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Platten des Monats: November

Einige Tage verspätet, aber besser spät als nie: Die kleine Kolumne zu den besten Platten des Monats. Aus allen Bereichen der musikalischen Vielfalt. Nur meine Lieblingsalben aus vielen Angehörten. Natürlich äußerst subjektiv. Und gnadenlos naiv, weil es natürlich noch viel mehr gute Musik gibt, die ich gar nicht wahrnehme. Völlig wurscht: Hier sind sie, meine Platten des Monats November. Und noch ein bisschen mehr Musik.

Get well soon & grand ensemble

Get Well Soon, die sympatischen Jungs rund um den vielfältigen Musikkünstler Konstantin Gropper begeistern schon länger mit ihrer Musik, auch wenn ihr letztes Album nicht mehr ganz an seinen großartigen Vorgänger „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ heranreichte. Live ist diese Band aber immer noch ein Genuß – auch wenn ich sie selbst bisher „nur“ auf Festivals erlebte. Aktuell sind sie auf Tournee mit dem „Grand Ensemble“, was nichts anderes bedeutet, dass sie ihre Konzerte in 15-köpfiger Besetzung spielen.

Was gibts?

Unglaublich guter, wahnsinnig gut klingender Pop. Nichts weniger. Erstaunliche, kostenlose (!) Live-Aufnahme.

Anspieltipps:

Hin- und hergerissen zwischen „Senceas’s Silence“ und dem Bläsergewaltigen „5 steps / 7 swords„.

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Rebellion der Träumer

Die beiden Jungs von Kollektiv Turmstrasse begeistern die elektronische Szene nun schon seit einigen Jahren mit wundervollen Releases. Immer sehr „deep“, und trotzdem einzigartig. Man erinnere sich nur an Clubhits wie „Tristesse“ oder das geniale „Grillen im Park„. Mit ihrem Debütalbum „Rebellion der Träumer“ zeigen sie nun auch ihre ruhige Ader in sich. Fast schon melancholisch, fast schon gar nicht mehr Kollektiv-mäßig.

Was gibts?

Einen chilligen Easy-Listening-Soundtrack bekommen wir hier geboten. Hier zeigt sich eine andere Seite der beiden Jungs – und ich mags sehr. Nicht so clublastig, dafür begeistern hier Harmonie und Gefühl. Schmuse-Techno für die Couch.

Anspieltipp:

Mein Lieblingssong des Albums ist „Heimat„. Erste Single incl. Video ist „Kontakt„.

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Kanye West - eins der Cover

Wer mich kennt, weiß wie schwer mir das hier fällt, aber völlig zu Recht ist ein „HipHop“-Album hier in der Bestenliste. Das großmauligste Großmaul der Welt hat sein 5. Album rausgebracht, und man muss das wohl einfach anerkennend sagen: Kanye Wests „My beautiful dark twisted fantasy“ ist ein großartiges Album. Trotz HipHop. Trotz Jay-Z-Gastauftritt. Trotz Kanye West. Oder wohl eher gerade wegen Kanye West, weil es sich zeigt, welch begnadeter Produzent dieser Mann ist. (Nebenher dreht er auch noch ein 35-Minuten-Musikvideo zu Runaway.)

Was gibts?

HipHop 2010. Genial produziert, voller toller Widersprüche. Das hat mich ehrlich begeistert, und ich bin noch immer über mich selbst verwundert. Extrem Facettenreich, extreme Unterschiede, aber genau das machts aus.

Anspieltipps:

Das wirklich herausragende „Dark Fantasy“ oder der im Ohr bleibende Bass von „Gorgeous„.

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Über die letzten Wochen gab es außerdem einige überraschende Songs, von denen ich einige hier vorstellen möchte. Am meisten war die Musikwelt darüber überrascht, dass Ausnahmeregisseur David Lynch eine EP herausbrachte, mit Musik irgendwie von einer anderen Welt. Man kannte seine Stimme ja schon, zum Beispiel vom letzten Album von Danger Mouse & Sparklehouse. Doch mit Good day today schlägt er nochmal eine ganz andere Richtung an:

Und war da auf einmal Eskmo, vom britischen Label Ninja Tunes. Von gebrochenen Beats zu sprechen wäre wohl schon eine Untertreibung. Hier trifft sich gebrochener Dubstep, sanfter Pop, und psychedelischer Avantgard-Sound. Experimentell, aber unter die Haut gehend: (Am besten in HD-Fullscreen schauen!)

Und dann waren da noch die Jungs von Gorillaz um Mastermind Damon Albarn, welche ein kleines Unplugged-Stelldichein bei der BBC hatten. Mit einem XX-Cover verzauberten sie viele Menschen, mit ihrem eigenen Song „Melancholy Hill„, schon auf der Platte einer meiner Lieblingssongs, treffen sie genau meinen Nerv:

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Zu guter Letzt das Album, auf das wir doch irgendwie alle gewartet haben. Man mag über Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter vieles denken, man mag auch sagen „Daft Punk war nur in den Neunzigern cool“, und vielleicht ist auch der Daft Punk-Stil schon lange tot. Aber völlig unabhängig davon konnten wir das neue Album von Daft Punk kaum erwarten. Dass es letztlich ein Soundtrack wurde zu einem Film, der übrigens erst im Januar erscheint, ist dabei fast zweitrangig. So wurde zu „TRON Legacy“ mehr über die Musik als über den Inhalt spekuliert, der wohl sowieso eher wenig taugt. (Zumindest der neueste (fan-made)-Trailer ist dann doch irgendwie…packend.) Und tatsächlich haben die beiden Franzosen einen Soundtrack im unverwechselbaren Daft-Punk-Sound produziert, der jedoch sofort als OST erkennbar ist. Hört man die 22(!) Tracks des Albums durch, erschließt sich der Film fast von selbst. Action, Gefühle, Melancholie, und das unvermeidbare Finale. Ins Kino werd ich dann wohl trotzdem gehen ,)

Und so klingt das dann – und so schauts auch aus:

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Viel Spaß mit all der wunderbaren Musik und eine schöne Adventszeit wünsche ich 😉

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  1. Dezember 7, 2010 um 12:05 pm

    Danke für den Kanye-Tipp, ich hab mir das Album deswegen noch einmal angehört und es ist echt ziemlich gut!

    • hulza
      Dezember 7, 2010 um 2:32 pm

      Ja, das war auch für mich wirklich überraschend. Aber musikalisch steckt da soviel an Überraschungen drin, dass man kaum dran vorbeikommt 😉

  2. Andreas
    Dezember 12, 2010 um 11:41 pm

    Eine Frage, woher hast du selbst die Album Empfehlungen? Webseiten, Zeitschriften oder von Freunden? Welche Webseiten/Zeitschriften kannst du empfehlen?
    Seit ich seit ein paar Monaten hier mitlese hat sich meine Musiksammlung enorm verbessert, DANKE dafür!

  3. hulza
    Dezember 13, 2010 um 7:21 pm

    Danke für deinen Comment, freut mich sehr, dass ich andere ein wenig anstecken kann 😉

    Ich versuche immer und überall die Augen aufzuhalten. Heißt im Klartext, ich verfolge einige größere Musikblogs übers Netz, Twitter oder Facebook (mal als Beispiel: Pitchfork, Resident Advisor, etc.), schaue immer wieder in kleinere deutschsprachige Blogs wie zB WhiteTapes, und lese natürlich viel in den größeren Magazinen (Hier allen voran die GROOVE, aber online auch gerne SPEX, Musikexpress und co.)
    Dazu gibts mittlerweile natürlich jede Menge Seiten über und zu Musik, immer wieder kann ich da Seiten wie hypemachine.com empfehlen.

    Alles in Allem ist das vor allem ein großer Zeitaufwand, der sich aber lohnt, wenn man das gerne macht 😉 Natürlich hört man ja auch viel Mist, und um die besten Sachen zu empfehlen, ist es zu dieser Kategorie hier gekommen 🙂

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