Startseite > Kino & TV > Kino(p)review: 7 Psychos (Martin McDonagh, 2012)

Kino(p)review: 7 Psychos (Martin McDonagh, 2012)

Man merkt es deutlich: Es geht auf Weihnachten zu. Nicht nur in den deutschen Innenstädten, sondern vor allem in unseren Kinos, denn dort kommen wieder vermehrt richtig gute Neustarts. Das neue Werk von Regisseur Martin McDonagh startet am 6.12. und lohnt definitiv einen Kinobesuch. Eine großartige exentrische Gangster-Komödie.

colin farell sam rockwell Wenn der erste Film ein Volltreffer wird, sind die Erwartungen bei den Nachfolgern meistens groß. McDonagh hatte mit dem schwarzhumorigen Film-Drama Brügge sehen…und sterben? einen absoluten Hit gelandet: originell erzählt, wunderbare Darsteller und verschrobene Charaktere und eine perfekte Balance zwischen Tragik und Slapstick. Tolles Kino, mit charmanter Umgebung. In 7 psychos behält McDonagh diese Coolness aus Brügge bei und setzt dem Ganzen noch mehr Witz, noch mehr Einfallsreichtum und noch mehr ausgeflippte Ideen obendrauf. Dank der sympatischen Crew von Filmstarts.de war ich gestern bei der Preview des Filmes und sah einen Film, der durchaus Potential hat, einer dieser „Kultfilme“ zu werden. Einem gewissem „Pulp Fiction“ läuft er recht locker den Rang ab.

Und darum gehts: Marty (Colin Farrell) ist ein glückloser Autor, der sich nichts sehnlicher wünscht, als sein Drehbuch „Seven Psychopaths“ zu beenden. Sein Freund Billy (Sam Rockwell), ein arbeitsloser Schauspieler, der sich mit Hundediebstahl über Wasser hält, will ihm unter allen Umständen dabei helfen. Was Marty jedoch vor allem fehlt, ist Inspiration. Billys Diebeskumpan Hans (Christopher Walken) wiederum ist ein ehemals gewalttätiger Mann, der nun zum Glauben gefunden hat. Das Duo hat unwissentlich einen großen Fehler begangen und stahl vor kurzem den geliebten Hund des psychopathischen Gangsters Charlie (Woody Harrelson). Wenn dieser Wind von der Identität der Täter bekommen sollte, würde er sie töten, ohne mit der Wimper zu zucken. Marty soll bald die notwendige Inspiration erhalten – die Frage ist nur, ob er und seine Freunde das auch überleben…

Hier muss ich erstmal überlegen, wie ich diesem Werk, diesem Film voller absurder Ideen gerecht werden kann. 7 Psychos bietet eine ungewöhnliche, abgedrehte und oftmals abstruse Story, zu der man gar nicht zuviel sagen kann, ohne allzuviel zu spoilern. Fest steht: An Psychopathen mangelt es dem Film genauso wenig wie an Gewaltdarstellungen in jeder Form oder einfach grandiosem Humor. Der Film überschlägt sich fast vor Ideen, Witz und verrückten Einfällen. Und dazu auch noch ein Shih Tzu. Das Großartige daran ist, dass daraus kein Klamauk wird, sondern McDonagh es schafft das richtige Tempo zu finden, und die richtigen ruhigen Momente zwischen den Wahnsinns-Ekstase-Szenen zu balancieren. Logik darf man hier nicht zuviel erwarten: Die übersteigerte Groteske ist hier der Standard und dient dem Selbstzweck. Die Morde geschehen dabei geradezu überspitzt, wie man dies aus Comics kennt. Diese ironische Brechung führt dazu, dass man sich nicht darüber wundert, sondern herzhaft lacht und enorm viel Spaß hat.

Einen großen Anteil am gelungenen Gesamtwerk haben hier sicher auch die Schauspieler, denn Collin Farell ist vielleicht so gut wie nie, Christopher Walken zeigt, warum er mal zu den ganz Großen gehörte, und Sam Rockwell spielt selbst die hervorragenden Nebendarsteller wie Tom Waits und Woody Harrelson locker an die Wand. Eine Wahnsinnsfigur. Und DIE Mütze!

7 Psychos ist ein wahrer Glücksfall von Film. Wer auf bösen Humor, unkonventionelle Storys weit weg vom Mainstream und etwas arg verschrobene Charaktere (nennen wir sie ruhig Psychopathen!) steht, dem ist dieses Highlight wärmstens zu empfehlen. Martin McDonagh gelingt auch mit seinem zweiten Film ein absoluter Hit. Bei der üblichen Filmstarts-Sterne-Bewertung nach der Preview gab ich übrigens 4,5 Sterne (von 5). Und, at least: Mehr noch als sonst eh schon lohnt hier die Originalversion. Warum? Wegen diesem Mann und dieser unfassbaren Stimme, dessen wunderbare Psychopathenstory fast schon beiläufig erzählt, was aus dem Zodiac-Killer wurde.

  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. August 14, 2015 um 4:15 pm

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: