchgezogen. Bei der kleinsten Unterhaltung kommen die freundlichen, sympatischen asozialen Türsteher und wollen einen am liebsten verbannen. Ein Wort mehr und man kommt nicht mehr in den Club. Das ganze hat ja schon in der Theorie groteske Züge, mittwoch Abends bei Schlangen von mehreren hundert Menschen nimmt es gerade zu komische Formen an. Man steht 45 Minuten an und darf  nicht sprechen. Wenn beim Weggehen mit Freunden vorher irgendeine – auch nur halbherzig – gute Stimmung in der Luft lag, geht sie spätestens hier verloren. Das ist DER Stimmungskiller par execellence. Ich bin dann jeweils in einer Stimmung zwischen lauthals loslachen und sofort wieder nach Hause gehen, weil mich kaum etwas mehr nervt. Meistens gewinnt der Mittelweg… ich resigniere und schaue im rockigeren Caveau vorbei ,)

Dieses Problem hat mich schon immer dazu angestachelt, darüber zu schreiben. Die Geschichten dort VOR dem Clubbesuch dürften mittlerweile für ein ganzes Buch reichen, bei mir muss es nun erstmal dieser Blogpost reichen. Gestern kam mir ein Gedanke: Wie wäre es, wenn man diesen fast schon traditionellen Moment Stunde der Stille etwas aufpeppen würde, zum Beispiel im Sinne der „und alle so: yeaahh“-Flashmobs. An verschiedenen Stellen der hundert Meter langen Schlange rufen Menschen „Yeah“.  Oder alle fangen an zu singen. Das ich danach nicht mehr reinkomme, würde ich für das Gesicht der Türsteher liebend gerne in Kauf nehmen.

Es lebe das Mainzer Nachtleben.  Schauen wir mal, ob wir das mit dem Flashmob nicht irgendwann mal auf die Beine gestellt bekommen… 😉

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  1. petemassiv
    Oktober 2, 2009 um 1:20 am

    Kleiner Tipp zum Aufpeppeln: Mach doch so was wie ‚Fist of Zen‘ bzw. Silent Library :>

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