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Vom Big Bang zu Bambi mit Dominik Eulberg

Eine der interessantesten Schnittstellen der elektronischen Musik zu anderen kulturellen Themen wie Literatur, Pop, oder Kunst ist seit einigen Jahren das Mannheimer Jetztmusikfestival, welches im Vorporgramm der Timewarp dieser schon lange den Rang abgelaufen hat – zumindest was  die Qualität angeht. 2010 unter anderem mit einer Vertonung des Stummfilmklassikers „Das Cabinet des Dr. Caligari von A Critical Mass und gestern abend mit einer audiovisuellen Show von und mit Dominik Eulberg: Vom Big Bang zu Bambi.

Dominik Eulberg

Dominik Eulberg

Dass Dominik Eulberg neben seiner Liebe zur (elektronischen) Musik auch ein riesiges Faible für Natur und Tiere hat, ist hierzulande jedem Fan von elektronischer Musik bewußt. Allzu deutlich hat jedes Festival, jedes Interview, jeder Artikel über „Eule“ dies hervorgehoben. Nicht zuletzt auch wegen seiner Songnamen wie „Das Röhren der Rotwildbrunft“ oder „Die Rotbachunken vom Tegernsee“ und seinen Alben „Flora und Fauna“ (2004) und vor allem „Heimische Gefilde“ (2007), bei dem er zwischen den eigentlichen Tracks immer wieder Tiere beschreibt und aufgenommene Vogelstimmen zu hören sind.

Bei all dieser Liebe zur Biologie und Musik war es nur eine Frage der Zeit, bis er diese Leidenschaften auch visuell miteinander verknüpfte: „Vom Big Bang zu Bambi“ war geboren.

Mit dem Mannheimer Planetarium war für eine solche Veranstaltung der perfekte Raum gefunden: Mit den richtigen technischen Vorraussetzungen (unter anderem 18 Projektoren), einigermaßen bequeme Sesseln mit Blick nach oben und die  Aussischt auf die riesige Kuppel als Projektionsfläche.

Für das audiovisuelle Projekt hatte Eulberg sich noch Mitstreiter ins Boot geholt: Musikalisch unterstützt wurde er von Wolfgang Thums, visuell inszeniert wurde „Big Bang Bambi“ von Dominik Rinnhofer und Götz Gramlich. Die visuelle Inszenierung war in wochenlangem Arbeitsaufwand nur für die gestrige(n) Show(s) aufwändig für die Planetariumskuppel hergestellt worden.

Planetarium-Projektoren

Und so führte Eulberg mit seinen Wegbegleitern die Zuschauer auf ihren Sesseln auf eine Reise vom Urknall über die Sternengalaxien, von Walgesängen zu den facettenreichen Vogelarten, von der Harmonielehre bis zu Distanzen im Universum, von Mythen und Wahrheiten bis zum Finale, und der Erklärung, warum Disney daran Schuld ist, dass heute der Großteil aller Menschen ein Reh für einen weiblichen Hirsch hält: Bambi!

Es war eine Phantasiereise voller Information, immer wieder angenährt und fortgeführt durch Eulbergs druckvolle elektronischen Tracks und Samples. (Besonders toll beim Bass im Mutterleib und dem Singen der Nachtigall – diesen Track muss ich unbedingt haben! Ich hab mich ein paarmal beim Wippeln und Zucken erwischt 😉 )

So ergab sich nach etwa 75 Minuten ein ziemlich tolles Gesamtbild; lediglich einige Visuals waren mir viel zu „Mandala“-artig (bzw. zu oft in ihrer Verwendung!) und ich hätte persönlich auch noch mehr Informationen verarbeiten können. Andere sahen das ganz sicher anders, aber ich hätte innerhalb dieser doch eher kurzen Zeit sicher noch mehr Details vertragen können. Kleinere technische Probleme störten kaum, immerhin sah man eine Uraufführung (und die Künstler vorher auch beim Sekt-Trinken ,) ).

Fazit: Insgesamt eine phantastische Show, für solche Abende lasse ich auch gerne mal etwas mehr Geld. Vor allem die Kombination von beeindruckenden Riesenvisualisierungen und toller elektronischer Musik hat mich begeistert. Von meiner Seite daher ein großes Lob an alle beteiligten Künster, und nicht zuletzt auch an die Veranstalter. Bitte habt weiterhin den Mut solche Events zu organisieren!

PS: Ich habe ein kleines Video, doch die Qualität lässt zu wünschen übrig, Photos und Videos sollte es bald auf der Veranstaltungsseite der Timewarp geben. Einfach bei Interesse da mal reinklicken!

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  1. Martin
    März 26, 2010 um 8:02 pm

    wie gesagt, wäre gerne mitgefahren und hätte es mir reingezogen.
    Wenn nochmals sowas ist, bin ich gern dabei. Eulberg ist auf dem Gebiet der elektronischen Musik eh führend, sodass man ne gute Sache erwarten konnte.

  1. Juni 8, 2011 um 8:40 pm

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