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Platten des Monats: September

Immer am Ende des Monats: Die kleine Kolumne zu den besten Platten des Monats. Aus allen Bereichen der musikalischen Vielfalt. Nur meine Lieblingsalben aus vielen Angehörten. Natürlich äußerst subjektiv. Immer. Und gnadenlos naiv, weil es natürlich noch viel mehr gute Musik gibt, die ich gar nicht wahrnehme. Völlig wurscht: Hier sind sie, meine Platten des Monats September. Und noch ein bisschen mehr Musik.

Chilly Gonzales - Ivory Tower

Chilly Gonzales ist einer dieser umtriebigen Musiker, denen einfach alles gelingen will. Rappen, Produzieren, Singen, Klavier spielen. Und tausend Dinge mehr. Weltrekordkonzert (27 Stunden live). Duett mit Helge Schneider! Und nun ein neues Album mit dem Blick aus dem Elfenbeinturm, welches er von Boys Noize produzieren lässt. Boys Noize? Genau, eben jener (Kid) Alex Ridha, der mehr für stumpfen Rave und Krawallplatten wie ‚Power‘ bekannt ist. Das Ganze ist übrigens auch der Soundtrack zum Film „I am Europe„, welcher bald in die Kinos kommt.

Was gibts?

Klavier ohne Ende, fröhliche Samples, beatlastige Jazzmomente, Songwriting, Dramaturgie, Ambient, Bassdrums, Rap, Gesangseinlagen,  Glückseligkeit. Dieses Album ist so vielseitig, unglaublich. Am besten selbst hören. Mein Album des Monats!

Anspieltipps:

Der Masse bekannt ist „Never Stop“ – durch die „magische iPad“-Werbung. Mein Lieblingssong aber (bisher) ist „The Grudge“. Ungewöhnlich, aber großartig. Toll übrigens auch der Dirty Doering-Remix von „I am Europe.“

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Hundreds - Hundreds

Via Vinyl Galore habe ich Hundreds entdeckt. Ein Hamburger Geschwisterpaar, welches mit unglaublich sphärischem Pop-Songwriting auf sich aufmerksam macht. Mit „Hundreds“ gabs dieses Jahr ihr Debütalbum. Und das ist so gut, dass ich sie innerhalb weniger Tage ins Herz geschlossen habe. Es ist diese unwirkliche Ruhe, die in ihren Songs liegt, die einen nicht mehr loslässt. „Musik für den Stillstand“, wie Vinyl Galore so schön beschreibt.

Was gibts?

Total minimalistische Musik. Klangwelten am Synthesizer. Irgendwie surreale Musik, die einen sehr in den Bann zieht. Eine wundervolle Stimme, die die Songs gefühlvoll unterlegt. Wunderschön.

Anspieltipps:

„I love the harbour“ und „Lets write the streets“ (hier in der Live-Version).

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Chromeo - business casual

Chromeo - business casual

Ich hatte Chromeo zwar schon länger auf dem Radar, aber irgendwie landeten sie immer ein bisschen in der Frenchhouse-Ecke, vermutlich aufgrund von Spielzeiten auf dem Melt! ,) Tatsache aber ist: Die beiden Jungs aus Montreal und New York haben ein hevorrragendes, sehr funkiges neues Album herausgebracht: „Business Casual“.

Was gibts?

Ein wunderbares Abzappelalbum. Viel elektronisches natürlich, dafür aber auch viel Funk und Soul. Ganz anders, als ich eine Chromeo-Platte erwartet hätte. Ich mags, und kann nicht mal genau sagen warum.

Anspieltipp:

Da empfehle ich doch mal eine recht neue, großartige Live-Version von „Night by night“ bei David Letterman.

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Darüber hinaus gibts noch einige Alben, aus denen mir Einzelstücke sehr gut gefallen, die aber den Platz bei den Besten nicht ganz verdient haben. Dazu gehört zum Beispiel Underworlds „Barking“, welches tanzbar ist und viel gute Laune verstrahlt, aber insgesamt nicht an den tiefergehenden Vorgänger „Oblivion with Bells“ mit dem genialen „beautiful burnout“heranreicht. Genauso wenig warm geworden bin ich bisher mit Superpitchers „Kilimanjaro“, mehr schon mit Johannes Heils „Loving“. Vielleicht kommt das alles noch.

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Die nächste Band am Indie-Himmel? Vielleicht ja eine deutsche Band aus Viersen. Die Vorschusslorbeeren für Beat!Beat!Beat sind hoch. Klingt auf jeden Fall recht frech, hiermit die Empfehlung für alle Indiehörer auf der Suche nach Neuem (Debütalbum erscheint Ende Oktober.): Beat! Beat! Beat! – we are waves (Video vimeo).

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Unbedingt empfehlen möchte ich aber die Remixe von Trentemøllers tollem Song „Even Though You’re With Another Girl“. Kollektiv Turmstrasse und Pantha du Prince in Bestform. In Kombination mit Trentemøller ein Traum. (Leider nicht online zum Anhören gefunden.)

Wenn wir schon bei Remix-Empfehlungen sind, sollte man auch die aktuell veröffentlichen Four Tet-Remixe erwähnen. Vor allem der Caribou-Remix von „angel echoes“ ist grandios.

Außerdem ist der neue Track von Moderat der absolute Kracher, hier live auf der Berliner Volksbühne. „can’t stop listening“ triffts ganz gut.

Am Schluss bleibt noch eins: die Prämierung des besten Album-Covers 2010. Jaja, ich weiß, dass noch einige Monate kommen werden, dieses Cover hier wird aber sicher nicht mehr übertroffen.

Weezer mit ihrem Album "Hurley"

  1. September 30, 2010 um 5:02 pm

    Sehr schönes Zeug, danke dir🙂

  2. September 30, 2010 um 5:14 pm

    Gonzales hat mich noch nicht so überzeugt, da fand ich das letzte Album besser. Aber ich hab es auch noch nicht oft gehört. Dafür fiel mir beim Anblick der Chromeo-Platte ein, welchen Film ich gerne mal wieder sehen würde:

  3. hulza
    Oktober 1, 2010 um 10:42 am

    Da ich den noch nicht kenne: wie wärs mal wieder mit nem langen DVD-Abend mit Diskussion?😉 Film-to-do-liste wird immer länger.

    @stylewalker: Bittebitte.😉

  4. Flo
    Oktober 1, 2010 um 11:45 am

    Bei Weezer muss ich protestieren! Ich glaube zwar auch, dass die Vergabe des Titels nicht unbedingt verfrüht ist und wohl kaum noch ein hochkarätiges Coveralbum 2010 kommt, aber Scratch my back halte ich für deutlich epochaler als Hurley.

    • hulza
      Oktober 1, 2010 um 11:49 am

      Da muss ich eingestehen, dass ich Peter Gabriels Werk bisher gar nicht wahrgenommen habe, und das Cover mir auch sonst nicht sooo sehr zusagt. Kratzen die Blutkörperchen sich gegenseitig den Rücken?😉
      Bei „Hurley“ bin ich vermutlich einfach zu sehr lost-addicted. :>

  5. Flo
    Oktober 18, 2010 um 1:50 pm

    mir kam gerade nochmal eine Diskussion um eben diese Kommentare in den Sinn und… kann es sein, dass wir beide geradewegs aneinander vorbei geredet haben? Also ich hatte auf jeden Fall einen Denk- bzw hier’Lese-‚ fehler drin. Ich kannte das Weezer-album nicht, hatte nur mal auf die setlist geschaut und das kam mir schon seltsam vor… denn ich wolle nicht das beste Albumcover 2010 kommentieren, sondern das beste Cover-album!🙂
    Nichtsdestotrotz finde ich das Cover von Scratch my back schöner als die Totale von Jorge Garcia.. aber da trennen sich wohl wirklich unsere grundsätzlichen Vorstellungen von coverart.

  1. Oktober 1, 2010 um 8:59 am

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