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Kurz-Backpacking in Portugal, Teil 2: Lissabon

Eine Woche, die 3 größten Städte des Landes, viele Bus-Fahrten, unzählige Kilometer zu Fuss, tausende Treppenstufen, und neue Kontakte: Ich war mal wieder unterwegs, diesmal nur mit einem Rucksack. Anstrengend, aber sehr erlebnisreich. Meine Woche in Portugal, mit einigen meiner Photos (per Klick im größeren Format). Studenten-Urlaub mit meinen Empfehlungen. Hier nun der zweite Teil!

Blick auf das Mosteiro dos Jerónimos, Weltkulturerbe in Lissabon

Angekommen in Lisboa, dieser großartigen Stadt im Herzen von Portugal. Und weil wir uns mit unseren Rucksäcken zuallererst vom Placa de Comercio direkt auf die zahlreichen Hügel begaben, waren wir schnell fertig. Auch hier gilt ähnlich wie in Porto: Es geht entweder berghoch, oder bergrunter. Mit dem Gepäck auf dem Rücken ist das eher mühsam als spassig. Doch wir konnten die ersten tollen Straßen und Viertel bewundern, und als wir schließlich nach einer Ruhepause wieder in die City zogen, konnten wir uns schon wieder am tollen Wetter und dem herrlichen Altstadtviertel Alfama erfreuen.

 

Sonnenuntergang am Castel

Alfama, das ist das vielleicht interessanteste Viertel der Stadt: alt und hässlich, verfallen und voller enger Gassen, und gerade aus diesen Gründen wunderschön. Über tolle Aussichtspunkte gehts hinauf zur Burg, in den engen Gassen spürt man den alten Geist der Stadt. Pathetisch könnte man formulieren, dass hier die Seele der Stadt atmet. Viele kleine Cafés, und die historische Strassenbahn 28 machen diese Stadtteil zu einem kleinen Abenteuer (Besonders nett ist es im pois,café!).

Die Tram mit dem einfachen Namen „28“ soll weltberühmt sein, und tatsächlich: So schön, so urig fährt man sonst vielleicht nur noch mit den Cable cars in San Francisco. Hier mit diesem Video kann man sich ein gutes Bild machen. Da muss man auch schonmal einige Minuten warten, bis ein Portugiese sein Auto weggefahren hat. (Endstelle ist übrigens der große Stadtfriedhof, und so skurill das klingt: absolut sehenswert. Der Name ist tatsächlich „Friedhof des Vergnügens“ – und hat eine ganz eigene Atmosphäre. Special Tipp!)

 

Estacio Oriente, Metrostation

Überhaupt der Verkehr: Die Metrostationen haben es mir angetan! Während die große „Baixa“-Station im Herzen der Stadt noch mit ihrer schieren Größe beeindruckt, sind es vor allem auf der „roten Linie“ wunderschöne künstlerische Aspekte, die mich begeisterten. Sieht man besonders gut auf dem Weg zum Bahnhof „Oriente“, der aktuellen Endhaltestelle (wird weitergebaut bis zum Flughafen). Dort findet man das alte EXPO-Gelände von 1998, welches durch seinen modernen Baustil einen interessanten Kontrast zum Rest der Stadt bildet. Dort findet man auch das „Vasco da Gama“-Shopping-Center, und die „Vasco da Gama“-Brücke, die längste Brücke Europas.

 

 

Spaziergänger am Tejo, in Belém.

Unser touristischster Tag war samstags in Belém, dem absoluten Touri-Viertel. Aber auch zu Recht: Hier finden sich großartige Gebäude, viele Sehenswürdigkeiten und viel Geschichte. Es ist das „Cape Canneveral des 15. Jahrhunderts“ (MERIAN). Vasco da Gama, Heinrich der Seefahrer und wie sie alle heißen werden hier verehrt.

Kombiniert mit dem quasi meer-artigen Tejo ist es hier besonders bei gutem Wetter einfach wunderbar. Einen guten Blick auf Lissabons „Golden Gate“ und die Jesus-Statue im Hintergrund gibts obendrauf.

Soldaten-Denkmal

Faszinierend und berührend ist auch das große Denkmal für die gefallenen Soldaten im portugiesischen Kolonialkrieg (1961-174). Das Allerbeste in Belém (neben dem wirklich umwerfenden Mosteiro dos Jerónimos, siehe Bild ganz oben) ist aber ein Gebäck: Pasteis. Kleine Puddingtörtchen, deren Rezept mehr oder weniger geheim ist, aber unglaublich gut schmecken. Süchtig machend! Leider wissen das auch alle anderen Portugiesen, und alle anderen Touristen, so dass Lisboa sein eigenes Hofbräuhaus hat: Pasteis de Belém. Hier darf man lange anstehen, nur um einen Tisch zu bekommen. Lohnt sich aber ,)

Eins darf man nicht vergessen zu erwähnen: Lissabon ist eine Feier-Stadt, eine Stadt voller Energie, voller Lebenslust. Nirgendwo wird dies deutlicher als im „Bairo Alto„, einem der Altstadt-Viertel. Dort steppt der Bär, wie man es in Deutschland nur von Volksfesten kennt – und zwar jeden Tag, und ein ganzes Viertel. Bars, Kneipen, Clubs: Alles ist dabei, alles geht. Alle geben Cocktails, Shots und Bier nur in Plastikbechern raus, die Menschen gehen damit auf die Strassen. Überall ist Livemusik, überall feiern die Menschen.

Am frühen Abend in der Fussgängerzone

Los gehts frühestens(!) um Mitternacht – wie überall in Südeuropa ticken die Uhren etwas anders. Um 3 Uhr schließen die Bars, dann zieht die Meute weiter. Nach Hause, zur „secret bacery“ oder in den nächsten Club. Zum Beispiel in Portugals bekanntesten: Das Lux. Um 4 Uhr morgens stehen wir in einer 500-m-langen Schlange. Vor 7 geht hier kaum jemand nach Hause. Im Sommer warten die Feiernden dann auf dem Sonnendeck, dass die Sonne über dem benachbarten Tejo aufgeht – für uns war dieses Vergnügen im Februar zu kalt.

Das sind die eigentlich besonderen Momente dieser Reise. Zusammen mit neuen Freunden aus ganz Europa losziehen, einige Cocktails und schließlich hundemüde tanzen. Thats life. Die Bilder täuschen übrigens über einen Aspekt hinweg: wir hatten auch schlechteres Wetter, und wurden einmal richtig schön nass. Dann hatte ich die Kamera aber eher in der Tasche 😉

Auch wenn man Lissabon (und Portugal allgemein) leider die wirtschaftliche Situation anmerkt, und es an vielen Stellen Armut und Verfall gibt, so bieten sich dem Besucher trotzdem tolle Ecken, wundervolle Erlebnisse und viel Spaß. Es ist zwar anstrengend hier mit Rucksack zu touren, aber äußerst günstig. So kann man als Student einen preiswerten Urlaub machen, auf Reise gehen, ohne das große Budget zu benötigen. Alleine diese Erfahrung würde ich so manchem mal gönnen. Genug geplaudert, viel zuviel. Hier geht es zum ersten Teil der Reise: Porto & Coimbra.

Am Ende ist es sowieso überall schön, wenn man nicht alleine ist 🙂

 

sunset-mod.

Ein riiiesen Dankeschön geht an den Geschossi-Bär! Für Alles, für Freude, für Dich!

 

 

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