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Archive for the ‘Events’ Category

Goodbye Cocoonclub Frankfurt

Dezember 16, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Nachdem am 13. September die Betreiber des Cocoonclubs in Frankfurt Insolvenz beantragt hatten, war klar: Lange macht es der Club nicht mehr. Und so kam es auch: am 30.11.2012 fiel der letzte Vorhang, zum letzten Mal wurde im weltweit bekannten Club in Frankfurt ausgelassen gefeiert. Goodbye Cocoonclub.

cocoon, Club, Techno, Sven Väth

(c) Andreas Glänzel, 30.11.2012.

Man konnte zum Cocoonclub in Frankfurt stehen wie man wollte: lieben, hassen, tolerieren oder nicht beachten. Am internationalen Renommee und am tollen architektonischen und klanglichen Konzept kam man nicht vorbei, vor allem in den ersten Jahren ab 2004. Mit 700.000€ hatte der Club damals unglaublich viel Geld in eine gute Anlage investiert und dies war und ist der Grund für Tausende von Menschen gewesen, den Club zu besuchen, um dort zu feiern, zu tanzen, zu vergessen.
Mit den Jahren sind viele andere Clubs vorbei gezogen. Besser aufgestellt, sinnvollere Zusammenstellungen, bessere Konzepte und letztlich: bessere Musik. Im Cocoonclub setzte man die vergangen Jahre immer mehr auf Mainstream- ja, sogar Trance-Acts. Dies schadete dem Ruf noch mehr als die vermeintlich lächerliche Debatte um den Stil der Besucher. Aber in der Tat: Frankfurt hat ein enormes „sehen und gesehen werden“-Publikum mit Anzug und Hemd, oftmals wunderte ich mich auf Partys in Frankfurt über dieses Klientel. Aber mögen andere den Untergang und die finanziellen Schwierigkeiten beurteilen, dafür war ich viel zu wenig dort.

Zur Closing-Party habe ich mich aber nach einiger Zeit noch einmal aufgemacht. Das Lineup in meinen Augen gut und ansprechend, einfache VVK-Tickets und dazu ein guter Termin für mich. Also nichts wie hin – aber im Grunde hätte ich mir das gut sparen können. Denn an diesem Abend wurde leider alles, was man dem Cocoon oft vorwarf, fast klischeemäßig übertroffen. Lange chaotische Warteschlangen (während es draußen bei -4Grad mit Tickets noch recht zügig ging, war drinnen bei der Garderobe keine Chance mehr), viel zuviele Menschen auf engstem Raum, Frauen in Cocktailkleid und High-Heels wie bei einem Abschlussball, grölende Männer-Gruppen in JGA-Stimmung, und dazu auch noch – nicht erwartungsgemäß – wenig gute Musik. Besonders Herr Eulberg, auf den ich mich immer freue, und der einer meiner liebsten Produzenten ist, enttäuschte mich sehr. Vielleicht wollte auch der Funke einfach nicht überspringen, aber das war in meinen Augen eine Vollkatastrophe.

Manchmal machte ich die Augen zu, lauschte nur dem wunderbaren Sound des Basses, den Melodien der Tracks und vergaß die Tausenden Feiernden um mich herum: In diesen Augenblicken fühlte ich mich wohl, komplett versunken in der Musik, für die ich die Clubs liebe, für die ich auch den Cocoonclub sehr mochte.

Ganz so schlimm wie es sich nun anhört, war es natürlich auch nicht: Es war ein durchschnittlicher Club-Abend, der leider etwas unorganisiert und chaotisch war, aber es war auch definitiv kein schöner Abschluss eines legendären Clubs.

cocoon , Club, Techno, Clubs am Morgen

(c) Aus der Photoserie „Leere Clubs am Morgen“ von Andre Griesemann und Daniel Schulz, 2009.

Dennoch: Es bleibt eine schöne Erinnerung, einen solchen guten Club miterlebt zu haben. Die Cocoon-Musik, der Gedanke und die Cocoon-Events werden sowieso weiterleben. Und so ist es nur logisch, dass der letzte gespielte Track des Morgens „This is not the end“ von Gui Boratto war. Dann doch irgendwie ein versöhnlicher Abschluss.

Das Abschluss-Set des Residents Sidney Späth:

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Ein Tag am Rhein 2012 – Openair auf der Loreley

August 22, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Es ist Sonntag, der 19.8.2012. Es ist der heißeste Tag des Jahres. Im nicht weit entfernten Bad Kreuznach werden knapp 40° gemessen. Es ist aber auch „Ein Tag am Rhein“, ein elektronisches Openair-Tages-Festival, gelegen auf der wunderschönen Loreley im berühmten Mittelrheintal. 

Blick auf den Rhein und das MIttelrheintal von der Loreley

Ich war eingeladen worden vorbeizuschauen, tat dies mit dicker Erkältung im Gepäck, und konnte trotzdem einen schönen Tag mit unglaublich viel Sonne und guter Musik erleben. Ein gutes Lineup, angeführt vom Techno-Gemüse Karotte und dem Duo Superflu über Wankelmut, der mit seinem Remix zu Asafs Avidans Reckoning Song gerade auf Platz 1 der Charts (!) steht, bin hin zu den Koblenzer Lokalmatadoren rund um den S38-Club, und eine tolle Location: Perfekte Bedingungen für ein gelungenes Sonntags-Openair.
Es waren aber auch knapp 40 Grad und damit sehr extreme Bedingungen für ein Tages-Festival. Die Veranstalter packten dies aber gut an: Man konnte Wasser in PET-Flaschen mitbringen, diese nachfüllen, und es gab an verschiedenen Stellen immer wieder „Duschen“, Gartensprenkleranlagen, die schnell mal umfunktioniert wurden als Dauererfrischung.

Tag am Rhein, eletronisches Openair Loreley

Das war schonmal ganz vorzüglich und wurde dankend angenommen. Auch die Bühnenaufteilung mit den größeren Acts auf der Panoramaterrasse und dem Sidekick-Floor auf der eigentlichen Hauptbühne fand ich so in Ordnung. Leider war gerade auf der Terrasse der Sound nicht gerade prickelnd, doch war es ausreichend. (Bei 20€ Eintritt kann man aber durchaus eine sehr gute PA erwarten.)
Leider gab es viel zu wenige Erholungsflächen: Zu wenig Sitzgelegenheiten, zu wenig Wiese, zu wenig Chill-Out, besonders bei diesen Temperaturen. Hier hätte man mit einer Öffnung der Freilichtbühnenstufen schon für eine große Entlastung sorgen können, Schade drum!

Trotz dieser Minuspunkte war „Ein Tag am Rhein“ eine gelungene Veranstaltung und ein sehr schöner, feucht-fröhlicher Tag am Rhein: Gute Musik, vor allem Superflu wussten wie immer zu gefallen und auch Wankelmut (auch abseits seines Hits), und interessante Menschen und der wundervolle Blick auf den Rhein. So kann ein Sommertag gerne aussehen. (Gerne auch ohne Erkältung.)

sonnemondsterne – Das Festival 2012

August 21, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Einmal im Jahr wird die beschauliche Bleilochtalsperre in Thüringen zum Megaevent: Bei Deutschlands zweitgrößtem Festival für elektronische Musik, der sonnemondsterne, tanzten zum 16. Mal bereits tausende Menschen zu Liveacts, DJs und Bands. Ich war auch mal wieder da, und hab mir vieles Gutes angesehen. Ein musikalisches Review.

sonnemondsterne Festival Bleilochtalsperre Saalburg

Schon über eine Woche ist es her, dass ich wieder zurück bin, und erst jetzt finde ich die Kraft etwas zu schreiben. Und auch die Zeit. sonnemondsterne ist eigentlich ein kurzes Festival – nur Freitag und Samstag -, aber zählt es doch irgendwie zu den besonders intensiven. Direkt an Deutschlands größter Talsperre (nach Stauseevolumen in m³) liegt für einige Tage im Jahr ein kleines Musikparadies für elektronische Fans – auch wenn es sich dabei nicht ausschließlich um die kleinen Perlen handelt: Bei sonnemondsterne kommen traditionell einige „Big names„, in diesem Jahr zum Beispiel Fat Boy Slim (der wenige Stunden später bei der Olympiaschlussfeier in London auflegt), die Alt-Rocker The Prodigy oder der neue Superstar am progressiven Mainstream-Dubstep-Himmel Skrillex.

Genauso typisch wie solche Facetten beim Festival in Saalburg ist es, dass ich mich eher für die kleineren Acts interessiere, innovative und inspirierende neue und alte DJs und Bands. Einer der „alten“ Acts, die ich dann doch sehen wollte, war Vitalic. Und der Franzose enttäuschte zumindest mich nicht, auch wenn sein „Live“-Set technisch nur äußerst unterdurchschnittlich war. Doch mit seinen Tracks kriegt er mich immer: Spätestens bei „La Rock 01“ war es um mich geschehen. Viele seiner neuen Tracks wie z.B. Second Lives sind sehr elektrolastig, was vor allem meinen Freunden mißfiel. Rund um Vitalic hörte ich ein bisschen Rush und Chris Liebing zu, und fühlte mich wie vor 10 Jahren. Danach ging es endlich ins Muna-Zelt, die an diesem Wochenende dem Label mit dem schönsten Namen huldigten: Freude am Tanzen. Leider verpassten wir hier Monkey Maffia, doch mit Matthias Kaden hatten wir viel Spaß, vor allem weil auch ER unglaublich Spaß hatte. Einfach sympatischer Kerl. Super Musik sowieso. Danach verschnauften wir in der großzügig angelegten Fress-Mitte des Festivals, wo die Preise leider nicht ganz so großzügig sind. Immerhin: Unsere Pommes sind lecker. Und die Angestellten freundlich. (erlebt man ja auch nicht immer!) Frisch gestärkt gehts zum Cocoon-Tent und rein zu Daniel Stefanik. Obwohl Stefanik ein wirklich astreines Set spielt, wir quasi VIP-Plätze in vorderster Reihe haben und der Spaßfaktor groß ist, finden wir schließlich die Momente, die man sucht und für die man auf Festivals fährt. An der Beach-Bühne feiert der Berliner Club Watergate sein 10-Jähriges Bestehen und glücklicherweise – für uns – macht er das mit einer Function One-Anlage und einem exquisiten Lineup rund um die Uhr. Den Anfang für uns macht das Duo Tale of Us, die im letzten Jahr vor allem durch grandiose Remixe auffielen (z.B. für whomadewhos Every minute alone), aber hier auch durchaus als DJs begeistern können. Richtig fein wird es aber danach mit dem Hamburger Diynamic-Mann H.O.S.H., der über 3 Stunden allerfeinsten House spielt, während wir dabei den größten Spaß haben. Er verzaubert uns mit uns Stücken wie „Raining again“ von Betoko oder „What i might do“ von Ben Pearce, und wir haben mal wieder den größten Spaß des Festivals morgens am Strand. Es ist einfach die perfekte Kombination: Sand, Wasser, gute Musik, und ausgelassene Stimmung, und das stundenlang. Mit den ersten Klängen von Loco Dice hauts uns erstmal in unsere Luxus-Kojen auf dem Campingplatz, wir sind schließlich schon über 12 Stunden am tanzen.

Samstag, also abends, und damit ein neuer Festivaltag. Den Einstieg gibts mit meinen persönlichen Lieblingsnerds von der Insel: Hot Chip sind wieder unterwegs. Die Jungs (und Drummerin) rund um Alexis Taylor und Joe Goeddard haben nach diversen Ausflügen wieder zusammengefunden und spielen ein wie immer erfrischend gutes elektronisches Pop-Set. Für mich das erste und einzige Mal des Wochenendes Musik mit echten Instrumenten, doch wie immer ein Highlight, selbst nach etlichen Live-Erlebnissen, weil immer phantastische Stimmung und tolle Songs. Leider etwas kurz. In der Umbaupause zu Marek Hemmann (live) wollten wir ganz kurz raus auf die Toilette, daraus wurde eine halbe Stunde Anstehen, denn Hemmann war als weiterer Lokalpatriot mit seinem Set so etwas wie der geheime Headliner. Und womit? Durchaus mit Recht. In einem stimmungsvollen, lichttechnisch ordentlichen Main Circus war Hemmann bestens aufgelegt, spielte ein klasse Set, natürlich auch mit einigen seiner großen Hits wie Left oder Gemini. Das hätte gerne länger gehen können. Durch diese tollen Auftritte hatte ich zwar Apparat verpasst, aber die Qualität der Beach-Bühne war sowieso durchgehend so großartig, dass man dort auch gut catz’n’dogz lauschen konnte. Aber nach dem üblichen „Fire works“, welches diesmal durchaus schön und faszinierend war, ging es aber weiter zu Âme auf der Stil vor Talent-Bühne. Für Rej und seine weiteren Arbeiten bleibt das Duo wohl immer einer meiner Favoriten. Leider haben wir da nicht mehr viel gehört, perfekterweise machte aber direkt A critical Mass– und Innervisions-Kollege Henrik Schwarz weiter – ebenfalls live. Obwohl ich hier schon langsam platt war, war das großartig: Tanzen zu Schwarz‘ Gefühl von Musik. Die letzte Stunde unseres Festival-Besuches gönnen wir uns bei Format:B. Knackies Techno-Set, ganz im Stil des Restless-Albums, natürlich auch mit einigen älteren Tracks.

Mehr ging nicht bei mir, auch wenn ich viele andere Acts gerne gehört hätte. Ärgerlicherweise zum Beispiel: Heartthrob, Adam Port, Extrawelt oder den Mainzer Butch. Aber: Das kennen wir ja schon, alles geht leider nie.

Was gab es neben der Musik? Sehr viele nette, chaotische, lustige Menschen. Nirgendwo Stress. Viel gute Laune, viele lächelnde Menschen. Wenig Anstehen, bessere sanitäre Situation als vor einigen Jahren, gute Logistik, sehr ordentliche iphone/Android-App. Alles in allem: Wie immer ein wunderbares Festival, wenn man etwas abseits der ganz großen Acts tanzt und sich mit allem ein bisschen Zeit lässt und sich immer auch etwas treiben lässt – von guter Musik, aber auch von witzigen Momenten. Ich habe zwar auch einige Photos gemacht, aber es gibt ganz wunderbare Shots, zum Beispiel hier und hier. Klickt Euch rein in das bunte Vergnügen.

Danke für 4 wunderbare Tage.

Red Bull Flugtag in Mainz – Absturz im Zollhafen

Mai 29, 2012 1 Kommentar

Pfingstmontag 2012, Sonne, Hitze und ein Menschenstrom vor meinem Fenster wie sonst höchstens an Rosenmontag. Was war passiert? Die Marketing-Spezialisten von Red Bull hatten ihren nächsten Flugtag im Mainzer Zollhafen anvisiert. Viel Werbung, das aktuelle Traumwetter und die gute Location in der Neustadt sorgten für einen riesigen Besucherandrang. 

Dass es voll werden würde, war bereits vorher klar. Doch wieviele Menschen wirklich zu dem Flug-Wahnsinn von Red Bull wollen, stelle ich erst morgens beim Aufstehen mit einiger Verwunderung fest: Auf der Straße bewegen sich tausende Menschen in einem nicht versiegenden Strom zwischen Bahnhof und Rhein. Es ist heiß, die Sonne knallt schon frühmorgens, es riecht überall nach Feierstimmung und Vorfreude. Der Flugtag im kleinen, beschaulichen Mainz? Schon eine kleine Sensation – war die große Red Bull Show rund um selbstgebastelte Flugobjekte doch bisher lediglich in deutschen Millionenstädten wie Berlin, Hamburg oder Köln statt.

Der Mainzer Zollhafen, der seit längerem eine Baustelle ist und in ein Wohn-und Lebeviertel umgebaut wird, war seit Tagen nicht wiederzuerkennen und zu einer einzigen großen Eventfläche verändert. Doch auch die weiten Flächen und Tribünen auf der Rheinallee-Seite waren nicht genug: Das Gelände war an diesem Tag leider 3 Nummern zu klein. Schon gegen 10 Uhr morgens warten Tausende auf den Einlass, bereits gegen kurz nach 11 wird das Gelände zum ersten Mal abgeriegelt. Drinnen beginnt der Kampf um Plätze, Tribüneneintritt und Getränke. Es herrscht ein wenig Rosenmontag-Stimmung, zusätzlich unterstützt durch das Moderatoren-Duo Klaus Hafner (Mainz05-Stadiosprecher) und Tobias Mann (Mainzer Karnevalist) mit ihren Helau-Rufen und „Laola“-Versuchen. Etwa eine halbe Stunde vor dem offiziellen Start ist auf dem Gelände der sprichwörtliche Siedepunkt erreicht: Menschenmassen, Hitze und eine Menge Chaos.

Während sich nun, einen Tag später, Red Bull mit einem Tag der Superlative brüstet (150.000 Zuschauer, neuer Weltrekord und einer Stimmung wie beim Karneval), gibt eine Großzahl der Besucher schlechtes Feedback ab: zu voll, zu heiß, keine Plätze, zu wenige Getränke, schlechte Organisation, Chaos.  – Und ich frage ich mich ganz lapidar: Was denken sich Menschen bei solcher Kritik? Ja, ganz klar, auch wir waren anfangs not amused über die Tribünen-Situation, auch uns war heiß, auch wir mussten anstehen. Aber: Das Event war kostenfrei, man durfte sogar Getränke (selbst Bier!) und Essen mit hinein nehmen, und entgegen jeder Kritik waren Security und Ordner zwar bestimmt, aber freundlich und professionell. Nicht zuletzt: An den Gittern außen gab es kostenlos Trinkwasser im Becher, an einem solchen heißen Tag eine tolle Geste der Veranstalter.

Letztlich zählt für mich: Bei solchen Events muss man 1) früh aufschlagen 2) sich selbst um Verpflegung kümmern und 3) etwas vorausschauend denken (Dazu gehört zB auch keine Hunde oder Babys mitzunehmen). Alles andere macht nie Sinn, das zeigt doch die Erfahrung. Folglich sind all dies Probleme des Besuchers, nicht der des Veranstalters. Ein bisschen Denken schadet nie!

Den Veranstalter Red Bull kann man für andere Dinge rügen, soviel ist auch sicher: Langatmigkeit zwischen den Sprüngen und der Choreo, eine grenz-debile Co-Moderatorin („Doppel-D(esi)“), ein übermotivierter, letztlich überforderter Moderator Tobias Mann, eine vor allem anfangs schlechte Akkustik und nur eine einzige Videoleinwand. Doch trotz dieser Probleme kann ich da auch darüber lachen: Manchmal ärgerlich, aber das sind Premieren-Fehler in einer kleinen Stadt, wie sie einfach immer vorkommen. (Der Besucherandrang konnte in dieser Dimension in Mainz kaum erwartet werden.)

Bei aller Kritik muss man hier auch festhalten, dass dies alles eine einzige große Werbe-Veranstaltung ist und wir trotz allem einen schönen Vormittag/Mittag am Zollhafen hatten, es uns in der Sonne gut gehen ließen und viel Spaß mit den Choreos und den verunglückten Abstürzen in den Rheinhafen hatten. Viele toll aussehende Fluggeräte stürzten zwar viel zu schnell ab, aber eigentlich geht es doch genau darum: Spaß haben, der Sieg hier an diesem Tag ist nebensächlich. So verpassten wir auch leider den neuen Weltrekord, aufgestellt vom Wiesbadener Team „Rückkehr der Teichfighter“, weil wir noch weiter mussten, aber das ist doch alles halb so wild. Für einen Pfingstmontag nach einem langen, anstrengenden Wochenende war das genau das Richtige.

Fazit: Red Bull versteht es wie keine andere Marke der Welt, Werbung mit Freude, Spaß und Action zu verbinden. Auch in Mainz ist ihnen ein erinnerungswürdiges, riesiges Event geglückt, deren Premiere noch von einigen Fehlern und zu wenig Platz für zuviele Besucher begleitet wurde, aber gerne in den nächsten Jahren wieder stattfinden sollte. Eine Bereicherung für Mainz und den Hafen.

bouq.campus – Season Opening 2012

Mai 2, 2012 2 Kommentare

Es ist der 1. Mai, es ist Feiertag, es ist sonnig und heiß – Was gibt es besseres als diesen Tag auf dem ersten musikalischen Openair des Jahres zu verbringen? Es war wieder Zeit für das Bouq.Opening, den bouq.garden in großer Version: bouq.Campus auf dem Gelände der Mainzer Universität. Sommer, Musik, unglaublich viele Leute – und Eintritt frei. Viel besser geht nicht.

bouq.campus Mainz Universität

Schon das letztjährige Gastspiel der bouq.Family auf dem Mainzer Campus war ein toller Erfolg: Dort wo sonst gebüffelt und gearbeitet wird, erklangen elektronische Beats, es roch nach Grill und Bier. So war es kein Wunder, dass dieses Jahr dem Aufruf noch mehr Menschen folgten:

Steckt Euch Blumen in die Haare, massiert die Pflastersteine unter Euren Füßen, begrüßt Freiluft und Feierduft, wenn die schrägste Familie diesseits des Urals schönes Wetter bestellt hat. Mitten zwischen den ersten Sonnenstrahlen und dem kommenden Sommer präsentieren wir Euch stolz und voller Dankbarkeit die erste diesjährige Ausgabe unserer Campus-Initiative in Sachen Feiertagsgestaltung Deluxe.

Das perfekte Sommer-Wetter tat sein Übriges, und mit dem gestiegenen Bekanntheitsgrad der letzten Jahre füllte sich der Campus zu einer beachtlichen Menge an Feierwütigen und Feiertags-Chilligen. (Es dürften einige Tausend gewesen sein!) Die bouq.-Jungs um Sebastian Lutz, Marcello Nunzio, Amir und Butch drehten die Plattenteller und die Stimmung war schon am frühen Nachmittag beachtlich und wunderbar friedlich. Ein toller Feiertag, abgerundet durch viele Freunde, kaltes Bier (sic! ,) ) und Sonne ohne Ende.

Man kann als Besucher und Freund der elektronischen Musik der gesamten Bouq.Crew nur Dankeschön sagen. Danke für diese Events und Danke für die Arbeit an den Openairs. Vergleichbare Events (die dann auch mit Butch als Headliner oder Co überzeugen wollen) nehmen beispielsweise in Frankfurt oder Köln 15-25€ Eintritt. Ich möchte da nicht zuviele Worte verlieren, ein Kommentar auf der Facebook-Seite bringt meine Gedanken gut rüber:

Was die Jungs da heute wieder geboten haben ist ein Fest für alle und jeden und es ist frei von überhöhten Eintrittspreisen und überzogener kommerzialisierung und das alles nur aus Liebe zur Musik,dem Tanz und der Bewegung. Grandioser Idealismus der in der heutigen Zeit gar nicht genug gelobt und gelebt werden kann.

Das dies natürlich auch Komplikationen mit sich bringt: selbstverständlich. So denkt man manchmal etwas melancholisch an die gerade mal 3 Jahre zurückliegenden bouq.gardens mit wenigen Hundert Menschen zurück. Aber okay, das ist eine Entwicklung, die letztlich auch schön ist. So entdecken viele Menschen wunderbare Musik. Auch auf die quälend langen Wartezeiten bei Bier- und Essensständen blicke ich dann lächelnd: auch geschenkt. Solche Probleme gibt es halt, wenn tausende Menschen ein kostenfreies Event überströmen. Letztlich ist das Kritik auf höchstem Niveau 😉

Ich freue mich auf viele weitere bouq.-Events. Danke, Bouq!

Trentemøller live in Den Grå Hal, Christiania

November 29, 2011 1 Kommentar

Anders Trentemøller, der umtriebige Däne aus Kopenhagen, hat ein extremes Jahr 2011 hinter sich. Zusammen mit seiner Band eine intensive Welttournee mit über 100 Stationen in vielen Ländern, dazu ein neues Remix-Album, eine Compilation-Veröffentlichung, und zahlreiche zusätzliche DJ-Sets. Bevor er jetzt für eine lange Zeit ins Studio geht für die Aufnahmen des neuen Albums gab es zwei Abschlusskonzerte in seiner Heimat. Wir konnten Tickets ergattern und erlebten ein Konzert der Extraklasse.

Trentemøller live at Den Den Grå Hal, Christiania (25.+26.11.2011)

Trentemøller live at Den Den Grå Hal, Christiania (25.+26.11.2011)

Mitten im faszinierenden Kopenhagener Freistaat Christiana liegt unweit der Green light zone, einer Art Marktsstraße für Cannabis und Marihuana, eine äußerlich unscheinbare Halle: Den Grå Hal. In dieser tollen, alten Holzdecken-Halle spielt Trentemøller seine letzten beiden Shows dieses Jahr. Es ist eine Art Heimspiel in seinem Heimatland und die Halle ist längst ausverkauft. Und weil es auch für ihn und die große Band ein Abschied ist, gibt es befreundete Vorbands, und im Anschluss finden sich auf der Bühne nochmal fast alle für ein gemeinsames DJ-Set ein. Aber der Reihe nach.

Mit den beiden Vorbands Giana Factory (aus Dänemark) und Death Crush (aus Norwegen) mit jeweils erstaunlich hohem Frauenanteil (incl. pogender Frontfrau im Publikum) konnte man sich die Zeit vor dem Konzert sehr gut abfinden, das Bier schmeckte (für Kopenhagen-Verhältnisse erstaunlich günstig, nur etwa 5€ pro Becher^^) und die Halle war schnell gut gefüllt. Als schließlich Trentemøller begann, war es gemütlich angefüllt mit vielen sympatischen Besuchern und guter Stimmung. Und Trentemøller zeigte von Beginn das, was man von ihm erwartet: eine kompromißlose, leidenschaftliche Show voller Energie, voller Power und mit wunderbarer, vielfältiger Musik – begleitet von sehr guten Sängerinnen und Instrumentalisten. Die Stimmung erreichte schon mit den ersten Stücken (Mash and the Fury und Shades of Marble) sehr schnell Betriebstemperatur.

Mich begeistert bei den Live-Shows von Trentemøller vor allem immer die Intensität des Ganzen. Völlig egal welcher Song: Aus der jeweiligen Live-Nummer werden epische Tracks, die Live-Band setzt sowohl die rockigen als auch die elektronischen Elemente der Alben gekonnt um, und Trentemøller selbst spielt und hüpft sich jedes Mal auf neue selbst in Extase. Nur um dann im nächsten Augenblick in den ruhigen Momenten des Konzertes eine Gänsehaut-Stimmung zu erzeugen, wie hier bei dem allseits bekannten Miss you (Videos nicht von mir, da hatte ich selbst gar keine Zeit für.) Wie man am Ende gut beobachten kann: Während des leider viel zu kurzen 90-minütigen Konzertes gibt es keine Pause: Es geht sofort in den nächsten Song über, und es gibt auch keine einzige Ansage.

Bei Songs wie …even tough you’re with another girl oder sycamore feeling können sich die hervorragenden Gastsängerinnen hervortun. Hier zeigt sich außerdem, dass auch diese ruhigen Songs live eine enorme Wucht erzeugen können. Ein – wenn nicht DER – Höhepunkt ist dann schließlich moan. Schon auf dem ersten Album einer meiner Lieblingssongs, entwickelt sich dieses Lied zu einem 10-Minuten langen Monster, mit 2-minütigem Mundharmonika-Intro. Absoluter Wahnsinn, und absolut großartig. Ein riesen Lob an die tolle Band, exzellente Umsetzung. [Video keine gute Quali, aber es reicht für einen Einblick.]

Viel zu schnell ist das Ende des Konzertes erreicht: leider war das so gut, dass man die Zeit dabei völlig vergisst. Bei der erwartungsgemäßen Zugabe darf der Silver Surfer nochmal abgehen und eine wilde Party feiern. Spätestens danach bin ich sowieso am Ende meiner Kräfte. Immerhin reicht es noch für ein 2 Stunden DJ-Set im Anschluss, nette Unterhaltungen mit anderen Gästen, wilden Tanzeinlagen und Abfeiern von spontanen Drum-Sessions von Trentemøller selbst. Ein wirklich großartiger Abend geht etwa gegen 3 Uhr in der Früh in Christiana zu Ende – bei viel zu scharfem Kebap. Ich zitiere ungern Facebook-Kommentare, aber dieser Comment trifft das Konzert ziemlich gut:

„Trentemøller“ completed his World Tour in Copenhagen tonight and what a show – maybe my best concert on danish ground this year! He took us on a „Tour de Tribute to techno/industrial pioneers“ and boy I love that style – from Kraftwerk (Robots like), Bowie (Weeping Wall like), Gary Numan and Nine inch nails (I’ll post Cars tomorrow), Joy Division (Love will tear us apart like), New Order (Blue monday), David Lynch (Mullholland drivish), Massive attack (the slow passages) to Skrillex (he did Skrillex special sounds on the extra number). Cool cat, fantastic. Goodnight 🙂

Einige weitere Kopenhagen-Impressionen hier.

Review: Awake Festival 2011 im Frankfurter Stadionbad

September 19, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Die zweite Auflage des Awake – Summer Breaks fand gestern nicht mehr in der Mainzer Maaraue statt, sondern im Frankfurter Stadionbad. Das Lineup des elektronischen Openairs war dieses Jahr noch ein Stück breiter und internationaler aufgestellt, und damit auch ein würdiger Abschluss der Sommersaison – auch wenn das Wetter nicht so mitspielte wie ein Jahr zuvor.

Einlass Awake 2011

Die Event-Premiere im letzten Jahr war für die Besucher wie mich erstaunlich gut über die Bühne gegangen: gute Stimmung, tolle Organisation, sehr faire Preise, eine tolle Location und wundervolles Sommerwetter. Daran musste sich das zweite Awake messen lassen. Und das Frankfurter Stadionbad war in jedem Falle eine gute Wahl: Ein sehr großes Gelände, weit außerhalb gelegen und wunderschön eingebettet in Wald und alte Zwanziger-Jahre-Bauten.  Leider gings beim Einlass etwas holprig zu. Hier gab es schon fast „Love Family Park-ähnliche“ Zustände, viel zu wenige Security für zuviele Menschen bedeuteten über eine Stunde anstehen, und das Verpassen  von einigen Acts.

Drinnen war es überschaubar: Gelände war angesichts der Besucher fast zu groß. Dies hatte wiederum den Vorteil, dass man nie für Toilette anstehen musste, die Getränke gab es ohne Wartezeit und auch Essen ging zügig und ohne allzulanges Warten. (Auch wenn das Bon-Pfand-System doch manchmal sehr nervt.) Hat alles wunderbar gepasst, die Organisation verdiente sich wie im vergangenen Jahr Bestnoten. Leider stiegen auch die Preise: Getränke und co liegen nun auf dem völlig üblichen (teuren) Event-Niveau (Bier = 4€, Wodka-RedBull 0,2l = 7€.)

Bühnenaufteilung und Sound hat mir persönlich sehr gut gefallen. Die beiden Floors waren weit genug voneinander entfernt, kein Soundgematsche, kein Bassbrei, anständige Höhen und Tiefen, so zumindest mein Eindruck.

Nun aber endlich mal zum wichtigsten: der Musik. Und hier konnte das Awake 2011 richtig punkten. Das Lineup war schon auf dem Papier ziemlich toll, und wurde sogar noch besser beim Hören und Tanzen. Vor allem auf Floor 2 reihte sich ein guter Act an den anderen, hier gab es eigentlich kaum schwächere Sets. Michael Mayer hat mir wie eh und je gefallen, Steffi mit ihrem druckvollem Sound hätte ich gerne noch länger gehört, und Dirty Doering spielt ein wundervolles Set. Als er am Ende sein i would spielt, ist das schon früh eines der Highlights des ganzen Tages. (Verpasst habe ich hier leider Art Department.)

Andy Butler & Wolfram

Auf der Hauptbühne war die Stimmung eher verhalten, hier war das typische Festival-Besucher-Verhalten zu sehen: Gekommen um Kalkbrenner, Rother und co zu sehen, wissen viele nicht, was sie mit anderer, für sie unbekannter Musik anfangen können. Und dabei gab es auch hier tolle Sets zu hören. Jamie XX mit seinem relativ unverwechselbaren Sound zum Beispiel, oder später Butch, der als kurzfristiger Ersatz für Heidi die Menge locker im Griff hatte, und vor allem auch mit seinen eigenen Hits zu gefallen wusste. Meine persönliche Überraschung waren aber Andy Butler (von Hercules and Love Affair) feat. Wolfram (aka Diskokaine): Großartig! Klasse oldschool Musik, witzige Typen, und am Ende des Sets ein ansatzloses, stimmungsvolles Mr. Vain (Erinnerung an jemanden, habs leider nicht verstanden). Fritz Kalkbrenner zieht erwartungsgemäß alle Leute vor die Bühne, löst schön mit den ersten Tönen Begeisterungsstürme aus, – und enttäuscht uns dafür umso mehr. Ähnlich wie der große Bruder ist das zuviel „CD reinschieben“. Schade, nicht mal Live-Gesang – und das obwohl er doch eine wunderbare Stimme hat.

Alles in allem sehr viel tolle Musik, sehr viele gute Tracks und Sets: Man kann dem Awake-Festival zu diesem Lineup nur gratulieren: Es zeugt insgesamt von Klasse und einem guten Gespür für aktuelle Trends. Das „Big Names“ wie Kalkbrenner, Rother oder auch Lexy sein müssen, damit genügend Besucher kommen ist schade, aber aus meiner Sicht verkraftbar. So könnte ich mir durchaus vorstellen, wiederzukommen, vor allem bei einem unschlagbaren Preis für 22€ pro early-bird-Ticket!

Summer-BREAK

Leider spielte das Wetter nicht mal ansatzweise so mit wie letztes Jahr. Glücklicherweise bleib es größtenteils trocken, aber es war ständig unangenehm kalt und windig. Das Sommer-Openair-Feeling blieb daher leider sehr fern. Mit meiner kurzen Hose wollte ich wohl etwas zuviel den nicht vorhandenen Sommer verlängern. 😉

Und trotzdem: Schöner Abschluss der Openair-Saison, für die ich mir im nächsten Jahr mehr Sonne und Wärme wünsche. Und für das Awake 2012 im Speziellen: schnellerer Einlass, Bestätigung des guten Lineups mit neuen, frischen Acts, und noch ein wenig mehr Deko statt Werbe-Ständen 😉

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