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Die Top-Alben des Jahres 2010

Dezember 22, 2010 7 Kommentare

In den letzten Tagen und Wochen konnte man ja nun wirklich auf nahezu jeder Seite, die sich mit Musik beschäftigt, die Jahresbestenlisten lesen, hören, diskutieren, bestaunen oder bewundern. Da möchte ich natürlich nicht fehlen, und präsentiere hier nun auch schon vor Weihnachten meine Alben des Jahres 2010.

Ich habe mich schwer getan mit dieser Liste. Im Gegensatz zu manch anderer Meinung bin ich mit dem Musik-Jahr 2010 mehr als zufrieden. Insgesamt habe ich fast 500 (!) verschiedene Alben gehört, oder zumindest angehört. (Dank Last.fm kann man sowas auch schön nachschauen, ohne dies irgendwie mitzuzählen…^^). Das ist eine riesige, und kaum zu fassende Anzahl – und dennoch ist dies nur ein Bruchteil der releasten Alben im Jahre, daher kann und will ich auch nur ganz persönlich beurteilen und bewerten. Alles andere würde auch nicht dem Sinn einer völlig subjektiven Liste gerecht werden.

Beim Erstellen der Liste ist mir klar geworden, dass ich, obwohl es viel tolle Musik gab,  weder einen ultimativen Song im Kopf habe, geschweige denn ein Album, welches alles überragt. Es gab und gibt kein Album 2010, was sich erheblich absetzt, und nur so kann man auch meine Top 30 hier verstehen, da viele Platzierungen letztlich willkürlich sind, aber ich hoffe insgesamt ein grobes Bild meines Jahres abzugeben. Bewertet habe ich nach a) persönlichem Geschmack, b) Häufigkeit des Hörens (Last.fm!) und c) dem qualitativen Anspruch an die Musik (insbesondere der Leistung, evtl. etwas völlig Neues zu wagen). Dabei fallen natürlich auch Alben heraus, die grundsätzlich gelungen sind, beispielsweise Jamie Lidells „Compass“, Massive Attacks „Heligoland“ oder auch Tocotronics „Schall und Wahn“, aber letztlich hats für die vorderen Plätze nicht gereicht. (Hoffentlich hab ich nicht allzuviel vergessen 😉 )

Das meistgehörte Album in reiner Titelanzahl bei mir war übrigens The XX mit XX. Das ist aber Ende 2009 herausgekommen und fällt damit natürlich durchs Sieb.

Jetzt aber genug gelabert, viel Spaß mit meiner Jahresabschlussliste!

 

Plätze 30-21:


30. Super Flu – Heimatmelodien

29. Yeasayer – Odd blood

28. Vampire Weekend – Contra

27. Twin Shadow – Forget

26. Kanye West – My Beautiful Dark Twisted Fantasy

25. Goldfrapp – Head First

24. The Divine Comedy – Bang Goes The Knighthood

23. Hundreds – Hundreds

22. Aufgang – Aufgang

21. Two doors cinema club – Tourist History

 

Plätze 20-11:


20. Delphic – Acolyte

Indie trifft Rave. Alles schon gehabt, aber irgendwie doch ganz gut. Live eine Bank! Tipp: Doubt

19. Deerhunter – Halcyon Digest

Ambient Punk sagen sie selbst. Was auch immer das heißen soll. Empfehlenswert! Tipp: Helicopter

18. Mount Kimbie – Crooks & Lovers

Mein liebstes Dub-Album des Jahres. Äußerst gelungen, bis aufs Cover. Tipp: Before i move off.

17. The National – High Violet

Die schönste Bariton-Stimme des Jahres. Geheimtipp, der gar kein Geheimtipp ist. Tipp: Sorrow

16. Mumford & Sons – Sigh No More

Folk at its best. Wunderbarer Sound. Das ganze Album immer wieder von vorne. Tipp: Little lion man

15. Chilly Gonzales – Ivory Tower

Meine große Überraschung: Piano, Piano, Piano. Dazu angenehme Stimme. Tipp: The Grudge

14. Shout Out Louds – Work

Die Indie-Gute-Laune-Rocker für mich schlechthin in diesem Sommer. Tipp: Fall Hard

13. Gisbert zu Knyphausen – Hurra! Hurra! So nicht.

Bestes deutschsprachiges Album 2010, ja, auch vor den Fotos. Tipp: Kräne

12.  Hot Chip – One Life Stand

Gnadenlos gute Liveband, Album nur unmerklich schlechter. Tipp: zB. I feel better.

11. Joanna Newsom – Have One on Me

Eine Frau, eine Harfe, und unglaubliche Musikwelten. Ihre Stimme muss man aber mögen. Tipp: Good Intentions Paving Company

Plätze 10-1:

10. Trentemoeller – Into The Great Wide Yonder

Anders Trentemoeller hatte ein Problem: Wie ein Jahrzehnt-Meisterwerk toppen? Das 2006er Werk „Last Resort“ zählt zu den größten Ereignissen der nuller Jahre. Geht nicht, dachte der Däne zurecht und brachte nun eine völlig andere Art des Pop-Songs auf sein neues Album. Das kann erwartungsgemäß nicht an den Vorgänger heranreichen, besticht aber dennoch durch tolle Tracks, die ein bisschen einsam, ein bisschen traurig sind, aber den Platz in meinen Top 10 definitiv verdient haben.

Anspieltipps:

Tide & …even though you’re with another girl

 

 

 

9. Robyn – Body Talk

Manch einer wird verdutzt schauen, was macht Robyn hier? Nun ja, in der Tat ist dies kein unglaubliches Werk, aber die junge Schwedin ist für mich die Pop-Diva des Jahres. Ke$ha, Lady Gaga und co können hier einpacken, denn so klingt weiblicher Pop 2010. Die Body Talk-Reihe verdient auch aufgrund ihrer drei (!) Alben übers Jahr verteilt dann auch schließlich hier mindestens einen Platz, weil sich auf den 3 EPs doch viele tolle Popsongs verbergen, und zwar sowohl Mainstream-Radio-tauglich, als auch für den Club oder zuhause. Ein Lob nach Stockholm, der Live-Besuch steht noch aus.

Anspieltipp:

Hang with me. (acoustic)

 

 

 

8. Röyksopp – Senior

Im August schrieb ich: „Röyksopp back to the roots: Ohne Gesang, zurück zum melancholischen instrumentalen Wahnsinn. Sehr atmosphärisch, sehr düster, traumhaft schön. Ein bisschen Jean Michael Jarre auf skandinavisch.“ Dies kann ich auch ein halbes Jahr so noch stehen lassen: Es ist dieser intrumentale Wahnsinn, der sich auch erst nach und nach erschließt, aber im Gesamten ein großartiges Album ergibt. Hat mir viele tolle Stunden Beistand geleistet. Es ist düster und doch zum Davonschweben. Größer als der Happy-Vorgänger „Junior“.

Anspieltipps:

The alcoholic & The drug

 

 

 

7. Jónsi – Go

Sigur Ròs-Sänger Jónsi auf Solopfaden. Anfangs fehlte mir das Düstere, was die isländische Band so besonders macht, dieses dunkle. Aber Jónsis fröhliches Album ist dann doch richtig gelungen, es sind Songs, die mitreißend und fesselnd sind. Vor allem live wurde aus diesem Album ein umwerfendes Werk: Zweimal gesehen in 2010, zweimal verzaubert. Besonders als Gesamtkonzeption mit der visuellen Gestaltung eins der positiven Beispiele für Frontmänner solo: Hey, es geht doch! (Übrigens gibts seit Anfang Dezember ein Live-Album der Tour, was genauso empfehlenswert ist!)

Anspieltipps:

Boy Lilikoi & Tornado

 

 

 

6. Four Tet – There Is Love In You

Kieran Hebden alias Four Tet ist einer der umtriebigsten Künstler der elektronischen Szene, irgendwie hat man das Gefühl, dass er fast überall seine Hände im Spiel hat. Mit „There is Love in you“ gelingt ihm ein phantastisches Album, was in nur wenigen Rückblicken fehlt. Es ist Musik für die Couch, aber auch für die Festivals, bei denen er großartige Livesets spielt. Es sind diese Melodien, die einen nicht mehr loslassen. Ganz großes Werk.

Anspieltipps:

Angel Echoes & Plastic People

 

 

 

 

5. Broken Bells – Broken Bells

Über das gemeinsame Projekt von Danger Mouse aka Brian Burton und den The Shins-Sänger James Mercer ist vieles gesagt wordem, und eigentlich ist alles gesagt: Herausgekommen ist ein perfektes Album mit einer ganzen Menge von schönen Liedern. Bin etwas verliebt in dieses Album, und die Top 3 hat es auch nur verpasst, weil es hier nicht wirklich Neues gibt. Burton als musikalisches Genie, dazu die tolle Stimme von Mercer: Passt. Live im Sonnenuntergang gesehen, und dahingeschmolzen. Wunderbar.

Anspieltipps:

Song 1-10. Aber besonders: The High Road

 


 

 

4. Gorillaz – Plastic Beach

Die Gorillaz hatte ich anfang des Jahres ganz sicher nicht auf meinem Schirm, und das Album bietet auch sicher nicht viel Neues, aber bei insgesamt 16 Tracks gabs halt doch so manchen Hit, und irgendwie hat das Album mich nach und nach voll überzeugt. Braucht etwas Zeit, dann kriegt man die Melodien nicht mehr aus dem Kopf. Damon Albarn macht seinem Ruf des Genies wieder mal alle Ehre. Spätestens im Herbst nach der BBC1-Livesession hatte es mich gepackt.

Anspieltipps:

On a melancholy hill & stylo

 

 

 

 

3. Arcade Fire – The Suburbs

„The Suburbs“ besonders toll zu finden war 2010 nicht so schwierig: Das dritte Arcade Fire-Album war sicherlich DAS Konsens-Album des Jahres. Und zu gutem Recht: Das Album und seine 16 Songs sind unglaublich vielfältig, reif, und klingen dabei auch noch so verdammt gut. Man möchte Meisterwerk schreien. Ja, wenn denn die Vorgänger nicht genauso gut (oder besser) wären. Alleine für die Entdeckung von „Funeral“ muss ich „The suburbs“ danken. Auch sonst bleibt ein verdienter Platz auf dem Treppchen: Was für eine wundervolle Band! (Hoffentlich wird sie nicht zum verheizten Stadion-Act!)

Anspieltipps:

Ready for start & Sprawl II (Mountains beyond mountains)

 

 

 

2. Pantha du Prince – Black Noise

Hendrik Weber ging für dieses Album in die Berge und nahm allerlei mögliche Töne auf. Diese hat er dann in aufwendiger Arbeit zu Tracks verbastelt und versampelt und damit das vielleicht experimentellste Techno-Album des Jahres veröffentlicht. Diese Tracks nehmen einen mit auf eine Reise, es ist ein bisschen Kopfkino, wenn diese Platte bei mir läuft. Es sind Sonderlichkeiten und Besonderheiten, die dieses Album absolut hörenswert machen. Und vielleicht weil es kein gewöhnliches Club-Album ist, und mit sovielen Facetten daherkommt, hat es mich im Sturm erobert. Schon früh deutet sich an, dass es weit oben laden würde.

Anspieltipps: Welt am Draht & Stick to my side

 

 

 

1. Caribou – Swim


Ich habe lange gegrübelt ob der tatsächlichen Nummer 1. Fast jedes Album innerhalb der Top 10 lag mal vorne, selbst Joana Newsoms Welten waren für einen Platz 1 wie geschaffen. Aber: Was bleibt wirklich von diesem Jahr? Was bleibt hängen? Und im Endeffekt geht dann bei mir kein Weg vorbei an Daniel Snaiths Projekt Caribou und seinem zweiten Album „Swim“. Im Februar in meinem Player gelandet, im April Album des Monats, neuer Hochschwung nach einem Konzert im Juni, und am Ende des Jahres nochmal ein Konzert in Deutschland plus das Remix-Album mit tollen Remixen von Koze bis Holden, von Junior Boys bis Gold Panda. „Swim“ hat mich über das ganze Jahr begeistert, mal mehr, mal weniger. Aber schon für den Versuch des Experimentes Popsongs durch die Geräuschemaschinerie zu drehen ist Platz 1 verdient. Snaith packt hier in kaum zu greifende Klangwelten völlig unterschiedliche Genres wild zusammen, steht immer ein bisschen zwischen Wahnsinn und Genie. „Odessa“ und „sun“ kannte am Ende des Jahres fast jeder Musikbegeisterte, Tracks wie „Kaili“ ließen ein bisschen die 90er Jahre aufleben, während „Hannibal“ wieder nah dran an House ist, war bei „Lalibela“ fast schon Ambient erreicht (mit den wiederkehrenden Vocals aus „Kaili“, groß!). Spannungsreichtum, facettenreich und live gewaltig. Nachteilig wirkt sich aus, dass manchmal hier schon zuviel gewollt wird, und es teilweise arg in psychodelische Hippie-Musik verfällt, aber selbst das kann ich bei der Menge an Hits verkraften. Ob verdient oder nicht, Herzlichen Glückwunsch an Daniel Snaith für Platz 1 in meiner Jahresbestenliste.

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Bei Vinyl Galore gibts die Top of the Blogs-Aktion mit den top10-gekürten Siegern. Auch eine tolle Liste, ein Blick lohnt sich.

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Review: Caribou live in Heidelberg (mit Mount Kimbie & Barbara Panther)

November 18, 2010 1 Kommentar

Im Rahmen des Enjoy-Jazz-Festivals in Heidelberg gaben sich am späten Dienstag Abend im Karlstorbahnhof die Kanadier von Caribou die Ehre, mit kräftigem Support von Mount Kimbie und Barbara Panther. Eine kleine Rückschau auf mein zweites Live-Erlebnis mit Daniel Snaith und seinen Musikern.

Es ist auch gleichzeitig meine Premiere im Heidelberger Karlstorbahnhof, einer kleinen Konzertlocation direkt in Altstadt-Nähe. Gemütlicher erste Eindruck, und schnell rein in die noch sehr überschaubare Menge an Menschen unterschiedlichen Alters. Vermutlich auch bedingt durch den Rahmen des Jazz-Festivals waren auch viele ältere Menschen mit dabei: gut so! Und es geht auch schon los: Die aus Ruanda stammende, – natürlich – in Berlin lebende Sängerin Barbara Panther legt los. Loslegen heißt hier: Eine unfassbar dünne Frau mit schrillem Auftreten betritt die Bühne, benötigt lediglich 2 Mikrofone, einen deutlichen Verzerrer und einen Laptop. Panther erinnert uns alle schon nach wenigen Minuten an Björk, dazu im Auftreten ein bisschen an Grace Jones, im Entfernten klingt es vielleicht auch etwas nach Fever Ray (oder halt The Knife). Was sie singt, ist nicht immer verständlich, hat aber dieses gewisse Etwas, was schließlich doch fasziniert. Sie tanzt und schreit sich in Ekstase, immer gefolgt von einem schnellen „Dankeschön“ mit einem schüchternen Lächeln auf den Lippen. Interessante Musik, interessante Person.

Kurzer Break, es wird auch langsam voller im vorderen Bühnenbereich. Das Londoner Dub-Duo Mount Kimbie startet. Dub, gerade aus London, ist ja schon seit Burial etwas zu meiner besonderen Liebe geworden, und in den letzten Jahren ist da an tollen Künstlern viel hinterhergekommen (nicht zuletzt mit Magnetic man ja sogar im kommerziellen Erfolg sichtbar.) Dieses Jahr waren es vor allem Mount Kimbie, welche mit einer tollen Platte auf sich aufmerksam machten. Ihre Musik ist nicht zwangsläufig Clubmusik, ich mag das lieber zuhause, chillig, mit einem Glas Single Malt in der Hand (wie zur späteren Stunde nach dem Konzert!). Das es aber auch live ganz gut funktioniert zeigten Kai Campos und Dominic Maker mit ihrem etwa halbstündigen Support. Welchem Genre man das auch immer anlasten will: Mir gefällt es ausgesprochen gut, es ist ein bisschen „Augen zu und träumen“-Musik. Entspannt durch Klangwelten, bei denen man nicht immer weiß, wie sie gerade genau entstehen. Und so klingt das dann.

Und es wurde nochmal voller. Daniel Snaith mit seinem aktuellen Projekt „Caribou“ war da. Auch hier hatte er wieder 3 Musiker dabei: Drummer, Bassist, Gitarrist. Er selbst am Keyboard, Gesang, Percussions, Second drums und Gitarre. Ein richtiges Multitalent, dieser Herr Snaith, und ein Mathematik-Diplom hat er auch noch. Mehr Nerd geht wohl kaum. Los gehts mit Kaili, und schon ist Caribou voll dabei. Hier gibts wenig Ruhepause, wenig Momente zum Innehalten, es ist mehr ein Set als eine Tracklist, teilweise endlos verlieren sich die 4 Musiker in Instrumental-Parts (Die Zugabe „sun“ wird auf über 12 Minuten gezogen!). Das ist manchmal etwas zuviel des Guten, man möchte ihnen zurufen: kommt mal zu einem Punkt. So kann man sich zumindest an den ausufernden Solis und dem prägenden Drum-Sound erfreuen: Vor allem Brad Weber am Schlagzeug ist ein echtes Highlight! Es dauert ein bisschen, bis das Publikum (und wir) warm werden, dies liegt vor allem an zwei Punkten. Es ist schlichtweg zu voll, ständig Haare im Gesicht, und es ist kaum möglich zu klatschen, weil man die Arme nicht richtig hochbekommt. Letztlich ein Luxusproblem, auf Dauer aber wirklich nervig. Zudem ist der Sound – zumindest an unserer Position – eher mies: Der Bass verschlingt alles, Höhen (vor allem Snaiths Keyboard-Sounds) gehen extrem unter. Vor allem die ersten 3 Songs leiden darunter sehr, später wird es nachkorrigiert. Sehr schade.

Das sind aber auch schon meine negativen Eindrücke. Ansonsten sind die Tracks natürlich klasse, die Liveperfomance intensiv und sehr gut. Richtig stark wird’s gegen Ende, der Ton passt besser, die Stimmung wird besser. Mit den abschließenden „Odessa“ und „sun“ krönen Caribou ein gutes, wenn auch nicht überragendes Konzert. Es macht einfach Spaß mit diesen Jungs, Spaß mit diesem wilden Mix aus verschiedenen Musikstilen. Ich freue mich auf mehr von Caribou. Und gerne komme ich auch zurück nach Heidelberg. Dort gab es neben dem feinen Konzert immerhin auch noch Riesentorte und Single Malt und viele gute Gespräche. Danke dafür 😉

Und so schaute es dann aus bei „Hannibal“:

Richtig toll dann die Zugabe, viele Minuten „sun“ extrem. Hier live zu sehen, aber mit einem Video aus der Schweiz.

Platten des Monats: September

September 30, 2010 7 Kommentare

Immer am Ende des Monats: Die kleine Kolumne zu den besten Platten des Monats. Aus allen Bereichen der musikalischen Vielfalt. Nur meine Lieblingsalben aus vielen Angehörten. Natürlich äußerst subjektiv. Immer. Und gnadenlos naiv, weil es natürlich noch viel mehr gute Musik gibt, die ich gar nicht wahrnehme. Völlig wurscht: Hier sind sie, meine Platten des Monats September. Und noch ein bisschen mehr Musik.

Chilly Gonzales - Ivory Tower

Chilly Gonzales ist einer dieser umtriebigen Musiker, denen einfach alles gelingen will. Rappen, Produzieren, Singen, Klavier spielen. Und tausend Dinge mehr. Weltrekordkonzert (27 Stunden live). Duett mit Helge Schneider! Und nun ein neues Album mit dem Blick aus dem Elfenbeinturm, welches er von Boys Noize produzieren lässt. Boys Noize? Genau, eben jener (Kid) Alex Ridha, der mehr für stumpfen Rave und Krawallplatten wie ‚Power‘ bekannt ist. Das Ganze ist übrigens auch der Soundtrack zum Film „I am Europe„, welcher bald in die Kinos kommt.

Was gibts?

Klavier ohne Ende, fröhliche Samples, beatlastige Jazzmomente, Songwriting, Dramaturgie, Ambient, Bassdrums, Rap, Gesangseinlagen,  Glückseligkeit. Dieses Album ist so vielseitig, unglaublich. Am besten selbst hören. Mein Album des Monats!

Anspieltipps:

Der Masse bekannt ist „Never Stop“ – durch die „magische iPad“-Werbung. Mein Lieblingssong aber (bisher) ist „The Grudge“. Ungewöhnlich, aber großartig. Toll übrigens auch der Dirty Doering-Remix von „I am Europe.“

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Hundreds - Hundreds

Via Vinyl Galore habe ich Hundreds entdeckt. Ein Hamburger Geschwisterpaar, welches mit unglaublich sphärischem Pop-Songwriting auf sich aufmerksam macht. Mit „Hundreds“ gabs dieses Jahr ihr Debütalbum. Und das ist so gut, dass ich sie innerhalb weniger Tage ins Herz geschlossen habe. Es ist diese unwirkliche Ruhe, die in ihren Songs liegt, die einen nicht mehr loslässt. „Musik für den Stillstand“, wie Vinyl Galore so schön beschreibt.

Was gibts?

Total minimalistische Musik. Klangwelten am Synthesizer. Irgendwie surreale Musik, die einen sehr in den Bann zieht. Eine wundervolle Stimme, die die Songs gefühlvoll unterlegt. Wunderschön.

Anspieltipps:

„I love the harbour“ und „Lets write the streets“ (hier in der Live-Version).

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Chromeo - business casual

Chromeo - business casual

Ich hatte Chromeo zwar schon länger auf dem Radar, aber irgendwie landeten sie immer ein bisschen in der Frenchhouse-Ecke, vermutlich aufgrund von Spielzeiten auf dem Melt! ,) Tatsache aber ist: Die beiden Jungs aus Montreal und New York haben ein hevorrragendes, sehr funkiges neues Album herausgebracht: „Business Casual“.

Was gibts?

Ein wunderbares Abzappelalbum. Viel elektronisches natürlich, dafür aber auch viel Funk und Soul. Ganz anders, als ich eine Chromeo-Platte erwartet hätte. Ich mags, und kann nicht mal genau sagen warum.

Anspieltipp:

Da empfehle ich doch mal eine recht neue, großartige Live-Version von „Night by night“ bei David Letterman.

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Darüber hinaus gibts noch einige Alben, aus denen mir Einzelstücke sehr gut gefallen, die aber den Platz bei den Besten nicht ganz verdient haben. Dazu gehört zum Beispiel Underworlds „Barking“, welches tanzbar ist und viel gute Laune verstrahlt, aber insgesamt nicht an den tiefergehenden Vorgänger „Oblivion with Bells“ mit dem genialen „beautiful burnout“heranreicht. Genauso wenig warm geworden bin ich bisher mit Superpitchers „Kilimanjaro“, mehr schon mit Johannes Heils „Loving“. Vielleicht kommt das alles noch.

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Die nächste Band am Indie-Himmel? Vielleicht ja eine deutsche Band aus Viersen. Die Vorschusslorbeeren für Beat!Beat!Beat sind hoch. Klingt auf jeden Fall recht frech, hiermit die Empfehlung für alle Indiehörer auf der Suche nach Neuem (Debütalbum erscheint Ende Oktober.): Beat! Beat! Beat! – we are waves (Video vimeo).

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Unbedingt empfehlen möchte ich aber die Remixe von Trentemøllers tollem Song „Even Though You’re With Another Girl“. Kollektiv Turmstrasse und Pantha du Prince in Bestform. In Kombination mit Trentemøller ein Traum. (Leider nicht online zum Anhören gefunden.)

Wenn wir schon bei Remix-Empfehlungen sind, sollte man auch die aktuell veröffentlichen Four Tet-Remixe erwähnen. Vor allem der Caribou-Remix von „angel echoes“ ist grandios.

Außerdem ist der neue Track von Moderat der absolute Kracher, hier live auf der Berliner Volksbühne. „can’t stop listening“ triffts ganz gut.

Am Schluss bleibt noch eins: die Prämierung des besten Album-Covers 2010. Jaja, ich weiß, dass noch einige Monate kommen werden, dieses Cover hier wird aber sicher nicht mehr übertroffen.

Weezer mit ihrem Album "Hurley"

Sónar Festival 2010 (Barcelona)

Juni 22, 2010 1 Kommentar

Festivals gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, mal besser, mal schlechter. Auch im elektronischen Bereich ist da über die vergangenen Jahre vielleicht sogar schon zuviel Neues gewesen, aber der Klassiker unter all jenen bleibt das „Sónar“. Das „International Festival of Advanced Music and Multimedia Art“ findet jedes Jahr in Barcelona statt – und ich habe es endlich (!) geschafft vorbeizuschauen. Hier ein Erfahrungsbericht.

The Chemical Brothers

Es ist Donnerstag nachmittag. Und schon nach wenigen Minuten wird klar, was das Sónar ausmacht. Aus einem Gebäudekomplex, irgendwie einem Mittelding zwischen modern und uralt, wummert der Bass schon hunderte Meter entfernt. Kaum 500 m von „La Rambla“ entfernt, DER Strasse in Barcelona. Innenstadt. Und genau diese Innenstadt überfüllt mit jungen Menschen, alles vorhanden zwischen besoffenem Engländer und intellektuellem Hornbrillenträger. Am Eingang sind wir schon mehr als zehn mal nach Drogen gefragt worden, und wir selbst haben uns mindestens ebenso oft über unglaubliche Gestalten amüsiert. Hier an diesem Donnerstag Nachmittag ist in Barcelona das Zentrum der elektronischen Musik. Der Start in ein ganzes Wochenende vollgepackt mit musikalischen Acts irgendwo breitgefächert zwischen Mainstream-Techno und avantgardistischen Experimenten. Und für dieses Spektakel reisen Menschen aus der ganzen Welt an. 84.000 Besucher sollen es dieses Jahr gewesen sein – von allen Kontinenten, quer durch alle Hautfarben, quer durch alle Typen von Menschen zwischen Superstar und Fan.

Sónar by day

Das Tagesprogramm des Sónars zeigt schon, dass das Festival nicht nur Party ist. Es soll hier wirklich (auch) um die Musik an sich gehen, man gibt hier vielen, vielen (!) Künstlern eine Chance, die Experimente wagen, die gegen den Strom schwimmen, und welche größtenteils noch eher unbekannte Musiker sind. Daneben sind aber auch bekannte Stars wie  King Midas Sound, Moodyman oder auchPete Tong da, welcher ein fluffiges House-Set spielt, und mit einem der ersten Höhepunkte im sogenannten „Village“ glänzt: einer sehr gelungenen Remix-Variante des aktuellen African-WM-Songs. Insgesamt geht das alles sehr locker zu: Bei teurem Bier wird überall die Sonne genoßen.

Sónar Village

Caribou im Sónar Dome

Bei Daniel Snaith und seinem aktuellen Projekt Caribou und dem neuen Album „Swim“ ist dann schon ordentlich Gedränge, Geschiebe, aber vor allem auch viele entspannte, gutgelaunte Menschen, wunderbare Musik und tolle Stimmung angesagt (Hier noch ein interessantes Video von der Red Bull Academy im Sònar Dome während des day-Konzeptes.). Und wem hier immer noch nicht klar war, was dieses Festival von normalen Festivals unterscheidet, konnte mit diesem Bild belehrt werden:

Im Dome bei Caribou

Ein erster, echter Höhepunkt des Festivals – für mich persönlich, aber sicher auch für Veranstalter und andere Gäste – war am frühen Freitag nachmittag der Auftritt von „Aufgang„, dieser französischen 3er Kombo bestehend aus den Pianisten Rami Khalifé und Francesco Tristano und dem Percussionisten Aymeric Westrich. Ich habe vorher deren Musik nur wenig mit Worten beschreiben können – und ich kann es immer noch nicht. Das schaut man sich am besten mal selbst live an – oder zumindest hier. Ich fands klasse, und hätte mir rein interessehalber noch viel mehr solcher Acts angeschaut, aber hier liegt auch schon das größte Problem der Day-Konzerte: Man ist einfach noch viel zu fertig von den langen Nächten. (Oder man frisst halt 734 der 2578 angebotenen Pillen, geht natürlich auch.) Insgesamt wunderbares Konzept, in der Breite vielleicht etwas viel des Guten: Lieber ein paar Acts hier und da weniger, und dafür mehr so wunderbare Musiker wie Aufgang.

Sónar by night

Das nächtliche Konzept ist natürlich trotz aller Künstler am Tage das eigentliche Highlight der Besucher, und so ist die Innenstadt sowohl lautstärke-, als auch größentechnisch gar keine Diskussion: Das Nachtprogramm wird in ein Kongresszentrum etwas außerhalb der Stadt verlegt und erinnerte mich mit seinen Hallen und der Gestaltung natürlich an „I love Techno“ in Gent. Aufgeteilt auf eine riesige Halle und 2 etwas kleinere Open-Air-Floors gibt es hier 3 große Bühnen, bei deren Lineups die Bedeutung des Sónars deutlich wird: Die 70er Jahre-Band „Roxy Music“ ist da genauso vertreten wie die französischen Synthie-Popper von „Air“ oder das elektronische Projekt „LCD Soundsystem“ von James Murphy.

Es ist aber natürlich auch die Spielbühne von Stimmungskanonen wie „Hot Chip“, die wiedermal einen wunderbaren Auftritt hinlegen, oder „The Chemical Brothers“, die es schaffen eine ganze, riesige Halle in Ekstase zu versetzen. Freitags bleibt sicherlich der Live-Auftritt von Richie Hawtin mit seinem Alter Ego Plastikman in Erinnerung. Eine riesige LED-Wand, hinter der nur manchmal die Schatten der Maschinen erkennbar waren, und eine denkwürdige Zugabe, bei der Hawtin nochmals mit einem kleinen Gerät nach vorne auf die Bühne kam. Sehr cool! Völlig anders, völlig andere Musik, völlig andere Struktur, ungleich schöner, und doch auf dem gleichen Festival: Einen Tag später war Sigur Ròs-Frontman Jònsi auf der Bühne und bezauberte mit wundervollem Island-Pop. Großartig, ein echter Höhepunkt, schon so früh in der Nacht.

Jònsi

Ein wundervoller Moment des zweiten Night-Feiermarathons war sehr untypisch – und vor allem unerwartet. Auf der von „LuckyMe“ gehosteten Bühne SònarLab spielten Eclair Fifi & John Computer die Original-Version(!) von Totos „Africa„. Tausende Hände in der Luft und ein riesen Chor, super!

Vergass ich etwa die 4. Bühne des Sònar by Night? Ja, die gabs eigentlich nicht, aber ein Autoscooter – ja, richtig gelesen – wurde zur offiziellen Partyzone für alle Freaks, Spasskanonen, Betrunkenen und Kaputten. Auch wir haben da ziemlich die Zeit verloren und unglaublich viel mit anderen Menschen gelacht und gefeiert. Der vermutlich erste Autoscooter der Welt ohne Autoscooter-Techno 😉 – hier nochmal bei youtube dokumentiert.

Der Wahnsinn!

Am frühen Morgen hangelt man sich schließlich so von Act zu Act, von den reinen DJs haben mir da vor allem Dixon von der Innervisons-Crew und der alte Mann DJ Hell am besten gefallen. Astreiner Techno, vor allem Hell zeigte Sonntag morgens schon im Sonnenlicht eine tadellose Leistung, und sorgte für zufriedene Gesichter am Ende des dreitägigen Festivals. Geglücktes Ende, bevor es dann wieder per Bus Richtung Innenstadt und Strand ging.

Fazit

Sònar war die Reise wert. Tolles Festival! Ob ich wiederkomme, muss man erstmal schauen, da gibt es soviel anderes noch zu entdecken 😉 Sehr gut gefallen hat mir das Gespür für gute Musik und gute Acts, das allgemeine internationale Feeling,  die sehr guten musikalischen Auftritte, die tolle Stimmung und der ganze Spass dort. Weniger gut gefiel mir der Ticketeinlass (ohne Bändchen), Bonsystem bei den Getränken und die vehemente Präsenz von Drogen. Wer sich ein ganzes Wochenende mit elektronischer Musik und seinen zahlreichen Facetten beschäftigen möchte, dem sei das Festival ans Herz gelegt. Durch seine Lage inmitten der Stadt – die auch noch am Strand des Mittelmeeres liegt – ist das Sònar wohl ziemlich einzigartig. Lohnenswert!

Tschüss, Sònar!

Mit der Sonne nach Hause.

(Alle Photos von mir, aufgenommen mit der Canon Powershot SX 200 IS )

Hier gehts zum Barcelona-Bericht mit Photos von der Stadt.

Die Lieblingsplatten im April

Mai 2, 2010 2 Kommentare

Am Ende des Monats (diesmal leider etwas verspätet) wieder meine Lieblingsplatten der vergangenen Wochen, wie immer eine bunte Mischung zwischen Pop, Rock und elektronischer Musik. Heute mit einem Londoner, einem New Yorker, einem deutschen Duo aus Berlin, Indie-Rockern aus Kanada, einem Quintett aus Oxford und schließlich noch einem Wiesbadener.

Caribou - Swim

Habt ihr das auch manchmal? Ihr habt ein neues Album, es verschwindet erstmal aus dem Sinn und einige Zeit später erweist es sich als tolles Ding. So ists mir hier mit Daniel Victor Snaiths (alias Caribou) Album „Swim“ ergangen: Der neue Kritikerliebling (Spex, Intro und co (sogar die Groove!) schrieben Lobeyhymnen) legt hier aber auch wirklich eine klasse LP vor. Eingängig, tanzbar, Musik für die Sonnentage. Der Sound immer ein bisschen dreckig, doch immer absolut entspannt. Klanglich ist hier so ziemlich alles Vorstellbare gesampelt, da wundert man sich doch immer wieder, welch Klänge da aus den Boxen ertönen.

Insgesamt tolles Album, irgendwo zwischen Pop und Clubmusik.

Anspieltipp ist direkt der Opener: Odessa!

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LCD Soundsystem - This is happening

James Murphy aus New York war schon mit diversen Produktionen bekannt, bevor er mit seinem elektronischen Projekt LCD Soundsystem die Welt begeisterte. Mit „This is happening“ legt er das dritte (und letzte!) LCD-Album vor – und geht damit im Sommer auf Tour! Das Album ist wie auch der Vorgänger „Silver Surfer“ gelungen, nein vielmehr gefällt es mir sogar besser. Die Tracks sind für sich alleine super, wirken aber auch komplettes Album gut. Aufsehen errregte schon vor einigen Wochen das Video zu „Drunk Girls„, der vermutlich ersten Single. Murphy macht hier elektronische Musik in einer sehr poppigen Art: Dance, ein bisschen Punk, viel Pop und viel Crazyness. Ich finds großartig!

Anspieltipp: You wanted a Hit.

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Booka Shade - More!

Brauch man Booka Shade noch vorstellen? Dieses deutsche Duo, welches mittlerweile bei Auftritten überall in der ganzen Welt für Ausnahmezustand sorgt (z.B. hier!). Kaum. Auf ihrem nun vierten Longplayer „More!“ machen sie eigentlich nur damit weiter, was sie am besten können: Perfekte durchproduzierte, auf Hit gebürstete Housetracks der ganz eigenen Marke Booka Shade. Da hätten wir z.B. „Teenage Spaceman“: Das macht Spaß, das geht immer und ist vor allem Live auf OpenAirs/Festivals im Sommer sicher wieder ein Dauerbrenner. Das darf man Booka Shade auch nicht zum Vorwurf machen, dieses Album ist wirklich wieder sehr gut geworden.

Ein weiterer Anspieltipp wäre auch „Regenerate„. Sehr schön!

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Broken Social Scene - Forgiveness Rock Records

Puh! Broken Social Scene, ein elfköpfiges(!) Ensemble aus Toronto, hauen hier mit ihrem neuen Longplayer „Forgiveness Rock Records“ eines dieser Alben raus, die man erstmal 4-5 mal hören muss, bis einem so nach und nach erst der ganze (positive) Wahnsinn aufgeht. Indie Rock? Vielleicht! Aber auch Songwriting in seiner aktuellen Perfektion. Variabel von eingängig seichten Song wie „All to all“ bis zum tanzbar, rockigen „Meet me at the basement“ (hier live, schauts Euch an!).  Das alles ist richtig gut, mutig und modern und verdient jegliche Beachtung! Anhören!

Anspieltipp wäre das ganze Album, aber dieser Liveauftritt bei David Letterman mit „Forced to Love“ ist super!

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Foals - Total Life Forever

Hier hab ich länger überlegt, ob ich dieses Album hier mit reinnehme, es hätte auch andere Möglichkeiten gegeben. Aber irgendwie mag ich das zweite Album „Total Life Forever“ von den Foals. Es ist ruhiger geworden, ganz klar. Irgendwie langsam, um dann am Ende richtig toll zu werden: „Spanish Sahara“ ist so ein Song, ruhig, fast melancholös und dann nahezu minutenlanges Crescendo bis zum Ende. „Total Life Forever“ ist eine LP, welches man auch in vielerlei Hinsicht kritisieren könnte: manchmal zu langatmig, dann wieder zuviele Anleihen bei anderen Bands. Aber mal alles vergessen: Gutes Ding, das schwierige zweite Album geschafft.

Anspieltipp: „This Orient“ oder mein persönlicher Fav-Track „After Glow“, leider hier nur als Sample bisher.

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Gisbert zu Knyphausen . Hurra! Hurra! So nicht.

Zum Schluss dann noch etwas völlig anderes: Eine Empfehlung für alle Fans von deutscher Musik, von deutschen Singer/Songwriter-Musik. Den Mann mit dem lustigsten Namen der Musiklandschaft hat ein neues Album herausgebracht: Gisbert Wilhelm Enno Freiherr zu Innhausen und Knyphausen. Mit seinem ersten Album machte er sich 2008 viele Freunde, ich habe ihn erst durch TV-Noir entdeckt und seine neue LP „Hurra! Hurra! So nicht.“ gefällt auf Anhieb. Ein Mann, eine Gitarre, vielschichtige deutsche Texte und eine starke, wiedererkennbare Stimme: Mehr braucht es nicht für diese elf Songs. Es ist Musik zum Zuhören, zum darüber Nachdenken. Es ist doch auch schön, dass wir auch in Deutschland richtig gute Songwriter haben.

Anspieltipp: Der großartige Song „Kräne„, der so unglaublich wahr ist: „Ich denke und denke wie immer viel zu viel. Immer ist da irgendetwas,  das mich einlullt & mich lähmt“.

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Das war für den Monat April mit meinen Lieblingsplatten. Ich freue mich schon auf den Mai, der ja bekanntlich alles neu macht. Und zumindest ist da mit dem neuen Trentemøller-Album schon ganz sicher für ein tolles Album gesorgt.

Ach ja, den ersten Track von den neuen Trentemøller-Stücken gibts ja auch schon – und ist wunderschön, wie nicht anders zu erwarten: Sycamore Feeling (Trentemøller Remix)

Einen anderen Remix möchte ich Euch auch noch mit auf den Weg geben: Dixon hat die wunderbare Lykke Li geremixt: Dance Dance Dance kann man da nur sagen.

Viel Spaß beim Hören und Entdecken!

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