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Posts Tagged ‘Album’

Marko Fürstenberg – „Gesamtlaufzeit“ (Thinner)

November 27, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Zum überhaupt ersten Mal stelle ich hier ein Album vor, welches nicht im gleichen Jahr oder zumindest aktuellen Zeitrahmen erschienen ist. Marko Fürstenbergs Netlabel-Album „Gesamtlaufzeit“ aus dem Jahre 2003 habe ich aber erst in diesem Herbst entdeckt – und es ist so zeitlos gut, dass es völlig egal ist, wann man es bespricht. Classic Dubtechno.

Vor fast 10 Jahren veröffentlichte Marko Fürstenberg aus Leipzig dieses Album, welches ich heute, im Herbst 2012, höre, als wäre es ein aktuelles Album. Ein bisschen ist es auch so, denn das damalige Thinner-Netaudio-Album wurde neu aufgenommen, und im Zuge der Neuveröffentlichung habe ich auch davon erfahren. Vor allem bei Ronny vom kfmw las ich davon, und konnte mich schließlich auch nicht mehr satthören an diesem Sound, der einen auf eine eigenartige, aber vor allem wunderbare Weise mit auf eine Reise nimmt. Man schließt die Augen und sieht Landschaften vor sich und fängt an zu träumen. Und ich denke mir so: Warum hast du so etwas 2003 noch nicht gekannt? Dass es solchen Dubtechno damals schon gab, schmerzt umso mehr, wenn ich denke, was ich zu dieser Zeit alles in Clubs erlebt und gehört habe. Aber sei es drum: Jetzt ist das Album immer noch zu hören, und – wie schon gesagt – es ist unglaublich zeitlos und passt mit seiner Tiefe und seinem Soul genau in dieses aktuelle Jahr.

Was gibts?
Ein ziemlich grandioses, vielschichtiges Dub-Techno-Werk. Deep, alles fließend, jede Menge Bass und doch so schlicht und ruhig. Toll. Tracks, die man als begeisterter Dub-Hörer jeden Tag hören kann.

Anspieltipps:

Flüssige Reise, und das poppige Clubstück In der Pappelei. „Kopfhörer auf“ pur ist auch der Rosengarten.

Das gesamte Album „Gesamtlaufzeit“ ist noch immer als CC-Lizenz-Download kostenlos verfügbar. Enjoy!

Alt-J (∆) – An awesome wave

November 24, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Irgendwann im Juni hörte ich von Alt-J und ihrem Debütalbum. Da ich aber anderes im Kopf hatte, lernte ich die großartige Platte erst im Herbst kennen. Und das soll nicht untergehen, denn „An awesome wave“ ist eines der Highlights 2012.

Alt-J sind waschechte Briten aus Leeds und lieben Dreiecke. („Triangels are my favourite shape“ singt Sänger Joe Newman in Tessellate). So erschließt sich auch schnell der Bandname, der zurückgeht auf das Tastaturkürzel alter britischer Macs. Mit „An awesome wave“ gibts seit Mai ihr Debütalbum, welches Anfang November schließlich sogar den renommierten (und guten!) Mercury Prize gewann.

Was gibts?

Großartigen Indiepop. Gitarrenmusik. Klassischer Rock, der unaufhaltsam in die elektronische Richtung gezogen wird. Manchmal auch Dubstep. Dann auch wieder Folk. Alt-J verknüpfen auf wundersame Weise viele Musikstile, und bleiben sich dennoch in allen Songs treu. Eine wunderbare Vielfalt, welche sich nicht behindert, sondern perfekt ergänzt. Und dann besingen sie mit Matilda noch einen meiner Lieblingsfilme. Viel mehr geht kaum.

Anspieltipps:

Fitzpleasure, und die aktuelle Single Breezeblocks. Einer meiner Geheimfavoriten ist auch Taro.

Das komplette Album gibts hier als Stream:

Alt-J waren gerade übrigens mit Two Door Cinema Club auf Tour, die nächsten (Haupt-)Konzerte in Deutschland sind Anfang 2012 (in Köln versuche ich selbst dabei zu sein, anyone else?):

21.02.2013 Hamburg, Uebel & Gefaehrlich
22.02,2013 Köln, Gloria
23.02.2013 Berlin, Postbahnof

Enjoy!

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Sea + Air – My Heart’s Sick Chord

November 15, 2012 2 Kommentare

Musik! Endlich wieder Musik! Den Startschuss für das Comeback hier im Blog gibt’s mit einem deutschen Duo aus Stuttgart: Sea and Air sind ein Pärchen, die dem deutschen Songwriterpop viel Leben einhauchen.

My Heart’s Sick Chord

 

Daniel Benjamin und seine Frau Eleni sind SEA + AIR, und sind gerade auf Portugal-Tour. Warum ich das erwähne? Nun, zum einen bin ich neidisch auf dieses unvergleichliche Urlaubsgefühl und das Wetter in Portugal, und außerdem verdeutlicht es, dass die beiden längst den Schritt vom Unbekannten Nischensinger-Duo zum großartigen Debütalbum überstanden haben und nun von der Welt gefeiert werden dürfen. Und das werden sie nicht zu knapp. Kritiker und Medien feiern sie als neue Stars, und die ZEIT überrascht mit einem Vergleich, den man erstmal sacken lassen muss: „Denn Sea + Air (…) offenbaren uns auf ihrer epischen Platte My Heart’s Sick Chord die traumwandlerischste Musik seit der Quintessenz melancholisch empfindsamen Tiefgangs namens OK Computer, Radioheads Durchbruch zur Superband 1997.“

Puh! Das überrascht, – aber nach mehrmaligem Hören der Platte offenbart einem das Album immer mehr von der geheimnisvollen Musik der beiden. Obwohl ich vielleicht zugegebenermaßen nicht an Thom Yorke gedacht hätte, ist Sea + Air doch ein eindrucksvolles Werk gelungen, welches vor allem durch die Kombination der beiden Stimmen und ihrer unterschiedlichen Intensität zum tragen kommt. Während Eleni eher für die Melancholie zuständig ist, darf Daniel die großen Gesten ausleben. Im Zusammenspiel ihrer vielen eingesetzten Instrumente wird daraus ein wunderschönes Kunstwerk.

Ob in der ersten ausgekoppelten Single „Do animals cry?“, welches vielleicht am ehesten Radio-Tauglichkeit hat, oder in den eher ruhigen Stücken der Platte: Immer bleibt die Musik grazil und sehnsüchtig. Es ist diese Art von barocker (durch das oft eingesetzte Cembalo) Kunst, der man sich nicht mehr entziehen kann. Beispiel? Einer meiner Albums-Favoriten:“Take me for a ride“:

Auch wenn ich mit Daniel eventuell noch einmal über ärmellose Shirts, gerollte Schnurrbärte und aufgedruckte Leoparden-Designs diskutieren müsste – seine Musik finde ich toll. Und ob das nun das Beste seit „OK Computer“ ist, weiß ich nicht – aber es ist wunderschöne Musik.

My Heart’s Sick Chord“ ist am 12.10. erschienen und könnt ihr komplett bei Spotify hören.

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Platten des Monats. Mai 2012.

Alles neu macht der Mai? Dieses Jahr nicht wirklich: Zwar jede Menge Neuveröffentlichungen, auch und gerade im Album-Format, aber irgendwie war da für mich nur wenig dabei. Vielleicht war ich auch zuviel unterwegs, um manches mitzubekommen. Hier sind sie, meine naiven und subjektiven Lieblingsplatten im Mai, quer durch die Musik-Schubladen. Enjoy!

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Damian Lazarus ist einer dieser jungen Labelbetreiber denen scheinbar alles gelingt: Eigene tolle Platten, tolle Sets und Auftritte, gute Compilationsmixe – und vor allem immer wieder Neuentdeckungen, welche auf seinem Label Crosstown Rebels veröffentlichen, darunter alleine letztes Jahr solche wie Art Department, Maceo Plex oder Deniz Kurtel. Und jetzt darf der gebürtige Iraner Amirali ran und sein Debütalbum „In Time“ präsentieren.

Was gibts?

Amirali ist ein wunderschönes, beeindruckendes House-Album geglückt: Zwischen klassischem House gibts jede Menge Soul, fast schon Ambient und wehleidiges Singen über allen Beats, alles zu einem geheimnisvollen Brei vermischt. Im Positiven Sinne: Großartig!

Anspieltipp: My way. (Achtung Dauerschleifengefahr.)

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Während die Crosstown Rebels und Amirali ihrem Tanzboden düstere, deepe Klänge vorgeben, ist es bei Totally Enormous Extinct Dinosaurs (alias Orlando Higginbottom) eher das fröhliche Moment, der Bigbeat, der Dance-Pop. Higginbottom setzt dabei – auch auf seinen Konzerten – auf eine Mischung aus Wahnsinn, Elektronischer Musik-Geschichte und überdimensionalen Kostümen.

Was gibts?

Pumpende Beats (manchmal erinnert es an Fat Boy Slim), eher unüblicher Gesang, den er auch live einsetzt und über all dem eine Grundfröhlichkeit, die „Trouble“ zu einem entspannten Album machen.

Anspieltipp: Na klar, wer es noch nicht kennt: Garden.

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Sigur Rós braucht man ja nicht vorzustellen, doch ließ ein neues Album länger auf sich warten, ziemlich genau 4 Jahre. Jonsi auf Solopfaden, dazu Live-Veröffentlichungen – erst jetzt das neue Album „Valtari„. Man muss es direkt zugeben: den Isländern gelingt diesmal nicht der große Wurf, aber ist doch jede Sigur Ròs Platte immer noch soviel besser als das Meiste andere…

Was gibts?

Nach ihrem 2008er Album gehts wieder etwas mehr zurück in die gewohnten sphärischen Songs, teilweise geht es zurück in die Anfangstage der Band, weit weg vom Post-Rock-Status. Oft lässt sich auch ordentlich Pomp festmachen, manchmal wird es langweilig. Und dennoch: Sigur Ròs sind Balsam für jede Seele, man muss sich nur darauf einlassen (können).

 Anspieltipp: Das beste Stück der Platte: Varúð. (Leider bisher nur einem kürzeren Radio Edit online).

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Was war sonst?

  • Zulu Winter, im Winter noch schwer angesagter UK-Hype, liefern ein nur durchschnittliches Album ab. Songs eigentlich super, nur ähnelt sich das alles viel zu sehr. Gut: We should be swimming.
  • Das neue Beach House-Album „Bloom“ ist wieder sehr großartig. Vielleicht pack ich es beim nächsten Mal noch ausführlich hier rein. Anspieltipp: Myth.
  • Meine deutschen Lieblingspunker, die Toten Hosen, sind mit ihrem neuen Album mal wieder sofort an die Spitze der deutschen Charts. „Tage wie diese“ dudelt sich jetzt schon tot, und der Rest des Albums ist auch viel zu glatt gebügelt. Bester Song noch: Draußen vor der Tür. (Ironischerweise ist das Bonus-Album das Bessere: Hier covern Campino und co sich durch die Musikgeschichte – zwischen Kraftwerk und die Ärzte sind die Hosen hier sehr selbstkritisch und witzig. Super.)
  • Hot Chip sind nach diversen Solo-Ausflügen (ganz witzig: Joe Goddard mit 2 Bears, zb Bear Hug ) wieder da. Und schon die erste Single ist super, wenn auch die hotchipsche Mutation zur Pop-Band nun abgeschlossen ist. Aber wenn Pop so gut ist wie hier, dann gerne und immer. Das Video des Monats:

Platten des Monats. April 2012.

Mai 8, 2012 2 Kommentare

Leider etwas verspätet gibt es heute meine Lieblingsplatten des vergangenen Monats, und damit meine ultimativen Musikempfehlungen für den Monat April. Mit dabei etwas Mainstream-Folk aus Island, Blues-Rock aus Alabama und traumhafter Dubstep aus London.

Burial muss ich Lesern dieses Blogs wohl nicht mehr vorstellen – zu oft schon habe ich von dem jungen Londoner William Bevan geschwärmt. Seine neue „Kindred„-EP gehörte eigentlich schon in die Märzvorstellungen, denn erschienen ist sie Ende Februar, doch da hatte ich dies verpeilt. Daher hier: Umso eindrücklicher. Denn das britische Dubstep-„Wunderkind“, wie er seit den Meisterwerken „burial“ & „Untrue“ immer wieder genannt wird, ist mit einer großartigen EP zurück.

Was gibts?
Wo Burial draufsteht, gibt es zu 100% traumhaften Dubstep, voller atmosphärischer Tiefe, die einen als Zuhörer in einen Sog reißt und nicht so schnell frei lässt. Kein anderer schafft solche Spannungen in einem einzigen Track. Liebe!

Anspieltipp: 

Bei 3 Tracks mit einer Gesamtspielzeit von 30:43 sollte man das schon als Ganzes fassen, aber bitteschön: Ashtray Wasp.

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Irgendwann hörte ich „Hold on“, und ich verliebte mich sofort: In diese Stimme, die mich fast schlagartig an Janis Joplin, oder vielleicht auch eine Aretha Franklin erinnerte. Dazu diese Blues-Gitarren und dieser feine Rock-Rhythmus, zu dem man fast sofort lostanzen will. Die Alabama Shakes überzeugten mich quasi sofort. Das Debütalbum Boys and girls, was im April nun erschien, ist sehr gelungen.

Was gibts?

Southern Blues-Rock, und dazu eine große Prise Soul. Der vor allem durch die markante Stimme von Sängerin Brittany Howard geprägt wird, und der leicht im Kopf bleibt. Sie ist der Garant für ein gutes Album.

Anspieltipp:

Natürlich der Opener Hold on. Was für ein Song.

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Mainstream muss nicht immer schlecht sein. Das beweisen aktuell die Isländer von Of Monsters and Men. Ihre Single „Little Talk“ ist sogar in Deutschland weit oben in den Charts und dudelt sogar im Radio. Meistens kein gutes Zeichen, doch Of Monsters and men machen einfach guten Pop, wunderbaren Indie-F0lk. Sicher: Ihr Debütalbum „My Head is an animal“ ist nichts Neues, aber einfach eine gute Platte.  Musik aus Island – immer wieder wunderschön.

Was gibts?

Folk-Rock, der an die Mumford and Sons, aber durch die beiden (männlich und weiblich) Gesangparts vor allem an Arcade Fire erinnert. Im Stile dieser Bands liefern die Isländer hier ein eingängiges Indie-Album, zu dem sich bestens mitsingen und tanzen lässt. Lalalalalalala.

Anspieltipps: Neben der oben genannten Single vor allem From Finner, Six weeks und das ruhige Love Love Love.

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Was gabs sonst noch gutes? 

  • Das Coachella-Festival begeistert mit Auftritten von At the Drive in, Radiohead oder Modeselektor feat. Thom Yorke. Alle Auftritte waren im Netz zu sehen, sind aber leider alle wieder raus.
  • Jack Whites erstes Singlealbum „Blunderbuss“ ist eine wirklich nette Retrorock-Geschichte. Kann man durchaus empfehlen, zB „Love is Blindness“.
  • Florence and the Machine war bei „MTV Unplugged“, und überzeugt dabei vor allem mit ihrer Interpretation von Johnny Cashs „Jackson“, das sie zusammen mit Josh Homme vorträgt. Das ganze Album ist nun erhältlich und wie gewohnt bei Frau Welch sehr stark.

Platten des Monats. März 2012

Weil ich am Wochenende ausschließlich unterwegs sein werde, heute schon meine Lieblingsalben der letzten Wochen. Im März war das recht einfach auszuwählen, kein Weg ging bei mir dieses Mal an den hier vorgestellten Werken vorbei. Heraus kommt eine bunte Mischung aus wunderbarer Musik mit Künstlern aus Kanada, Russland, UK und Dänemark. Here we go: Enjoy!

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Grimes Visions Die 23-jährige Claire Boucher alias Grimes aus Vancouver ist aktuell so etwas wie der Liebling der Musikblogs, immer wieder stößt man auf sie – und das zu Recht. Ihr neues Album Visions ist ein buntes Potpourri aus aus allen möglichen Musikvarianten – und ist in seiner Vielfalt und seinen Überraschungen schlicht großartig.

Was gibts?

Visions ist kaum zuzuordnen, ja nicht einmal wirklich zu (be)greifen. Da gibt es New Age-Stücke, abseitige Tanzstücke, die an den IDM von Aphex Twin oder Autechre erinnern, Lo-Fi-Dance und Industrial. Klingt nach einer wahllosen Mischung, ist aber toll. Geheimnisvoller Charme.

Anspieltipps: Oblivion und Genesis.

Eine etwas ausführlichere Plattenkritik gibt es beim Byte.fm-Magazin.

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Dry the River shallow bed coverDie Londoner Band Dry the River veröffentlichten diesen Monat ihr Debütalbum Shallow bed und schafften es damit direkt in meine Lieblingsplatten. Folkrock ist seit einigen Jahren ein großes Ding, und lässt sich in vielerlei Hinsicht interpretieren. Dry the River entscheiden sich für den großen Weg.

Was gibts?

Folkrock in epischer Breite, in wilder und teils explosiver Mischung, in starker Erinnerung an Bands wie Arcade Fire oder Fleet Foxes. Man muss allerdings die etwas gewöhnungsbedürftige Stimme von Sänger Pete Liddle mögen. Tut man dies, dürfte man hier ein perfektes Album zum Träumen, Trösten oder Wein trinken gefunden haben.

Anspieltipps: Das ruhige Epos New Ceremony, das großartige No Rest oder (die Akustik-Version von) Shield your eyes.

 Eine ausführlichere Kritik gibt es bei den WhiteTapes.

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Die aus Moskau stammende Nina Kraviz wirbelte 2009 die House-Floors dieser Welt mit ihrer Single Pain in the ass auf. Nun erschien ihr Debütalbum names „Nina Kraviz“ auf Rekids. Kraviz macht da genau das, was man erwarten konnte: deepe House-Musik, die sich sehr dezent entwickelt, und dabei trotz Einfachheit begeistert.

Was gibts?

Sexy House, liest man immer wieder. Lasziv, wild und ausgelassen konnte man auch immer über die Kraviz-Partys hören. Wirklich zu hören sind runtergepitschte Old-school-Parts, immer wieder gehauchte Worte und ein Beat, der oftmals monoton, aber dann doch sehr subtil, dreckig und wunderschön ist. Deepness pur.

Anspieltipps: AusFalse Attraction, oder Ghetto Kraviz.

Eine ausführlichere Kritik gibt es bei Daniel Straub von Laut.de.

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whomadewho brighter kompaktDie bekloppten (positiv gemeint!) Dänen whomadewho sind schon viele Jahre auf meinem Radar. Auch ihr neues Album „Brighter“ (welches wieder auf Kompakt erschienen ist) ist eines dieser sehr gelungenen Gute-Laune-Pop-Alben, die einfach immer gehen. Fast so gut wie die Band live zu genießen. Im Gegensatz zum Vorgänger „Knee deep“ ist das Album noch etwas popaffiner und vielleicht auch radiotauglicher geworden.

Was gibts?

Exact das, was es bei whomadewho schon immer gab: Tanzbare Rockmelodien durch elektronische Welten geschickt, jede Menge Pop und Disko. Im Positiven: Das Gegenteil von Musik von Nina Kraviz, dabei aber nie geschmacklos. Perfektes Frühlingsalbum.

Anspieltipps: Der Opener Inside World und den letzten Song Below the cherry moon.

Ausführlichere Kritik gibts bei Doris von Bedroomdisco.

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 Was gab es sonst noch Gutes in der Musikwelt zu entdecken?

  • Auch The Shins sind mit einem ordentlichen Album zurück. Es heißt „Port Morrow“ und bei Letterman gibt es einen einstündigen Liveauftritt zu sehen (Auch mit alten Stücken wie dem wunderbaren „Caring is creepy“.)
  • Fritz Kalkbrenner finde ich live sehr mässig. Seine Produktionen haben mir aber immer gut gefallen. Sein neuer Mix „suol mates“ ist eine bunte Ansammlung seiner persönlichen Lieblingsmusik, zwischen Hiphop, Soul und Techno, sehr schön gemixt. Empfehlenswert.
  • Ende Mai erscheint ein neues Album der Isländer Sigur Rós, yes, das freut doch sehr. Und passend dazu gibt es den ersten Track des Albums incl. Video. Und eine Tour gibt es auch noch.

Lieblingsplatten im Herbst. Teil II: Zwischen Berlin und Chicago

Dezember 5, 2011 3 Kommentare

Es hat sich etwas angestaut: Die Lieblingsplatten der letzten Wochen sind seit August nicht mehr erschienen, deshalb gibt es hier ein Special aus zwei Paketen mit meinen liebsten Alben des Herbstes (September-November). In diesem zweiten Teil nun den großen Rest mit Musik zwischen Brasilien und Island, zwischen Berlin und Chicago. Viel Spaß nun mit meinen Tipps, wie immer äußerst subjektiv und ohne Gewähr.

Zum Teil I „Frauenpower“ im Herbst hier entlang.

Wilco - The Whole Love

Etwas überraschend ist mein Lieblingsalbum des Herbstes 2011 eines, was ich so nicht habe kommen sehen. Die US-Band Wilco hat mich mit ihrem neuen – zehnten (!) – Album etwas umgehauen.  In meinen bescheidenen Augen nichts weniger als ein neuer Meilenstein. Eine wunderbare LP für die kalte Jahreszeit, die mich vor allem unterwegs viel begleitet hat.

Was gibts?

Unglaublich intensive, und trotzdem (oder deswegen?) großartige Indiemusik. Es ist nicht mehr viel vom alten Country geblieben.

Anspieltipps:

Muss man eigentlich alles nennen, alle 12 Songs spielen in der ersten Liga. Doch für sich gestellt: Der moderne Opener Art of Almost, Dwaned On me und die 12-minütige wunderbare Endlosschleife One Sunday Morning (Song for Jane Smiley’s Boyfriend).

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Modeselektor - Monkeytown

Auf „Monkeytown“ hatte ich mich schon Ewigkeiten gefreut, und die Vorfreude sollte nicht allzuviel getrübt werden. Modeselektor bleiben sich treu und kreuzen alle Stile, die Ihnen vor die Geräte fallen, schleppen hochkarätige GastsängerInnen an die Mikros und schaffen wieder einmal ihr ganz eigenes Affen-Universum. (Dabei gefallen mir die Rap-lastigen Stücke natürgemäß am wenigsten.)

Was gibts?

Man ist geneigt zu sagen: eine wahnsinnige Ansammlung von Bässen, gemixt mit Techno, Dub, Pop und HipHop. Mdslktr treiben wie eh und je die Verschmelzung aller Genres voran. Innovation auf elektronisch.

Anspieltipps:

Sicherlich die Kollaborationen mit Radioheads Thom Yorke: Das gute Shipwreck und das grandiose This, aber natürlich auch das Moderat-Stück war cry mit dieser tollen Live-Steigerung.

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Apparat - The devil's walk

Von dem einen Teil von Moderat zum Anderen: Auch Apparat hat ein neues Album produziert, dieses lag schon in meiner imaginären „Nicht so dolle“-Schublade. Doch nach dem unglaublichen (!) BreakingBad-Finale ging es mir nicht mehr aus dem Kopf und langsam wuchs da etwas heran. Sascha Ring ist nun nicht mehr solo, sondern mit 4-köpfiger Band unterwegs, und das merkt man dem Album sehr an: Instrumentaler und vielschichtiger.

Was gibts?

Keine Frickel-Beats mehr, es geht hier schnurgeradeaus Richtung romantischer, atmosphärischer Song. Apparat dringt hier in elektronisches Songwriting vor, die Vorbilder Radiohead, Four Tet und Sigur Ròs sind herauszuhören. Manchmal zu kitschig.

Anspieltipps:

Walter White vor Augen beim düsteren, verzweiftelten Goodbye und ebenso nice: Black water.

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Gui Boratto - III

Der Brasilianer Gui Boratto ist ein gefragter DJ und Produzent. Mir war er bisher aber eher in den fröhlichen elektronischen Runden aufgefallen. Mit seinem dritten Album „III“ bringt er ein zielstrebiges, aktuelles und tolles Techno-Album raus. Denn mal wieder gefällt mir das Düstere hier besser als Fröhliches Rumgeeiere.

Was gibts?

Der klare Charakter des Albums ist Techno, aber Boratto spielt hier ganz offensichtlich auch mit wehleidigem Pop, was ich hier aber positiv meine. Insgesamt: Großartig!

Anspieltipps:

Favorit: Flying practice, Floorkiller: The Drill, Relaxing: Soledad.

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Extrawelt - In Aufruhr

Das Hamburger Duo Extrawelt ist berühmt-berüchtigt für energievolle Live-Shows und seine Klangwelten. Bei mir sind die beiden schon seit Soopertrack und 8000 (!) unter den Favoriten. Auf ein neues Album freue ich mich immer, und das Neue kann man getrost empfehlen.

Was gibts?

Minimal-Techno mit der ganz eigenen Spur „Extrawelt“. Ein Sound, der irgendwie einmalig ist und immer erkennbar bleibt: Ob in den ruhigen Stücken oder bei der Abfahrt.

Anspieltipps:

I like: Die Welt ist nicht genug, Swallow the leader und Blendwerk II.

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Sigur Rós - Inni

Und dann war noch Sigur Rós, diese eigenartig-bezaubernde Band aus Island, die zwar keine neue LP rausbrachten, dafür aber ihr überhaupt erstes Live-Album. „inni“ ist ein Mitschnitt des letzten Konzertes ihrer Welttournee 2008. Und was soll man sagen? Noch düsterer als manches Album, aber 100% großartig und unglaublich intensiv. Fehlen leider noch auf meiner Liste „Schon live gesehen“.

Was gibts?

Den absolut typischen Sigur Ròs-Sound – dieses Mal ohne Streicher-Begleitung. Mit allen Facetten.

Anspieltipps: 

Ný batterí oder etwas fröhlicher mit Hoppípolla.

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Das wars trotz zahlreicher weiterer Alben für meine Lieblingsplatten im Herbst. Wenn es Euch gefallen hat: Empfehlt es, Liked es und kommentiert und kritisiert gerne 😉 Bald geht es schon weiter mit den Jahresbestenlisten überall. Stay tuned.

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