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Platten des Monats. Mai 2011

Vielleicht hats der eine oder andere schon vermisst: Die Vorstellung meiner Lieblingsmusik des vergangenen Monats. In den vergangenen Wochen war viel los, und so musste ich diese besten Platten des Mai etwas nach hinten verschieben. Doch hier sind sie nun, meine völlig subjektiven Musiktipps der letzten Wochen. Und wie es der Zufall wollte, war es ein Monat mit viel Musik, die mich an vergangene Clubzeiten erinnerte. Ihr merkt schon: es war ein sehr elektronischer Monat. Viel Spaß!

Robag Wruhme - Thora Vukk

Gabor Schablitzki aka Robag Wruhme war ein entscheidender Teil der Wighnomy Brothers, die viele Jahre als DJ-Duo begeisterten und auch ab etwa 2002 mit Produktionen für Furore sorgten. Nach der Trennung wurde es etwas ruhiger um Gabor, doch 2011 ist ganz sicher sein Jahr, das kann man so jetzt schon sagen. Mit Wuppdeckmischmampflow (auf KOMPAKT) gelingt ihm Anfang des Jahres eines der besten Mixtapes aller Zeiten, gespickt mit großartigen Klassikern, dazu wunderbar gemixt, oft mit 3-4 Titel gleichzeitig. Ende April folgte nun sein neues Album „Thora Vukk“ auf (Kozes zum Allstar-Label mutierende) Pampa Records. (Aktuell laufen zwei hochklassige Podcasts von ihm auch noch, der gute Nacht-Mix bei XLR8R ist mit seiner ruhigen Art ebenfalls sehr zu empfehlen).

Was gibts?

Robag Wruhme ist – man das kann das kaum anders sagen – mit Thora Vukk ein kleines Juwel gelungen, ein in sich ruhendes, voller Emotionen, tief gehendes Album. Viele Adjektive könnte man noch hinzufügen: zeitlos, traumhaft, wunderschön, soulig, chillig, vergnügt – und sovieles mehr. Und wenn man am Ende dann Gabors Sohn einige Worte sagen darf, hat man das Gefühl, dass hier etwas Großes passiert ist. „Nochmal, nochmal“ möchte man immer wieder rufen, doch irgendwann ist Schluss. „Tschüss Gabor!“

Anspieltipps:

Netterweise ist das ganze Album bei Soundcloud online, besonders hervorzuheben sind neben dem erwähnten „Ende“ hier vor allem Thora Vukk, Bömmsen Böff, und Tulpa Ovi.

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Dominik Eulberg - Diorama

Dass Dominik Eulberg mittlerweile als Natur-Techno-Pionier verschrieen ist, weiß nahezu jeder. Das ist auch gutes Recht, denn wer seine Tracks nach seltenen Tieren oder Naturphänomenen nennt, und auch noch mit einer Bambi-Show begeistert, der muss damit einfach rechnen. Und so bleibt Eulberg auch in seinem neuen Werk „Diorama“ völlig in seinem bekannten Konzept: Er sampelte Naturgeräusche, nahm Tierstimmen auf, gab den neuen Titeln Namen wie „Das Neunauge“ oder „Täuschungsblume“ und beschreibt darin die größten Wunder unser heimischen Gefilde. „Diorama“ ist wieder auf Traum erschienen und ist nach seinen vergangenen 3 Alben wieder richtig stark.

Was gibts?

Eulberg in Perfektion. Die Tracks erreichen besonders nach mehrmaligen Anhören eine Vielfalt, die im Bereich der elektronischen Musik ziemlich einzigartig sein dürfte. Manchmal hört man die beschriebenen Tiere nahezu vor sich, im nächsten Augenblick ist man wieder auf der Tanzfläche und kann nicht aufhören zu tanzen. Genauso wie die Glühwürmchen.

Anspieltipps:

Der Tanz der Glühwürmchen, Echomaus, sowie Islandmuschel 400.

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Gabriel Ananda - selected techno works

Um die Reihe der Techno-DJs vollzumachen, zu deren Musik ich schon vor einigen Jahren feierte, macht Gabriel Ananda aus Köln den Abschluss. Herr Levermann stellt nach 11 Jahren Karriere, die übrigens auf seinem eigenen Label Karmarouge begann, ein kleines Best-of seiner Produktionen vor. Normalerweie würde ich eine solche Compilation nicht hier vorstellen, aber die hier versammelten Tracks haben mich lächeln und in Erinnerungen schwelgen lassen.

Was gibts?

Techno. Nicht mehr und nicht weniger als das beste aus 11 Jahren Ananda-Veröffentlichungen. Mit den ganz großen Hits wie Süßholz oder Doppelwhipper. Man hat sofort Lust auf eine gute Clubnacht.

Anspieltipps: 

Das verspielte Coconut Blues, oder das mir niemals aus dem Ohr gehende Ihre persönliche Glücksmelodie. Und die ganze Compilation bei Soundcloud.

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Death cab for cutie - codes and keys

Und schließlich gabs auch noch nicht-elektronische Alben.😉 Death Cab for Cutie brachten mit „codes and keys“ ihr 7. Studioalbum heraus. Die amerikanische Indieband steckte bei mir lange in ihrer O.C. California Teenierolle drin, konnte mich aber doch immer wieder überzeugen, natürlich vor allem mit ihrem grandiosen Album „Transatlanticism“ mit dem wunderschönen Titeltrack.  Jetzt mit einem Album, was ihren Ansprüchen durchaus gerecht wird und ein Album geworden ist, was als ganzes überzeugt und nur wenig „skip-Titel“ hat.

Was gibts?

Wunderschönen Indierock, der aber eigentlich gar kein Indierock sein möchte. Schwierig hier Schubladen zu finden. Ein schönes Album, was durchweg Spaß macht, begeistert, berührt und einfach auch gefällig ist. Kein neues Meisterwerk, aber definitiv eine der bisher schönsten Indie-Platten des Jahres.

Anspieltipps:

Den Opener mag ich sehr: Home is a fire. Oder You are a tourist. Passt ja.

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Was war sonst noch?

  • Bon Iver, der amerikanische Songwriter ist mit neuem Album da. Ist bei den nächsten Vorstellungen dabei, ganz sicher. Ein kleiner Vorgeschmack: Calgary.
  • Ein neues Video der wunderbaren Robyn gibts auch noch: Verletzlich, und dann dieser Dance-Popsong, der doch irgendwie so traurig ist: Call your girlfriend.
  • Am 15. Mai spielen The National ihren tollen neuen Song Exily Vilify – gemeinsam mit Owen Palett. Wunderbar.
  • Das neue Musikvideo von Danger Mouse ist ein Google Chrome Experiment – und macht ganz schön viel Spaß :) http://www.ro.me/
  • IlsaGold mixen sich auf der Mayday durch 20 Jahre Musikgeschichte – Techno zum Anfassen. Sehr krasser Mix.
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Und aus traurigem Anlass schieb ich ans Ende ein Stück deutsche Musikkultur, so schlecht es auch aus heutiger Sicht sein mag. RIP Tillmann Uhrmacher, und Danke für tolle Radiosendungen in meiner Kindheit.
 
  1. Pete
    Juni 11, 2011 um 8:43 pm

    Ich hatte es tatsächlich schon vermisst🙂
    Dominik Eulberg und Death cab for Cutie gefallen mir besonders gut und das Video von Robyn ist der Wahnsinn!!
    Danke, danke, danke!

  1. November 10, 2011 um 10:58 am

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