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Platten des Monats. April 2011.

Da ist er schon wieder vorbei, der April. Immerhin hat er uns mit wundervollem Wetter, sonnigen Urlaubstagen und viel guter Musik verwöhnt. Das kann gerne so bleiben. Hier und heute gibts meine neu erschienenen Lieblingsplatten der letzten Wochen, schön subjektiv und dem Wetter gerecht werdend etwas elektronischer diesmal. Viel Spaß!

Jamie Woon - Mirrorwriting

Auf den Londoner Jamie Woon wurde ich erstmals im Rahmen der BBC Sound of 2011 aufmerksam. Und wie fast immer: Darauf ist Verlass. Jamie Woon ist nach James Blake der Nächste, der die Dubstep-Ecke mit Songwriting zu einem elektronischen neuen Soul verbindet, eindringlich und intensiv. Produziert wurde sein Debütalbum „Mirrorwriting“ von niemand geringerem als Burial, der ja auch vor Jahren schon mal einen Woon-Track in typischer Manier geremixt hat.

Was gibts?

Woons recht hohe Stimme schiebt sich über dunkle, düstere Beats. Heraus kommt ein geheimnisvoller Mix aus Soul,  Dubstep und Songwriting. Zeitgenössische Popmusik, wie sie kaum besser sein könnte. Ganz ganz groß!

Anspieltipps:

Street, Lady Luck und Night Air. (Hier Night Air in der großartigen Accoustic-Version bei der BBC). Das komplette Album gibts bei Simfy als Gratis-Stream.

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Fleet Foxes - Helplessness Blues

Von der SZ werden sie gar als „beste Band Amerikas“ bezeichnet, von allen Medien gibt es Lob und Zustimmung: Fleet Foxes aus Seattle haben ihr zweites Album „Helplessness Blues“ herausgebracht. Bei solchen Vorschusslorbeeren muss man etwas aufpassen, hier ist aber alles in Ordnung. Großartig triffts ganz gut! Ein bisschen Simon and Garfunkel, ein bisschen Sixties-Flair, ein bisschen Folk, und ganz viel Bart, so darf man sich diese jungen Männer gerne vorstellen.

Was gibts?

Jede Menge Gitarren zu tiefem, ehrlichen Folk. Wunderschöne Melodien, die einfach sind und dennoch hängenbleiben. Es ist ein bisschen Musik zum Träumen, der man anmerkt, dass die 5 Musiker auch gerne träumen. Back to the Sixties, Simon and Garfunkel reloaded – und doch aktueller denn je. „Sunshine over me no matter what i do„.

Anspieltipps:

Der 8-minütige, aus 4 Parts bestehende Übersong The Shrine / An Argument, aber auch Lorelai. Auch hier gibts das komplette Album bei Simfy.

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Agoria - Impermanence

Während in den letzten Jahren in Frankreich die Szene ziemlich um Künstler wie Justice, SebastiAn oder allgemein Ed Banger drehte, gab es immer abseits davon tolle Acts, die einen gewissen Mehrwert boten. Natürlich alte Haudegen wie Laurent Garnier, junge Aufstrebende wie Chloe, oder halt Sebastien Devaud aka Agoria. Agoria weiß schon seit einigen Jahren zu überzeugen, man denke nur an die hervorragenden Singles Europa oder Les Violons Ivres, oder seine tollen Mixe, zB die aktuelle Fabric 57. Nun sein erstes Album auf dem eigenen Label Infiné. Mit an Bord: Techno, Experimentelles, GastsängerInnen, und viel Popappeal.

Was gibts?

10 Tracks, die alle kaum unterschiedlicher sein könnten. Wirkt auf den ersten Blick etwas beliebig, ist aber für sich genommen phantstisch. Agoria schafft hier ein großartiges Pop-Dance-Album. Carl Craig darf in „Speechless“ Sexphantasien singen, und mit der Sängerin Kid A hat Agoria noch eine wundervolle Frauenstimme mit an Bord.

Anspieltipps:

Grand Torino mit tollem Break, das exzellente Panta Rei, und Heart beating mit Kid A.

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Was war sonst noch Gutes im April?

  • Die österreichischen Berliner von Ja, Panik veröffentlichten ein deutsches Album mit dem kryptischen Titel DMD KIU LIDT (schon aufgelöst, jaja: „Die Manifestation der Traurigkeit in unserem Leben ist der Kapitalismus„), und viele sehen hier das wichtigste deutschsprachige Werk der letzten 15 Jahre. Ich bin da noch nicht ganz so weit, schätze aber die Songs jetzt auch schon. Reicht nicht für ein Album des Monats, weil zu kurzfristig, reicht aber um hier mal darauf hinzuweisen. Anspieltipps: zum Beispiel Trouble oder Nevermind.
  • Radiohead legen nach ihrem letzten Album nochmal ein wenig nach und spendieren zwei zusätzliche Songs. Und ja, Supercollider gefällt mir erwartungsgemäß sehr gut.
  • In den USA ging wie jedes Jahr das großartige Coachella-Festival über die Bühne, die jedesmal mit sensationellem Lineup überzeugen. Weil das aber leider etwas weit weg ist, können wir uns immerhin über die Livemitschnitte vieler toller Bands erfreuen, u.a. The National, Mumford and Sons, Elbow, Interpol, Bright Eyes, Two door cinema club und viele viele mehr. Schön aufgelistet mit den Links gibts das Alles drüben bei nicorola.
  • Mein liebstes Musikvideo des Monats kommt von der entzückenden Lykke Li, obwohl man durchaus sagen könnte, dass der heimliche Star des Videos klar Stellan Skarsgård ist. Toll umgesetzt, vor allem auch filmisch:
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Nachtragend gibts noch ein Album aus dem Januar zu empfehlen, welches ich erst im April bekommen habe: Isolées neues Werk „well spent youth“, welches bei Pampa records erschienen istDem muss man etwas Zeit geben, aber dann lohnt es sich. Anspieltipp:
Mit dieser ganzen wundervollen Musik wünsche ich Euch einen musikalischen Mai, und einen sonnigen Feiertag morgen (zum Beispiel beim OpenAir der Bouq.-Familienbande in Mainz).

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  1. martin
    April 30, 2011 um 11:37 am

    ey hulza, danke für die tipps, kann ich mir heute abend zu genüge auf der terasse anhören 😉

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