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Nur ein Spaziergang – Von Schottland nach Neuseeland

Zu Fuß von Edinburgh in Schottland nach Dunedin in Neuseeland über 3 Kontinente, durch 15 Länder und etwa 20.000 Kilometer klingt nach einer wahnsinnigen Idee. James Thomas aus Irland hatte diese Idee und ist nun seit knapp 2 Monaten unterwegs. „Just going for a stroll“ – übersetzt etwa „Mal eben einen Spaziergang machen“ nennt er sein extremes Abenteuer, welches ihn jeden Tag etwa 40-50km vorwärts bringt. Aktuell ist er in Mainz bei mir zu Besuch. 

Wie großartig das Internet und seine kommunikativen Fähigkeiten sind, zeigt sich immer wieder. Zum Beispiel so: Am Dienstag las ich bei der Rhein-Zeitung einen kleinen Artikel über James, und war begeistert und fasziniert von seiner Reise. Kurzerhand schrieb ich ihm eine Mail, falls er in Mainz vorbei käme, solle er sich melden. Seinen weiteren Weg konnte ich dann noch bequem per Twitter verfolgen. Gestern dann eine kurze Konversation per Mail, ein kurzer Anruf – und gegen 19 Uhr steht James bei mir vor der Haustür. Sympatischer, bärtiger Ire, blaues UNICEF-Shirt, Macbook, iPhone und Canon 7D in der Tasche und einen großen Buggy (tatsächlich ein Kinderwagen!) voller Gepäck.

Anfang Januar ist er in Edinburgh losgelaufen, sein bisheriger Weg führte ihn durch UK, die Niederlande und schließlich Deutschland, unter anderem mit Halt in Düsseldorf, Bonn, Koblenz, oder im kleinen Lorch. Später kommen noch Länder wie Iran, Indien, Indonesien oder Australien dazu. Seine Reise klingt verrückt: Zu Fuß ans andere Ende der Welt? Unglaublich! Im langen Gespräch am Abend zeigt sich schnell: Auch für James ist das eine große Herausforderung, jeden Tag neu loszulaufen, sich jeden Tag neu zu motivieren. Überhaupt die Motivation: Nicht das physische sei das Problem, sondern lediglich das mentale, sich immer wieder zu sagen: Weiter gehts.

Natürlich ist der Trip für James auch eine persönliche Erfahrung, körperliche Herausforderung und nicht zuletzt auch etwas Urlaub und Reise, aber ihm ist etwas anderes eine Herzensangelegenheit: UNICEF. Deshalb trägt er Shirts dieser Organisation, deshalb macht er das Projekt auch so öffentlich. Nicht er selbst möchte unterstützt werden, sondern die wichtige Arbeit von UNICEF. Dafür gibts eine eigene Spende-Website und viele Menschen haben dort wichtige Euros gespendet. Klasse Idee, dazu möchte ich mit diesem Blogposting zusätzlich beitragen.

Wir verquatschen uns bei Bier und schottischem Single Malt und ziehen noch recht spät los zu einer kleinen Mainzer Kneipentour. Gesprächsthemen finden sich dann doch schnell: Reisen, Studium, Whisky, Film und Photographie und natürlich immer wieder meine Fragen zu seinem Trip. (Mit einer Mischung aus Faszination, Respekt, Ungläubigkeit und Neid). Letztendlich trinken wir etwas viel und James entscheidet, die Weiterreise zu verschieben und einen weiteren Tag bei mir im schönen Mainz zu bleiben 😉

James nutzt alle paar Tage die Möglichkeit, Photos in seinen Flickr-Stream hochzuladen, seine Reisedaten zu aktualisieren und seinen Blog zu füllen. Hier könnt ihr zum Beispiel verfolgen, wo er sich gerade aufhält, bzw. wie die (ungefähre) Route weitergeht. Ich werde das mit Sicherheit immer wieder nachschauen, und wenn ihr Lust habt, James kennenzulernen, schreibt ihm: Super Kerl, dessen Geschichte allein schon interessant ist.

Alles Weitere zu ihm gibts auf seiner Website http://www.justgoingforastroll.com/.

Last, i need (!) this hammock 🙂

So übernachtet James, wenn er keinen sonstigen Schlafplatz oder Hostel findet. Übrigens: Am Ende seiner Tour in Neuseeland in etwa 2 Jahren wird er mit einem Segelschiff über Mittelamerika zurück nach Schottland schippern. Toller Abschluss einer verrückten, jahrelangen Reise.

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  1. März 4, 2012 um 10:34 pm

    Womit finanziert er sich denn den Trip?

    • hulza
      März 5, 2012 um 9:30 am

      Für genaue Angaben musst Du ihn selbst fragen 😉
      Ich kann dir sagen, dass er von seinem bisherigen Job einiges gespart hat, und zudem sein Eigentum vor der Reise verkauft hat.

      Außerdem ist er selbstredend auf einer solchen Tour auf nette Menschen angewiesen, die ihm kostenlos eine Unterkunft anbieten, etc.
      Grüße

  2. März 19, 2012 um 12:02 pm

    sehr beeindruckend…

  3. Anja Wunder
    Oktober 9, 2013 um 2:08 pm

    einfach spitze… überlege gerade für wen, ich laufen würde…

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