Startseite > Musik > Lieblingsplatten im Herbst. Teil I: Frauenpower

Lieblingsplatten im Herbst. Teil I: Frauenpower

Es hat sich etwas angestaut: Die Lieblingsplatten der letzten Wochen sind seit August nicht mehr erschienen, deshalb gibt es hier (und in den nächsten Tagen) ein Special aus zwei Paketen mit meinen liebsten Alben des Herbstes (September-November). Am Anfang sollen dieses Mal die Frauen stehen, die mit beeindruckender Präsenz meinen Herbst mitprägten. Viel Spaß nun mit meinen Tipps, wie immer äußerst subjektiv und ohne Gewähr.

Abseits der ganz großen Superstars Rihanna, Lady Gaga oder auch Frauen wie Björk (deren neues Album vernachlässigbar ist) und dem neuen Hype-Sternchen Lana del Rey (zugegeben: bezaubernd! Die Lippen!) gibt es mittlerweile soviele tolle Künstlerinnen, dass man kaum hinterherkommt, alles zu hören. Hier nun 5 Alben, die mich begeistert haben, jedes irgendwie auf seine eigene Art und Weise – und die dabei alle so großartig sind, dass ich ein wenig hadere kaum etwas kritisieren zu können😉 (Danke auch nochmal an André, der mir nochmal die nötige Motivation gab.)

.

Florence and the Machine - Ceremonials

…proudly present the next Superstar. Wenn sie es nicht schon ist. Ich glaube, dass Florence and the Machine das Zeug für die ganz großen Bühnen dieser Welt hat. Ich muss zugeben: Bei dieser Frau kann ich schlecht objektiv sein, zu sehr liebe ich ihre Stimme. Ihr neues Album ist nicht der ganz große Wurf wie sein Vorgänger „lungs“, aber nichsdestotrotz ein ziemlich perfektes Pop-Album. Sicher, ein wenig zu pompös, manchmal etwas zu dick, aber ich kann mich dem großen Pathos nicht entziehen.

Was gibts?

Wenig Überraschungen, dafür großartig sehnsüchtige Melodien, tolle Klänge und darüber Miss Welchs herausragende Stimme.

Anspieltipps:

Ich mag sehr gerne What water gaves me und Never let me go. Aber auch Lover to Lover ist toll. Sehr empfehlenswert auch ihre Live-Coverversion von Drakes Take Care.

.

Laura Marling - a creature i dont know

Und wie unterschiedlich Songwriting am Ende klingen kann, hören wir dann im Gegensatz zu Florence bei Laura Marling. Hier sind es nicht die großen, sondern die kleinen Gesten. Wenn die erst 21-Jährige Britin mit den weißen Haaren mit ihrer Gitarre singt, bleibt ein bisschen die Welt stehen. Marling versteht es mit wunderbaren Kompositionen ganz eigenartige verzaubernde Songs zu schreiben. Nach ihrem 2010er Werk „I speak because i can“ schon wieder ein tolles Album. Und dabei klingt sie, als würde sie seit 30 Jahren Folk-Musik machen…

Was gibts?

Songwriting pur, große Portion Folk und ein bisschen Pop, wunderschön und ausdrucksstark gesungen.

Anspieltipps:

Sophia und The Muse. Beschwingt dann auch mal mit All my Rage (hier live).

.

Dillon - this silence kills

Für mich aus dem Nichts kam dann plötzlich Dillon daher. Auf Ellen Alliens Bpitch Control erschien in den letzten Wochen das Debütalbum der 23-Jährigen  Dominique Dillon de Byington, wie sie mit vollen Namen heißt. Nach vielen unveröffentlichten Songs im Netz und vielen Konzerten nun also ein Album mit insgesamt 12 sehr ruhigen, harmonischen Liedern. Manchmal ruhig, manchmal sehr verspielt, dann wieder aufbrausend: Ich habe mich schnell verliebt in dieses Werk.

Was gibts?

Völlig ruhige Pop-Tracks, elektronisch, sonderbar arrangiert und reduziert, und immer das gewisse Etwas, welches einen immer wieder vollkommen überrascht. Erinnert manchmal an Lykke Li.

Anspieltipps:

Da kommt dann sowas bei raus wie das völlig strange Tiptapping. Wunderschön ist Thirteen Thirtyfive.

.

Dear Reader - Idealistic animals

Nochmal Berlin, nochmal deutsches Label (City Slang): Cherilyn MacNeil, Frontfrau von Dear Reader, ist nun mit dem selbigen Namen solo unterwegs. Doch obwohl ihre Songs ähnlich ruhig wie die Dillons sind, ist ihre Musik ganz anders. MacNeil schafft hier ein Album zum Träumen und Zuhören, auch weil sich glückliche und traurig-betrübte Lieder abwechseln. Ihr „man“ ist dabei ist das „Idealistic animal“ und alle anderen Songs sind nach Tieren benannt. In dieser Tierwelt erschafft Dear Reader ein geradezu ergreifend schönes Album, was nachhallt und wohl länger bleibt.

Was gibts?

Zeitlos schöne Musik, die sich erst beim mehrmaligen Hören richtig erschließt. Arthouse-Pop auf tollem Niveau. Noch besser als die „normalen“ Songs: Die Acoustic-Versionen auf der Doppel-CD.

Anspieltipps:

Monkey (Go home now) (acoustic version), und Elephant (hearter). Aktuell ist sie bei TVNoir gewesen, und hat dort schöne Songs wie Whale gesungen und war dabei äußerst sympatisch.

.

Feist - metals

Leslie Feist ist in dieser Runde nicht nur die Älteste, sondern vermutlich auch die weltweit Bekannteste. Spätestens seit ihrem famosen 1234 kannte sie (fast) jeder. „Metals“ ist nun – nach langer Kreativpause – ihre dritte LP. Über sie ist nahezu alles gesagt, alle haben über sie geschrieben, und ich schließe mich da einfach verspätet an und sage: Toll gemacht, Frau Feist.

Was gibts?

Hochwertige Singer/Songwriter-Ware mit jede Menge atmosphärischem Klang unterlegt. Mal geheimnisvoll, mal düster, mal fröhlich. Immer schnell im Ohr, und da bleibts auch. Woah woah.

Anspieltipps:

Der Opener The Bad in each other und der Ohrwurm How come you never go there.

.

Teil 2 dann schon bald, auch definitiv wieder mit viel mehr Männern, versprochen😉

  1. André
    Dezember 11, 2011 um 11:58 am

    Tja, so verschieden können Geschmäcker sein. Ich finde die Stimme von Florence + the Machine schrecklich. Schon Lungs fand ich ganz schlimm, Ceremonials auch nicht besser.

    Dafür gefällt mir Dillon ausgesprochen gut, danke für den Tipp. Feists neues Album kann mit den _Vorgängern aber nicht ganz mithalten imh

    Danke für das Review!

  2. Schneiderlein
    Dezember 13, 2011 um 10:28 am

    Dillon ist tatäshlich klasse. Die Fotos auf Ihrer Webseite sind auch nicht zu verachten.

  3. hulza
    Dezember 13, 2011 um 10:53 am

    Letztendlich ist es doch wundervoll, dass Geschmäcker verschieden sind: mir würden die Musik-Diskussionen dann doch irgendwie fehlen, wenn alle immer das Gleiche hören würden😉 Und dass Miss Welch nicht jedermanns Geschmack ist, kann ich auch nachvollziehen. Ich konnte aktuell zb auch nicht viel mit Björks neuem Album anfangen…

    Dillon wächst wirklich immer mehr, und könnte ein echter Erfolg 2012 werden. Übrigens ist die die junge Dame aktuell auf Tour und dabei die nächsten Tage in Deutschland. Heute abend zb FFM, die Woche dann Stuttgart, München, Leipzig und Berlin.

  1. No trackbacks yet.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: