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Wieviel darf Satire?

Das aktuelle Cover der Titanic, dem „endgültigen Satiremagazin„, nimmt – mal wieder – die Kirche aufs Korn, und spielt damit natürlich auf die Mißbrauchsskandale der letzten Wochen an. Nicht nur, dass hier Kirche verallgemeinert wird, verletzt „Titanic“ hier religöse Gefühle vieler Menschen. Satire darf das, möchte man sagen. Aber muss sie es auch?

Natürlich ist dieses Cover irgendwie lustig. Natürlich darf Satire übertreiben und bloßstellen. Meinungsfreiheit und co, ihr wisst schon.  Aber hat hier nicht etwa auch die „Titanic“ am Ziel vorbeigeschossen?

Ich hadere mit mir selbst: Auf der PRO-Seite verzeichne ich, dass solche Satire vielleicht ein guter Weg ist, um aufzudecken. Aufklärerisch wirken für eine (welt-)offene, ehrliche und selbstkritische Kirche (für beide großen christlichen Kirchen übrigens!). Auf der CONTRA-Seite steht meines Erachtens vor allem die absolute Überspitzung der Darstellung und das Wissen, dass dies viele Menschen verletzt (und erschüttert). Wer da mit Meinungsfreiheit argumentiert, vergisst, dass ein solcher Umgang mit einem Verlust von persönlichen Freiheit einhergeht.

So stellt sich für mich die Frage, wieviel Satire überhaupt darf. Natürlich kann man solche Zeichnungen veröffenlichen, jeder hat das Recht darauf. Aber man hat auch das Recht darauf zu verzichten – und dieser Verzicht wäre hier bei allem Sinn für Humor sehr viel gewinnender gewesen.

  1. m106
    April 9, 2010 um 5:53 pm

    @Sarah Wermke Wo sieht man denn, dass dort ein Mann einem Toten einen Blowjob gibt? Es ist deine Interpretation, er könnte genauso dort sauber machen :>

    Als es die Mohammed Karikaturen gab, schrien alle „Pressefreiheit, Pressefreitheit!“ und wieso wird jetzt hier auf einmal mit zweierlei Maßstab gemessen?

    Ich befinde mich auf der PRO-Seite.

    • hulza
      April 9, 2010 um 6:52 pm

      Wenn das kein Blowjob darstellen soll…^^ also ganz ehrlich, viel eindeutiger gehts kaum.

      Und was die Mohammed Karikaturen betrifft: Es wird gar nicht mit zweierlei Maß gemessen, im Gegenteil: bei den Mohammed-Bildern wurden noch viel vehementer diskutiert und gefordert sowas nicht mehr zu machen. Es ist bei beiden Pressefreiheit – aber ich finde beides eher unnötig provokant.

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