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Kino: Brave (Merida – Legende der Highlands)

Seit Ewigkeiten mal wieder in einer Sneak gewesen. Im Gegensatz zum Rest des gut gefüllten Kinos hatte ich weder Erwartungen noch irgendeine Ahnung, welcher Streifen kommen könnte. Zu meiner Überraschung lief der neueste Pixar-Disney-Film „Brave“, mit dem deutschen Titel „Merida – Legende der Highlands“. Großartige Animationen, schottische Highlands und ein toller Lockenkopf: Merida im Filmcheck.

Pixar hat im vergangenen Jahrzehnt einen solch hohen Standard im Animations-Kino erreicht, dass es schwer ist, sich selbst zu toppen. Filme wie „Toy Story„, „Wall-E„, „Ratatouille„, „Die Unglaublichen“ oder „Findet Nemo“ sind fast jedem bekannt und haben weltweit für Begeisterung gesorgt, bei Kindern sowieso, aber auch bei Erwachsenen, weil die Filme oft eine Geschichte hinter dem Kinderfilm erzählen, und außerdem durch den pixar-typischen bissigen Humor überzeugten. Gerade der letzte eigenständige Film „Up“ von 2009 war einer dieser Filme, die man vermutlich als Erwachsener mehr liebt als als Kind.

Mit Merida erscheint nun nächste Woche der 13. Pixar-Film in Spielfilmlänge, und er hat als erster Pixar-Film eine weibliche Hauptrolle.  Die Handlung spielt im 10. Jahrhundert, einer Zeit mit Rittern, Burgen, und Heldentum, und angesiedelt ist die Geschichte von Merida und ihrer Family in den grandiosen schottischen Highlands. Merida ist die, nennen wir sie im besten Sinne ungestüm, Tochter von König Fergus und Königin Elinor, und möchte weder Prinzessin sein noch sich von ihren Eltern verheiraten lassen. Statt höfischer Etikette steht ihr der Sinn nach Bogenschießen und wilden Ausritten. Als sie sich mit ihren Eltern aufgrund ihrer vorhergesehenen Clan-Vermählung streitet und dabei insbesondere mit ihrer Mutter in Konflikt kommt, löst sie mit ihrer Reaktion Chaos und Trubel im Königreich aus. Und es liegt an Merida alles wieder zu einem guten Ende zu führen: Dabei muss sie selbst ihr eigenes Band wieder knüpfen und den Zusammenhalt der Familie wiederherstellen.

Familie, das ist das überordnende Thema von „Brave“: Zusammenhalt, familiäre Werte, und Traditionen. Doch bevor die eigentliche Geschichte losgeht, entführt uns Pixar in die vielleicht schönsten Animationsmomente seiner Geschichte. Beinahe 30 Minuten lässt sich „Brave“ Zeit um Land und Charaktere vorzustellen – ohne große Worte, fast nur mit Bildkraft und Kinomagie. Wie hier Merida und ihre Welt, die schottischen Highlands, vorgestellt werden, ist einfach nur wunderschön: Man kriegt nicht genug von den perfekt animierten Welten. Hier sieht man deutlich: Pixar ist derzeit in Punkto Technik und Bildgewalt nicht zu schlagen.

Doch leider fehlt „Merida – Legende der Highlands“ etwas, was andere Pixar-Streifen oft herausragend macht: Aggressiver, bissiger Humor und tiefgehende Geschichten. Der Plot ist nicht schlecht, und irgendwie auch ganz süß – doch hier finden wir dann vermehrt Disney: Eine Kindergeschichte, anknüpfend an Märchengeschichten der Marke Grimm mit Magie, Hexen, Verwandlungen und Happy End. Keine Frage: Disney/Pixar gehen bei der Storyline auf Nummer sicher und bieten im Grunde genommen feinste Kino-Märchen-Unterhaltung, die durch tolles Timing und schöne Einfälle glänzt, aber in der mir letztlich alles viel zu vorhersehbar ist und die mich nicht so berührt, wie es beispielsweise „Wall-E“ oder „Up“ gemacht haben. Wenn wir schon beim Negativen sind: Der Soundtrack ist leider nur so halbgar, viel zu oft viel zu kitschig, etwas zuviel der schottischen Braveheart-Dudelsack-Stimmung.

Andererseits besticht „Brave“ genau wie andere Pixar-Werke durch diese großartigen Charaktere, die schon durch ihre grotesken Zeichnungen alles verraten. Dabei sind hier vor allem natürlich Merida selbst und ihre Brüder zu erwähnen, aber im besten Sinne auch ihr Vater und die anderen Clan-Anführer. Technisch ist der Film hier einfach perfekt. Schon alleine Meridas rote Locken sind es eigentlich wert ständig anzuschauen. Bezaubernd!

Pixar dürfte mit „Brave“ (der anfangs des Abspanns übrigens dem verstorbenen Steve Jobs gewidmet wird) sicherlich wieder den besten Animationsfilm des Jahres geschaffen haben – gelungene Charaktere (heimlicher Star ist sicher Meridas Vater Fergus), eine grandiose Optik und einfallsreiche Gags dürften dies garantieren. Andererseits kommt er nicht ganz an einige frühere Meisterwerke heran.

Wer sollte sich „Merida“ ansehen? Sowieso alle Animations- und Pixarfans, hier überdies aber auch vor allem Disney-Lieblinge, die auch bei Kitsch gerne hinschauen. Letztlich ein perfekter Familien-Unterhaltungsfilm, mit teils überragenden visuellen Momenten, nicht mehr – aber auch nicht weniger. Hier entlang gehts zum deutschen Trailer.

(Bildcopyright: Pixar Animation Studios.)

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