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Californication – season 1

Ein Porsche-Cabrio fährt mit offenem Verdeck. Ein Gospel-Chor singt im Hintergrund. Eine Kirche schiebt sich ins Bild. Der Fahrer steigt aus, tritt ein, schnippt seine Kippe ins Weihwasserbecken. Er stellt sich vors Kreuz. „Okay, mein Großer“, sagt er mit Blick nach oben. Gerade als er sich in diesem Augenblick über sein tristes Dasein beschweren will, stellt sich eine junge Nonne neben das Kreuz. Der Herr Schriftsteller bejammert die Nonne. Und die befindet, mit „Ave Maria“ sei’s in diesem schweren Fall nicht getan: „Wie wär’s, wenn ich Ihnen einen blase?“.

Hoppla, harter Tobak für eine Eingangssequenz einer neuen Serie. Die Szenerie entpuppt sich aber schnell als Traum: Der Schriftsteller Hank Moody wacht völlig fertig in seinem Bett auf. Und so ganz an der Realität vorbei war sein Traum dann doch nicht: Unter der Bettdecke taucht ein süßes Blondchen auf. Und so startet also eine Serie, die mittlerweile 3 Seasons abgeschlossen hat und in den USA äußerst erfolgreich ist, rund um den früheren Akte-X-Star David Duchovny: Californication!

Es gab wohl nie eine andere Serie, die man treffender mit nur einem einzigen Wort hätte beschreiben können: Sex.  Schon gut zu erahnen im Titel: „Californication“ ist ein Kompositum aus „California“, dem Schauplatz der Handlung, und dem Wort „Fornication“, das übersetzt Unzucht bedeutet. Damit spielt der Serientitel – übrigens genau wie das gleichnamige legendäre Album der Red Hot Chili Peppers – auf die verkommene Lebensweise in Kalifornien an. Die „ungeschminkte Seite“ von L.A., Hollywood und Kaliforniens sind demnach auch immer  wieder Thema in den 12 Folgen der Season 1.

Zentrale Figur und Mittelpunkt der Serie ist aber Hank Moody (phantastisch gespielt von Duchovny), ein Schriftsteller Mitte Vierzig, mehr oder weniger erfolgreich, aber vor allem unproduktiv und sexsüchtig. Hank Moody ist zwar ein begnadeter Autor, aber ein noch größerer Lebemensch: Jeden Tag eine andere im Bett, rauchend, Whiskey trinkend und sein Porsche. Er hat allerdings ein großes Problem: Er liebt seine Ex-Frau Karen. Die ist aber leider nun mit  Bill glücklich liiert und will ihn demnächst heiraten. Als wäre das nicht Problem genug, hat Hank – ahnunglos – einen One-Night-Stand mit der 16-Jährigen Tochter von Bill. Und schon nimmt die urkomische Tragödie ihren Lauf.

Als Zuschauer hat man einen unglaublichen Spaß, Hank von außen zu betrachten, wie er von einer Sache in die Nächste schlittert und dabei kaum einen Bock auslässt – und es ihm trotzdem nahezu immer wunderbar geht. Es sind aber vor allem Hanks flotte Sprüche und sein Umgang mit seinen Mitmenschen, die seine Figur so köstlich und liebenswert machen: Ein Arschloch, wie er im Bilderbuch steht, und trotzdem irgendwie der nette Kerl von nebenan, der liebevolle Vater und talentierte Schriftsteller. Duchovny spielt diesen Mann so lässig, so wunderbar selbstironisch, dass es ein Traum ist, ihn in seinem Leben zu begleiten. Der geborene Antiheld. Genau das ist wohl der Grund für den Erfolg der Serie. Ein weiter Grund  dafür sind sicherlich die herrlichen Nebencharaktere, die alle ihre eigenen kleineren oder größeren Probleme haben. Allen voran die überaus attraktive, reife 16-jährige Göre Mia oder Hanks launischer Manager Charlie. Diese Figuren machen die Serie wirklich sehenswert, auch wenn manche Szenen zu hart an der Realität vorbeischlittern.

Mein Fazit:

„Californication“ ist sicher keine absolut umwerfende Serie, aber besticht durch ihren Humor (manchmal derb, manchmal feinfühlig -vor allem Hanks Zitate sind so gut, dass man sie am liebsten dauernd gebrauchen möchte 😉 ), ihre Charaktere und ihre Art das Leben darzustellen – mit allen Pannen, die uns so begleiten.  Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Sehenswert  in jedem Falle, wunderbar mit einigen guten Freunden zusammen. Eine Folge ist so ~25 Minuten lang, daher kann man die 12 Folgen auch schnell durchschauen. Ich freue mich schon auf die 2. und 3. Staffel, die ja schon fertig sind, die vierte Season wird aktuell produziert. (Im deutschen TV gabs bisher nur die 1. Staffel, mal sehen wann es da weitergeht.)

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  1. Dezember 11, 2009 um 12:40 pm

    Die erste Staffel ist echt super. Ich bin dann nach ein paar Episoden der zweiten Staffel ausgestiegen, weil die leider schwächer waren. Aber Hanks Sprüche sind wirklich die coolsten…

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