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Berlin, die Kulturmetropole

Ein ausländischer Musiker kommt nach Deutschland. Wo wird er mindestens spielen? In Berlin. Eine skandinavische Band ist auf Europatournee. Wo hat sie ihren einzigen Deutschland-Auftritt? In Berlin. Gute Techno-Clubs sind rar. Wo gibts gleich ein Dutzend davon? In Berlin. Wo findet man als Politik- und Geschichtsinteressierter Mensch Museen und Ausstellungen zuhauf? In Berlin. Wo werden tolle Musicals wie die Blue Man Group aufgeführt? In Berlin. Wo gibt es eine eigene Insel für tolle Museen, welche UNESCO-Weltkulturerbe sind? In Berlin. Die Liste  hier könnte man lange weiterführen. Theater, Museen, Opern, Musicals, Konzerte, Ausstellungen, Premieren, Festivals, Clubs, Galerien: Berlin hat wirklich alles im kulturellen Sinne. Kein Weg geht an Berlin als Kulturmetropole vorbei.

Geht es Euch nicht manchmal genauso? Ihr würdet gerne eine Band live sehen, und diese ist – mal wieder – in Detschland nur in Berlin zu begutachten. Mir passiert es ständig: Ich erfahre von irgendetwas Großartigem – sei es Museum, Ausstellung, Clubnacht oder Konzert – und lasse kurz später den Kopf hängen, weil es nur in Berlin stattfindet. Bevor man das falsch versteht: Das ist ja auch in erster Linie großartig, dass es alle diese Kultur-Programme/ Konzerte überhaupt gibt! Nur als Student ist es oftmals schade, wenn sie als Mainzer unerreichbar weit weg erscheinen. Mal eben schnell für einen Abend nach Berlin ist den Social-Media-und SEO-Gurus vorbehalten, die dafür auch noch bezahlt werden.

Auch Mainz ist wundervoll, in einer völlig eigenen Art viel schöner, lebendiger und vor allem hundertmal charmanter als Berlin. Ich lebe gern in dieser Stadt, ich liebe diese Stadt. Aber kulturell gesehen kommt wohl in Deutschland niemand an Berlin vorbei (Vermutlich müsste man das eher auf Europa ausweiten – Die Bandbreite an kulturellen Möglichkeiten erscheinen mir nur wenige Metropolen zu toppen, evtl. London oder Paris). Das ist einerseits als Hauptstadt und der mit Abstand größten deutschen Stadt nur allzu richtig, auf der anderen Seiten schade für andere Regionen. So können kleine Städte wie Mainz ja allein schon aus finanziellen und fördertechnischen Gründen mit diesem Angebot nicht mal ansatzweise konkurrieren. Und in Berlin kommt es zu einem Overkill an kulturellen Möglichkeiten.

Ich war in der vergangenen Woche ein paar Tage in Berlin und Umgebung (Umgebung heißt: Hotel in Potsdam) und konnte mir mal wieder persönlich das große Angebot anschauen. Anhand der puren Masse an Informationen bräuchte man aber vermutlich 2 Wochen, um annähernd auch nur die wichtigsten und größten Museen und Ausstellungen zu besuchen. Und dann bräuchte man noch einmal 2 Wochen um angesagte Clubs, Konzerte oder Lesungen mitzunehmen. Ganz abgesehen von nahezu wöchentlichen Messen oder bedeutenden Konferenzen. Kurz und gut: Ich beneide Berlin und seine Einwohner um die vielfältigen Möglichkeiten. Aber: Schöner ist es trotzdem hier.😉

Was habe ich mitgenommen aus diesen Stunden Berlin? Vor allem jede Menge Geschichtliches und Politisches. Liegt aber vor wohl im persönlichen Interessenfeld. Man könnte genauso gut 4 Tage durchfeiern (was sich ja auch wirklich aktuell zu einem interessanten Trend entwickelt).

Empfehlen möchte ich vor allem 2 Ausstellungen:

Zum Einen das noch recht frische Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors.“ Hier wird anhand von vielen Photos, Graphiken und Texten die Gewalt von SS, Gestapo und Polizei zwischen ’33 und ’45 im Allgemeinen verdeutlicht. Außerdem geht diese Ausstellung etwas gezielter auf verschiedene Opfergruppen der NS-Zeit ein. Wer sich mit diesem Thema insgesamt noch nicht viel beschäftigt hat, dürfte hier auf vieles Interessante stoßen, für Geschichtsbegeisterte sollte es sowieso mal Pflicht sein – auch um sein Wissen etwas aufzubessern.

Zum Anderen das wohl viel bekanntere Holocaust-Denkmal in der Nähe des Brandenburger Tores. Das berühmte Stelenfeld ist heiß diskutiert worden: Ich finde es gut! Aber empfehlen möchte ich vor allem das Informationszentrum UNTER dem Denkmal. Dort findet sich eine sehr intensive, teilweise arg berührende, persönliche Dokumentation des Holocausts. Vor allem ausgearbeitet an einigen wenigen Familien führt ein didaktisch gut gemachter Audioguide durch die 5 Räume. Bewegend. Still und unscheinbar – und doch für mich das prägende Berlinerlebnis dieses Mal.

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Werde wiederkommen. Hab in den Tagen noch zu wenige Museen aufgesucht (Das Filmuseum Berlin ist übrigens nicht so prägend, kann man gut weglassen) und nicht einen Club aufgesucht. Hah, da staunt ihr! Wird dann im Januar nachgeholt…

Edit: Eigentlich müsste ich doch nach Berlin ziehen, weil quasi ständig IRGENDETWAS ist, was mich reizt. Heute wäre es zum Beispiel das Berlin Festival mit seinem ziemlich perfekten Lineup gewesen. Oder Anfang November die BerlinMusicDays mit einzigartigem Charakter. Oder oder oder. Naja, vielleicht auch ganz gut so: Mit dem Blick aufs Studentenkonto😉

  1. Marcel.
    September 10, 2010 um 3:53 pm

    Kann deinen Artikeln zu 100 & nachvollziehen. Außer, dass ich es hier nicht schöner finde und lieber in Berlin wohnen würde😉

  2. hulza
    September 11, 2010 um 11:30 am

    Das ist natürlich Geschmackssache😉
    Ich mag es einfach in einer kleinere, ruhigen Stadt zu wohnen, aus der ich in wenigen Minuten auf dem Land bin. Dieser ganze Stress in Großstädten ist nicht mein persönliches Ding.
    Andererseits hat dies auch seine Vorteile, und gerade aus Berlin ist man ja auch wirklich zügig an Wannsee oder in Potsdam mit seinen vielen Seen und Parks.

    BTW: Das BerlinFestival, wo ich so gerne hingefahren wäre, musste gestern abgebrochen werden, und heute schließt es um 23 Uhr, so dass einige Acts gecancelt werden mussten. Zuviele Besucher, Sicherheitskonzept, blabla. Vielleicht ganz gut, dass ich nicht hingefahren bin.

  3. Tyler
    August 20, 2011 um 11:36 pm

    Ja Berlins größter Hundeklo, den muß man unbedingt gesehen haben. Oder eben nicht, ich war in 10 Jahren nicht einmal dort, und habe nicht das Gefühl was verpasst zu haben.

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