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Autobahn

Wir fahr’n fahr’n fahr’n auf der Autobahn / fahr’n fahr’n fahr’n auf der Autobahn / Vor uns liegt ein weites Tal die Sonne scheint – ein Glitzerstrahl ! / Wir fahr’n fahr’n fahr’n auf der Autobahn fahr’n fahr’n fahr’n… / Fahrbahn ist ein graues Band weisse Streifen grüner Rand / Wir fahr’n…..

1974 erschafft Kraftwerk mit ihrem vierten Album DEN Sound, der sowohl für Band als auch Zeit stilbildend werden sollte: Techno-Pop entstand, innovative zeitgenössische elektronische Musik. Eine Legende war geboren. Das über zwanzigminütige (!) Titelstück  „Autobahn“ war das Meisterstück des Albums, gewaltig und dynamisch.

Dieser Track erzählt von einer Zeit, die ich leider nicht mehr kenne. Eine ewig lange Fahrt auf der Autobahn, geprägt von Monotonie. Die Straßen und Bahnen leer. Die Autobahnen ein Synonym für Freiheit, für Beweglichkeit, für Schnelligkeit, für dieses Gefühl sich in sein Auto zu setzen, und einfach mal irgendwohin zufahren. Es waren die Siebziger. Fast 40 Jahre sind seit der Veröffentlichung von „Autobahn“ vergangen, und die Autobahnen haben sich verändert: Heute hat jeder ein Auto, jeder meint dies auch fahren zu können, Geschwindigkeitsbegrenzungen überall. Zudem wird gebaut, gebaut und noch mehr gebaut. Kaum eine Autobahn, auf der aktuell nicht irgendwo ein Teil gesperrt ist.

Neulich hörte ich nochmal Kraftwerk (ist immer mal wieder toll!), und dachte über den Song und die Autobahnen nach. Wie schön wäre es nochmal auf einer „Kraftwerk-Autobahn“ zu fahren. Endlos dahingleiten, endlos fahren – ohne störende andere Autos, ohne Menschen, die „Rechtsfahrgebot“ und „Richtgeschwindigkeit“ nicht kennen. Ohne Autofahrer, die sich nicht richtig einordnen können. Ohne alle paar Kilometer wieder in eine neue Baustelle zu geraten, ohne mal wieder auf einer zweispurigen Bahn hinter zwei parallel fahrenden LKWs abbremsen zu müssen.

Das bleibt wohl eine Illusion. In Zeiten, in denen jeder ständig unterwegs ist, und der Güterverkehr rasant anwächst, ist eine Hoffnung auf Besserung wohl trügerisch. Im letzten Kalenderjahr bin ich folgende Autobahnen privat mit verschiedensten Autos (A-Klasse, Peugeot 206, 5er BMW, VW Caddy, VW Bus T4, Mercedes Sprinter) gefahren (grob mit „grün“ markiert) – und IMMER war ich genervt. (Die nervigste Autobahn 2010 geht an die A5, meine meistbefahrenen sind die A3 und die A45, Glückwunsch!)

Man muss wohl einfach Kraftwerk hören, um sich gedanklich auf eine schöne Fahrt einzustimmen. „Autobahn“ auf der Autobahn funktioniert übrigens richtig gut. Man ärgert sich weniger und fährt gelassen, und ruhig durch die Gegend. In diesem Sinne: fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn. Ein Hoch auf das Unterwegs-Sein!

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