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Platten des Monats. Januar / Februar 2012

Zwei Monate sind nun schon vergangen im neuen Jahr – und nachdem ich im Januar noch mehr mit den eigenen Bestenlisten zu kämpfen hatte, war der Februar ein toller Plattenmonat. Hier gibt es sie nun, meine Lieblingsalben der ersten 2012-Wochen, ein buntes Gemisch aus Sprachen, Ländern und Musikformen. Wie immer höchst subjektiv und niemals vollständig.

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2009 eroberte John Talabot aus Barcelona mit der chilligen House-Disco-Nummer Sunshine viele Dancefloors. Nun endlich, nach einigen weiteren Veröffentlichungen, erschien im Januar bei Permanent Vacation sein Debüt-Album „fin“. Und um es kurz und schmerzlos zu machen: Das ist großartig. So klingt in meinen Augen House-Music 2012.

Was gibts?

Alles zwischen ruhigen Lo-Fi-House, tanzbaren Disco-Stücken- und Melodien, und sehnsüchtigen Grooves. Viele Tracks sind mit guten Vocals unterlegt oder werden durch diese erst richtig intensiv.

Anspieltipps:

DestinyWhen the past was the present oder das ruhige Schlußstück So will be now (mit Pional zusammen).

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Relativ selten höre ich deutschsprachige Musik. Kettcar war für mich auch lange so Mädchen-Musik, hat mich nie so richtig gefesselt. (Außer vlt. mit Balu.) Doch mit ihrem neuen Album „zwischen den Runden“ kommen sie bei mir an. Nicht alles gefällt, aber im Groben und Ganzen sind ganz wunderbare Songs drauf, die – natürlich – alle irgendwie in Richtung Liebe und Beziehung(en) marschieren.

Was gibts?

Das Album ist nichts zum abfeiern oder tanzen. Das ist kein schmieriger Punk-Indierock, sondern viel Akkustikgitarre, und Texte, die berühren. Mich zumindest.

Anspieltipps:

Lieblingssong: Rettung. Auch toll: Erkenschwick. Und: In deinen Armen.

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Die Schotten von The Twilight Sad kannte ich nicht. Und vielleicht wäre auch ihr 3. Album „no one can ever know“ an mir vorbeigegangen, wäre ich nicht oft darauf aufmerksam gemacht worden. Hat sich gelohnt. Ein insgesamt ziemlich großartiges Indie-Werk.

Was gibts?

Sänger Graham führt mit eindrucksvoller Stimme durch 10 Songs, die sehr unterschiedlich sind: Irgendwo zwischen Post-Rock, Shoegaze und etwas Wave. Eines haben fast alle Tracks gemeinsam: relativ düster, viele Synthies. Anleihen gibts bei Joy Division, Radiohead, Editors und vielen anderen.

Anspieltipps:

Sick (ein bisschen Radiohead), Another bed (ein bisschen Editors) und Kill it in the morning (ein bisschen Portishead).

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Ja, die Tindersticks gibt es immer noch. Und wie: An ihrer Qualität gabs eh wenig zu diskutieren, und vielleicht haben sie mit ihrem neuen Album „the something rain“ sogar ihren Sound perfektioniert. Das ganze Album klingt trotz düsterer Melancholie und Zynismus wohlwollend und warm.

Was gibts?

Kein einfaches Album, keins für lustige Stunden, sondern eher der perfekte Soundtrack für die Einsamkeit. Großartig Arrangements, die vielfältigen Instrumente stoßen wunderbar zusammen, genau richtig dossiert. Toll!

Anspieltipps:

This fire of autumn, der heimliche Favorit Medicine und Show me everything.

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So muss man ein Album auch erstmal starten: Titel 1 „Vater“ auf Deutsch, Titel 2 „voyage voyage“ auf Französisch und Titel 3 „Deathmental“ auf Englisch. Die Österreicherin Anja Plaschg alias soap & skin macht genau das. „narrow“  ist ihr zweites Album, und sie verarbeitet in den Songs den Tod ihres Vaters (im Opener mehr als deutlich gemacht). (Letztes Jahr fiel sie mir vor allem durch die Mitarbeit bei Apparat auf, die dann im ‚Breaking Bad-Finale‘ lief.)

Was gibts?

Unbarmherzige Bitternis, eingelullt in deepe Melancholie. Traurig in jeder Note, und dabei so ergreifend. Ein brilliantes (Mini-)Album.

Anspieltipps:

Voyage Voyage, die Ode an ihren Vater, und das traurig-schöne wonder.

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Ich versuche die Vorstellungen der Platten auch wieder regelmäßiger zu machen, nicht immer lässt das die Zeit zu. Übrigens: Lana del Reys im Januar erschienenes Debüt ist lange nicht so schlecht wie es viele machen, und Deichkinds neues Album ist ziemlich Schrott. (Leider gar nicht geil, aber sicher die Shows wieder.) Im März kann man sich schonmal auf WhoMadeWho und Nina Kraviz freuen. Viel Spaß mit den Musiktipps 😉

  1. Alex
    März 1, 2012 um 1:13 pm

    Hey, leider muss ich hier als Twilight Sad Fan etwas rumnörgeln…es ist nicht erst das zweite Album der Band und es sind auch nicht 10 Lieder, sondern nur 9 Tracks auf dem Album enthalten.
    Nichts für ungut…
    Bestes
    Alex

    • hulza
      März 1, 2012 um 1:20 pm

      Hej, Vielen Dank für deine Richtigstellung. Es ist natürlich das dritte Studioalbum. Schon korrigiert 😉

      Ich bleib allerdings bei 10 Songs, ich hab die iTunes-Version mit dem Bonus-Track „A million Ignorants“. Standard-LP hat aber nur 9 Songs, right.

      • Alex
        März 1, 2012 um 2:43 pm

        wow, dann fehlt mir tatsächlich ein Song – wie konnte das an mir vorbeigehen 😉
        Für die Info dann vielen Dank! 🙂 *itunesanschmeiss*
        vg, alex

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