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Filmtipp: Beginners (Mike Mills, 2010)

Ich war mal wieder in meinem Mainzer Lieblingsprogrammkino und habe den neuen, zweiten Kinofilm von Mike Mills gesehen: Beginners. Und dieser ist geradezu wunderbar: Ein Film über die eigene Unfähigkeit zu lieben, zu leben, glücklich zu sein. Meine knappe Empfehlung für dieses witzige Film-Drama. 

„Ich bin schwul“, sagt  Hal (Christopher Plummer) mit 75 Jahren seinem Sohn Oliver (Ewan McGregor), und leitet damit eine neue, glückliche Lebensphase ein. Für Oliver, den einsamen und melancholischen Designer ein riesen Umbruch. Und ein Umbruch mit Folgen, denn das Coming-Out des Vaters verändert diesen, führt zu neuen Bekanntschaften, zu Partys und vielen Erinnerungen. Dies ist das Jahr 2003. Im Jahr 2008 ist Hal tot, und Oliver muss mit seinen Erinnerungen, der Trauer und seinem tristen Alltag zurecht kommen. Olivers Erinnerungen reichen immer wieder bis zu seiner frühesten Kindheit in den Fünfzigern. Und genau wie in Olivers Kopf springen die Bilder im Film mal vor, mal zurück, manchmal nur in Videoclipartigen-Photosequenzen. Erst als er auf einer Party – im Metapher-Kostüm Sigmund Freuds – die schöne Französin Anna (Mélanie Laurent) kennenlernt, verändert sich einiges in seinem Leben.

Doch auch Anna hat ihre Probleme – und so sind die Protagonisten des Filmes alle in einem vereint: Sie können das Glück nicht für einen längeren Zeitraum festhalten, immer nur kurz sind sie glücklich, um danach wieder in der Dunkelheit zu versinken. Unfähig, glücklich zu sein: ein Spiegelbild unserer Überfluß-Gesellschaft? Immer wieder zerbrechen die Hauptfiguren an ihren Erinnerungen, an ihrem eigenen Zweifel.

Dies alles klingt auch beim Drüberlesen irgendwie traurig und todernst – der Film ist es aber nicht. Über 108 Minuten gelingt es Mills einen herrlich verschrobenen Humor einzubringen, der den Streifen Szene für Szene auflockert. Es gibt viel zu lachen, was allerdings gegen Ende immer weniger wird. Vor allem den drei Hauptdarstellen McGregor, Plummer und der bezaubernden Laurent ist es zu verdanken, dass der Film mit all seinen Ausschnitten und Sprüngen hervorragend funktioniert. Da sitzt jedes Gefühl, jede Mimik und jedes Zwischenspiel. Besonders die Dialoge sind ausgesprochen toll.

Mit „Beginners“ ist Mike Mills ein toller, wunderschöner Film über die Liebe, über die Melancholie und das Leben gelungen. Ein herrlicher Film für gute Abende mit Freunden, zum Lachen und Schmunzeln, zum Weinen und Nachdenken. Hier entlang gehts zum Trailer.

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  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. Oktober 11, 2011 um 12:36 pm

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