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Platten des Monats: Oktober

Immer am Ende des Monats, diesmal leicht verspätet. Die kleine Kolumne zu den besten Platten des Monats. Aus allen Bereichen der musikalischen Vielfalt. Nur meine Lieblingsalben aus vielen Angehörten. Natürlich äußerst subjektiv. Und gnadenlos naiv, weil es natürlich noch viel mehr gute Musik gibt, die ich gar nicht wahrnehme. Völlig wurscht: Hier sind sie, meine Platten des Monats Oktober. Und noch ein bisschen mehr Musik.

Es muss ja eigentlich gar nicht immer die neueste Platte sein. In der schnelllebigen Musikwelt, in der morgen schon alles veraltet ist, sind es ja auch so manche Klassiker, die einen an trüben Herbsttagen immer wieder packen können. Daher zu Beginn eine Empfehlung sich auch mal wieder – immer öfter – in den Klassikern austoben, wie ich es diesen Monat viel gemacht habe. Ob Radioheads „OK Computer“, Portisheads „Dummy“ oder Johnny Cashs „American Recordings“. Platten für die Ewigkeit.

Nun aber wirklich zu den Oktoberveröffentlichungen.

 

Ou est le swimming pool -The golden year

The golden year„, das Debütalbum von Ou est le swimming pool ist nicht unbedingt ein klassisches „Album des Monats“. Die Musik ist nicht konsequent gut, auch nicht besonders spannend, aber das komplette Album hat dieses spezielle Etwas, was vielleicht in den letzten Jahren am ehesten MGMT mit ihrem ersten Album geschafft haben. Das wirklich kuriose an diesem Album ist aber die Tatsache, dass sich Sänger Charles Haddon am 20.August 2010 das Leben nahm. Knapp 2 Monate vor der Albumveröffentlichung. Aus einem bis heute ungeklärten Grund. Die restlichen Bandmitglieder wollten das Album aber trotzdem oder gerade für ihn rausbringen. Und das ist gut so. Trotzdem macht es das schwer, dieses Debüt-Album von Ou est le swimming pool überhaupt einzuordnen, vor allem auch da es wohl das letzte war. So kann man diese Erwähnung hier auch ein bisschen als Widmung sehen, an eine tolle, erfrischene junge Band, die zumindest mit „Dance the way i feel“ für immer in meinem Ohr bleiben wird.

Was gibts?

Einige potentielle Hits, jede Menge erfrischenden Pop, vermischt mit Achtziger-Synthie-Sound.

Anspieltipp:

Natürlich die Single, die schon im Frühling und Sommer begeisterte:

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Darkstar - North

Wenn es ein Label gab, welches in den letzten Jahren einen großen Konsens im Bereich der elektronischen (Dubstep-)Szene hatte, dann sicherlich „Hyperdub“ aus London. Veröffentlichungen von solchen klangvollen Namen wie Burial oder Kode9 haben aber auch einen musikalischen Stil festgehalten, der nahezu einzigartig ist, und seitdem immer wieder versucht wird zu kopieren. Mit „North“ veröffentlichen Darkstar ihr Debütalbum und können, auch wenn das Album lange nicht so herrlich düster ist wie zB Burials Arbeiten – sich dem großartigen Werk von Hyperdub anschließen.

Was gibts?

Melancholie. (Post-)Dubstep. Irgendwie dann doch wieder Pop. Leicht, und dann wieder schwer. Und durch den Gesang dann doch wieder ganz anders als Burial und co.

Anspieltipps:

Two chords“ oder „Gold„.

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Simian mobile Disco - is fixed

Compilation I: Simian Mobile Disco werden die meisten als enthusiastisch feiernde Live-Monster kennen. Ein Rave, wie er mir persönlich nur bedingt gefällt. Das habe ich meistens als zuviel Rave, und zu wenig Musik in Erinnerung. Immerhin schweißgebadet. Umso überraschender, dass sie diesen Monat ein Mixtape veröffentlicht haben, auf dem nur ein eigener Songs, und vielmehr großartige andere Tracks drauf sind:  ein äußerst gelungenes Tape aus diversen elektronischen Stücken von den Siebzigern bis heute.

Was gibts?

Eine rundum faszinierende Reise durch die elektronische Welt. Von Elektroniklegende Conrad Schnitzler über aktuelle Stars wie Pantha du Prince bis hin zu erfrischenden Newcomern wie dem Polen Jurek Przezdziecki. Starke Trackauswahl, Tanzbar von vorne bis hinten, macht ständig Lust auf einen Clubbesuch.

Anspieltipp:

Qwerta Poema“ von Przezdziecki, „Behind the stars“ von Pantha du prince, oder einfach chillen beim schon in den Siebzigern releasten „Ballet statique„.

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20 Jahre City Slang

Compilation II: Jeder Musikfreund wird dieses deutsche Independent-Label kennen: City Slang feiert in diesem Monat sein 20-jähriges Bestehen, und in dieser Dekade veröffentlichen Bands wie The Notwist, Lambchop, Arcade Fire, Broken social Scene, oder auch neuerdings Caribou auf diesem kleinen Label. Eine deutsche Bilderbuchgeschichte. Sowieso schon schön, umso toller wird es, dass es eine Compilation zum Festtag gibt, mit insgesamt 16 Songs. Und nun das Allerbeste: Die Compilation gibts (auch danke der tatkräftigen Unterstützung von tonspion) kostenlos zum Download. Prima Sache!

Was gibts?

Eine über weite Strecken richtig tolle Songauswahl mit den aktuellen Vertretern des Labels: Von Get Well Soon bis Caribou, von Junip bis Broken Social Scene. Indie-Rock-Pop 2010. Meine Gratulation, und viel Erfolg für die nächsten 20 Jahre. Hoffentlich weiter mit toviel guter Musik. Dankeschön!

Anspieltipp:

Der kostenlose Download sollte Anreiz genug sein, mal in die komplette Compilation reinzuhören😉

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Belle and Sebastian - write about love

Belle and Sebastian mit ihrem neuen Album „Write about Love“. Seit 2006 haben sie sich etwas Zeit gelassen, und dabei wiedermal den richtigen Ton getroffen. Mühelos scheinbar gelingt ihnen wieder eine zeitlose Pop-Platte. Kritiker mögen ihnen Seichtigkeit und Langweilie vorwerfen, aber ihre Songs haben doch immer dieses Beruhigende, dieses „Ich leg mich nun einfach in die Sonne und höre nur noch diese Songs.“

Was gibts?

Perfekte Ohrwürmer, leichte Indiekost, die dennoch irgendwie berührt. Hier wird einem nichts Neues vorgestellt, aber man bekommt bewährte Qualität. Ich mags.

Anspieltipp:

Das ist einfach. Mein Lieblingssong des Album ist „I want the world to stop„.

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Fritz Kalkbrenner - here today gone tomorrow

Während sein Bruder Paul die geballte Aufmerksamkeit von Kiddies, New-Rave-Gören und verdrehten Rockern bekam, und bald Konzerte gab, bastelte Fritz Kalkbrenner weiter an seinem ganz eigenen Sound von Musik, bei der er seine beruhigende Stimme perfekt einzusetzen weiß (ja, genau DIE Stimme von „sky and sand„). Nun hat er nach seiner im Sommer erschienenen EP das Debüt- Album „Here today gone tomorrow“ releast, und dieses kann man guten Gewissens empfehlen.

Was gibts?

„sky and sand“ auf Albumlänge? Nun ja, fast. Natürlich klingt es ähnlich, aber Kalkbrenner zieht hier konsequent sein Ding durch. Das ist perfekter „Techno Soul“. Musik für die Sonne, für den Strand, für den Cocktail. Schlichtweg: Wohlfühl-Album!

Anspieltipp:

Kings of exile. oder Facing the sun.

Viel Spaß mit meinen Empfehlungen für die nächsten Wochen. In einem Monat gehts hier weiter. Vermutlich unter anderem mit den Broken Records und Kollektiv Turmstraße, deren neuen Werke mir jetzt schon sehr gut gefallen.

 

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