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Review: Melt! 2010, Part 2

It’s number 5, Baby! Nun, grundsätzlich waren es 13, aber für uns war es das 5. Melt!-Festival – 5 Jahre in Folge mit Sack und Pack 500km in den Osten um dort erst 2, und nun 4 Tage Musik zu hören, zu genießen und zu feiern. 5 Jahre Melt! – das ist auch Entwicklung und Fortschritt in fast jeder Beziehung. Wo man aber auch immer ansetzt: Melt! ist ein ganz starkes Festival und als großer Lichtblick in der Festivalkultur nicht wegzudenken. Mein Review zum 13. Melt!-Festival 2010 in Ferropolis, der zweite Teil.

Bagger im Sonnenaufgang, samstags.

Es ist Samstag morgen, es regnet in Ferropolis. Wir liegen in unseren Zelten und genießen diesen Schauer, denn die Hitze der Vortage machte schlafen nahezu unmöglich. Die Hitze ist schnell genug wieder zurück.  Bootfahren auf dem See, Grillen und die letzten Reste des Trockeneises machen den Tag sehr angenehm.

Irgendwann wieder zum Festival. Es ist schon später, auch wir merken: der 3. Tag ist oft der härteste. Doch die munteren Schweden von Miike Snow lassen uns mit ihrem eingehenden elektronischen Pop schnell wieder wachwerden. Tolle mitreißende Show, so gefällt mir ein Festivaleinstieg. Danach gehts weiter zu dem Mann mit dem beneidenswerten Namen: Matthias Tanzmann. Und da ist nomen=omen. Wunderbarer Techno, wie man ihn vom Leipziger gewöhnt ist. Das geht immer, und endlich sind wir auch mal länger an unserer eigentlichen Lieblingsbühne: die Big Wheel Stage. Direkt danach einer meiner Favoriten: Joris Voorn. Könnte ich stundenlang hören, da gibts nichts auszusetzen. Wir zogen aber noch während seines Sets weiter, um einen Blick auf die New Yorker Rasselbande von Hercules and Love Affair zu werfen. Das hat sich mindestens für „Blind“ gelohnt. Zwischenzeitlich musste man auch einfach mal stehen bleiben oder sich setzen, um die Location auf sich wirken zu lassen. Die Bagger waren wieder einmal perfekt in Szene gesetzt, zusätzliche Strahler und Laser sorgten für Gänsehautmomente. (Kein Wunder, dass whomadewho ihre offizielle Melt!-Hymne nach den Baggern benannt haben…). Großes Lob an die ganze Technik da vor Ort, das war weltklasse. Ein nettes Gimmick war auch die LED-Wand mit Tweets zum Hashtag #meltfestival.😉

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Aufgrund eines Slot Changes verpasse ich so leider den hochgelobten – und kritisierten – Auftritt von Videoausnahmekünstler Chris Cunningham. Immerhin gibts danach DJ Shadow zu sehen, der mit einem extrem funkigen Sample-Set und ausgefeilten Visuals zu meinen persönlichen positiven Überraschungen zählt. Highlight der Nacht dann trotz aller guten vorherigen Auftritte: Moderat (Bild rechts)! Modeselektor zum Zweiten, dazu an Gitarre, Mikrofon und technischen Hilfsgeräten: Apparat. Und schließlich obendrauf gute Gastsänger. Bass, Bass, Bass, Sonnenaufgang und gute Stimmung: Großartige Atmosphäre. Ein bisschen klingelt der Bass immer noch in meinen Ohren. (Leider kann das kein Video widerspiegeln😉 )

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Organisatorisch hat sich das Melt! seit 2006 bis heute erstaunlich gut weiterentwickelt. Im ersten Teil sprach ich schon die Busse an, man könnte etliches dazufügen: Informationspolitik (iPhone Application mit Pushservice, Running Order groß auf dem Festivalgelände, etc.), Geländeaufteilung (geht wohl kaum besser: ideal!), Technik (Sowohl Ton als auch visuel: 1A. Abzug gibts für Big Wheel: Da gabs 2009 den klareren, besseren Klang und die schönere Bühne!), oder Campingbereich (Mehr Klos, Dixies wurden regelmässig geleert) und vor allem der Bereich Umwelt und Sauberkeit. ENDLICH (!) gabs ein Müllpfand. Ich hatte 4 Jahre lang fast Tränen in den Augen beim Verlassen des Campingplatzes in diesem Naturschutzbereich(!) und habe mich für Mit-Besucher geschämt. Das war dieses Jahr um Längen besser, auch wenn dafür langes Anstehen beim Müll der Preis war. Doch das kann man gar nicht genug herausheben: Bitte weiter so mit „Melt! goes green!“. Dazu wären übrigens auch mehr Mülleimer von entscheidender Bedeutung! Und wenn dann noch Duschen und Klo im Preis inbegriffen sind, kann wohl kaum einer noch meckern. (Und die ewig Meckernden darf man sowieso nicht ernst nehmen: Die würden auch bei einem perfekten Festival – welches es nie geben wird – etwas zum Aussetzen haben. Traurig!)

Müllberge ohne Ende. Dafür endlich sauberer...

So sähe es nämlich ohne Müllpfand -fast- überall aus...

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Der chilligste Teil des langen, intensiven Melt!-Wochenendes hat man irgendwann sonntags nachmittags erreicht. Vor allem, wenn die Sonne bei wolkenlosem Himmel erbarmungslos brennt. Man weiß, der Großteil liegt hinter einem, es wartet nur noch der relativ entspannte Sonntag. Und das ist einerseits gut so, andererseits ist (incl. Sleeplessfloor) auch Sonntags wieder rund um die Uhr Musik angesagt, und mit dem einen oder anderen Highlight garniert. Eines davon verpasse ich leider aufgrund der – in meinen Augen unmöglichen – frühen Startzeit: Kings of Covenience. Schade! (Dazu empfehle ich die Highlightsvideos von 3min., inbesondere dazu das von Sonntag.) Aber Get Well Soon sorgte dann auch bei uns für einen schönen Sonntagseinstand. Noch besser allerdings: Broken Bells. Ich liebe diese Band einfach, ihre tolle Musik war zu diesem frühen Zeitpunkt das i-Tüpfelchen auf das Wetter und unsere Stimmung.

Broken Bells, sonntags, Main Stage

Anschließend hatten wir eine Menge Spaß bei Riton, bevor uns Alison Goldfrapp in ihren Bann zog. Unglaublich, was die mit ihren 44 Jahren noch eine Show abzieht. Das Großartige am Sonntag ist vor allem, dass alles weniger stressig ist: Viele Besucher sind schon abgereist, das Gelände ist dadurch freier, weiträumiger und – ja, auch – chilliger. So war es wunderbar am Sonntag Abend die Musik der Hauptbühne, die Abendsonne und das Melt!-Feeling zu genießen. Das sind die Augenblicke, die mich so reizen auf Festivals zu fahren.

Das Highlight am Sonntag dann wohl Massive Attack. Vor 2 Jahren war ich von ihnen mal eher enttäuscht gewesen, diese Erinnerung war aber schnell vergessen: Wummernder Bass, herrliche Klänge, dazu eine sehr fordernde, politische LED-Show mit viel nachdenkenswertem Text, und obendrauf natürlich noch ein paar Klassiker wie „Teardrop“, oder „Unfinished Sympathy“, alles mit tollen GastsängerInnen. Wunderbar, ein würdiger Festival-Headliner.

Leider, leider verblieb es uns verwährt beim offiziellen Melt!-Schlusspunkt whomadewho zu lauschen. Warum auch immer – aber diese spielten im Intro!-Zelt. Reinkommen nicht mehr möglich (Gut, dass man sich das komplette Set nun hier anhören kann.). Da herscht sicherlich Verbesserungsbedarf, insbesondere wenn alle anderen Bühnen dicht sind.

Fazit:

Mal wieder ein unbeschreiblich tolles Melt!-Festival. Es gibt immer wieder etwas zu kritisieren, aber muss man wirklich jede Kleinigkeit bemängeln? Muss man nicht, man kann und sollte sich an großartigen, wunderbaren Acts und perfekter Atmossphäre erfreuen. Dazu gabs Wetter wie aus dem Bilderbuch, überall freundliche Menschen und eine insgesamt positiv überraschende Organisation. Ich bedanke mich für 5 unglaublich tolle Jahre Melt! in Ferropolis! Ein Wiedersehen wird es zumindest 2011 nicht geben, auch ich möchte mal meinen Horizont erweitern😉

Hier gehts zum ersten Teil des Reviews: Melt! 2010.

Danke Melt!

  1. kohlesack
    Juli 22, 2010 um 10:05 pm

    Hey wo gehts den hin 2011 ? Wenns nicht Melt 2011 sein wird?😀

    • hulza
      Juli 22, 2010 um 10:10 pm

      Da gibts aktuell noch verschiedene Alternativen, wird mal alles ausgelotet. Unter anderem dabei das Bestival, das Garden Festival, Glastonbury, nochmal Sonar oder auch sowas wie das Sziget. Und schließlich möchte ich saugerne mal zum nachtdigital.

  2. kohlesack
    Juli 22, 2010 um 10:32 pm

    achja sehr gutes Review! gefällt mir dafür gibt einen „Daumen_hoch“😉

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