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Kurz-Kinoreview: Dame König As Spion (Tomas Alfredson, 2011)

Während der Rest der Welt Stadt Karneval Fassenacht feierte, habe ich mal wieder unser kleines Programmkino besucht und inmitten von vielen älteren Menschen die Verfilmung des John le Carré-Beststellers ‚Tinker Tailor Soldier Spy‘ angesehen. Der Film von Regisseur Tomas Alfredson feiert mit einer Traumbesetzung das Agentenkino der Siebziger. Hier ein kurzes Review.

Die Handlung dieses Thrillers führt uns ins England des Jahres 1973. Es herrscht kalter Krieg. Innerhalb der 5-köpfigen Führungsriege des „Zirkus“ (der britische Geheimdienst MI5) gibt es einen Maulwurf, der wertvolle Informationen an die Russen verkauft. Meisterspion Smiley (Gary Oldman) wird auf die Fährte des Maulwurfs gesetzt. Der ruhige, melancholische Smiley muss dabei nicht nur gegen seinen Geheimdienst arbeiten, sondern bekommt es immer wieder mit seinem russischen Gegenüber ‚Karla‘ zu tun.

Dame König As Spion‚ ist dabei ein meisterhaft inszenierter Thriller, der einen absolut perfekten Look der Siebziger Jahre abgibt – keine dämlichen Retro-Hosen und bunten Hippiezeiten. Nein, über 2 Stunden ist der Film dunkel, düster, atmosphärisch schwarz-grau gehalten, hinterlässt dabei stets einen glaubhaften Eindruck der Geheimdienst-Verhältnisse, und wirft einen deutlichen Blick hinter die Machenschaften des kalten Krieges, in eine Welt voller Mißtrauen, Angst, innerer Widerstände und Neid. Dabei gefallen mir neben den toll inszenierten Bildern und der Ausstattung vor allem die dezente Filmmusik und die herausragende Besetzung. Bis in die kleinsten Nebenrollen Hochkaräter (toll: Colin Firth), mit Benedict Cumberbatch (Sherlock!) einen aktuellen Shootingstar und in der Hauptrolle einen grandiosen Gary Oldman (der hier wohl einen Oscar verdient hätte).

Leider verwirrt die Erzählweise des Plots doch anfangs sehr, einzelne Charaktere werden ohne Gesicht vorgestellt, die Handlung springt (mit Rückblenden) schnell – und oftmals treibt das Geschehen zu langsam auf die (gelungenen) Pointen zu. Aber sicherlich: Das ist ganz im Stil der alten Agentenfilme wohl auch absichtlich so. Und deshalb überwiegt am Ende ein gutes Gefühl. Alfredsons Umsetzung von Tinker Tailer soldier spy ist interessant und gelungen und bietet einen spannenden Blick in die Welt der Agenten des Kalten Krieges. Einen Actionfilm darf man hier aber sicherlich nicht erwarten, zu 95% arbeitet der Film mit Dialogen und langen Kameraeinstellungen. Für Fans des old-school-Thriller doch sicher ein Muss.

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  1. Alfred W.
    Februar 25, 2012 um 6:04 pm

    Ich hab ihn in der OV gesehen und teilweise fiel es mir persönlich echt schwer dem Plot noch zu folgen.
    Das hat das Erlebnis leider geschmälert, ansonsten aber wirklich toller Film.

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