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Reise in die ewige Stadt – bellisima Roma!

Ein Geschichts- und Theologiestudent, der noch nicht in Rom war, ist wie ein Autofreak, der noch nie am Nürburgring war. Rom ist Geschichte und Kultur pur, nahezu zum Anfassen. Da liegt es nahe, dass meine – vermutlich – letzte Reise in diesem Jahr in die Hauptstadt Italiens ging: 4 Tage im über 2500 Jahre alten Rom. Bellisima Roma!

das Kolosseum im Sonnenuntergang

Es sollte der kulturellste Trip des Jahres werden. Eine Mischung aus römischer Antike, den Sehenswürdigkeiten der römisch-katholischen Kirche und dem pulverisierenden Leben einer Weltmetropole mit ihrer ganz eigenen Art des Chaos. Plus einer Menge gutes italienisches Essen von Pasta bis Bruschetta, von Pizza bis Tiramisu; immer zusammen mit einer ordentlichen Flasche „vino rosso“. (Der berühmte italienische Lebenstil mit Cappucino morgens und Wein abends, und zwischendurch vielleicht noch ein Eis und einen Espresso ist jedenfalls schon mal ziemlich mein Ding 😉 )

Der Vatikan mit seinen zahlreichen Schätzen, Sehenswürdigkeiten und den größten Museen der Welt, den Musei Vaticano, ist alleine schon eine Reise wert. Schon allein die Gemälde im Vatikanischen Museum und die sixtinische Kapelle sind unglaubliche Kulturgüter. Leider wird einem die Freude daran etwas durch die Menschenmassen genommen: Den Massentourismus habe ich noch nie auf der Welt so kennengelernt wie in Rom. Wenn einem das genauere Betrachten einer Stanze von Raffael genommen wird, weil man einfach wie bei einem Konzert weitergedrückt wird, hat das leider nicht mehr viel von einem Museumsbesuch. Genau so grausam wie Weihnachtsmärkte. (Übrigens 14 € Eintritt + 7 € Audioguide. Auch das dürfte Rekord sein für ein berühmtes Museum!) Ähnlich entweiht wird natürlich auch der Petersdom: In der berühmtesten Kirche der Welt machen tausende Menschen gleichzeitig was sie wollen: Eis essen, gestellte Touribilder, sich ausruhen, etc. Ziemlich unglaublich. (Interessant übrigens wie in der Kirche mit Baugeräten gearbeitet wird.) Genauso unglaublich war für mich persönlich aber dennoch die Kirche an sich. Erdrückend von der Größe (3mal so groß wie der Kölner Dom) und geflasht von der Schönheit. An diesen Dauerflash von Kunst und Schätzen muss man sich in Rom aber schnell gewöhnen: An jeder Straßenecke, an jeder „Piazza“ gibt es unvorstellbare Sehenswürdigkeiten. Wirklich toll war dann der 360°-Blick von der Kuppel des Domes auf Stadt und Petersplatz, wo gerade der Weihnachtsbaum aufgestellt wurde:

Petersplatz von Kuppel des Petersdoms aus, bei leider schlechtem Wetter

Nicht mehr Vatikanstadt, aber dennoch dazugehörig, weil von Päpsten zur Befestigungsanlange ausgebaut, ist die Engelsburg und dazugehörige Engelsbrücke, die besterhaltene antike Brücke über den römischen Tiber. Auf der Plattform der Burg hat man einen schönen Blick auf Stadt und Umgebung, innerhalb der Gemäuer gibt es verschiedene Ausstellungen. Besuch lohnt sich!

Statue auf der Engelsbrücke.

Engelsburg +-Brücke

Dass Rom auf 7 Hügeln erbaut wurde, lernt man schon in der 7. Klasse. Das es aber wirklich so ist, lernt man erst, wenn man diese zu Fuss erkundet. Das hat positive und negative Seiten: Wundervolle Ausblicke und tolle Panoramasichten auf der einen, schmerzende Füsse und Muskelkater auf der anderen Seite. Städtetrip olé. Schlimmer wars bisher echt nur in San Fran 😉 Die Blicke auf „bellisima Roma“ entschädigen dann aber doch für Vieles.

Kirchen über Kirchen

Ich könnte viele, viele weitere Bilder einfügen, aber dafür reicht der Platz nicht. Außerdem wirds dann ja sowieso uninteressant 😉 Letztlich können Bilder die Schönheit und das Chaos dieser Stadt nur unzureichend zeigen. Überhaupt gibt es viele Sehenswürdigkeiten, in denen photographieren verboten ist, beispielsweise die sixtinische Kapelle oder die makabre und skurille, aber sehenswerte Kapuzinergruft, in der aus 4000 Mönchsgebeinen Kruften gebaut wurden.

Richtig schön, und wohl auch einzigartig, ist die eigentliche Altstadt rund um die „Via del Corso„. Hier spielt sich das eigentliche römische Leben ab. Cafés, Restaurants und vor allem teure Boutiquen aller erdenklichen teuren Modedesigner von Gucci bis Dior, von Prada bis Versace. Von teuer bis schweineteuer. Zehntausende Menschen schieben sich hier voreinander her, von Attraktion zu Attraktion, von Geschäft von Geschäft. Dazwischen hupende Taxis, laut rufende Italiener, schöne Italienerinnen: Im Grunde genommen ein einziges Chaos, faszinierend! Besonders vor der spanischen Treppe nimmt das Ganze groteske Züge an. Habe Sonntag (!) Abend mal versucht ein Bild zu machen, aber bei Dunkelheit und den Massen ohne Stativ bei der Hand war es etwas schwierig – aber es reicht um sich ein Bild von der Szenerie zu machen – wohlgemerkt: Da war kein Markt und auch kein besonderer Tag:

Abends vor der spanischen Treppe

Einen Besuch wert ist außerdem der „Monte Testaccio„. Hier hat sich rund um den „Scherbenhügel“ in den letzten Jahren ein buntes Szeneviertel entwickelt: Bars, Pubs, Clubs verschiedenester Musikstile, Live-Musik Areas – und natürlich auch hier jede Menge Menschen. Interessant zu sehen, wie die jungen Römer feiern. Wir haben unter anderem einer Band aus Messina in Sizilien zugehört: Toti Poeta. Richtig gute Musik! Leider ist es dort auch nicht gerade günstig- um es positiv auszudrücken: Ein 0,33l Bier kostet überall 5 €. Das ist natürlich auf Dauer nicht unbedingt auf Studentenniveau.

„Rome is great“, twitterte ich schon am Samstag. Und das ist es wirklich: großartig. Voller „WOW“-Effekte, fast schon Overkill an sehenswerter Kultur, und in wenigen Tagen sicher auch  unmöglich komplett zu entdecken. Ich werde da sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dafür gibt es noch zuviel zu sehen und zuviel römische Lebensart  zu genießen. Längere Zeit wollte ich widerum aber auch nicht dort wohnen: Dafür ist mir der ganze Alltag viel zu stressig, von den öffentlichen Verkehrsmitteln mal ganz zu schweigen 😉 Arrivederci Roma!

PS: Ins italienische Eis habe ich mal – mal wieder – verliebt. Besonders gut, und daher unbedingt zu empfehlen: Giolitti.

Ein riesen Danke geht natürlich last, but not least an @Clubby.

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  1. thommi
    Dezember 9, 2009 um 9:29 pm

    Aufgrund der vielen Sehenswürdigkeiten und meinem generellen Interesse an römischer Geschichte (klar, als alter Lateiner 😉 ) war es damals eine Reise wert. Ich war jedoch leider im Sommer dort, da wirkte die ewige Stadt mehr wie die größte und lauteste Kloake der Welt, durch den ohne Ende verschmutzten und stinkenden Tiber und die enorme Anzahl an Motorollern…
    Ich habs mal gesehen, aber nochmal müsste ich nicht hin. Gibt schönere Metropolen 😉

  2. hulza
    Dezember 10, 2009 um 4:15 pm

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es im Sommer sehr unangenehm wird. Wir haben diese Erfahrungen gottseidank nicht gemacht, waren aber ja auch jetzt nur so 15Grad.. und keine 40°. Der Tiber ist mir persönlich aber auch als wirklich hässlich, dreckiger Fluss aufgefallen… Es kann ja auch nicht alles Schön sein 😉
    Negativ aufgefallen ist mir übrigens auch noch an vielen Stellen Müll und verdreckte Ecken/Plätze. Das ist schade um die unglaubliche Kultur außen rum.. aber das scheint in den mittelmeer-Ländern ja so Sitte zu sein. Athen ist da ja zB noch schlimmer.

    Rom ist toll, aber ich gebe dir vollkommen recht: es gibt vom Gesamteindruck auch tollere 😉 Spontan fallen mir in Europa zb Stockholm und Budapest ein.

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