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John Katzenbach – Das Rästel

Ich hab mal wieder einen „Thriller“ gelesen. Nunja, eigentlich kann man es kaum noch als Lesen bezeichnen, denn dieses Buch war wochenlang einfach dabei, und immer mal wieder hab ich ein paar Seiten geschmöckert. Und wenn man mich kennt, hat man da schon die entscheidende Schwäche im Roman von John Katzenbach erkannt.

Taschenbuchausgabe

Und darum gehts:  Gewalt, Angst und Kriminalität bestimmen die nahe Zukunft der Vereinigten Staaten. Während tagsüber der arbeitende Teil der Gesellschaft über die Straßen wandelt, beherrscht nachts das Chaos, Gewalt, die Stadt. Eine Ausflucht, einen Hort der Sicherheit, soll der so genannte 51. Bundesstaat bieten. Dieser neue Bundesstaat der USA ist ein von reichen Investoren gebildetes und streng überwachtes Konstrukt, das den Bewohnern eins garantieren soll: Sicherheit. Ausgerechnet dort gastiert nun ein Serienmörder – und macht das, was es im 51. Staat eigentlich gar nicht geben darf: Töten. Die State Security zieht den Psychologieprofessor Jeffrey Clayton zu Rat, der sich auf das Profiling von Serienkillern spezialisiert hat – und in diesem Thriller hier Hauptfigur, Ermittler und gleichzeitig Opfer ist.

Gleichzeitig erhält Claytons Schwester geheime Rästelzuschriften, und schnell laufen ihre beiden Geschichten zusammen – um schließlich gemeinsam in ihrer eigenen Vergangenheit zu kramen.

So weit so gut, schafft es Katzenbach auch ganz ordentlich Spannung aufzubauen. Die Geschichte liest sich gut und einfach, es gibt wenige „Och nöö, nicht wieder sowas unrealistisches“-Momente. Das große Problem liegt in den über 600 Seiten: Langatmigkeit macht sich immer wieder breit. Es ist nicht so, als wären diese Seiten uninteressant – aber sie sind – gelinde gesagt – überflüssig. Zumindest am Ende hofft man dann auf den wirklich großen Knall, doch der bleibt auch aus. So bleibt ein unter allen Gesichtspunkten nur wenig zu empfehlender Thriller, der sich aber insgesamt noch als ordentliche Bettlektüre wacker schlägt.

PS: Lobenswert – und für hier berichtenswert – finde ich am Roman aber das Setting. Die Story um den 51. Bundesstaat, das Thema Sicherheit und seine Folgen, „Big Brother is watching you“ und die alles entscheidende Frage: „Was bin ich bereit aufzugeben für absolute Sicherheit?“ sind bemerkenswert. Hier merkt man, dass Katzenbach sich gute Gedanken gemacht hat, und auf der Höhe der Zeit ist. Seine Schilderungen sind unter diesem Aspekt dann auch teilweise richtig erschreckend und nachdenklich machend.

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