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Awake Festival – Summer Break 2010

Unglaublich, aber wahr: Mainz hat sein eigenes elektronisches Openair-Festival. Jahrelang haben viele hier darauf gewartet, im Jahr 2010 wurde man dann erst schon von den großartigen bouq.garden verwöhnt, und zum Abschluss der Openair-Saison gabs also den Startschuss für das direkt überregional angelegte Awake-Festival. Konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, daher hier einige Gedanken und Impressionen von mir (Trailer).

Elektronische Openair-Events gibts ja doch einige: Gerade in und um Frankfurt gibts mit dem weltbekannten Love Family Park, Green and Blue, Merkwürdiges Verhalten etc. einige gute Gründe, den Sonntag durchzutanzen. In Mainz sah das anders aus: Von hier aus musste man zumindest den Weg nach Frankfurt antreten. Das sah die Awake-Agentur wohl ganz ähnlich, und zauberte das Awake-Festival aus dem Eventhut. Und dieses sollte gleich in der Oberklasse ankommen: Bei einem Eintrittsgeld von über 30 € (38 € AK) und bekannten Acts wie Paul Kalkbrenner, Anthony Rother, Henrik Schwarz oder Oliver Koletzki (komplette Lineup hier) muss sich das Awake auch jeden Vergleich mit den großen Konkurrenten gefallen lassen.

Den Termin Ende September darf man wohl getrost als gewagt bezeichnen. Sowohl stimmungs- als finanztechnisch ein Risiko, welches für Besucher als auch Veranstalter glücklicherweise wortwörtlich nicht ins Wasser fiel: Den ganze Sonntag perfektes Openair-Wetter, Sonne und nahezu sommerliches Wetter (unglaublich aber wahr: ich habe etwas Sonnenbrand). So waren auch die ersten Stunden geprägt von chilligem Sonnen, und dem ruhigen Sommer-Sound von Acts wie Oliver Koletzki feat. Fran, Robag Wruhme oder Guillaume & the Coutu Dumonts. Das ganze in der wunderschönen Maaraue, welche sicher – gerade bei diesem Wetter – mit der Naturidylle und dem Blick auf die Mainzer Altstadt über den Rhein einen perfekten Rahmen für solche Events bietet.

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Soundtechnisch waren die ersten Stunden gefüllt mit House, viel Gesang (natürlich gerade mit Fran, die aber besser nur ihre eigenen Stücke singen sollte. Die Stimmen von Mietze oder Axel Bosse sind doch zu charakteristisch. Dies aber nur am Rande!) und ganz viel Soul ( vor allem Wruhme baute viele Samples ein, u.a. Michael Jackson). Kritik zu dieser Zeit: Sound etwas zu leise, zu wenig druckvoll! Das wurde aber später behoben.

Organisatorisch gibts nur ganz wenig zu meckern: Das lief besonders für eine Eventpremiere erstaunlich gut. Ob Einlass, Toiletten, Getränke oder Essen: Man musste zwar anstehen, dafür war alles gut geregelt. Toiletten waren sauber, Essen war lecker, und Bier war schnell und kalt. Dazu ordentlicher Sound, der nur in den frühen Mittagsstunden gerne druckvoller hätte sein können. Alles so wie es sein sollte – aber leider viel zu selten ist. Vielleicht war man über die Menge an Besuchern bei diesem Traumwetter etwas überrascht, so wären zusätzliche Essensstände und Toiletten sicher von Nutzen gewesen, aber haken wir dies mal unter Startschwierigkeiten ab. Insgesamt gesehen gibts für die komplette Organisation eine glatte 1.

Musikalisch wars mir persönlich etwas zu dünn. Ich war aber sowieso entsetzlich müde, so war das „auf-der-Decke-liegen bei elektronischer Musik und viel Sonne“ gerade richtig. Âme auf dem 2. Floor (im Zelt!) spielten dann ziemlich genau meinen Sound, überhaupt war der kleinere Second-Floor eigentlich der Bessere. Zu Gunsten der Sonne und der Gemütlichkeit bliebs aber häufig bei der Mainstage. (Also eigentlich alles wie beim Love Family Park ^^)

Electrolegende Anthony Rother war schließlich der Erste, der die Mainstage richtig auf Touren brachte. („Ey Leuddde, ihr macht mich ja jetzt schon richtig glücklich„. Offenbach halt.)

Im Vergleich z.B. zum Love Family Park fallen mir sofort zwei Dinge ein. Zum einen die fehlende Deko. Das ist nicht unbedingt ein Muss, aber ist doch immer wieder ein Hingucker. Events werden mit Deko im wahrsten Sinne des Wortes bunter, kreativer und gemütlicher. Das Awake-Festival hat da aber immerhin den Vorteil der wunderschönen Location, die sicher nahezu alle anderen OpenAirs topp. Zum Anderen die Musik. Während man bei Sven Väth, Richie Hawtin und co nahezu immer einen aktuellen Überblick auf Releases und Hits bekommt, spielten die Awake-Liveacts vor allem – natürlich – ihre eigenen Sachen. Das ist natürlich schön und gut, aber gerade bei Rother, Lexy oder auch Kalkbrenner war da doch dieses extrem abgenutzte Gefühl im Bauch (gerade Kalkbrenner: Alles schön und gut, alles tolle Tracks, aber derbe abgenutzt, ohne Mixing, ohne Herzblut.). Da hätte ich mir (auf der Mainstage) doch gerne mal einen starken DJ aus den Reihen des 2. Floors gewünscht (wie zB Ewan Pearson oder Henrik Schwarz), der dort mal richtig zum Tanzen einlädt.

Insgesamt gesehen muss ich aber konstatieren, dass es ein wundervoller Sonntag war. 10 Stunden elektronische Musik bei Traumwetter: Wie ein Urlaubstag in der Mainzer Maaraue. Erstes Awake gelungen, bitte mehr davon. Mein Wunsch für weitere Awake: Gerne etwas früher im Jahr, und mit weniger „großen“ Namen und dafür günstiger. Oft ist weniger mehr! Dann könnte sich das Awake als tolle Alternative im Rhein-Main-Gebiet durchsetzen. (Ohne Kalkbrenner hätte man immer noch ein tolles Event gehabt, und dafür Bier, Eintritt, Bratwurst und Pizza für die Hälfte. Aber ja, richtig, vermutlich auch nur die Hälfte der Besucher. Das ist der Fluch der Veranstalter, der Fluch des Hypes.)

Edit: Hier gibts noch 2 recht gute Videos zu den letzten 20 Minuten bei „Paule“ am späten Abend: Teil 1 und Teil 2. Viel Spaß!

Edit 2: Es gibt leider – wie eben in der Presse erfahren – ein Todesopfer. Mutmaßliche Ursache: Drogenkonsum. Das ist sehr traurig, und mindestens genauso dämlich, weil es oft auf die Veranstalter zurück fällt. Hoffentlich hat dies – und die Beschwerden von ewiggestrigen Miesepetern –  keine Auswirkungen auf ein erneutes Festival in der Maaraue.

  1. Daniel
    September 20, 2010 um 5:31 pm

    War eine wirklich gute Veranstaltung und ein super Bericht, kann ich fast in allen Punkten so unterschreiben. Schön!🙂

  2. September 20, 2010 um 5:33 pm

    Es steht doch gar nicht fest, ob es an den Drogen lag:

    „Klarheit über die Todesursache soll die Obduktion am Dienstagvormittag bringen, … Fest steht bislang, dass ein Drogenscreening am Sonntagabend bei der Frankfurterin zu einem positiven Ergebnis geführt hatte.“

    Aber schön, dass du diese Darstellung einfach mal übernimmst, somit hilfst so etwas weiter zu verbreiten und diese Ansicht für Außenstehenden weiter förderst.

    Ansonsten ein recht schöner Artikel #likeIt

    • hulza
      September 20, 2010 um 6:04 pm

      @CoiVip Da hast Du Recht. Danke für den Hinweis! Habe es geändert in „Mutmaßliche Ursache“.
      Und wenn wir ehrlich sind, deutet jedoch alles darauf hin! Trotzdem sollte ich das nicht einfach so übernehmen, right! Werde das weiterverfolgen.

      Ansonsten: Danke😉

  3. Marcel.
    September 21, 2010 um 10:00 pm

    Fands auch prima. Vorallem in der Nachmittagssonne. Und Awake 2011 wurde ja bereits pe Videowall angekündigt😉

  1. September 19, 2011 um 10:45 am

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