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Posts Tagged ‘Deutschland’

Ausflugstipp: Klettersteig am Calmont

Oktober 19, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Mal einen Tipp abseits der Kultur, die hier normal erscheint: Für alle Wanderfans, Freunde der Natur, oder für alle, die einfach mal einen schönen Tag draußen verbringen möchten: Wandern und kraxeln auf dem Klettersteig am Calmont, dem steilsten Weinberg Europas direkt an der Moselschleife zwischen Ediger-Eller und Bremm. 

Der Klettersteig führt durch den Hang links.

Der Calmont ist ein Südhang-Weinberg (mit vor allem Riesling-Reben) im attraktiven Moselbereich des „Cochemer Krampen“, und gilt als steilster seiner Art in Europa. Die Hänge haben eine Neigung bis zu 65°, und dies war bis vor einigen Jahren zu steil für einen Wanderweg. Mittlerweile ist der Hang aber durch einen trittsicheren Klettersteig zugänglich gemacht, und dieser lohnt sich aufgrund seiner tollen Naturseiten, der wunderschönen Ausblicke und nicht zuletzt wegen der körperlichen Herausforderung.

In den Klettersteig kann man von zwei Seiten starten, wir legten in Ediger-Eller los, und dann hat man zu Beginn direkt den Anstieg hoch zur „Todesangst“ und einer großen Deutschland-Fahne incl. beeindruckendem Blick. Der Aufstieg und der komplette Steig verlaufen auf kleinen engen Wegen, mal steinig, mal pfadig, mal mit Sicherungsseilen, mal mit kleinen Leitern, und immer mit beeindruckendem Blick auf das Moseltal. Der Weg ist hier das Ziel, auch wenn gerade manche Anstiege schon mal anstrengend sein können. 😉

An den steilen Stellen gibts oft "Treppen"

Blick auf Anstieg und Mosel

 

Ein Ausflug lohnt hierher natürlich besonders im Herbst, wenn die Trauben im vollen Saft stehen und schon etwas süß sind. So kann man hier und da schonmal (verbotenerweise) etwas naschen, wenn man immer wieder durch die Weinberge wandert. An vielen Stellen auf dem Steig gibt es Bänke, Tische oder kleine Hütten, die zu ausführlicher Rast einladen. Mit etwas Proviant kann man es sich hier bei großartigen Ausblicken gemütlich machen.

Trauben ohne Ende

Großartige Panoramen

In solchen Gegenden zeigt sich, wie wunderschön unser Land ist, und mit welch atemberaubender Natur wir – gerade in Rheinland Pfalz – verwöhnt sind. Man sollte noch viel öfter raus und dies genießen. Für alle Wanderbegeisterten ist der Calmont jede Reise wert. Übrigens gibt es auf halber Höhe einen Geo-Cach, wir mussten zwar lange suchen, aber der kleine Spaß war es wert. Zurück ging es für uns ab Bremm an der Mosel, man könnte aber auch über den Gipfel-Wanderweg zurück. Alles in allem ein lohnenswertes Unternehmen, festes Schuhwerk ist aber unbedingt zu empfehlen.

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Urlaub! Camping am Bodensee.

Juli 18, 2011 1 Kommentar

Ich war ein paar Tage im Urlaub. Diesmal nicht spektakulär, dafür umso schöner: der erste Wohnwagen-Camping-Urlaub. Direkt am Bodensee, auf einem winzigen Campingplatz. Obwohl das Wetter eher dürftig war und wir auch mal ordentlich Regen dabei hatten, waren die Tage wundervoll: entspannend, angenehm, ruhig und erlebnisreich. So wie ein Urlaub sein sollte. Abgerundet wurden die Tage durch leckeres Essen, guten Wein und Besuche von Freunden und Familie. Weil ich heute mal gar nicht viel schreiben möchte, gibt’s auf die Schnelle einige Impressionen der vergangenen Tage, incl. der Ortsangaben.

Deutschland pur, jedesmal als Reiseland nur zu empfehlen.

Blick von der Terrasse der Ruppaner-Brauerei:

Staatsweingut in Meersburg:

Die Pfahlbauten in Unteruhldingen, interessantes und gut gemachtes Geschichtsmuseum:

Der Campingplatz bei Sturm und Regen, auch das gehört dazu:

Der Rhein am Schaffhausener Rheinfall (Blick hier vom Schloss Laufen.):

Wunderschöne Getreidefelder gibt es rund um das Schloss Salem:

Fast nebenan wohnen 200 Wildaffen in einem schönen großen Waldstück auf dem Affenberg:

Die Abendstimmung eingefangen beim Abendessen vor dem Wohnwagen:

Fahrradtour um den Überlinger See, hier Blick auf die Bucht vor der Touri-Hochburg Mainau:

Hochbetrieb in der Altstadt von Konstanz:

Tolle, phantasievolle Grabstätten am Friedhof in Seefelden:

Zu guter Letzt nochmal „unser“ Steg am Campingplatz:

[Alle Photos sind – der geneigte Leser wird es sehen – mit meiner kompakten Canon Powershot gemacht worden (frei nach dem Motto: Die beste Cam ist die, die man dabei hat), und stehen (wie immer) unter der by-nd-Lizenz.]

Berlin, die Kulturmetropole

September 10, 2010 3 Kommentare

Ein ausländischer Musiker kommt nach Deutschland. Wo wird er mindestens spielen? In Berlin. Eine skandinavische Band ist auf Europatournee. Wo hat sie ihren einzigen Deutschland-Auftritt? In Berlin. Gute Techno-Clubs sind rar. Wo gibts gleich ein Dutzend davon? In Berlin. Wo findet man als Politik- und Geschichtsinteressierter Mensch Museen und Ausstellungen zuhauf? In Berlin. Wo werden tolle Musicals wie die Blue Man Group aufgeführt? In Berlin. Wo gibt es eine eigene Insel für tolle Museen, welche UNESCO-Weltkulturerbe sind? In Berlin. Die Liste  hier könnte man lange weiterführen. Theater, Museen, Opern, Musicals, Konzerte, Ausstellungen, Premieren, Festivals, Clubs, Galerien: Berlin hat wirklich alles im kulturellen Sinne. Kein Weg geht an Berlin als Kulturmetropole vorbei.

Geht es Euch nicht manchmal genauso? Ihr würdet gerne eine Band live sehen, und diese ist – mal wieder – in Detschland nur in Berlin zu begutachten. Mir passiert es ständig: Ich erfahre von irgendetwas Großartigem – sei es Museum, Ausstellung, Clubnacht oder Konzert – und lasse kurz später den Kopf hängen, weil es nur in Berlin stattfindet. Bevor man das falsch versteht: Das ist ja auch in erster Linie großartig, dass es alle diese Kultur-Programme/ Konzerte überhaupt gibt! Nur als Student ist es oftmals schade, wenn sie als Mainzer unerreichbar weit weg erscheinen. Mal eben schnell für einen Abend nach Berlin ist den Social-Media-und SEO-Gurus vorbehalten, die dafür auch noch bezahlt werden.

Auch Mainz ist wundervoll, in einer völlig eigenen Art viel schöner, lebendiger und vor allem hundertmal charmanter als Berlin. Ich lebe gern in dieser Stadt, ich liebe diese Stadt. Aber kulturell gesehen kommt wohl in Deutschland niemand an Berlin vorbei (Vermutlich müsste man das eher auf Europa ausweiten – Die Bandbreite an kulturellen Möglichkeiten erscheinen mir nur wenige Metropolen zu toppen, evtl. London oder Paris). Das ist einerseits als Hauptstadt und der mit Abstand größten deutschen Stadt nur allzu richtig, auf der anderen Seiten schade für andere Regionen. So können kleine Städte wie Mainz ja allein schon aus finanziellen und fördertechnischen Gründen mit diesem Angebot nicht mal ansatzweise konkurrieren. Und in Berlin kommt es zu einem Overkill an kulturellen Möglichkeiten.

Ich war in der vergangenen Woche ein paar Tage in Berlin und Umgebung (Umgebung heißt: Hotel in Potsdam) und konnte mir mal wieder persönlich das große Angebot anschauen. Anhand der puren Masse an Informationen bräuchte man aber vermutlich 2 Wochen, um annähernd auch nur die wichtigsten und größten Museen und Ausstellungen zu besuchen. Und dann bräuchte man noch einmal 2 Wochen um angesagte Clubs, Konzerte oder Lesungen mitzunehmen. Ganz abgesehen von nahezu wöchentlichen Messen oder bedeutenden Konferenzen. Kurz und gut: Ich beneide Berlin und seine Einwohner um die vielfältigen Möglichkeiten. Aber: Schöner ist es trotzdem hier. 😉

Was habe ich mitgenommen aus diesen Stunden Berlin? Vor allem jede Menge Geschichtliches und Politisches. Liegt aber vor wohl im persönlichen Interessenfeld. Man könnte genauso gut 4 Tage durchfeiern (was sich ja auch wirklich aktuell zu einem interessanten Trend entwickelt).

Empfehlen möchte ich vor allem 2 Ausstellungen:

Zum Einen das noch recht frische Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors.“ Hier wird anhand von vielen Photos, Graphiken und Texten die Gewalt von SS, Gestapo und Polizei zwischen ’33 und ’45 im Allgemeinen verdeutlicht. Außerdem geht diese Ausstellung etwas gezielter auf verschiedene Opfergruppen der NS-Zeit ein. Wer sich mit diesem Thema insgesamt noch nicht viel beschäftigt hat, dürfte hier auf vieles Interessante stoßen, für Geschichtsbegeisterte sollte es sowieso mal Pflicht sein – auch um sein Wissen etwas aufzubessern.

Zum Anderen das wohl viel bekanntere Holocaust-Denkmal in der Nähe des Brandenburger Tores. Das berühmte Stelenfeld ist heiß diskutiert worden: Ich finde es gut! Aber empfehlen möchte ich vor allem das Informationszentrum UNTER dem Denkmal. Dort findet sich eine sehr intensive, teilweise arg berührende, persönliche Dokumentation des Holocausts. Vor allem ausgearbeitet an einigen wenigen Familien führt ein didaktisch gut gemachter Audioguide durch die 5 Räume. Bewegend. Still und unscheinbar – und doch für mich das prägende Berlinerlebnis dieses Mal.

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Werde wiederkommen. Hab in den Tagen noch zu wenige Museen aufgesucht (Das Filmuseum Berlin ist übrigens nicht so prägend, kann man gut weglassen) und nicht einen Club aufgesucht. Hah, da staunt ihr! Wird dann im Januar nachgeholt…

Edit: Eigentlich müsste ich doch nach Berlin ziehen, weil quasi ständig IRGENDETWAS ist, was mich reizt. Heute wäre es zum Beispiel das Berlin Festival mit seinem ziemlich perfekten Lineup gewesen. Oder Anfang November die BerlinMusicDays mit einzigartigem Charakter. Oder oder oder. Naja, vielleicht auch ganz gut so: Mit dem Blick aufs Studentenkonto 😉

Die WM ist tot, es lebe die WM!

Juli 12, 2010 6 Kommentare

Das war sie also, die erste FIFA-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden. 4 Wochen, 64 Spiele und Fussball bis zum Abwinken. Fussball wohin man schaute – und das nicht etwa in Südafrika, sondern in Deutschland. Egal ob Supermarkt oder Stammtisch, die WM war omnipräsent. Nach dem großen Finale mit dem insgesamt wohl verdienten Weltmeister Spanien ein großes Fazit von mir zu dieser außergewöhnlichen Veranstaltung.

König Fussball und sein Phänomen als Strassenfeger. (Aufgenommen in Barcelona, Vorrunde.)

König Fussball und sein Phänomen als Strassenfeger. (Barcelona, Vorrunde.)

Ich werde wohl nur begrenzt auf einzelne Spiele eingehen, dafür fehlt Zeit und Platz. Außerdem haben dies andere Blogs ganz vortrefflich getan, dazu später mehr.

Die Fussball-WM ist das größte Sportereignis der Welt, und das merkt man allen Enden: Ob im Radio, im Fernsehen, in der Zeitung, in den Onlinemedien, den sozialen Netzwerken oder auf der Straße, nirgendwo war man vor der WM sicher. Das mögen manche hassen, für mich als Fussball-Fan ist es in erster Linie erstmal reizvoll. Darüber hinaus kann es aber auch für die größten Fans zur Belastungsprobe kommen, wenn auf einmal jeder der Meinung ist „Fussball ist toll“. Das birgt Schwierigkeiten, macht aber letztlich eine WM auch aus. Dazu weiter unten mehr. Desweiteren soll es um die Darstellung der Medien, gerade der übertragenden TV-Sender mit ihren Moderatoren-Pärchen, gehen. Und schließlich natürlich auch darum, was mir ganz persönlich gut gefallen hat – und was eher weniger.

Die deutschen Fans, die Bundestrainer und das Public Viewing

Aus irgendeinem Grund schaut während einer Weltmeisterschaft jeder hin. Nein, nicht bei einer Weltmeisterschaft, sondern bei der Fusball-WM. Wenn Eishockey oder Handball gespielt wird, ist das eine Randnotiz, Fussball dagegen füllt die Auflagen und dient als Aufmacher. Dabei steht das Event im Vordergrund. In Deutschland haben vor allem das „Sommermärchen 2006“ und die beginnenden Public Viewings ihr Übrigens dazu getan, das Produkt WM mit seinem Eventcharakter dem Fussball vorzuziehen. Dabei wird vor allem das Public Viewing zum Inbegriff der deutschen Feierkultur: Trikot, Bier und Schlachtgesänge – und obendrauf der Autokorso. Apropos Autokorso: Was bitte soll ein Autokorso nach einem Auftaktsieg gegen Australien(!) ? Und ganz im Ernst, liebe autofahrende Fans: Erklärt mir Sinn und Zweck dieses Chaos-Feierns. Nach einem Sieg im Finale? Geschenkt – dann wäre ich vielleicht selbst dabei, aber bitte lasst solche Kindereien doch nach Vorrundenspielen. (Lustigerweise sitzen beim Autokorso vor allem die Menschen am Steuer, die sich sonst 365 Tage im Jahr über zu hohe Spritpreise und ein unmögliches Deutschland aufregen….). Überhaupt der deutsche Fan: Vor der WM ist alles schlecht, weil Löw so ein „schlechter Trainer“ ist, nach dem Australien-Sieg ist man sofort Weltmeister, nach dem „superschlechten Serbienspiel“ ist wieder alles schlecht, nach dem glorreichen Sieg über Argentinien ist man „auf Jahre unschlagbar“, und nach der Halbfinalniederlage lag wieder alles am Trainer und am Ende der WM sieht man sich als „wirklicher Sieger“, da das Finale ja so ein „Grottenkick“ war. Das ist absurd bis lustig, traurig bis wissenschaftlich interessant. Natürlich ist auch jeder Deutsche (fast jeder, meinen Papa gibts ja auch noch 😉 ) während der 4 Wochen Bundestrainer, und jedes Forum zwischen Kicker, Spox, transfermarkt und SpOn wird zugespammt, was das Zeug hält. Das ist alles so irre, das selbst „Journalisten“ irgendwann auf diesen Zug aufspringen, und meinen sie würden ja grundsätzlich alles besser wissen. Man könnte noch eine Menge Böses über Event-Fans schreiben, aber ich bin dessen müßig, die Diskussion um Event- und/oder „richtige“ Fans ist leider unmöglich – und auch unnötig. Denn es ist ja auch wundervoll (!), dass sich soviele Menschen für diesen Sport interessieren und mitfiebern, das macht die WM ja letztlich auch so großartig. Aber warum jemand, der Fussball im Allgemeinen nicht mag, über Fussball-Abende nur lächelt und weinende Fans als Weicheier betitelt, auf einmal alle 4 Jahre zum übergroßen Fan mit 25 verschiedenen Utensilien in schwarz-rot-gold wird, bleibt mir für alle Ewigkeiten ein Rästel.

Public Viewing in Mainz, Vorrundenspiel.

Ich hab bei dieser WM nach zuviel Aufregung, übergeschüttetem Bier und geballter Inkompetenz beim ersten Spiel der deutschen Elf („Wer ist denn dieser Ozil da auf dem Feld?“, „Dieser Friedrich, hat der vorher schonmal für Deutschland gespielt?“…) die deutschen Spiele immer im kleinen Kreise mit ausgewählten Fussballfreunden geschaut. Essen und kühles Bier dazu, Diskussionen und gemeinsame Analysen. Es fühlte sich gut an. Das war WM-Feeling zum Anfassen, auch bei anderen Partien außerhalb der deutschen Nationalmannschaft. (Ja, diese Spiele gab es nämlich auch.)

Die Übertragung bei ARD, ZDF und RTL

Wir haben hier ja das große Glück (?) – dank GEZ *hrhr – alle Spiele live schauen zu können (natürlich außer die parallel stattfindenden Partien). 64 Spiele á 90 Minuten plus Nachspielzeiten, Verlängerungen, Elfmeterschiessen und natürlich tausende Minuten an Vorberichten, Dokumentationen und Interviews. Der geballte Fussball-Wahnsinn im Fernsehen. Und auch ich muss sagen: Mein TV lief soviel wie sonst in einem ganzen Jahr. Insgesamt kann man wohlwollend auf die TV-Sender und ihre Arbeit zurückblicken, da waren schon viele gute Stunden Fernsehen dabei. Leider gibts bei viel Licht auch viel Schatten, und so waren es vor allem Moderatoren, Kommentatoren und Reporter, die mir mit ihrer Schusseligkeit, ihrer Inkompentenz oder ihrer Aufdringlichkeit ziemlich auf den Sack gingen überhaupt nicht gefielen. Reporter gehören für Fragen wie „Wie fühlen Sie sich?“ oder erst Recht für „Wie groß ist die Enttäuschung?“ eigentlich gefeuert. Was soll ein Spieler dazu auch sagen? Vielleicht könnte er ja die Arme ausstrecken und anzeigen wie groß. „So groß!“ (Dazu auch mehr beim Trainer Baade). Oder ein Kommentator, der ständig Spieler verwechselt, Schlüsselszenen falsch interpretiert und schließlich auch schonmal komplette Spiele so kommentiert, dass ich denke, ich würde ein anderes Spiel sehen. Favorit für den Posten „dämlichster WM-Kommentator“ ist: Béla Rethy. Unglaublich! Apropos ZDF: Diese verlieren auch meine kleine Tabelle der Moderatoren-Pärchen:

Reinhold und Mehmet

1. Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl: Beckmann ist zwar mehr oder weniger nervig und will immer alles selbst sagen, dafür hat er mit Scholl den kritischsten und gleichzeitig  vor allem sympatischsten „Experten“. Mehmet machte seine Sache wieder richtig gut, daher hier der verdiente 1. Platz.

2. Gerhard Delling und Günther Netzer: Durften noch einmal gemeinsam ran nach 13 Jahren Streiten, Mobben und Dissen. Ist im Grunde genommen so köstlich, dass man über jede Menge Belangloses und Langweiliges hinwegsieht.

3. Günther Jauch und Jürgen Klopp: Ich hätte mir hier mehr erwartet; letztlich zuviel Geplänkel, zuviel Klopp, zuviel Technikeinsatz, abstruse Tipps und einfach irgendwie zuviel von Allem. Schade. Nur Platz 3, weil ein Team nur letzter werden konnte.

4. Kathrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn: Nicht der Reichsparteitag ist hier ausschlaggebend, sondern die unglaubliche Inkompetenz der KMH. Dazu ihre fast schon sexistischen schmachtenden Blicke auf den „Ein Oliver Kahn hätte den gehalten“ – Titan, und zudem mir viel zu wenig Kritik von Seiten der alten Nummer 1. Ganz, ganz schwach leider. – trotz „der Überhand“. 😉

Letztlich hat die ARD wohl alles richtig gemacht, dort konnte man grundsätzlich am besten Fussball schauen, auch wenn mein Lieblingskommentator Oliver Schmitt für das ZDF arbeitet.

Die Online-Berichterstattung zur WM. Blogs, Twitter und co

2010 in Südafrika wird für mich auch als die WM in Erinnerung bleiben, bei der ich zum ersten Mal – fast – ausschließlich Onlinemedien zu den Spielen verfolgte. Und damit meine ich keinesfalls klassische große Medien wie SPIEGEL oder BILD, sondern zahlreiche kleine Blogs, einige kleinere Fussballseiten, natürlich Twitter und nicht zuletzt auch Facebook.  (Allein SPOX unterhielt mit seinen Tweets noch das langweiligste Spiel, die ZEIT widmete der WM gleich eine ganze Seite mit sogenannten WM-Tweets, welche fast alle lesenswert waren.)

Vor allem aber machte es Spaß in kleine oder größere Blogs reinzuschauen, sie über den Reader zu verfolgen und ihne Taktiken und Analysen zu lesen. Die dortigen Analysen waren meist besser, aber vor allem persönlicher als KICKER und co. Meine Lieblingsblogs zur WM 2010 in Südafrika:

1. Der Fussballist: Roland Eitel war als PR-Berater von Löw 5 Wochen mit in Südafrika. Kein anderer Blog war näher dran an der deutschen Nationalmannschaft, keine anderen Texte persönlicher, emotionaler und interessanter. DER Blog zur WM, Danke dafür.

2. Das Werder-Fussball-Blog: „Wir brauchen niemanden, der uns den Fußball bunt macht. Was auf dem Platz passiert, ist interessant genug.“ (Hans Meyer) – Und darum gehts in diesem Blog, sowohl bei Werder als auch nun während der WM. Ganz hervorragende Taktikanalysen!

3. Mission 11. Juli:  Rhetrorisch feine Teste von einem Iraner. Tolle Perspektive von Amir Kassei.

4. Meine Saison: Analyse der Deutschland-Spiele und noch viel mehr. Empfehlenswert!

Platz 5 teilen sich die Kontextschmiede und ihre hervorragenden Taktikanalysen sowie die Spielminutenstatistiken bei Kunkello.

Meine ganz persönliche WM. Fan-Freuden, Fan-Fehler, Fan-Highlights aus hulza-Sicht

Auch ein hulza kann irren 😉 Nein, im Ernst, ich lag mit mindestens 2 Personalien vor dieser WM total daneben und müsste mich eigentlich entschuldigen.

1. Miroslav Klose. Ich hatte ihn immer für einen überragenden Stoßstürmer gehalten, selbst noch als er bei den Bayern auf der Bank saß. Aber mit den letzten Spielen der Saison und der Vorbereitung der deutschen Elf incl. Kloses hängender Schultern hatte ich alle Hoffnung aufgegeben: Klose war für mich nur noch dritte Wahl. Das er nun wieder alles zeigte, was ihn so stark macht (Zweikampfverhalten, Schnelligkeit, Aggresivität, Laufwege, Spritzigkeit, Übersicht), habe ich nicht erwartet, und freut mich daher umso mehr. Chapeau Herr Klose, das war weltmeisterlich!

2. Joachim Löw. Ein großer Löw-Kritiker war ich nie, ich achtete ihn immer als großen Taktiker, aber mit der seltsamen Kadernominierung kam ich irgendwie nicht zurecht. Frings zuhause lassen, obwohl Ballack und Träsch und Rolfes ausfielen? Wo war da das viel besagte „Leistungsprinzip“? Warum musste ein Hummels zuhause bleiben, während ein Müller mit durfte? Und erst Friedrich? Wieso, warum? Es gab viele Fragen an den Bundestrainer – und auch ich war einer der Millionen heimlichen Trainer, die es sowieso besser wissen. Löw hat es allen gezeigt. Löw hat richtig gehandelt – und nie mehr werde ich bei Kaderberufungen irgendwelche kritischen Töne von mir geben. Löw hat als Trainer alles richtig gemacht. Dafür bekommt er von mir meinen größten Respekt.

Wie die deutsche Mannschaft Fussball spielte, ja interpretierte, war eindrucksvoll und hat die ganze Welt begeistert – das hat nun vermutlich sogar der größte Fussballmuffel mitbekommen. Weitere Kommentare erübrigen sich im Grunde genommen, aber vier Spieler möchte ich dennoch kurz herausheben:

Bastian Schweinsteiger. Herz und Seele, und der eigentliche Kapitän. Der Leader (obwohl ihn andere erst 2014 sehen). Es war eine einzige Freude „Schweini“ zuzuschauen: Einsatzbereitschaft bis zum Äußersten, Kampfeswille – und nur sehr wenige Fehler. (Ein großer leider im Spiel um Platz 3, vielleicht kostete ihn das ein Podiumsplatz bei der Vergabe des goldenen Balls.)

Mesut Özil. Für mich eher enttäuschend als genial. Das möchte ich kurz erklären: Natürlich spielte Özil zum Teil überragend, das ist auch weltweit gesehen große Klasse. Aber: Das kenne ich auch so schon aus Bremen. Was mir noch fehlt: Der Einsatz, der unbedingte Wille, den ich bei Schweinsteiger z.B. so liebe, und natürlich der Instinkt vor dem Tor (Letztlich 6 Großchancen vergeben.) Daher war seine Nominierung für die Top 10 der WM für mich eher überraschend, dennoch stimmt natürlich alles, was über ihn gesagt wird: Geniales Passverhalten, großartige Annahmen und Laufwege. Er kann ein Großer werden. Man wird es sehen.

Arne Friedrich. Überragend. Der UNTERschätzteste Spieler der deutschen Mannschaft. Großartiges Zweikampfverhalten. Spielte das Turnier seines Lebens.

Lukas Podolski. Der ÜBERschätzteste Spieler der deutschen Mannschaft. Sogar der Langzeitverletzte Jansen war im Spiel um Platz 3 besser als Podolski in allen anderen Spielen. Selten laufbereit, wenig Übersicht und mangelnde Torausbeute. Fast so schlecht wie in Köln.

Ghanaer beim Vorrundensieg (Mainz, 1. Spiel von Ghana)

Das Schönste bei einer WM-Endrunde sind letztlich aber vor allem Emotionen. Ob das nun jubelnde Ghanaer wie hier am Mainzer Rheinstrand sind, tausende Deutschlandfans unter schwarz-rot-goldenen Flaggen, traurige Südafrikaner nach ihrem Ausscheiden, verrückte Niederländer in orange, die Tränen oder  auch die großen Augen der Balljungen beim Einlaufen ins Stadion. Wunderbar! All das ist Fussball, all das zeichnet die WM aus. Ich liebe es ein Vorrundenspiel zwischen vermeintlichen uninteressanten zweitklassigen Mannschaften irgendwo öffentlich zu schauen, alleine der Reaktionen der Menschen aus diesen Ländern wegen. Beeindruckend, welche Kraft der Fussball hat. Das ist schön, und im Grunde genommen ist es das, was die WM ausmacht.

Und Emotionen gab es viele, in dieser Hinsicht war es meiner Meinung nach eine perfekte WM. Tolle deutsche Spiele, aber auch interessante, andere Begegnungen mit ganz verschiedenen Highlights. Meine persönlichen:

  • 121. Minute Uruquay vs. Ghana und die Hand Gottes des Stürmers (!) Suarez. Gyan verschiesst. Elfmeterschiessen, und Ghana scheidet aus. Was eine Dramatik.
  • Achtelfinale Deutschland vs. England, Lampard schiesst – Wembley reloaded. Mit diesem tollen Photo.  Dramatische Minuten, Deutschland gewinnt am Ende verdient 4:1.
  • Paraquay vs. Spanien, das Viertelfinale. Drei Elfmeter, ein Treffer, kein Tor. Die vielleicht kurioseste Minute dieser Weltmeisterschaft.
  • Argentinien vs. Mexiko. Im Achtelfinale schiesst Tèvez das 1:0 für die Gauchos – anschließend sehen die Mexikaner auf der Videoleinwand, dass es klares Abseits war. Machte die schlecten Schiedsrichterleistungen mehr als deutlich und löste neue Debatte um Videobeweise aus.
  • Die „gekauften“ chinesischen Fans der Nordkoreanischen Mannschaft. Legendär.
  • Thomas Müller mit seiner bestern Szene: „Darf ich jemanden grüßen?“ – Die Omas und der Opa werden sich gefreut haben. Ganz stark!

Und vermutlich noch viele weitere Szenen. Die WM hat viel Spaß gehabt, aber jetzt darf sie auch gerne ruhen. Ich freue mich umso mehr schon wieder auf die Bundesliga, mit echten Fans auch gegen die grauen Mäuse mitfiebern, und alles in sich aufsaugen. Und wenn dann wieder Championsleague ist, wird auch wieder weltklasse Fussball gespielt 😉

Wir sehen uns in 4 Jahren in Brasilien. Die WM ist tot! Es lebe die WM!

PS: Spanien ist verdienter Weltmeister 2010.

PS2: Die besten, eindruckvollsten Bilder zum Worldcup gibts – wie fast immer – bei Big Picture: Teil 1 und Teil 2. Unbedingt schauen!

Der Traum ist ausgeträumt

Juli 8, 2010 3 Kommentare

Aus der Traum vom WM-Finale. Aus der Traum vom Traumfinale gegen die Niederländer. Mit 0:1 verliert die deutsche Nationalmannschaft ihr Halbfinale gegen Spanien. Gesehen hat man ein würdiges WM-Halbfinale mit einem würdigen Sieger – und einer denkwürdigen deutschen Mannschaft als klarer Verlierer.


Zeitsprung zurück zum ersten Deutschlandspiel. Ich werde vom SWR interviewt, und gefragt wie weit Deutschland denn bei dieser WM komme. Das ist sowieso schon eine schwierige Frage, weil spätestens mit den K.O.-Runden alles möglich ist – für jede Manschaft. Aber ich entscheide mich für das Viertelfinale. Gegenfrage: „Warum nicht weiter?“. Meine Antwort: „Weil ich glaube, dass die Mannschaft dafür insgesamt noch etwas zu unerfahren und ängstlich ist. Da sind uns Mannschaften wie Spanien einfach voraus.“

Einige Wochen später – nachdem Deutschland die halbe Welt mit tollem, überragendem Fussball verzückt hat – trifft Deutschland also auf Spanien. Und ganz anders als noch zum Zeitpunkt des Interviews, bin ich optimistisch. „Das ist schaffbar“, denke ich.  „Auch gegen die beste Nationalmannschaft der Welt kann man in dieser Form bestehen. Natürlich kommt es auf vieles an; erstmal schauen, wie Spanien sich auf unser Spiel einstellt.“

So hätte es in der taktischen Aufstellung kommen können:

Torres als zentrale Spitze, etwas versetzt dahinter Villa. Xavi und Iniesta im zentralen Mittelfeld, dahinter Alonso und Busquets. Ein klassisches 4-2-2-2-System. Dazu bei uns Kroos auf der rechten Seite, der mit seiner Ballsicherheit  (und Schusstechnik) die Spanier sicher vor Schwierigkeiten gestellt hätte. Löw und del Bosques entscheiden sich aber ganz anders – zugunsten der spanischen Mannschaft:

Löw nimmt einen seiner Lieblinge herein: Trochowski. Dieser schafft es über 60 Minuten nicht, Capdevilla in ernsthafte Zweikämpfe und damit verbundene Schwierigkeiten zu bringen. Die wesentlich wichtigere Umstellung aus taktischer Sicht aber bei den Spaniern: Der glücklose Torres muss auf die Bank, Villa rückt in die Spitze, und auf die linke Außenbahn rückt Pedro, was dazu führt, das Iniesta und Xavi weiter rechts spielen und nicht zuletzt Lahm seine  gefürchteten Vorstöße kaum umsetzen kann, da er fast ständig von Pedro gefordert wurde. Spanien spielte nun mit einer ähnlichen Ausrichtung wie auch Deutschland (Xavi etwas defensiver in der Grundformation als Özil). Daran krankte schließlich fast das gesamte deutsche Spiel: Schweinsteiger und Khedira hatten mit Iniesta und Xavi alle Hände voll zu tun, Boateng bekam es oftmals direkt mit mehreren Spaniern zu tun (sogar mit Ramos!), und Lahm war durch Pedro quasi außer Kraft gesetzt, zudem kam Özil nahezu null ins Spiel, und vorne hing Klose auf sich alleine gestellt in der Luft herum. Pedros Einwechslung und die Umstellung des spanischen Systems waren für mich der Schlüssel für den spanischen Triumph (auch wenn Pedro mit einer einzigen Szene sein ganzes gutes Spiel vergessen machte!).

Außerdem als Schlüsselspieler zu nennen: Sergio Busquetes. Dieser hatte Mesut Özil so sehr im Griff, dass dieser kaum auffiel bzw überhaupt keine Möglichkeit bekam, seine Fähigkeiten auszunutzen. Grandioses Spiel vom spanischen 6er.

Vor allem in den ersten Minuten spielte Spanien ein solch gewaltiges Pressing, dass Deutschland dort gar nichts entgegegensetzen konnte (In dieser Phase konnte man froh sein, dass die Spanier so abschlussschwach sind). Spanien beherrscht es wie kein zweites Team bei dieser WM, seine Gegner hinten einzuschnüren. Das sieht für ungeübte Zuschauer vielleicht manchmal etwas langweilig aus („Das Spiel ist ja total langweilig, man ey“), ist aber im Grunde genommen perfekt: So sah ich die Partie auch nie als langweilig an, sondern ein in jedem Fall würdiges Halbfinale zwischen 2 großen Mannschaften – fast auf Augenhöhe.

Am Ende reichte es nicht für die deutsche Mannschaft. Nicht weil diese schlecht gewesen wäre, sondern weil sie auf eine spanische Mannschaft traf, die zum richtigen Zeitpunkt ihr bestes Spiel machte, und mit einem genialen Pressing-Passing-Spiel den Deutschen den Mut und den Spielwitz raubte.

Man of the Match ist für mich Xavi: Die meisten Pässe, die meisten gelaufenen Kilometer, der absolute Leiter im Mittelfeld und obendrauf noch die Vorlage zum Tor des Tages. Quasi der Schweinsteiger des Argentinien-Spiels. (Übrigens: deutscher Spieler des Tages war für mich der viel gescholtene Mertesacker. Schon gegen Argentinien war er mit überragender 100%-Quote auf einem guten Weg, nun hat er sich nochmal gesteigert. War der Ruhepol in der hektischen Abwehr, klärte mit tollem Stellungspiel viele Chancen von Villa schon im Ansatz. Chapeau!)

Spanien siegte mit ziemlich perfektem Fussball, und steht mit seiner goldenen Generation nun auch völlig verdient im WM-Finale. Deutschlands goldene Generation könnte bald kommen, selten hat es soviel Spaß gemacht einer deutschen Mannschaft zuzuschauen – daran ändert auch ganz sicher diese Niederlage nichts. Glückwunsch nach Spanien! Ich bin gespannt, wie sich die Niederländer gegen diese perfekt agierenden Spanier präsentieren werden. Nach dem Spiel um Platz 3 und dem großen Finale werde auch ich dann etwas mehr zur WM im Allgemeinen, Fans und vielen vermeintlichen Bundestrainern sagen – und erklären, warum ich mich schon wieder auf die Bundesliga freue.

Ausflugstipp: Sächsische Schweiz

April 20, 2010 1 Kommentar

Auf unserem Wochenendtrip in Dresden gings über Pirna zu einem Tagesauflug in einen der 14 deutschen Nationalparks: die sächsische Schweiz. Hier einige Photos vom Tag in der Natur und Tipps für einen gelungenen Ausflug in den Nationalpark. Faszination pur.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die sächsische Schweiz zu erkunden. Allein über 400 (vierhundert!) Kilometer eingetragene Wanderwege gibt es, es gibt zahlreiche Bergklettersportmöglichkeiten und natürlich kann man auch einfach nur einen ruhigen Tag in naturbelassenem Raum erleben. Letzteres hatten wir vor, auch wenn es zwischenzeitlich schon praktisch gewesen wäre, Wanderschuhe oder zumindest festes Schuhwerk dabei zu haben. (Unbedingt merken: Feste Schuhe sind hier von großem Vorteil!)

Man kann die sächsische Schweiz sehr gut von Dresden per Auto erreichen, es gibt rund um den Park viele Parkplätze oder Parkmöglichkeiten, teils auch per (kostenpflichtigem) Busshuttle. Wir parkten in Rathewalde und pilgerten dann über den „blauen“ Wanderpfad Richtung Bastei – entlang der Schwedenlöcher ging es erstmal steil bergab. Hier konnte man so manche schöne Naturwunderwerke beobachten, aber auch so manches Haus versteckte sich zwischen den Felsen.

Immer weiter bergab geht auf sehr felsigen, aber insgesamt gut gehbaren Wegen. Folgt man weiter unten den blauen Pfeilen beginnt eine nicht enden wollende Treppe. Insgesamt über 800 (!) Stufen verschiedenster Art (Boden, Felsen, Stahltreppen) geht es auf recht anstrengende, aber auch abenteuerliche Weise wieder in die Höhe. (Ich kann mich nicht erinnern, jemals irgendwo solange Treppenstufen hochgelaufen zu sein. 😉   Oben angekommen wird man dann immerhin von einer tollen Aussicht (Kurz links Richtung Aussichtspunkt halten!) belohnt, die wir in der Mittagssonne auch erstmal für eine kurze Pause nutzten.

Von hier aus ist es auch nicht mehr weit zu DEM Highlight der sächsischen Schweiz: der Bastei mit der Felsenburg, ihrer unverkennbaren Felsenbrücke und dem weiten Blick über das Elbtal. Hier lässt man besten die touristischen Möglichkeiten wie Restaurant, Hotels und Kitschläden links liegen und bestaunt die phantastischen Aussichten dieser Plattform.

Über die Basteibrücke kommt man auch zum Malerweg, der bis Rathen führt, und einer der schönsten Wanderwege überhaupt sein soll. Für uns reichte die Zeit dafür aber nicht, und so gings von der Bastei den „gelben“ Weg, eine recht einfache Strecke, zurück nach Rathewalde.

Ich hätte noch stundenlang auf den Felsen herumklettern, die Sonne genießen oder einfach dasitzen und über diese Naturspektakel staunen können. Wo vor tausenden, Millionen Jahren einmal Meer war, erhebt sich heute ein bildgewaltiges Felsgebirge. Manche Menschen fliegen um die ganze Welt, um solche Naturerlebnise mitzunehmen, dabei liegen soviele tolle Eindrücke vor der (sprichwörtlichen) Haustür. Mein Ausflugstipp für alle Deutsch-Urlauber, Dresdenbesucher und Naturfans: die Sächsische Schweiz an der Grenze zu Tschechien. Die (deutsche) Natur beeindruckt mich einfach immer wieder, hier hätte man vermutlich einige schöne Tage verbringen können. Faszination pur!

Wandern auf dem Rheinsteig

Oktober 19, 2009 5 Kommentare

Ich habe mir 2 Dinge vorgenommen: Neben meinen Reisen in fremde Länder (die mich nach wie vor reizen) möchte ich mal mehr Deutschland und seine verschiedensten Regionen kennenlernen. Es gibt immer noch ein Bundesland, in dem ich nicht war (Saarland), und darüber hinaus viele viele wunderbare Städte, Dörfer und Landschaften, die es zu entdecken gibt. Ich bin überzeugt davon, dass wir in einem ganz wunderbaren Land wohnen, und dass man, um schönes zu sehen gar nicht weit reisen muss. Schlimm ist es ja vor allem, wenn man in einer schönen Gegend wohnt, und nicht mal dort alles gesehen hat. Und zum Zweiten möchte ich dafür auch etwas „Werbung“ machen, hier im Blog. Darauf hinweisen, wie schön es auch hier ist, und jedes Mal einige Bilder mitbringen. (Eine neue  kompakte „Unterwegs“-Kamera muss dringend her…!)

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Gestern gings also zum Wandern ins obere Mittelrheintal. Genauer gesagt: nach Assmannshausen. Von dort ging es über den Rheinsteigwanderweg nach Lorch. Mitten im UNESCO-Weltkulturerbe gibts hier viel zu sehen: wunderschöne Panoramablicke, steile Weinberge und abseits des Rheins kleine Wege inmitten von dichten Wäldern.

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Nach etwa 15 Kilometern, vielen Anstiegen und kleinen Kletterpartien kommt man in Lorch an. Ein großer Vorteil des Rheinsteiges – im Gegensatz beispielsweise zum ebenfalls wunderschönen Westerwaldsteig – ist die gute Bahnanbindung aller Start-, und Zielorte. So setzt man sich am Zielort einfach schön in den Zug, genießt noch ein kühles Bier und kommt sicher und schnell wieder nach Hause.

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Anstrengend ist es schon, sagen mir meine Beine vor allem heute 😉 Aber es war ein wirklich toller (Herbst-) Tag mit viel Sonne und tollen Einblicken in unsere Natur. Empfehlenswert für jeden! Wir werden da bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, bei 320 Kilometern Rheinsteig gibts viel zu entdecken!

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