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Trekking in der schottischen Wildnis auf der Isle of Skye

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen und einer neuen Männertour hat es mich in der vergangenen Woche auf die Insel zu den Schotten verschlagen. Eine Woche Roadtrip in Schottland zwischen Edinburgh und Inverness. Das Hauptziel: Die Isle of Skye, Schottlands raue und einsame Atlantik-Insel, einem Paradies für Wanderer und Backpacker.

Nachdem wir schon auf der Autofahrt von tollen Aussichten wie dem Glencoe verwöhnt wurden, waren wir montags endlich am Startpunkt der Hiking-Tour: Sligachan im Süden der Isle of Skye. Dort wurden die Rucksäcke nochmal neu gepackt, Wasser (und Single Malt) verfüllt, Boots und Regenhosen angezogen und los gings: 5 Männer, 4 Tage, 3 Zelte, und leider keine 2 Flaschen Whisky.

Unser erstes Ziel ist der Am Basteir, auf über 900m hoch gelegen. Erst über sumpfartige Wiesen, später auf festeren Wegen, und schließlich nur noch kraxeln auf Steinen. Die Aussicht oben belohnt für die Anstrengungen,  und es gibt den ersten Schluck Whisky. (Mein Rucksack ist zu diesem Zeitpunkt definitiv zu schwer – ich sollte über Ultralight-Trekking nachdenken.)

Unser Abstieg dauerte etwas länger als geplant: Es kamen uns Steinschläge, senkrechte Wände und das Wetter dazwischen, schließlich fanden wir aber auf einem Plateau im Anstieg noch ein Plätzchen für unsere Zelte. Die Nacht wird feucht, kalt und rutschig, doch schon morgens mit dem Frühstück ist man durch die tolle Landschaft versöhnt.

Der zweite Tag sollte in jeder Hinsicht nass werden – vor allem für die Füsse: Stunden wateten wir durch das Moor des Glen Sligachan, bis wir wieder in höhere Ebenen kamen mit tollem Blick auf die Black Cuillins und das Loch Coruisk. Dort ist die Landschaft grandios, rau und wunderschön. Und der Boden nass. Sehr nass. (Hier meine insgesamt empfehlenswerten Boots.)

Auch wenn wir beim abendlichen Angeln leider kein Glück hatten, der Blick auf das Tal und das „Loch“ war toll – und unser Essen sowieso. 2 Gaskocher und ein Trangia-Kocher sorgten für abwechslungsreiches (und sehr üppiges) Wildnis-Futter. (Ein Fisch wäre natürlich die Krönung gewesen.)

Unsere Zelte standen immer da, wo es uns gerade gut gefiel – natürlich immer gegen Abend und nach Möglichkeit trocken. Auch wenn dies nicht immer gelang: Lange schlafen konnten wir irgendwie trotzdem immer. Freies Camping ist einfach immer super. (Zugegeben: Nachts wurde es richtig kalt, oft zu kalt.)

Unser nächster Tag wartete mit dem vielleicht schönsten Streckenabschnitt, zumindest der mit dem meisten Adrenalin. Über den Bad Step ging es bei bestem Wetter mit sehr angenehmen Temperaturen entlang der Meeresküste.

Hier ging es fast ausschließlich über Felsen und Felswände, etwas mehr klettern als Hiking. Hat viel Spaß gemacht, würde aber vermutlich noch mehr Spaß machen ohne großen Trekking-Rucksack. Immerhin: Wunderbares Wetter den ganzen Tag und tolle Aussicht auf die Bucht. Der Bad Step bleibt in Erinnerung ,)

Wir kamen zurück ins Glen Sligachan, in dem wir nach anfänglichem querfeldein auch dem offiziellen „Pfad“ folgten. Auch hier hatten wir tolles Wetter und der Regen kam immer erst nachts, wenn wir in den Zelten waren. Trotzdem: Wasserdichte Kleidung und Schuhwerk versteht sich hier von selbst. Regen, Moor, Gebirgsbäche und die Flüsse – Wasser gibts genug und die Herausforderungen an die Kleidung sind groß.

Anstrengende, aber perfekte Tage gingen viel zu schnell vorbei. Die nahezu unendliche Einsamkeit (natürlich besonders jetzt im April!), die rauen Gebirgsketten und die einzigartige Landschaft machen eine Trekking-Tour hier zu einem tollen Erlebnis. Manchmal war es hart und kalt, aber die traumhaften Aussichten und der Spaß beim Wandern waren es in jedem Falle wert. Memo an mich selbst: Bei der nächsten Tour eine kleinere Isomatte, eine (noch) wärmere Daunenjacke und mehr Single Malt mitnehmen.

Auch der Rest der Reise war großartig, unkompliziert und erfahrungsreich. Auch Linksverkehr, defekte Flugzeuge, oder Meth-Flugkontrollen konnten dem Spaß wenig entgegensetzen, und so komme ich gerne wieder nach Scotland. Allein schon der Single Malts wegen. (In Schottland schmeckt der einfach noch besser 😉 )

 (Alle Photos sind von mir aufgenommen mit der Kompaktkamera Powershot SX 200 und stehen gerne unter der CC-BY-NC 3.0-Lizenz.)

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  1. Peter van dem Blog
    April 18, 2012 um 9:32 am

    Wow, klasse Tour!

  2. April 20, 2012 um 5:58 pm

    Sieht traumhaft aus! Ich würde mich freuen, sowas zeitlich zustande zu bekommen, vielleicht klappt es diesen Sommer, auch wenn ich da eher Richtung hoher Berge im Süden Deutschlands schauen werde..

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