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James Blake live (im Kölner Luxor)

Wenn mich ein Künstler im letzten Jahr und die letzten Monate besonders fasziniert hat, dann ist das ganz klar James Blake. Der junge Londoner beeindruckte mit einer Vielzahl von tollen, reduzierten Tracks und so konnte ich beim ersten Deutschland-Konzert von ihm natürlich nicht nein sagen. Ein Besuch im Kölner Luxor, und ein „Augen-Zu-Konzert“: James Blake live.

Warum ich keine eigenen Photos hochlade? Weil ich kein einziges gemacht habe – und das obwohl die Kamera dabei war. Es war eines dieser ganz kleinen intimen Konzerte, wo man keine Zeit mit manuellen Einstellungen und günstigen Motiven verschwenden möchte. Aber der Reihe nach.

Das Kölner Luxor ist ein kleiner Club in der Nähe des Barbarossaplatzes, und gerade weil er so klein ist, perfekt für feine Konzerte geeignet. Schnell einen Gin-Tonic geordert, und ab auf die winzige Fläche vor der Bühne. Dort sollten auch recht zügig Cloud Boat anfangen, ein Zwei-Mann-Projekt aus London, die natürlich ebenso auf den Dubstep-Floor zielten. Ich kannte die beiden nicht, und war spätestens bei der 2. Hälfte des kurzen Sets sehr positiv überrascht. Stark verzerrte Gesangsparts streuten sich über viele Bässe und ausbrechende Beats. Sehr ruhig, fast schon leise, und doch immer wieder erzitternd vor Bass. Das war super, schöner Support. Und so klingt das. Umbaupause, ein weiterer Gin-Tonic, ein Besuch auf der Toilette, und wieder rein ins mittlerweile doch sehr enge Getümmel.

Und dann gehts los. James Blake betritt die Bühne, einen Raunen geht durch die Runde, zwei weitere Musiker sind mit dabei und los gehts. Genau wie auf dem Album mit Unluck. Es folgt ein Querschnitt des Albums inclusive Klavierwerke der gleichnamigen EP. Es ist so ruhig im Luxor, dass man jeden Ton einzeln aufsaugen kann. An der Atmosphäre hätte man zu diesem Zeitpunkt noch arbeiten können. Dennoch schafft es Blake mit seiner unnachahmlichen Musik zu begeistern. Er spielt nur wenige Songs, doch diese werden teils neu interpretiert, teils mit langen Instrumental-Parts bereichert. Hier merkt man auch die musikalische Stärke Blakes: Am Klavier entstehen wundervolle Stücke, die er immer wieder in die Songs einfließen lässt. Zusätzlich arbeitet er viel mit Hall und aufgenommenen Wiederholungen: Besonders lustig, als jemand aus dem Publikum einen langen Schrei ausstößt, und der später immer wieder im nachklingenden Hall zu hören ist. Da muss Blake sogar selbst lachen, unglaublich sympatisch.

Richtig gut wird es auch hier in der zweiten Sethälfte mit den „Hits“. Erst „Klavierwerke“, dann das Feist-Cover Limit to your love und schließlich mein Lieblingssong Wilhelms scream. Wunderschön, und einzigartig, und jetzt stimmt auch die Temperatur des Publikums. Einzig der etwas schwache Ton stört manchmal, wenn es zuviel rasselt. Gerade gegen Ende bei richtig tollem druckvollem Bass ist die Anlage etwas schwach auf der Brust. Aber nicht weiter schlimm, die Musik ließ viel Zeit zum Träumen. Wohl noch nie auf einem Konzert soviel die Augen zu gehabt und mich ausschließlich auf den Sound konzentriert. Am Ende kommt Blake noch einmal alleine auf die Bühne, und spielt ein wunderschönes Piano-Stück, und lässt uns damit zufrieden nach Hause. Blake selbst mischt sich übrigens danach unter das Publikum, lässt Photos machen und quatscht gut gelaunt mit den „Fans“. Noch einmal: äußerst sympatisch. (Hoffentlich steigt dem 21-Jährigen der Hype nicht über den Kopf, bisher scheint das nicht der Fall zu sein!).

Wie klingt das Ganze dann? Zum Beispiel so, hier live bei den BBC-Sessions. (Bei der BBC gibts hier beim Sound of 2011 noch viel mehr zu Blake).

Vermisst habe ich übrigens nur CMJK. Love it.

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