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Ein Abend bei der @rheinzeitung – Followertreffen

Die entscheidende Frage des Abends stellte mir der nun hauptberuflich agierende Twitterer der Rheinzeitung im Druckwerk, während die tonnenschweren Papierrollen mit Schwarz, Rot, Gelb und Blau bedruckt wurden und wir fasziniert zusahen: „Welche Drogen nimmt eigentlich @Blattwerk?“. Diese Frage war besonders im Kontext der Druckerpressen und ihrem Lärm durchaus berechtigt, doch Antwort konnte auch ich darauf nicht geben. Es bleibt wohl für immer ein Rätsel. Und dennoch möchte ich Blattwerks freundlichen Bitte Aufforderung nachkommen, über den gestrigen „Followerabend“ zu bloggen.

Die Rheinzeitung hatte zum vierten Twitter-Followertreffen geladen (#rzf4), und nun war ich also auch mal dabei. Hatte ich im Vorfeld noch über ein Kommen aufgrund der eher weiteren Anreise gehadert, so hatte sich dieser Weg auf jeden Fall gelohnt. Was kann man sich unter einem „Followerabend“ vorstellen? Die Rheinzeitung lädt einige wenige ihrer vielen Twitter-Follower zu sich in die Redaktion ein, und zelebriert daraus eine Mischung aus Gespräch, Diskussion, Führung, Selbstkritik und Eigenwerbung. Dazu gibts alkoholfreie Getränke und jede Menge Schnittchen.

Die allgemeine Begrüßung im Konferenzraum gabs durch den @RZChefredakteur Christian Lindner, der auch dankenswerterweise den ganzen Abend anwesend war, und viele Anekdoten zu erzählen hatte. Anschließend fand eine lockere Begrüßungsrunde statt, bei der jeder Teilnehmer ein bisschen aus seinem Leben und seinem Twitter(er)leben berichtete. So konnte man zum Beispiel erfahren, dass einige Anwesende einen dritten (!) Monitor ausschließlich für Twitter eingerichtet haben. War ein bisschen neidisch. Ich war auch der einzige (?), der ohne mobiles Netz vor Ort war. (War auch der einzige Student: interessant, dass die Twitterer aus allen möglichen Berufen kommen…) Zwei schwarze Beeren kämpften gegen die Übermacht der Apfelmaschinen. (Vielleicht sollte auch ich endlich mal über meinen Schatten springen?!)

Während dieser wirklich interessanten Gespräche lief auf einer großen Leinwand der Live-Stream des Twitterhashtags #rzf4, was eine gelungene und spassige Präsentation ergab, weil es durch diverse Tweets die Runde auflockerte und alle erheiterte:

FireShot capture #025 - 'Twitter _ Pete_ Hoffentlich merkt keiner, ___' - twitter_com_sichtpunkt_status_5209074193Das Rundumwohl der Teilnehmer war überhaupt sehr gefragt. Die Gummibären zum Beispiel tauchten immer wieder auf:

FireShot capture #026 - 'Twitter _ Michael Mang_ #rzf4 mein Gummibärchentel ___' - twitter_com_MichaelMang_statuses_5208862764Witzig waren natürlich auch die Aufforderungen der Twitter-Welt von draußen, die erstmals per Live-Stream (an der Technik darf noch etwas gefeilt werden!) mit dabei sein und alles sehen und hören konnten – zumindest bis die Technik versagte:

FireShot capture #027 - 'Twitter _ Björn Symanzik_ #Flashmob_ Reißt doch alle ___' - twitter_com_der_bjoern_statuses_5208753577

Nach dieser gelungenen Einführung ging es für uns in den Papierkeller, in die Druckräume und letztendlich auch noch ans „Newsdesk“. Wir lernten, dass Papier aus Russland kein Altpapier enthält, dass allein die Rheinzeitung über 200 Tonnen schwarze Farbe im Jahr verbraucht, und dass der Spätdienst nicht mehr den Chefredakteur anrufen muss.  Und dass geplatzte rote Farbschläuche auch für Drucker kein Spaß sind. Und noch vieles mehr. Gerade die Mischung / der Gegensatz aus den Gesprächen über das supermoderne Twitter und die Faszination des Druckens einer Zeitung, wie es seit Jahren gemacht wird, machten den Abend auch so spannend für mich.

Die Balance zwischen dem tradionellen Teil des Printmediums und der schnelllebigen Onlinewelt bekommt die Rheinzeitung meines Erachtens sehr gut in den Griff. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, die den Wert von Twitter und Web 2.0 im Jahre 2009 verkennen, setzt die Rheinzeitung auf die richtigen Werkzeuge. Davon konnte sich auch gestern jeder überzeugen. Kann ich nur mein höchstes Lob aussprechen!

Im Anschluss gings nochmal in den Konferenzraum: Abschließende Gespräche, Frage nach Kritik und gemeinsames Testen des neuen Amazon Kindles. Natürlich musste ich erstmal schön auf das Display „touchen“ – wie iphonegewöhnt wir schon sind:/. (Generell machte der Kindle übrigens auf mich einen guten Eindruck, das Lesen eines FAZ-Artikels ging wunderbar flüssig und leicht. Aber so ganz macht mich diese E-Book-Geschichte (noch) nicht an, das Lesen einer Zeitung, eines Magazines oder eines Buches im klassischen Sinne ziehe ich eindeutig vor. Noch.)

Zum Abschluss gabs noch ein kleines bisschen Eigenwerbung mit einem Schirm der Marke „Rheinzeitung“ und obendrauf als Überraschung eine Titelseite der heutigen Zeitung mit dem Gruppenbild des #rzf4.

Super Abend, interessante Menschen und schön, auch mal die Gesichter hinter den RZ-Acounts kennenzulernen. Sowas mach ich gerne wieder mit. Allein schon wegen den Schnittchen😉 Fürs nächste Mal: Ruhig noch ein bisschen mehr Zeit einplanen, ich hätte gerne noch etwas mit dem einen oder anderen gequatscht. Vielleicht früher anfangen.

ps: Noch mehr Photos gibts auch hier bei @netzbetreuer: http://picasaweb.google.com/nepuxer/Rzf4#

Edit: Das Gruppenbild gibts jetzt beim RZBildchef.

  1. Oktober 28, 2009 um 7:49 pm

    Lieber Simon,

    enttäuschend, dass du Herrn Wienand keine Antwort über meine Konsumgewohnheiten geben konntest – dafür müsstest Du mich doch gut genug kennen. Vermute aber, dass das hier die Schwiegermütterversion ist und Du die Wahrheit ausgeplaudert hast. Also die Wahrheit mit Crystal Meth.

    Ansonsten danke ich für diesen Bericht. Es scheint, als baue man den Followerabend zu einer festen Institution aus, die sukzessive mehr Features bekommt. Neu in Version 4: Livestream und Titelseite für die Follower. Frage mich, ob sie irgendwann der Versuchung erliegen, das nur noch als Routine abzuspulen. Doof wirds auch, wenn Lars Wienand jeden Monat die gleiche Geschichte in die Webcam erzählt.

    Wir werden sehen.

  2. hulza
    Oktober 28, 2009 um 8:34 pm

    Ich wollte deiner Autobiographie nicht vorgreifen. Soviel war ich dir schuldig.

    Ich würde mich freuen, wenn es eine feste Institution werden würde:
    1. Als Chance für „Neue“ bei einer Printzeitung im Innenleben herumzuschnüffeln und
    2. wenn für die, die schonmal dabei waren, eine Art regelmässiges Treffen daraus würde, als lockerer Diskussions-und Gesprächsabend unter „Gleichgesinnten“.

    Man könnte auch bei späteren Treffen mehr auf aktuelle Themen und Problematiken eingehen, und müsste ja nicht immer bei null anfangen. So müsste Lars Wienand auch nicht immer die gleiche Geschichte erzählen.😉 Mal abwarten.

  3. Oktober 28, 2009 um 10:02 pm

    Man darf hier nicht vergessen, dass so ein Followerabend wohl kaum aus Spaß an der Freude veranstaltet wird. Er wird auf Twitter promoted, es werden Blogs geschrieben, Fotos verbreitet und so weiter. Ich glaube nicht, dass ein „gemütliches Beisammensein“ da interessant für die RZ ist – zumal man bedenken muss, dass das für den Chef und die anwesenden Redakteure ARBEIT ist.

  4. hulza
    Oktober 29, 2009 um 12:25 am

    Natürlich ist diese Veranstaltung für die RZ und ihre Ausgaben das, was für Hachenburger „BrauerPower“ ist. Eine einzige Werbeveranstaltung, die letztlich nur kostet. Aber eine, wie ich finde, sehr gute und interessante Werbemethode.

    Und abhängig davon waren meine Gedanken eher auf Treffen unabhängig von RZ gedacht. Das aus diesen „rzf“ quasi Treffen entstehen, die man fortführt, nur aus Interesse. Vielleicht in Form der Twittagessen, vielleicht in anderer Form. Ich fände es gut.

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