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Florence and the Machine live in Frankfurt

Dezember 17, 2012 3 Kommentare

Erst zwei Alben und schon gefühlt ein Weltstar. Florence Welch ist schon jetzt eine Marke, und sie kann damit mittlerweile auch bei uns größere Hallen füllen. Ein Bericht vom wundervollen Konzert am 2.12.2012 in der Frankfurter Jahrhunderthalle.

Live in Frankfurt, Jahrhunderthalle

Miss Welch ist gerade 26 Jahre alt, doch wenn sie in ihren Kleidern Kostümen auf der Bühne erscheint, wenn sie ihre Stimme durch die Hallen peitscht, wenn sie eine rundum perfekte Show abzieht, denkt man sie wäre eine wesentlich ältere Dame. Erst wenn sie immer wieder hüpft und springt und schreit und animiert, kommt der jugendliche Wahnsinn etwas durch. Dann ist Florence in ihrem Element, dann reißt sie ein ganzes Publikum bis zu den letzten Plätzen mit. Dass Florence and the Machine wahnsinnig gute Shows abliefern, wusste ich schon von Freunden – und natürlich auch von anderen Aufzeichnungen, wie hier beim Glastonbury. Also wurde es Zeit, und glücklicherweise war das Ende der European-Tour fast vor der Haustür*. (*in Konzertsprache: weniger als eine Stunde Anfahrt.)

Den Support übernehmen – wie bei allen Konzerten der Tour – Spector, eine britische Indie-Band, die schon vor ihrem Debüt-Album in die Ehren der Auswahl der BBC-Acts des Jahres kamen. Und gar nicht mal zu Unrecht: Guter Sound, interessante Lead-Stimme (erinnerte uns etwas an Editors-Frontman Tom Smith), und wirklich gefälliger Gitarrenrock. Das ist in der Tat eine nette Vorband, der man gerne zuhört. In ihr Debüt-Album  aus dem August muss ich dringend mal länger reinhören.

Danach herrscht eine ungewöhnlich lange Umbau-Pause, die manch quengeliger Fan gar schon mit Pfiffen quittiert, doch als die ersten Klänge von Only if for a night erklingen, ist dies vergessen. Denn Florence and the Machine sind von der ersten Sekunde voll da. Das Publikum braucht etwas länger, aber spätestens mit dem zweiten Song What the water gaves me sind alle mit dabei. Frau Welch steht am Bühnenrand, und singt, ja manchmal möchte man fast schreien sagen. Aber das ist es nicht: nichts bei ihr klingt gepresst. Ihre Stimme ist selbst bei den unangenehmen Höhen und Längen ausgeglichen. Beeindruckend. Immer wieder rennt sie von einer Seite der Bühne zur anderen, animiert die Gäste bis zu den letzten Sitzplätzen auf der Tribüne, tanzt ausgelassen – nur um im nächsten Augenblick wieder still zu stehen und die ruhigen, magischen Momente des Konzertes beinahe andächtig hervorzuheben, wie beispielsweise in der Piano-Version von Leave my Body.

Das ist vielleicht das Großartige an Florence and the Machine. Die Mischung aus gnadenlos ausuferndem Pop-Song, tanzbaren Stücken und etwas so Stillem wie hier zu hören. Und schon eine Sekunde später ist sie mit ihrem Radio-Hit Shake it Out schon wieder auf Durchdreh-Modus. Zwischendurch fordert sie bei Rabbit Heart (Raise it up) alle auf sich gegenseitig auf die Schultern zu nehmen, bei der ewig langen Zugabe The dog days are over schreit sie in die Menge und springt anschließend mit dem Publikum um die Wette. Das Schöne an all dem: Man merkt der Band, den Sängerinnen und ihr den Spaß auf der Bühne an. Und das überträgt sich schnell auf alle. Das sind die Konzerte, welche einem später in positiver Erinnerung bleiben. You’ve got the Love ist da nur eines von vielen schönen Highlights.
Ziemlich genau 1:45 h war die Band auf der Bühne incl. aller Zugaben, und die hatten es sowohl zeitlich als auch stimmungsvoll in sich. Spectrum war toll, und dog days are over dann die großartige Krönung eines sehr guten Konzertes.

Die ganze Setlist des Konzertes:

1. Only If for a Night  2. What the Water Gave Me 3. Drumming Song  4. Cosmic Love  5. Bird Song (Intro) 6. Rabbit Heart (Raise It Up) 7. You’ve Got the Love  (The Source cover) 8. Lover to Lover  9. Heartlines  (acoustic) 10. Leave My Body (piano version) 11. Shake It Out  12. No Light, No Light

Zugabe: 13. Sweet Nothing  14. Spectrum 15. Dog Days Are Over

Gar nichts zu meckern? Eigentlich nichts, aber nun ja: Der Ton in der Jahrhunderthalle war leider alles andere als optimal. Mehr als einmal sehr übersteuert. Da erwarte ich mir als Konzertbesucher einfach etwas mehr Professionalität – kann aber auch Wunschdenken sein.

Ansonsten großes Lob: wunderbarer Abend mit dieser wahnsinnigen Frau auf der Bühne. Wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich Florence and the Machine gesehen habe.

sonnemondsterne – Das Festival 2012

August 21, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Einmal im Jahr wird die beschauliche Bleilochtalsperre in Thüringen zum Megaevent: Bei Deutschlands zweitgrößtem Festival für elektronische Musik, der sonnemondsterne, tanzten zum 16. Mal bereits tausende Menschen zu Liveacts, DJs und Bands. Ich war auch mal wieder da, und hab mir vieles Gutes angesehen. Ein musikalisches Review.

sonnemondsterne Festival Bleilochtalsperre Saalburg

Schon über eine Woche ist es her, dass ich wieder zurück bin, und erst jetzt finde ich die Kraft etwas zu schreiben. Und auch die Zeit. sonnemondsterne ist eigentlich ein kurzes Festival – nur Freitag und Samstag -, aber zählt es doch irgendwie zu den besonders intensiven. Direkt an Deutschlands größter Talsperre (nach Stauseevolumen in m³) liegt für einige Tage im Jahr ein kleines Musikparadies für elektronische Fans – auch wenn es sich dabei nicht ausschließlich um die kleinen Perlen handelt: Bei sonnemondsterne kommen traditionell einige „Big names„, in diesem Jahr zum Beispiel Fat Boy Slim (der wenige Stunden später bei der Olympiaschlussfeier in London auflegt), die Alt-Rocker The Prodigy oder der neue Superstar am progressiven Mainstream-Dubstep-Himmel Skrillex.

Genauso typisch wie solche Facetten beim Festival in Saalburg ist es, dass ich mich eher für die kleineren Acts interessiere, innovative und inspirierende neue und alte DJs und Bands. Einer der „alten“ Acts, die ich dann doch sehen wollte, war Vitalic. Und der Franzose enttäuschte zumindest mich nicht, auch wenn sein „Live“-Set technisch nur äußerst unterdurchschnittlich war. Doch mit seinen Tracks kriegt er mich immer: Spätestens bei „La Rock 01“ war es um mich geschehen. Viele seiner neuen Tracks wie z.B. Second Lives sind sehr elektrolastig, was vor allem meinen Freunden mißfiel. Rund um Vitalic hörte ich ein bisschen Rush und Chris Liebing zu, und fühlte mich wie vor 10 Jahren. Danach ging es endlich ins Muna-Zelt, die an diesem Wochenende dem Label mit dem schönsten Namen huldigten: Freude am Tanzen. Leider verpassten wir hier Monkey Maffia, doch mit Matthias Kaden hatten wir viel Spaß, vor allem weil auch ER unglaublich Spaß hatte. Einfach sympatischer Kerl. Super Musik sowieso. Danach verschnauften wir in der großzügig angelegten Fress-Mitte des Festivals, wo die Preise leider nicht ganz so großzügig sind. Immerhin: Unsere Pommes sind lecker. Und die Angestellten freundlich. (erlebt man ja auch nicht immer!) Frisch gestärkt gehts zum Cocoon-Tent und rein zu Daniel Stefanik. Obwohl Stefanik ein wirklich astreines Set spielt, wir quasi VIP-Plätze in vorderster Reihe haben und der Spaßfaktor groß ist, finden wir schließlich die Momente, die man sucht und für die man auf Festivals fährt. An der Beach-Bühne feiert der Berliner Club Watergate sein 10-Jähriges Bestehen und glücklicherweise – für uns – macht er das mit einer Function One-Anlage und einem exquisiten Lineup rund um die Uhr. Den Anfang für uns macht das Duo Tale of Us, die im letzten Jahr vor allem durch grandiose Remixe auffielen (z.B. für whomadewhos Every minute alone), aber hier auch durchaus als DJs begeistern können. Richtig fein wird es aber danach mit dem Hamburger Diynamic-Mann H.O.S.H., der über 3 Stunden allerfeinsten House spielt, während wir dabei den größten Spaß haben. Er verzaubert uns mit uns Stücken wie „Raining again“ von Betoko oder „What i might do“ von Ben Pearce, und wir haben mal wieder den größten Spaß des Festivals morgens am Strand. Es ist einfach die perfekte Kombination: Sand, Wasser, gute Musik, und ausgelassene Stimmung, und das stundenlang. Mit den ersten Klängen von Loco Dice hauts uns erstmal in unsere Luxus-Kojen auf dem Campingplatz, wir sind schließlich schon über 12 Stunden am tanzen.

Samstag, also abends, und damit ein neuer Festivaltag. Den Einstieg gibts mit meinen persönlichen Lieblingsnerds von der Insel: Hot Chip sind wieder unterwegs. Die Jungs (und Drummerin) rund um Alexis Taylor und Joe Goeddard haben nach diversen Ausflügen wieder zusammengefunden und spielen ein wie immer erfrischend gutes elektronisches Pop-Set. Für mich das erste und einzige Mal des Wochenendes Musik mit echten Instrumenten, doch wie immer ein Highlight, selbst nach etlichen Live-Erlebnissen, weil immer phantastische Stimmung und tolle Songs. Leider etwas kurz. In der Umbaupause zu Marek Hemmann (live) wollten wir ganz kurz raus auf die Toilette, daraus wurde eine halbe Stunde Anstehen, denn Hemmann war als weiterer Lokalpatriot mit seinem Set so etwas wie der geheime Headliner. Und womit? Durchaus mit Recht. In einem stimmungsvollen, lichttechnisch ordentlichen Main Circus war Hemmann bestens aufgelegt, spielte ein klasse Set, natürlich auch mit einigen seiner großen Hits wie Left oder Gemini. Das hätte gerne länger gehen können. Durch diese tollen Auftritte hatte ich zwar Apparat verpasst, aber die Qualität der Beach-Bühne war sowieso durchgehend so großartig, dass man dort auch gut catz’n’dogz lauschen konnte. Aber nach dem üblichen „Fire works“, welches diesmal durchaus schön und faszinierend war, ging es aber weiter zu Âme auf der Stil vor Talent-Bühne. Für Rej und seine weiteren Arbeiten bleibt das Duo wohl immer einer meiner Favoriten. Leider haben wir da nicht mehr viel gehört, perfekterweise machte aber direkt A critical Mass– und Innervisions-Kollege Henrik Schwarz weiter – ebenfalls live. Obwohl ich hier schon langsam platt war, war das großartig: Tanzen zu Schwarz‘ Gefühl von Musik. Die letzte Stunde unseres Festival-Besuches gönnen wir uns bei Format:B. Knackies Techno-Set, ganz im Stil des Restless-Albums, natürlich auch mit einigen älteren Tracks.

Mehr ging nicht bei mir, auch wenn ich viele andere Acts gerne gehört hätte. Ärgerlicherweise zum Beispiel: Heartthrob, Adam Port, Extrawelt oder den Mainzer Butch. Aber: Das kennen wir ja schon, alles geht leider nie.

Was gab es neben der Musik? Sehr viele nette, chaotische, lustige Menschen. Nirgendwo Stress. Viel gute Laune, viele lächelnde Menschen. Wenig Anstehen, bessere sanitäre Situation als vor einigen Jahren, gute Logistik, sehr ordentliche iphone/Android-App. Alles in allem: Wie immer ein wunderbares Festival, wenn man etwas abseits der ganz großen Acts tanzt und sich mit allem ein bisschen Zeit lässt und sich immer auch etwas treiben lässt – von guter Musik, aber auch von witzigen Momenten. Ich habe zwar auch einige Photos gemacht, aber es gibt ganz wunderbare Shots, zum Beispiel hier und hier. Klickt Euch rein in das bunte Vergnügen.

Danke für 4 wunderbare Tage.

The Rapture live in Frankfurt (Zoom, 9.5.12)

Die New Yorker DFA-Rasselbande The Rapture veröffentlichten im vergangenen August vielleicht das House-Album des Jahres. Verspielte Tracks, Gute-Laune-Disco-Musik, viele eingesetzte Instrumente und über allem der wunderbare Gesang von Frontmann Luke Jenner. Überfällig sie endlich mal live zu sehen, und die Gelegenheit bot sich diese Woche im Frankfurter Club Zoom (ehemals Sinkkasten).

Jedes Festival hat diesen Moment, den Du nicht vergisst. Diesen Moment, der sich musikalisch einbrennt. Auf dem Nachtdigital 2011 war das sicher, als gegen 11 Uhr morgens Dixon diesen Song spielte, diesen Song, der uns alle verzauberte, und der noch vor seiner eigentlichen Veröffentlichtung 3 Wochen später zum Hit wurde: How deep is your Love? – Keine (gute) Party, bei der wir im vergangenen Zeitraum nicht zu diesem Song tanzten.

Das aktuelle Album „In the grace of your Love“ ist um diesen großartigen Hit aufgebaut – dieses verspielte House-Element gemischt mit dieser puren Disco-Pop-Attitüde. Doch braucht sich keiner der anderen Tracks davor zu verstecken. The Rapture sind mit ihrem dritten Studioalbum auf der Höhe der Zeit und liefern den perfekten Sound für ausgelassene Stunden.

Und genau das machen sie im Frankfurter Club Zoom (kurzfristige Verlegung aus dem eigentlich geplanten Cocoon) auch deutlich: Als Einstieg „In the Grace of your love„, der Titeltrack mit seinem langen „Ohoohoho“-Mitsing-Part. Danach gehts Schlag auf Schlag: „Never die again“ und „Pieces of the world we love„. Pausen gab es kaum, die Spielfreude der vier Jungs auf der Bühne war groß und so ging es auch ohne große Plaudereien immer direkt weiter. So wie ich es mag.
In der Mitte des Konzertes ein früher Höhepunkt: Die „Fast-schon-Klassiker“ Whoo! Alright – Yeah… Uh Huh und House jealous Lovers direkt hintereinander. Großartig, und die „Cowbell“ immer mit dabei. Schön auch: Das Konzert war gut besucht, doch genau so, dass man ausreichend Platz hatte zum Tanzen, Bier trinken und feiern. Besonders verrückt finde ich ja auch „Come back to me“ mit seinem unwiderstehlichen Akkordeon-Part: Toll!

Leider war nach ziemlich exakt 40 Minuten und 12 Songs schon Zeit für die erste Bühnenpause und dann für die Zugaben: „Children„, „Miss you“ (mit seinem schönen Mitsingpart ohoo, how i miss you….) und selbstverständlich „How deep is your love?“ in der ausgedehnten, ewig langen Live-Version. Das war schon ziemlich großartig, und es hätte noch lange so weitergehen können. So bleibt nach einem schönen Abend der einzige Kritikpunkt, dass es mit einer Spielzeit von etwa einer Stunde viel zu kurz war. Trotzdem bekommt das Konzert in der Gesamtwertung eine prima Note, und für alle die Empfehlung die New Yorker mal live zu sehen! Gerne wieder.

 // Bildnachweis: Da ich selbst keine gemacht habe, bin ich bei der Suche nach guten Photos des Konzertes bei Christoph Seubert gelandet, der so freundlich war, mich hier eines seiner schönen Photos veröffentlichen zu lassen. Dort gibt es noch mehr tolle Photos, auch von Konzerten von anderen großartigen Künstlern wie whomadewho, TEED oder Feist. Klickt Euch rein.

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Trentemøller live in Den Grå Hal, Christiania

November 29, 2011 1 Kommentar

Anders Trentemøller, der umtriebige Däne aus Kopenhagen, hat ein extremes Jahr 2011 hinter sich. Zusammen mit seiner Band eine intensive Welttournee mit über 100 Stationen in vielen Ländern, dazu ein neues Remix-Album, eine Compilation-Veröffentlichung, und zahlreiche zusätzliche DJ-Sets. Bevor er jetzt für eine lange Zeit ins Studio geht für die Aufnahmen des neuen Albums gab es zwei Abschlusskonzerte in seiner Heimat. Wir konnten Tickets ergattern und erlebten ein Konzert der Extraklasse.

Trentemøller live at Den Den Grå Hal, Christiania (25.+26.11.2011)

Trentemøller live at Den Den Grå Hal, Christiania (25.+26.11.2011)

Mitten im faszinierenden Kopenhagener Freistaat Christiana liegt unweit der Green light zone, einer Art Marktsstraße für Cannabis und Marihuana, eine äußerlich unscheinbare Halle: Den Grå Hal. In dieser tollen, alten Holzdecken-Halle spielt Trentemøller seine letzten beiden Shows dieses Jahr. Es ist eine Art Heimspiel in seinem Heimatland und die Halle ist längst ausverkauft. Und weil es auch für ihn und die große Band ein Abschied ist, gibt es befreundete Vorbands, und im Anschluss finden sich auf der Bühne nochmal fast alle für ein gemeinsames DJ-Set ein. Aber der Reihe nach.

Mit den beiden Vorbands Giana Factory (aus Dänemark) und Death Crush (aus Norwegen) mit jeweils erstaunlich hohem Frauenanteil (incl. pogender Frontfrau im Publikum) konnte man sich die Zeit vor dem Konzert sehr gut abfinden, das Bier schmeckte (für Kopenhagen-Verhältnisse erstaunlich günstig, nur etwa 5€ pro Becher^^) und die Halle war schnell gut gefüllt. Als schließlich Trentemøller begann, war es gemütlich angefüllt mit vielen sympatischen Besuchern und guter Stimmung. Und Trentemøller zeigte von Beginn das, was man von ihm erwartet: eine kompromißlose, leidenschaftliche Show voller Energie, voller Power und mit wunderbarer, vielfältiger Musik – begleitet von sehr guten Sängerinnen und Instrumentalisten. Die Stimmung erreichte schon mit den ersten Stücken (Mash and the Fury und Shades of Marble) sehr schnell Betriebstemperatur.

Mich begeistert bei den Live-Shows von Trentemøller vor allem immer die Intensität des Ganzen. Völlig egal welcher Song: Aus der jeweiligen Live-Nummer werden epische Tracks, die Live-Band setzt sowohl die rockigen als auch die elektronischen Elemente der Alben gekonnt um, und Trentemøller selbst spielt und hüpft sich jedes Mal auf neue selbst in Extase. Nur um dann im nächsten Augenblick in den ruhigen Momenten des Konzertes eine Gänsehaut-Stimmung zu erzeugen, wie hier bei dem allseits bekannten Miss you (Videos nicht von mir, da hatte ich selbst gar keine Zeit für.) Wie man am Ende gut beobachten kann: Während des leider viel zu kurzen 90-minütigen Konzertes gibt es keine Pause: Es geht sofort in den nächsten Song über, und es gibt auch keine einzige Ansage.

Bei Songs wie …even tough you’re with another girl oder sycamore feeling können sich die hervorragenden Gastsängerinnen hervortun. Hier zeigt sich außerdem, dass auch diese ruhigen Songs live eine enorme Wucht erzeugen können. Ein – wenn nicht DER – Höhepunkt ist dann schließlich moan. Schon auf dem ersten Album einer meiner Lieblingssongs, entwickelt sich dieses Lied zu einem 10-Minuten langen Monster, mit 2-minütigem Mundharmonika-Intro. Absoluter Wahnsinn, und absolut großartig. Ein riesen Lob an die tolle Band, exzellente Umsetzung. [Video keine gute Quali, aber es reicht für einen Einblick.]

Viel zu schnell ist das Ende des Konzertes erreicht: leider war das so gut, dass man die Zeit dabei völlig vergisst. Bei der erwartungsgemäßen Zugabe darf der Silver Surfer nochmal abgehen und eine wilde Party feiern. Spätestens danach bin ich sowieso am Ende meiner Kräfte. Immerhin reicht es noch für ein 2 Stunden DJ-Set im Anschluss, nette Unterhaltungen mit anderen Gästen, wilden Tanzeinlagen und Abfeiern von spontanen Drum-Sessions von Trentemøller selbst. Ein wirklich großartiger Abend geht etwa gegen 3 Uhr in der Früh in Christiana zu Ende – bei viel zu scharfem Kebap. Ich zitiere ungern Facebook-Kommentare, aber dieser Comment trifft das Konzert ziemlich gut:

„Trentemøller“ completed his World Tour in Copenhagen tonight and what a show – maybe my best concert on danish ground this year! He took us on a „Tour de Tribute to techno/industrial pioneers“ and boy I love that style – from Kraftwerk (Robots like), Bowie (Weeping Wall like), Gary Numan and Nine inch nails (I’ll post Cars tomorrow), Joy Division (Love will tear us apart like), New Order (Blue monday), David Lynch (Mullholland drivish), Massive attack (the slow passages) to Skrillex (he did Skrillex special sounds on the extra number). Cool cat, fantastic. Goodnight 🙂

Einige weitere Kopenhagen-Impressionen hier.

Konzert: Friendly Fires in Köln

September 27, 2011 1 Kommentar

Nachdem ich überschwängliche Konzertreviews gelesen und gehört hatte, und mir die Live-EP des diesjährigen iTunes-Festivals sehr gut gefiel, sind wir spontan zum Friendly Fires-Konzert ins Kölner Luxor gefahren. Und die drei Briten zeigten im vollbesetzten, verschwitzten Luxor, warum ihre Live-Events einen solch guten Ruf haben: Tanzbarer, leichtfüßiger Disco-Pop, der beschwingt und gute Laune versprüht. 

Friendly Fires im Luxor: Ed Macfarlane in Aktion

Im Vorprogramm gibt es die Deutsch-Briten I heart sharks zu hören, die mit ihrer Musik doch sehr an Friendly Fires selbst erinnern. Andere Bands, die mir spontan als Vergleichspunkt in den Kopf kommen sind zum Beispiel Does it offend you, yeah? , Delphic oder Two door cinema club. Schräger Electropop, der in „Neue Geschichten“ gipfelt. Klingt zum Beispiel so. Sehr nett, und sehr unterhaltsam. Einer der besseren Voracts vor Konzerten. (Selbst schreiben sie in ihrem Tumblr übrigens über den Abend so:  The tour with Kills had only just begun when we got the call from our management – “How would you like to play support for Friendly Fires?”. I think we may even been in our now second home, Luxor, at that point. Our manager is now deaf due to our reaction. Cologne was great, as we have now come to expect every time we’re there. Friendly Fires played the house down with an amazing gig. A match made in heaven, we’d say.)

Nach der Umbaupause und einigen Gin-Tonic später gings auch schon richtig los: Die Friendly Fires betraten die Bühne und wurden stürmisch (viel mehr als erwartet) begrüßt. Auf der Bühne werden die drei Musiker von Bläsern unterstützt, und so konnte die junge Band direkt mit Lovesick und vor allem Jump in the Pool einen exzellenten Start hinlegen. Auffallend schon nach Sekunden: Mit welcher Spielfreude, mit welcher Intensität und mit welcher Energie die Jungs auf der Bühne stehen. Obwohl Sänger Ed Macfarlane hier – wohl zurecht – die meiste Aufmerksamkeit bekommt, machen auch Jack Savidge und Edd Gibson einen super Job und bringen von der ersten Minute eine tolle Stimmung in den kleinen Konzertraum.

Marfarlane verlässt immer wieder die Bühne, singt, tanzt und schwitzt mitten unter den verdutzen und begeisterten Zuschauern (siehe das verwackelte Photo oben) und bringt uns mächtig in Fahrt. Dabei ist vor allem sein abgefahrener Tanzstil immer wieder Blickfang. Die Musik torkelt zu diesem Zeitpunkt schon lange Richtung Siedepunkt, hat einige Höhepunkte (Skeleton Boy, Paris, u.a.), und erreicht zu jedem Track eine unglaublich energievolle Mischung, bei der man kaum stillstehen kann. (Leider übersteuert der Sound manchmal etwas, aber das scheint eher ein Luxor-Problem als eins der Band zu sein.)

Erstaunlich: Die Friendly Fires sind live besser auf ihren zwei Alben. Ihre Songs kommen erst so richtig durch die Dynamik des Live-Spieles in Fahrt, und reißen aber dann schließlich ernorm mit. Meine ganz persönlichen Highlights sind neben dem bereits erwähnten Jump in the Pool die beiden Zugaben: Das phantastische Hawaiian Air, und das Drum-Solo-Abfahrtstück Kiss of live. Ein tolles Konzert einer Band, die ich sicher wieder besuchen werde. (Um ganz groß zu werden müssen sie allerdings neben ihren großartigen Shows noch etwas mehr Breite in ihre Stücke / Alben bekommen, aber das ist wieder ein anderes Thema.)

Die komplette Setlist zum nachlesen, (und hier zum Hören):

Setlist Friendly Fires Luxor, Köln.

Und wer vor einem Luxor-Besuch noch Hunger hat, sollte mal bei Caminetto vorbeischauen. Leckerer Italiener in der Kölner Südstadt zu fairen Preisen.

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Review: Awake Festival 2011 im Frankfurter Stadionbad

September 19, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Die zweite Auflage des Awake – Summer Breaks fand gestern nicht mehr in der Mainzer Maaraue statt, sondern im Frankfurter Stadionbad. Das Lineup des elektronischen Openairs war dieses Jahr noch ein Stück breiter und internationaler aufgestellt, und damit auch ein würdiger Abschluss der Sommersaison – auch wenn das Wetter nicht so mitspielte wie ein Jahr zuvor.

Einlass Awake 2011

Die Event-Premiere im letzten Jahr war für die Besucher wie mich erstaunlich gut über die Bühne gegangen: gute Stimmung, tolle Organisation, sehr faire Preise, eine tolle Location und wundervolles Sommerwetter. Daran musste sich das zweite Awake messen lassen. Und das Frankfurter Stadionbad war in jedem Falle eine gute Wahl: Ein sehr großes Gelände, weit außerhalb gelegen und wunderschön eingebettet in Wald und alte Zwanziger-Jahre-Bauten.  Leider gings beim Einlass etwas holprig zu. Hier gab es schon fast „Love Family Park-ähnliche“ Zustände, viel zu wenige Security für zuviele Menschen bedeuteten über eine Stunde anstehen, und das Verpassen  von einigen Acts.

Drinnen war es überschaubar: Gelände war angesichts der Besucher fast zu groß. Dies hatte wiederum den Vorteil, dass man nie für Toilette anstehen musste, die Getränke gab es ohne Wartezeit und auch Essen ging zügig und ohne allzulanges Warten. (Auch wenn das Bon-Pfand-System doch manchmal sehr nervt.) Hat alles wunderbar gepasst, die Organisation verdiente sich wie im vergangenen Jahr Bestnoten. Leider stiegen auch die Preise: Getränke und co liegen nun auf dem völlig üblichen (teuren) Event-Niveau (Bier = 4€, Wodka-RedBull 0,2l = 7€.)

Bühnenaufteilung und Sound hat mir persönlich sehr gut gefallen. Die beiden Floors waren weit genug voneinander entfernt, kein Soundgematsche, kein Bassbrei, anständige Höhen und Tiefen, so zumindest mein Eindruck.

Nun aber endlich mal zum wichtigsten: der Musik. Und hier konnte das Awake 2011 richtig punkten. Das Lineup war schon auf dem Papier ziemlich toll, und wurde sogar noch besser beim Hören und Tanzen. Vor allem auf Floor 2 reihte sich ein guter Act an den anderen, hier gab es eigentlich kaum schwächere Sets. Michael Mayer hat mir wie eh und je gefallen, Steffi mit ihrem druckvollem Sound hätte ich gerne noch länger gehört, und Dirty Doering spielt ein wundervolles Set. Als er am Ende sein i would spielt, ist das schon früh eines der Highlights des ganzen Tages. (Verpasst habe ich hier leider Art Department.)

Andy Butler & Wolfram

Auf der Hauptbühne war die Stimmung eher verhalten, hier war das typische Festival-Besucher-Verhalten zu sehen: Gekommen um Kalkbrenner, Rother und co zu sehen, wissen viele nicht, was sie mit anderer, für sie unbekannter Musik anfangen können. Und dabei gab es auch hier tolle Sets zu hören. Jamie XX mit seinem relativ unverwechselbaren Sound zum Beispiel, oder später Butch, der als kurzfristiger Ersatz für Heidi die Menge locker im Griff hatte, und vor allem auch mit seinen eigenen Hits zu gefallen wusste. Meine persönliche Überraschung waren aber Andy Butler (von Hercules and Love Affair) feat. Wolfram (aka Diskokaine): Großartig! Klasse oldschool Musik, witzige Typen, und am Ende des Sets ein ansatzloses, stimmungsvolles Mr. Vain (Erinnerung an jemanden, habs leider nicht verstanden). Fritz Kalkbrenner zieht erwartungsgemäß alle Leute vor die Bühne, löst schön mit den ersten Tönen Begeisterungsstürme aus, – und enttäuscht uns dafür umso mehr. Ähnlich wie der große Bruder ist das zuviel „CD reinschieben“. Schade, nicht mal Live-Gesang – und das obwohl er doch eine wunderbare Stimme hat.

Alles in allem sehr viel tolle Musik, sehr viele gute Tracks und Sets: Man kann dem Awake-Festival zu diesem Lineup nur gratulieren: Es zeugt insgesamt von Klasse und einem guten Gespür für aktuelle Trends. Das „Big Names“ wie Kalkbrenner, Rother oder auch Lexy sein müssen, damit genügend Besucher kommen ist schade, aber aus meiner Sicht verkraftbar. So könnte ich mir durchaus vorstellen, wiederzukommen, vor allem bei einem unschlagbaren Preis für 22€ pro early-bird-Ticket!

Summer-BREAK

Leider spielte das Wetter nicht mal ansatzweise so mit wie letztes Jahr. Glücklicherweise bleib es größtenteils trocken, aber es war ständig unangenehm kalt und windig. Das Sommer-Openair-Feeling blieb daher leider sehr fern. Mit meiner kurzen Hose wollte ich wohl etwas zuviel den nicht vorhandenen Sommer verlängern. 😉

Und trotzdem: Schöner Abschluss der Openair-Saison, für die ich mir im nächsten Jahr mehr Sonne und Wärme wünsche. Und für das Awake 2012 im Speziellen: schnellerer Einlass, Bestätigung des guten Lineups mit neuen, frischen Acts, und noch ein wenig mehr Deko statt Werbe-Ständen 😉

Mit Schirm, Charme und Kölsch: Das c/o pop Festival 2011

Nach vielen Jahren hat es geklappt: Ein Besuch auf der c/o pop in Köln – zumindest in Ansätzen. Neben privaten Feiern und Freunden gab es aber immerhin 5 Tage lang eine riesengroße Bandbreite an Musik zu entdecken. Ein Bericht über spannende, charmante Tage mit wenig Schlaf, Regen, und jede Menge Kölsch.

„Your troubles will be faded by the luck you will soon have.“ So warb das Festival um die Zuschauergunst. Und tatsächlich: Bei einem Programm wie der c/o pop werden Probleme nebensächlich, die Leichtigkeit des Seins gewinnt an Oberhand und man vergisst alles neben der Musik. Fünf Tage, 15 Locations und rund 46 Shows, das sind die HardFacts des achten c/o pop Festivals. Zwischen Newcomer und Topact versammelt sich eine illustre Schar zwischen Klassik und Techno, zwischen Jazz und Electronic, zwischen R’n’B und Indierock. Eben alles, was den Pop aktuell gut macht. Da das passende Programm auszuwählen, war gar nicht so einfach.

Der Einstieg mittwochs abends war schnell klar: es ging zu den äußerst verrückten, aber mindestens genauso sympatischen Dänen von whomadewho, die im Gloria-Theater aufspielten. Während ihr Support-Act Kiss Kiss Kiss etwas in schlechter Tonabmischung unterging und von ihrem eigenen Bassgebrei erstickt wurde, waren whomadewho schnell bei der Sache: Irgendwo zwischen Rock und Electronic, alles zwischen Tanzbarkeit und Poppigkeit. Die Dänen bewiesen, dass sie eine  exzellente Liveband sind, die sich äußerst witzig und begeisternd präsentierte.

Eine klassische Rockformation aus Drummer, Bassist und Gitarrist, die aber immer wieder in elektronische Sphären vorstößt und dabei keinen still stehen lässt. Super Einstand. Und übrigens: Nach langer Zeit mal wieder ein Konzert ohne LED-Wand gesehen, und irgendwie war das richtig sympatisch. (Anspieltipp.)

Kulturdeck Aachener

Kulturdeck Aachener

Aufgrund der unglücklichen Pollerwiesen-Verschiebung auf Sonntag ging es Donnerstags an den Aachener Weiher, zum Open-Air Kulturdeck, wo es das ganze Wochenende Musik von diversen Künstlern gab, organisiert von der alten Partyreihe „Playground Love“. Dort konnte man bei leider gemischtem Wetter auf dem Rasen liegen, den Klängen von DJs wie Jennifer Cardini lauschen, sich bei kühlem Kölsch austauschen und ausruhen. Ziemlich schön wars da. Der Abend war eigentlich gefüllt mit Top-Konzerten, doch bei uns war mal Pause angesagt. Den Auftritt von Owen Pallett (mit Apparat als Support!) in der Kölner Philharmonie verpasste ich – eines von vielen Konzerten, die bei der Qual der Wahl herunterfallen. (Darunter auch The Brandt Brauer Frick Ensemble oder Sizarr auf dem Dach des Museum Ludwig.)

Marius Sahdeeq

Freitag hatte ich endlich mal wieder die Möglichkeit das Spielraum-Kollektiv zu treffen und Hallo zu sagen: im „Scheuen Reh“, der Festival-Zentrale, gab es verschiedene Label-Showcases unter anderem von Spielraum selbst, Ki oder Niveous records. Während wir anfangs noch alleine da waren, füllte es sich überraschend bei Fabrizio Cammarata, einem Newcomer-Songwriter, der ehrliche, schöne Musik machte, aber im Kontext des Scheuen Rehs etwas deplaziert wirkte. Der Rest war natürlich überwiegend deep, detroit und danceable (Anspieltipp von Marquese!) und so störte lediglich der Faktor, dass das Wetter wieder nicht wirklich mitspielte, und auch aufgrund des Ordnungsamtes das geplante Openair hier zum Indoor-Event wurde. Nicht weiter schlimm, war das für uns ja nur der Startschuss in eine lange Nacht – am anderen Ufer bei Kompakt.

Dort wartete ein ganzes Dutzend toller Acts, von den isländischen Electropoppern GusGus bis zum dänischen Liveact Kölsch (ja, die heißen wirklich so!), von Veteranen wie Robag Wruhme bis hin zu Kompakt-Co Michael Mayer. Und es sollte eine großartige Nacht werden, trotz zwischenzeitlicher Müdigkeitserscheinungen. Wruhme spielte ein Listening-Set, quasi ein „Thora Vukk“-Spezial als Warmup. Auf der riesigen Bootshaus-Tanzfläche waren neben mir vlt. noch 5 andere am tanzen. Anschließend wurde es lauter, gewaltiger und poppiger: GusGus sorgten für eine doch ziemlich gute Show, auch wenn mir der Gesang nicht immer gefallen hat. Die Instrumental-Teile waren aber extraklasse, und zeigen, dass die Isländer sich immer mehr Richtung Club entwickeln. Sicherlich Geschmackssache wie so Vieles auf der c/o pop, die nun mal vordergründig nach neuen Wegen in der Musik sucht und viel Neues wagt, daher in meinen Augen äußerst gelungen. (Anspieltipp GusGus -live). Im Anschluss konnte man beruhigt tanzen und feiern gehen, bei Acts wie Sascha Funke und Superpitcher blieb kein Bein stehen. Eine Überraschung waren dann aber in der Tat KÖLSCH aka Ink and Needle live, die einen tollen Liveact auf die Bühne legten. Das überragende Highlight der Nacht – und auch des gesamten Festivals – spielte sich aber ab 6 Uhr morgens draußen ab: Kompakt-Aushängeschild Michael Mayer ließ uns Openair tanzen und irgendwann müde und platt aber glücklich ins Taxi steigen. Großartige Tracks, tolle Atmosphäre und draußen: mehr geht eigentlich nicht. (In diesem Zusammenhang: Mayers Compilation Immer 3 von 2010 ist für die Ewigkeit. Kauftipp!)

Samstag war ich auf einer privaten Feier eingeladen, das Festival musste also stoppen. Weiter gings erst Sonntag mit den Pollerwiesen im Jugendpark – und das schon vorneweg: Ich hätte es mir sparen können. Das Deck am Aachener hätte es hier auch getan.

Natürlich geplättet von den bisherigen Tagen waren wir irgendwann zu Pig & Dan im Geschehen und ließen uns von der erstmals am Wochenende scheinenden Sonne verwöhnen. Pig & Dan waren gewohnt gut, doch „Ersatzmann“ Tobi Neumann im Anschluss bot ein tolles Set mit ordentlich viel Bass und war damit der Star des Tages. Zumindest bei mir, denn es war klar, warum soviele Menschen den Jugendpark besuchten: Paul „Icke wieder“ Kalkbrenner kam angeflogen, und der Superstar-Wahnsinn um den einst so sympatischen Berliner kennt auch in Köln keine Grenzen. Als ich mich eine halbe Stunde vor Kalkbrenners Auftritt auf den Heimweg machte, kamen immer noch Leute an, die einfach mal nur PK sehen wollen, und dabei vergessen, dass die anderen Acts viel besser sind. Man kann lange darüber streiten und diskutieren, ob solche Acts nötig sind. Ich kann gerne und bewußt auf solche Massenware verzichten, und letztlich war Kalkbrenner der einzige Act, der nicht so richtig ins ausgewogene, teils experimentelle Lineup dieser Tage passen wollte – auch wenn er da wenig für kann. (Und so kommen dann Leute zu den Pollerwiesen, die auf ein Plakat mit „Richie Hawtin“ schauen und in die Runde fragen, wer das denn seie. Stellt Euch hier bitte einen verzweifelten hulza vor).

Fazit: Danke c/o Pop! Es war wunderbar, spannend und anstrengend. Ich hätte gerne noch viel viel mehr gesehen, und mehr gehört und erlebt, aber irgendwann ist auch mein Akku leer. Doch ich komme gerne wieder. 🙂

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Bildnachweise: 1. Offizielles c/o pop-Festival Logo: http://www.c-o-pop.de/ – Alle anderen Photos von mir. Unter der by-CC-Lizenz frei verfügbar.

 

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