Startseite > Alltag, Netzkultur > Mobiles Einchecken: Facebook Deals gestartet

Mobiles Einchecken: Facebook Deals gestartet

Am Montag hat Facebook in Europa (zumindest in einigen Staaten) seine neuen „Deals“ gelauncht. Im Grunde genommen springt Facebook damit etwas verspätet auf die „location-based-services“-Welle auf, die von Foursquare und Gowalla ausgelöst wurde. 2009 startete diese Welle an Diensten, mit denen man sich in „locations“ einchecken konnte – auf eine spielerische Art konnte man sich innerhalb der Locations zum „mayor“ (Foursquare) hocharbeiten oder Claims (Gowalla) sammeln. (Zusammen als ein Dienst wäre das wohl perfekt gewesen!) Ich fand dies anfangs noch ganz witzig, entschied mich persönlich für Foursquare und machte eifrig mit beim „einchecken“. Doch der Nährwert blieb aus: Zu wenige meiner Freunde/Kontakte machten mit, die angekündigten Deals (wie man aus den USA hörte) gab es in Deutschland nicht.

Im Laufe der Zeit wurde es mir 1. zu langweilig und 2. vor allem zu blöd, jedem mitzuteilen, wo ich mich gerade aufhalte – wenn mir dies keinen Vorteil bringt. Auch aus Datenschutzgründen war ich raus: Kein Einchecken mehr bei Foursquare und als Facebook verspätet selbst seine „Orte“ präsentierte, nutzte ich dieses Feature niemals (außer neulich, auf Bitten eines Freundes!). Andere hingegen scheinen diese Möglichkeit eifrig zu nutzen. Meine Facebook-Timeline ist oft angefüllt mit Statusupdates zu irgendwelchen Locations. Foursquare ließ sich übrigens von Facebook nicht niedertreten, hatte  2010 ein unfassbares Wachstum von 3400% im Gegensatz zum Vorjahr, im Oktober sogar einen CheckIn im Weltall auf der internationalen Raumstation, und gewinnt aktuell 15.000 neue User – am Tag! Die Locations-Services sind am Boomen wie sonst kaum eine Branche.

Um hier nicht den Anschluss zu verlieren, und auch weiterhin als DAS Netzwerk zu gelten, greift Facebook nun in die Vollen, kooperiert mit vielen (in den USA) oder zumindest einigen (Europa) großen, bekannten Unternehmen und startet die Facebook-Deals in Europa: „Get Deals Where You Are. Discover savings, free offers and more.“ (In den USA gibts das schon seit etwa 3 Monaten). Im offiziellen Blog von Facebook wird das dementsprechend auch lange und ergiebig erklärt. Und so etwa schaut das dann aus:

Diese Deals werden nun also über den Dienst „Places“ bzw. „Orte“ abgerufen, und sowohl auf der mobilen App als auch im Browser kann man direkt sehen, wo es Deals gibt, welche Möglichkeiten es gibt und welche Unternehmen überhaupt in meiner Nähe mitmachen. Unterschieden wird dabei zwischen individuellen Deals und sogenannten „Charity-Deals“. Diese Charity-Deals sind vielleicht die interessantesten: Nicht man selbst hat einen Nutzen, mit dem „Einchecken“ bei einem Unternehmen erklärt sich die jeweilige Firma bereit etwas Gutes zu tun, zum Beispiel in meiner Nähe erklärt ESPRIT, dass sie für jedes Einchecken 5 € an ein SOS-Kinderdorf spendet.

Esprit Charity Deal

Natürlich ist das für fast alle Beteiligten eine win-win-Situation. Durch das „Einchecken“ werden Freunde und Kontakte auf das jeweilige Unternehmen aufmerksam – bessere Werbung gibt es kaum. Für Facebook selbst geht es neben den Daten natürlich vor allem um die lebensumspannte Wirklichkeit: Überall und jederzeit in Facebook „leben“. Es ist natürlich auch aus Datenschutz-Bedenklichkeiten nicht besonders großartig im Online-Profil stehen zu haben, wo man sich gerade aufhält. Das, und alle weiteren Bedenken zu solchen Aktionen, muss aber jeder für sich selbst entscheiden.

 

iPhone Screenshot Douglas-Deal

Nützlich, vor allem für Studenten beispielsweise, sind in jedem Falle die „richtigen“ Deals, zum Beispiel die 25% auf alle H&M-Artikel nach Einchecken. Hier in Mainz gab es nach Start der Deal-Aktion nur eine Möglichkeit die Deals zu testen: Bei der Parfümerie-Kette Douglas gab es tommy, ein Tommy Hilfiger-Parfüm gratis. Und dies klappte einwandfrei: Kurzes Einchecken, Deal an der Kasse vorzeigen – und das letzte Gratispäckchen abstauben (Natürlich ist die Stückzahl pro Deal immer begrenzt!). In diesem Falle gab es für mich also 15ml Parfüm, Gegenwert von etwa 15 €. (Eingecheckt habe ich von zuhause, und anschließend im Profil den Status-Update sofort gelöscht.) Alles wunderbar!

In ganz Deutschland gibt es einige wirklich tolle Deals, unter anderem verschenkt der FC Bayern München 1000 Schals für alle, die sich beim Heimspiel am 12.2 in der Allianz-Arena einchecken. Bei Vapiano gibts einen „Freundes-Deal“ mit 4x Bruschetta und eine Flasche Prosecco gratis. Alle weiteren Partner findet ihr hier.

Trotz aller meiner Bedenken zum Thema Datenschutz ist das eine großartige Sache. Unternehmen und Kunden profitieren voneinander, im günstigsten Fall gefällt mir das Parfüm so gut, dass ich es mir beim nächsten Mal kaufe. Für Unternehmen ist dies eine tolle Möglichkeit Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – Leitfäden gibt es jetzt schon mehr als genug.

Spannende Geschichte, die es wert ist zu verfolgen. Dürfte in der nächsten zeit sicher immer mal wieder was Interessantes dabei sein. Ich bin mir recht sicher, dass diese „Deals“ eine erfolgreiche Aktion werden, dafür muss man nur einen Blick auf den unglaublichen Wachstum von Groupon werfen.

Weil es gerade hier so gut passt, unglaublich witziges Video zum Thema einchecken:

  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. No trackbacks yet.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: