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Platten des Monats Januar 2011

Knapp 2 Monate ist es her seit der letzten keinen Kolumne zu meiner Lieblingsmusik des vergangenen Monats. Dazwischen gab es im Dezember die Liste der besten Alben des ganzen Jahres – und daher gibt es jetzt erst den neuen Post zu meinen liebsten Alben der letzten Wochen. Natürlich äußerst subjektiv. Und gnadenlos naiv, weil es natürlich noch viel mehr gute Musik gibt, die ich gar nicht wahrnehme. Völlig wurscht: Hier sind sie, meine Platten des Monats Januar – und noch was altes aus 2010.

James Blake

James Blake war eine der Entdeckungen 2010. Und das ganz ohne Album. Mit CMYK und seiner im Herbst folgenden „Klavierwerke“-EP wirbelte er die Musiklandschaft durcheinander. Ein Debüt-Album war die logische Folge. Das selbstbetitelte Album ist ein Monster von einem Album. Angeführt von dem Feist-Cover „Limit to your Love“ , welches durch alle Netzwerke ging, entfaltet sich ein beeindruckendes Werk.

Was gibts? Post-Dubstep, Dubstep? Einfach sehr berührende Musik. Mal tanzbar, mal total reduziertes Downtempo-Stück. I love it! Mein Album des Monats.

Anspieltipps:

Natürlich der bisherige Hit des Albums, aber auch das wunderschön reduzierte Wilhelms Scream, wo seine Stimme wunderbar eingesetzt ist.

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Hardcore will never die, but you will

Die Schottenrocker Mogwai hatte ich bisher nie so wirklich auf meinem Schirm. Doch über Freunde, die eine oder andere Empfehlung und tada: Das 7. Studio-Album der Band ist toll geworden und gefällt mir richtig gut. (Kommt übrigens erst richtig im Februar raus.)

Was gibts? Verspielten Post-Rock, wie man so schön sagt. Ganz viel Gitarre, ganz viel Bass, Klavier, Drums… Der Gesang spielt eine untergeordnete Rolle – oder gar keine. Instrumental-Parts, dazu fast alle Stücke jenseits der 5 Minuten, und fast keine Strophe-Refrain-Strophe-Muster. Irgendwie Ambient, und doch ganz schön guter Rock!

Anspieltipps:

Vorabsingle und eindeutiger Krachersong Rano Pano. Ganz persönlicher Lieblingssong ist wohl: Death Rays.

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Anna Calvi

Anna Calvi

Es scheint ein starkes Frauen-Jahr zu werden. Das konnte man auch schon bei sound of 2011 der BBC sehen, wo ich Anna Calvi das erste Mal hörte. Entdeckt wurde Calvi von niemand Geringerem als Brian Eno, der alten Roxy-Ikone. Innerhalb von einigen wenigen Wochen war Anna Calvi auf einmal die „britische Popsensation“, spielte mit Nick Cave und durfte sich „Patti-Smith-Nachfolgerin“ nennen lassen. Solche Lobeshymnen lassen bei mir eigentlich die Alarmglocken sirren. Aber das Mißtrauen war nicht berechtigt: Calvis selbstbetiteltes Debütalbum ist großartig.

Was gibts? Großartigen Pop, der immer zu dunklem Rock anschwillt. Calvis dunkle, tiefe Stimme verzaubert und lässt einen nie kalt. Hier ist wohl eine neue Rock-Röhre geboren. Und an der Gitarre macht sie sich auch noch ganz gut.

Anspieltipps: No more words. Oder The Devil. Oder die Live-Performance vom Cover-Song Jezebel, wo ihre Stimme gut herauskommt (nicht auf dem Album).

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Space is only noise

Titelstory in der GROOVE, einer der meistgespielten Tracks 2010, Auftritte in der ganzen Welt: Am erst 20(!)-jährigen Chilenen Nicolas Jaar geht aktuell in der elektronischen Welt kaum ein Weg vorbei. Jaar will mit seiner Musik Reduktion betreiben: Die komplette Verlangsamung der Clubmusik, Stehenbleiben und wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Das geschieht in einem doch relativ konsequenten Ansatz: Jaar entwickelt hier beeindruckende Klangcollagen, die sich einem beim Hören aber erst nach und nach eröffnen. Interessant und wunderschön.

Was gibts? „space is only noise“ ist Kopfhörertanzmusik, sagte die GROOVE. Und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Großartige, total reduzierte elektronische Musik 2011 – wenn für mich auch eher zuhause mit den Sennheisern als im Club.

Anspieltipps: Keep me there. Space is only noise if you can see.

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Zwei weitere Alben sind wirklich gelungen und verdienen es zumindest hier erwähnt zu werden: Cold war kids mit „mine is yours“ (Anspieltipp: Louder than ever)  und Esben and the witch mit „Violet cries“ (Anspieltipp: Marching Song). Mal sehen, ob ich mich da noch mehr reinhöre!

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Wie jedes Jahr findet man in den zahlreichen Musik-Bestenlisten der Musik-Blogs, der Magazine und Fanseiten immer wieder Musik, die man nicht im Fokus hatte, und erst spät entdeckt. Das passiert natürlich mit jede Menge Alben, EPs und Singles. Doch zumindest ein Album, was schon früh in 2010 erschien, will ich hier und jetzt noch vorstellen:

 

Teen Dream

 

Grundsätzlich bin ich gar kein großer Fan von dem so betitelten Dream-Pop. Ist mir entweder zu wenig elektronisch oder zu wenig rockig. Aber Beach House liefern mit Teen Dream eine nostalgisch beeindruckende Pop-Platte ab, die einfach gut gelungen ist. Nachträglich wohl das perfekte Frühlings- und Herbstalbum. Chillig, und entspannt. Dazu die angenehme Stimme von Sängerin Victoria Legrand, die manchmal fast wie ein Mann klingt. Das alles passt haargenau, ist gleichzeitig atmosphärisch wie melodisch. Schaurig schön.

Anspieltipps:

Zebra10 Mile Stereo. Oder auch Norway.

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Ganz am Ende noch ein kleiner Tipp: Für Dubtechno & Downbeat-Begeisterte gibts drüben beim Kraftfuttermischwerk ein herrlich ruhig daherkommendes, tolles Album zum kostenfreien Download. Sehr schön!

  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. Februar 5, 2011 um 6:12 am

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