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Der Nürburgring und sein Ringwerk

Die berühmte Nordschleife in der Eifel rund um die Nürburg hat in den vergangenen Monaten und Wochen – und ja, sogar noch gestern – mehrheitlich für negative Schlagzeilen gesorgt. Der Nürburgring hoch verschuldet – auf Kosten der Staatsbürger. Eine geplatzte Fondfinanzierung, Fehlbeträge im dreistelligen Millionenbereich, Fehlinformationen, Abgeordnete mit Polizeispitzelaktionen und allerlei mehr an abenteuerlichen Meldungen, die über Twitter, Blogs und die üblichen Nachrichtenseiten über uns hereinfielen. Dennoch bleibt der Nürburgring für mich ganz persönlich der Inbegriff von Motorsport, und ist auch nach und mit diesen negativen Momentaufnahmen für mich ein Mythos, vor allem in Verbindung mit dem 24-h-Rennen. Mit den finanziellen Problemen, dem Abgeordneten Billen und Ringchef Walter Kafitz sollen sich aber andere beschäftigen (machen ja auch genug!), ich möchte heute  mal über die Erlebniswelt des Ringes sprechen, mal schauen, ob sich der ganze Aufwand gelohnt hat und welche Stärken und Schwächen es gibt. Ein Tag im Ringwerk.

Das Ringwerk ist die neue Erlebniswelt des Nürburgringes: Hier soll auf etwa 15.000qm der Mythos Nürburgring erlebbar sein. Zitat der Website: „Im ring°werk fühlt sich jeder wie ein Rennfahrer – egal, ob großes oder kleines Kind, Familie oder Gruppen.“

Das ist natürlich ein Anspruch den man bei 20 € Eintritt (!) durchaus erheben kann. Zum Vergleich: Andere Freizeitparks (mit wesentlich mehr Möglichkeiten, mehr Erlebnis und mehr Action) liegen auch im Bereich zwischen 15 und 30 €. Man merkt jedoch schnell, dass der Ring sich in dieser „Erlebniswelt“ auf die „Kleinen“ konzentriert hat. Das ist auch im Grunde genommen richtig so: Kindern wird hier vieles richtig gut erklärt, und Erwachsene können nochmal für einige Stunden Kinder werden. (Darüber hinaus lernt man als Erwachsener natürlich auch einiges dazu, das soll nicht verschwiegen werden.)

Die spielerische Komponente ist dann auch folgerichtig das wichtigste Element im Ringwerk: Ob überdimensionaler – iPhone ähnlicher – Touchbildschirm zum Carrerabahnfahren, Grandprix-Strecke im Formel-1-Wagen zocken oder Renntrucksimulation zum Selberfahren: das war alles ziemlich spassig😀

Außerdem gibts natürlich viele weitere interaktive Späße wie Zapfpistolenschiessen, Formel-1-Kommandostand besuchen oder eine Tour durch die Eifel mit dem „Nürbus“, eine etwas schnellere Kaffeefahrt, die zwar nicht unbedingt der Hit für Erwachsene ist, aber durchaus ihre Reize durch die wahre Bilderflut der Cave-Projektion entwickelt und mich doch sehr amüsiert hat. Auch die Ringakademie war witzig, insbesondere weil meine 16-jährige Schwester sich dort gegen uns und alle anderen Besucher durchsetzte😉 Und nun haben wir auch mal einen Formel1-Reifenwechsel durchgeführt…in 5 Sekunden aber noch etwas langsamer als die „richtigen“ Teams ,)

Highlight für mich war das – von BMW gesponsorte – 4d-Kino über das 24-h-Rennen. In 15 Minuten wird die kleine Geschichte eines Außenseiterteams beim Rennen 2007 erzählt, aufgefangen in wunderbaren Bildern. 4D hab ich zwar schon einige Male besser erlebt, aber der Film war für mich das Besondere: Gänsehaut! Ganz klar, ich muss nach 5 Jahren Abstinenz unbedingt nochmal zum großen 24-h-Rennen an der Nordschleife. Das ist wirklich gut gemacht, und macht Lust auf Motorsport, Lust auf die Faszination der Rennstrecke.

Natürlich kommen auch die Motorsportfahrzeuge im „ringwerk“ nicht zu kurz, jedoch hat man das in entsprechenden anderen Automuseen schon viel besser gesehen (beispielsweise BMW World München, Mercedes Welt Stuttgart):

Negatives Highlight: Das der „Ringracer“ und das Multimediatheater „Grüne Hölle“ aktuell ausfallen, war uns natürlich vorher schon bewusst. Damit sind aktuell nahezu DIE beiden Highlights des ringwerkes außer Gefecht. Dies weiß auch die Nürburgring-GmbH, und deshalb gibt es auf der Homepage folgendes zu lesen:

….zurzeit leider außer Betrieb. Wir bitten um Euer Verständnis!

Bis zum Start der Attraktion erhältst Du mit dem Kauf einer Eintrittskarte automatisch eine Freikarte für einen Wiederbesuch, die bis Ende 2010 gültig ist.

Als wir uns diese abholen wollten – der Ringracer reizt natürlich schon – wurde uns gesagt: „Entschuldigung, Sie haben das Winter-Action-Paket gebucht, da gibts leider keine Freikarten dazu.“ – „Entschuldigung, diese Tickets sind doch sogar noch teurer als die Normalen?!“ – „Ja, tut uns leid, da können wir leider nichts machen…“

Sehr enttäuschend – gerade in der momentanen Lage, in der die Negativ-Publicity ja kaum aufhört. Denn man überlegt es sich vermutlich zweimal, noch einmal 20 € auszugeben um Achterbahn zu fahren.

Insgesamt überwiegt aber ein wirklich positives Gesamtbild des Ringwerkes. Wir waren etwa 4-5 Stunden dort aktiv, und hatten wirklich viel Spaß. Auch aufgrund der Tatsache, dass die Erlebniswelt nahezu menschenleer war, und wir alles ohne Anstehen ausprobieren konnten, waren dies wirklich interessante, vergnügungsreiche und lohnenswerte Stunden. Aber: Wenn man bedenkt, dass vor Ort Marken wie Lexus, RWE, VW, BMW und co massiv (!) Werbung machen, und man sich manchmal wie auf einem IAA-Stand vorkommt, müsste meines Erachtens der Eintrittspreis erheblich gesenkt werden, damit hier in Zukunft auch wirklich eine Erlebniswelt für Jung und Alt insbesondere Familien entsteht. So bleibt in Bezug auf den Eintrittspreis gerade mit dem ausgefallenen Ringracer ein schlechter Beigeschmack.

Hochseilgarten

Wir nutzten den Rest des Tages noch aus mit Aktivitäten des Winter Action Programmes:

Im Klettergarten gings lustig zur Sache. Sieht locker aus, aber wenn man mal oben ist und über irgendwelche Seile spazieren soll, schaut die Sache völlig  anders aus. Hier musste ich mich wirklich extrem überwinden, – wenn man aber erstmal Fuss gefasst hat, hat es viel Spaß gemacht. Ich müsste das zugebenermaßen aber auch nicht jeden Tag machen…😉

Rodeln🙂

Zum Abschluss gings auf die aufgebaute „Rodelbahn“: Ein steiler Abhang, eine Menge Schnee (wohl eher Eis), eine Mischung aus Reifen und Plastik-Wok als Gefährt und eine viel zu kurze Auslaufzone.. tada: Das ist es, das Highlight des Winter-Programmes des Ringwerkes. War ganz witzig: Vor allem zu beobachten, wie die Anderen schön unten reingeknallt sind… Nicht unbedingt das Highlight, aber immerhin ein schöner Abschluss eines gelungenen Ausfluges zum Ring. Beim nächsten Mal komme ich dann aber zu einem Rennen wieder.

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