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50 Songs des Jahres 2011

Bevor das neue Jahr mich schon wieder zu sehr beschäftigt, möchte ich nun – endlich – noch etwas zur im Netz weit ausgebreiteten Form der Jahreslisten beitragen, auch um dies einfach festzuhalten. Diese „Bestenlisten“, mancherorts schon im November (!) erschienen, sind zwar irgendwie immer gleich, aber doch interessieren sie uns. So lese auch ich gerne die Bestenlisten der Blogs, welche ich verfolge, schaue in den einschlägigen Magazinen nach und lese mich durch die Meinungen. Schön ist es ja vor allem, dass man eine Sache erkennt: DIE eine Liste gibt es nicht. Musik ist vielfältig und so vielfältig wie wir sind, ist auch der Geschmack. Das bedeutet auch: Jeder Blogger, jede Redaktion mit Liste ist sich durchaus bewußt, dass seine Liste keinen Konsens treffen soll, sondern einen persönlichen Geschmack widerspiegelt. Konsenslisten gibt es ja auch genug – und über die darf man dann auch herrlich streiten, zum Beispiel über die doch überraschende  Top-of-the-Blog-Liste, oder die vom popkulturjunkie zusammengestellte Liste der Listen. (Richtig schön wird es natürlich dann mit der Top Ten List of Top Ten Lists of Top Ten Lists). Ganz wunderbare Listen wie immer auch bei der Crew von Auftouren, bei den White Tapes-Menschen, bei Laut.de oder der Redaktion der Spex. (Was die Magazine betrifft, kann ich sehr gut der de:bug und der GROOVE folgen.)

Hier sind sie, meine 50 Songs (und Tracks) des Jahres 2011. Sind vor allem auch geprägt durch meine Erfahrungen und Erlebnisse mit diesen Songs. Es sind meine persönlichen Key-Tracks des Jahres, quer gemischt durch alle erdenklichen Genres, ihr Schubladendenker😉 Immer unter dem Gesichtspunkt: Was hat mich begeistert, wer hat etwas Neues erschaffen, wer hat vielleicht einen Klassiker herausgebracht. Das war gar nicht einfach, sag ich Euch. Und weil ich da eh keine Nummerierung reinbringen könnte, gibts das hier in alphabetical order. Here we go:

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Adele – Rolling in the deep 

Zu Adele muss man nichts mehr sagen: was für eine großartige Frau, welch toller Song.  Lässt einen nicht mehr los, und ist trotz etwas Overkill nicht wegzudenken. Auch großartig: die Jamie XX-Version.

Anna Calvi – Jezebel

Anfang des Jahres kam sie, sah und siegte. Was für eine Stimme. Mein Lieblingsstück ist zwar „nur“ ein Cover, aber das lässt einen nicht mehr los. Hate it or love it.

Apparat – Goodbye

Sascha Ring auf neuen Wegen: Mit Band und deutlich instrumentaler. Vor allem ‚Goodbye‘ ist mir dabei immer wieder im Ohr geblieben. (Auch dank Breaking Bad, zugegeben.)

Bon Iver – Perth

Mann mit Gitarre. Und drumherum gefühlte hunderte Musiker. Justin Vernon liefert ein tolles Album ab, aus welchem nahezu jeder Song gelungen ist. Opener „Perth“ hat mich nicht mehr losgelassen. Gänsehaut.

Bill Callahan – Drover

Der alte Mann besingt mit seinem – wasweißichwievielten – Album die Apocalypse. Das ist das vielleicht schönste Songwriter-Album des Jahres, und Drover daraus meine Nummer.

Bright Eyes – Shell Games

Conor Oberst schafft mit Shell Games einen ziemlich perfekten Popsong. Großartige Nummer. Oberst bleibt in der obersten Liga.

Burial – street halo

Jedes Lebenszeichen von Burial wird ja mittlerweile von der Presse abgefeiert als gäbe es kein Morgen. – Zurecht. Wo Burial drauf steht, ist wundervolle Musik drin eingepackt.

Coma – Playground Altona

Technoclubhit aus dem Hause Kompakt. Verspielt, voller Flächen, und ein herrlicher Bass. Schönes Ding für die Morgenstunden.

Danger Mouse & Daniele Luppi feat. Norah Jones – Black

Noch so ein Breaking Bad-Hit, aber es ist auch einfach ein grandioser Song. Norah Jones hab ich Ewigkeiten nicht gehört, hier darf sie glänzen. Auch hier gilt: Was Danger Mouse aktuell anpackt, wird gut.

David Lynch – Good day today

Ich war ja zugeben ziemlich skeptisch, was Lynchs Ausflüge ins Musikgeschäft betreffen, aber lag damit total daneben. Klasse Song, toller Beat…und Lynchs Stimme? Naja, das ist wohl eher Sprechen als Singen, macht aber keinen Abbruch hier.

Death Cab for Cutie – You are a Tourist

Ich mag diese Band. Ihr neues Album auch. „You are a Tourist“ ist so ein klassischer mitreißender Indie-Song, Gute Laune am DriveIn.

Destroyer – Kaputt

Das schönste Lo-Fi-Stück des Jahres. Das hier ist der Soundtrack fürs Zurücklehnen, ein Glas Rotwein und genießen.

Die Vögel – Fratzengulasch

Ein schräges Musikvideo, ein schräges Trommeln und Zirpen und wilde Trompeten, und ein total bescheuerter Text, irgendwo zwischen dummdreist und genial. „Du wirst ein Vogel sein“. Großartig!

Dominik Eulberg – Der Tanz der Glühwürmchen

Auf Eulbergs hervorragendem Album gibts vermutlich bessere Stücke, aber der Tanz der Würmchen war von Anfang an mein Ohrwurm.

Elbow – open arms

Die Formation um Guy Garvey überzeugt immer mit wunderbaren Arrangements, und „Open arms“ ist in dieser Hinsicht der Höhepunkt des 2011er Albums. Irgendwo im Indie-Rock-Bereich.

Erobique – Hier kommt die Sonne (Robag Wruhme Edit)

Und dann spielt Wruhme diesen Song. Überall ist ein Lächeln zu sehen. Diese Freude zum Anfassen. Was für ein Augenblick. Blieb das Jahr als Ohrwruhme.

Feist – The bad in each other

Feist ist nicht mehr 1234, sondern mittlerweile ruhiger, ja fast reifer. Die Songs sind das auch, und aus „Metals“ gefällt mir „The Bad in each other“ am besten. Ihre Stimme ist einfach einzigartig.

Fleet Foxes – Helplessness Blues

Es war ja ein bisschen ein Folk-Jahr, und mitentscheidend dafür waren auch die Fleet Foxes. Folk, etwas Blues und die leisen Tönen anstoßend.

Florence and the Machine – What the water gaves me

Miss Welch und ihre Stimme. Ein Genuß, und ihr Chart-Hit „Shake it out“ ist eins der schlechteren Lieder des aktuellen Albums. Ganz anders dagegen das ruhige, wachsende „What the waters gave me“.

Friendly Fires – Hawaiian Air

Viel zu spät hab ich diese klasse Band kennengelernt. „Hawaiian Air“ ist vor allem live sensationell, ich liebe dieses kleine entscheidende Break. (Und die hawai’ianische Luft ist natürlich eh super!)

Foster The People – Pumped up Kicks

Einmal Sommerhit, bitte! Die frische junge Band zauberte ein perfektes Sommeralbum hin und lieferte mit „Pumped up Kicks“ den Titelsong dazu.

Gil Scott-Heron and Jamie XX – I’ll take care of you

Jamie XX war der wohl umtriebigste Producer und Remixer der letzten Jahre. Das gemeinsame Album mit dem leider verstorbenen Scott-Heron ist wundervoll. Dabei herausragend: Dieser Song hier.

Gui Boratto – Flying practice

Der Brasilianer Boratto hat mit seinem Album III  etwas andere Wege als früher beschritten und liefert vor allem mit diesem Track hier ganz große Techno-Gefühle ab.

Gus Gus – Within you

Diese Flächen, diese wunderbaren Synthieflächen. Defintiv DER Synthie-Track des Jahres. Und obendrein gibts Sympathiepunkte: Die Jungs sind witzig und ziemlich nett.

James Blake – The Wilhelm Scream

Blake machte eigentlich keine Mainstream-Musik und kam schließlich doch genau dahin. Mit viel Gefühl in der Stimme, sehr sehr viel Bass und ungewöhnlichen Dubstep-Elementen wurde er ein Star. The Wilhelm Scream war und ist vielleicht der poppigste Track des Albums.

James Blake – Limit to your Love (DB Edit)

Blakes größter Hit war jedoch ein Feist Cover, und das wurde schließlich abermals editiert von Daniel Bortz. Das kriegt man auch kaum aus dem Ohr, deshalb gehört es hier definitiv mit rein.

Jamie Woon – Night Air

Gleich nach Blake trat diese junge Mann auf die Bühne und brachte die Blake’schen Brakes noch mehr in die Popwelt. Und es funktionierte: Vor allem „Night Air“ wurde zu Recht ein riesen Hit. (Auch schön: Sascha Braemer Edit)

Justice – Civilization

War mir etwas uneins, ob Justice hier gelobt werden sollten. Aber letztlich führt kein Weg dran vorbei. Ihr neues Werk ist technisch hochklassig und ihre Musik konsequent weiterentwickelt. In meinen Augen besser als der Vorgänger.

Jupiter Jones – Still

Leider mittlerweile tot gedudelt. Von jedem Sender, im TV und überall. Das ändert aber nichts daran, dass „Still“ ein wunderschöner deutscher Song ist. Den sympatischen Jungs aus Trier ist der Erfolg jedenfalls zu gönnen.

Kakkmaddafakka – Restless

Die Norweger hab ich mal über das Melt! (Wo auch sonst?) und Erlend Øye entdeckt. Wunderbare, frische Formation, die mit ihren Songs auf Knopfdruck gute Stimmung verbreitet. I like.

Kolombo – Waiting for

„Something pure…“. Einstieg in die Total-Reihe von Kompakt und was für einer. Der Track hatte mich umgehauen, da war er noch nicht zu Ende. Titel an und fallen lassen.

Kölsch – Loreley

Bisschen geschummelt: Loreley ist schon 2010 veröffentlicht worden, aber hat sowohl bei mir, als auch allgemein erst 2011 an Fahrt aufgenommen. Dauerbrenner im elektronischen Partysommer des Jahres. Funfact: Kölsch ist ein Däne und ich sah ihn zum ersten Mal live in Köln.

Lana del Rey – Video Games

2012 dürfte ihr Jahr werden, wenn sie auch der Letzte entdeckt. Mit „Video Games“ hat sie mich verzaubert. Ob das nun am Song oder ihren Lippen liegt… who cares. Der Song gehört hierher. Traumhafte Umarmung eines Popsongs. (Ganz wunderbar im Re.you-Edit)

Lykke Li – Sadness is a blessing

Lykke Li ist eine der Sorte „Muss man öfter hören um es irgendwann gut zu finden“. Dieser Song hier traf mich so richtig, und wurde mein ganz eigener Soundtrack für die nicht so gut laufenden Stunden des Lebens.

Metronomy – The Bay

Nicht wenige halten „The English Riviera“ für das beste Album des Jahres.  Ich nicht. Aber: „The Look“ und dieser Song hier sind wirklich großartig. Befreiter lockerer Pop, wie er immer sein sollte.

Modeselektor – war cry

Die Affen waren wieder los. Und es war wie immer: MDSLKTR mixen sich durch alle Genres, lassen Thom Yorke, Otto von Schirach und viele mehr singen, und all dies ist gut, sehr gut sogar. Mir gefällt aber das Stück „war cry“ am besten, wohl aufgrund der Moderat-Ähnlichkeit (klar, Sascha Ring ist ja hier an Bord).

Mogwai – Rano Pano

Post-Rock aus Schottland. Aktueller Albumtitel spricht für sich: „Hardcore will never die, but you will“. Daraus hat es „Rano Pano“ mir am meisten angetan. Großartige Instrumental-Teile, sehr spährisch, energisch!

M83 – Midnight City

Vielzuvollgepacktes Album von Anthony Gonzales. Auch „Midnight City“ ist irgendwie größenwahnsinnig und man will es doch genau dafür lieben. Verdammter Ohrwurm, man möchte zu diesem Sound alles vergessen. (Auch toll: Der Trentemoller-Remix).

Osunlade – Envision (Âme Remix)

Neulich wurde ich gefragt, was der beste Remix des Jahres gewesen ist, und eigentlich führt kein Weg an Âmes Envisisonshymne vorbei. Welch ein Tune, hat im Sommer für viel Wirbel gesorgt.

PJ Harvey – The Words that maketh murder

Die Frau, die das Konsensalbum des Jahres gemacht hat. Welches mich gar nicht so sehr begeistert hat. Aber der hier, dieser Song ist dann doch wirklich ziemlich toll.

Radiohead – Codex

Für viele war es eher „Lotus Flower“, weil Thom da so schön tanzte. Ich selbst mag „Codex“ und „Give up the Ghost“. Vielleicht war es nicht Radioheads beste Platte: ich bin mir sicher, dass man sie dennoch länger in Erinnerung behält als vieles andere hier.

Rustie – Hover Traps

Wenn es Jahrelang eine Musikrichtung namens „minimal“ gab, ist Rustie nun sicher „maximal“. Was er hier durch sein Studio treibt, kann man kaum beschreiben, man muss es fühlen. Laut.

The Naked and the famous – All of this

Die Neuseeländer hatten mit „Young blood“ einen der großen Sommer- und TV-Hits des Jahres. Dabei ist „All of this“ der eigentliche Knallersong der Band. Mitreißend und voller Spaß. Aber klar: „Young blood“ ist auch prima.

The National  – Exile Vilify

Sicherlich der beste Videospiel-Song des Jahres (Portal2). Wie immer bei The National: Einfach nur wunderschön. Dieses Mal sehr traurig. Großartig in der Live-Umsetzung gemeinsam mit Owen Pallet.

The Rapture – How deep is your Love?

Gäbe es hier ein Ranking, wäre dies meine 1. Dieser Track hat mich seit der Nachtdigital umgehauen und seit dem auf vielen Partys begleitet. Dieser Pianoteil ist umwerfend. Glücklichmachend!

Thom Yorke & Burial & Four Tet – Mirror

Drei der besten britischen Künstler kollaborieren hier, und natürlich kann das nicht schlecht sein. Irgendwo in den Untiefen von Dubstep anzusiedeln.

Todd Terje – Ragysh

War sicher so etwas wie der Konsenshit des Jahres im Club-Geschehen. Hab ich erst spät entdeckt, aber dann so richtig.

Virgo Four – It’s a crime (Caribou Remix)

Für mich der wohl zweitbeste Remix des Jahres. Dan Snaith macht die Sache von Virgo Four rund und schafft einen wunderbaren Dance-Track.

Wilco – Art of Almost

Was für ein Opener. Was für ein großartiges Stück, das genau so auch auf „Kid A“ stehen könnte (Ohja!). Wilco liefert mit solchen Titeln unglaubliche Hymnen, zum Stundenlangen Hören und Genießen. Große Band!

Zomby – Natalia’s Song

Zomby ist für mich einer der Künstler des Jahres, weil ich ihn vorher nicht kannte. Steht damit auch etwas stellvertretend für mein sehr dubsteppiges und basslastiges Musik-Jahr. „Natalias Song“ ist nur die Spitze eines großartigen Albums. So überraschend und sanft. Phantastisch.

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Das wars von meiner Seite zu meinen Lieblingssongs des Jahres. Bin selbst gespannt, was ich hier alles vergessen habe😉 Ich freue mich über Kommentare, was ich auf jeden Fall (!) verpasst habe. In diesem Sinne: Ich wünsche uns allen ein gutes Musikjahr 2012.

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Das Bild mit der Fender-Gitarre im Sonnenuntergang ist von boston_camera (CC-Lizenz)

  1. Januar 14, 2012 um 2:10 pm

    Bei mir wäre noch Cro – Easy definitiv dabei. Andere fallen mir jetzt aber auch nicht ein…

  2. Januar 14, 2012 um 3:13 pm

    Tolle Liste! Die werd ich nochmal in Ruhe „durcharbeiten“, da ich natürlich nicht alle Tracks kenne.😉
    Und ja, Easy von Cro wäre bei mir auch dabei, sowie You von Evidence. Eventuell Du Bist von Prinz Pi.

  3. markus
    Januar 15, 2012 um 1:12 am

    Schöne Liste! Für mich wären maceo plex – falling und adam port – weekend noch dabei🙂

  4. hulza
    Januar 16, 2012 um 3:21 pm

    Danke für Eure Anmerkungen, musste ich mir teilweise erst noch anhören😉 Maceo Plex hätte sicher irgendwie einen Platz verdient gehabt, das hab ich mir im Nachhinein auch gedacht. Mit Falling und Can’t leave you hat er immerhin zwei wirklich richtig tolle Tracks abgeliefert.
    Noch vergessen: Die wunderbaren Whomadewho.

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