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Trentemøller live in Den Grå Hal, Christiania

Anders Trentemøller, der umtriebige Däne aus Kopenhagen, hat ein extremes Jahr 2011 hinter sich. Zusammen mit seiner Band eine intensive Welttournee mit über 100 Stationen in vielen Ländern, dazu ein neues Remix-Album, eine Compilation-Veröffentlichung, und zahlreiche zusätzliche DJ-Sets. Bevor er jetzt für eine lange Zeit ins Studio geht für die Aufnahmen des neuen Albums gab es zwei Abschlusskonzerte in seiner Heimat. Wir konnten Tickets ergattern und erlebten ein Konzert der Extraklasse.

Trentemøller live at Den Den Grå Hal, Christiania (25.+26.11.2011)

Trentemøller live at Den Den Grå Hal, Christiania (25.+26.11.2011)

Mitten im faszinierenden Kopenhagener Freistaat Christiana liegt unweit der Green light zone, einer Art Marktsstraße für Cannabis und Marihuana, eine äußerlich unscheinbare Halle: Den Grå Hal. In dieser tollen, alten Holzdecken-Halle spielt Trentemøller seine letzten beiden Shows dieses Jahr. Es ist eine Art Heimspiel in seinem Heimatland und die Halle ist längst ausverkauft. Und weil es auch für ihn und die große Band ein Abschied ist, gibt es befreundete Vorbands, und im Anschluss finden sich auf der Bühne nochmal fast alle für ein gemeinsames DJ-Set ein. Aber der Reihe nach.

Mit den beiden Vorbands Giana Factory (aus Dänemark) und Death Crush (aus Norwegen) mit jeweils erstaunlich hohem Frauenanteil (incl. pogender Frontfrau im Publikum) konnte man sich die Zeit vor dem Konzert sehr gut abfinden, das Bier schmeckte (für Kopenhagen-Verhältnisse erstaunlich günstig, nur etwa 5€ pro Becher^^) und die Halle war schnell gut gefüllt. Als schließlich Trentemøller begann, war es gemütlich angefüllt mit vielen sympatischen Besuchern und guter Stimmung. Und Trentemøller zeigte von Beginn das, was man von ihm erwartet: eine kompromißlose, leidenschaftliche Show voller Energie, voller Power und mit wunderbarer, vielfältiger Musik – begleitet von sehr guten Sängerinnen und Instrumentalisten. Die Stimmung erreichte schon mit den ersten Stücken (Mash and the Fury und Shades of Marble) sehr schnell Betriebstemperatur.

Mich begeistert bei den Live-Shows von Trentemøller vor allem immer die Intensität des Ganzen. Völlig egal welcher Song: Aus der jeweiligen Live-Nummer werden epische Tracks, die Live-Band setzt sowohl die rockigen als auch die elektronischen Elemente der Alben gekonnt um, und Trentemøller selbst spielt und hüpft sich jedes Mal auf neue selbst in Extase. Nur um dann im nächsten Augenblick in den ruhigen Momenten des Konzertes eine Gänsehaut-Stimmung zu erzeugen, wie hier bei dem allseits bekannten Miss you (Videos nicht von mir, da hatte ich selbst gar keine Zeit für.) Wie man am Ende gut beobachten kann: Während des leider viel zu kurzen 90-minütigen Konzertes gibt es keine Pause: Es geht sofort in den nächsten Song über, und es gibt auch keine einzige Ansage.

Bei Songs wie …even tough you’re with another girl oder sycamore feeling können sich die hervorragenden Gastsängerinnen hervortun. Hier zeigt sich außerdem, dass auch diese ruhigen Songs live eine enorme Wucht erzeugen können. Ein – wenn nicht DER – Höhepunkt ist dann schließlich moan. Schon auf dem ersten Album einer meiner Lieblingssongs, entwickelt sich dieses Lied zu einem 10-Minuten langen Monster, mit 2-minütigem Mundharmonika-Intro. Absoluter Wahnsinn, und absolut großartig. Ein riesen Lob an die tolle Band, exzellente Umsetzung. [Video keine gute Quali, aber es reicht für einen Einblick.]

Viel zu schnell ist das Ende des Konzertes erreicht: leider war das so gut, dass man die Zeit dabei völlig vergisst. Bei der erwartungsgemäßen Zugabe darf der Silver Surfer nochmal abgehen und eine wilde Party feiern. Spätestens danach bin ich sowieso am Ende meiner Kräfte. Immerhin reicht es noch für ein 2 Stunden DJ-Set im Anschluss, nette Unterhaltungen mit anderen Gästen, wilden Tanzeinlagen und Abfeiern von spontanen Drum-Sessions von Trentemøller selbst. Ein wirklich großartiger Abend geht etwa gegen 3 Uhr in der Früh in Christiana zu Ende – bei viel zu scharfem Kebap. Ich zitiere ungern Facebook-Kommentare, aber dieser Comment trifft das Konzert ziemlich gut:

„Trentemøller“ completed his World Tour in Copenhagen tonight and what a show – maybe my best concert on danish ground this year! He took us on a „Tour de Tribute to techno/industrial pioneers“ and boy I love that style – from Kraftwerk (Robots like), Bowie (Weeping Wall like), Gary Numan and Nine inch nails (I’ll post Cars tomorrow), Joy Division (Love will tear us apart like), New Order (Blue monday), David Lynch (Mullholland drivish), Massive attack (the slow passages) to Skrillex (he did Skrillex special sounds on the extra number). Cool cat, fantastic. Goodnight 🙂

Einige weitere Kopenhagen-Impressionen hier.

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  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. Oktober 28, 2015 um 5:32 am

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