Archiv

Posts Tagged ‘DVD’

Deutscher Film (5): Absolute Giganten (1999)

November 17, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Das hier hat sich etwas aufgestaut: Ein neuer Eintrag zur Reihe „Deutscher Film“. Kleine oder große Filme aus Deutschland, die untergehen im Einheitsbrei, oder durch die Jahre vergessen sind. Heute geht es weiter mit einem Film aus den Neunzigern, dem wirklich großartigen „Absolute Giganten“ von Sebastian Schipper.

„Weißt du, was ich manchmal denke? Es müsste immer Musik da sein. Bei allem was du machst. 

Und wenn’s so richtig scheisse ist, dann ist wenigstens noch die Musik da.

Und an der Stelle wo, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.“

.

An dieser Stelle bräuchte man nichts mehr schreiben. Dieses Zitat von Floyd in „Absolute Giganten“ ist so wahnsinnig wunderschön, dass es für sich steht. Für diesen wunderbaren Film. Für ein ganzes Leben voller Musik und Sehnsüchte. Für den tollen Soundtrack des Filmes, der zwischen T.Rex und Jimi Tenor, zwischen Egoexpress und Laurent Garnier pendelt, und zudem frische Songs von The Notwist erhalten hat. Dieses Zitat ist eigentlich Empfehlung genug den Film zu schauen – und immer wieder zu schauen. Aber ich möchte noch einige Gedanken loswerden.

…und du hörst immer nur diesen einen Moment.“ Floyd erzählt dies einer Bekanntschaft im Aufzug, fast nebenher, und doch steckt sowohl in seinen Worten, als auch in seinen Augen diese Hoffnung, diese tiefe Sehnsucht nach einem unwirklichen anderen Leben. Der Traum vom Weggehen, vom Aufbruch in ein neues Leben – wer hatte ihn noch nicht? Floyd träumt diesen Traum, und so beginnt der Film damit, dass er seinen besten Freunden „beichtet“, dass er am nächsten Tag ein Schiff in die Ferne nimmt. Dies ist der Aufbruch in eine lange Abschiedsnacht, in der die 3 Kumpels noch einmal zusammen feiern wollen, zusammen ausbrechen, zusammen leben. Immer auf dem Kick, immer auf der Suche nach noch mehr Abenteuer, nach noch mehr Spaß. Es beginnt eine Nacht voller Blödsinn, McDonalds-Sessions, wilden Clubbesuchen, und nicht zuletzt einem überragenden Kicker-Game.

Was ist das für ein Film, in dem drei junge Männer durch die Hamburger Nacht fahren? Um es kurz zu machen: Es ist ein großartiger Film. Man könnte Sebastian Schippers Spielfilm-Debüt auch Fehler vorwerfen, sicherlich. Zum Beispiel die unscharfe Charakterentwicklung oder die im Grunde fehlende Dramaturgie. Aber dies ist angesichts der positiven Seiten des Filmes nahezu zu vernachlässigen. Denn die Grundidee des Filmes ist gelungen, die Musik ist phantastisch, die Roadmovie-Szenen innerhalb einer Stadt (Hamburg!) witzig und einfallsreich, und dazu gibts ein sehr gut aufspielendes Hauptdarsteller-Trio: Florian Lukas als Ricco und Antoine Monot Jr. als Walter sind super, und spielen ihre Rollen äußerst authentisch. Herausragend ist aber Frank Giering als Floyd, der mit diesem Film wohl auch seinen Durchbruch als Schauspieler schaffte. Der im letzten Jahr viel zu früh verstorbene Giering schafft hier Großes: In jedem Moment authentisch, immer diesen einen, traurigen Blick in den Augen, hat man als Zuschauer das Gefühl dem jungen Floyd in die Seele zu schauen. Ein unglaubliches Gefühl, toll gespielt.

Die drei Jungs sind auf der Suche – nach was wissen sie selbst nicht genau. Nach einem besseren Leben, einer Sehnsucht hinterher, die sie treibt. Das Schöne an diesem Film ist auch: Man kann wunderbar sehen, dass die Jungs das Beste im Leben schon gefunden haben: ehrliche, tiefe Freundschaft. Und auch wenn sie in dieser einen Nacht sooft als vermeintliche Looser dastehen – viele würden einiges dafür geben, eine Nacht wie diese mit besten Freunden zu erleben. Deutlich wird dies unter anderem in der in Tischfußball-Kreisen legendär gewordenen Kicker-Szene. Hier huldigen Film und Kamera dem Kickersport in tollen Aufnahmen, unterlegt von The Notwist.

Absolute Giganten ist ein stiller, ergreifender und doch lustiger Film über die Freundschaft, das Leben, unsere Sehnsüchte und Träume. Ein kleiner deutscher Film, den jeder gesehen haben sollte.

Floyd: „Freundschaften sind wie Sehnsüchte. Toll, gross, absolut gigantisch. Und wenn sie dich erstmal gepackt haben, dann lassen sie dich nicht mehr los. Manchmal nie mehr.“

Und weil es so schön ist:

(Nochmal aufmerksam auf den Streifen wurde ich übrigens in den tollen Film-Bestenlisten bei Seite360.)

.

In dieser Reihe habe ich bisher empfohlen:

Deutscher Film (4): Das Irakkriegs-Drama „Waffenstillstand“.

Deutscher Film (3): Das Gehörlosen-Melodram „Jenseits der Stille“.

Deutscher Film (2): Die bayrische Komödie „Wer früher stirbt ist länger tot“.

Deutscher Film (1): Das Schwarz-Weiß-Drama „Die Unberührbare“.

Advertisements

John Carneys Musikperle „Once“ (DVD)

April 28, 2010 1 Kommentar

Aus der Reihe: Filme, die man gesehen haben sollte. Letzte Woche habe ich einen solchen Film gesehen, der mich überaus beeindruckt hat, und den ich Euch hier nicht vorenthalten möchte: den kleinen, eher unbekannten irischen Musikfilm „Once„.

Die Geschichte des Filmes ist schnell erzählt: Als ein talentierter Straßenmusiker (Glen Hansard) und eine junge Pianistin (Markéta Irglová) aus Tschechien sich in der Dubliner Fußgängerzone begegnen, ahnen sie noch nicht, wie sehr diese Zufallsbekanntschaft beide verändern wird. Er träumt vom musikalischen Durchbruch, während er tagsüber im Geschäft seines Vaters Staubsauger repariert und abends auf den Straßen von Dublin seine Musik spielt. Sie schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und kann sich noch nicht mal ein eigenes Klavier kaufen, um ihre Musik wenigstens in der Freizeit zu leben. Sobald die erste gemeinsam gespielte Note zwischen den jungen Musikern erklingt ist klar: Sie sind auf einer Wellenlänge. Hier haben sich 2 Menschen gefunden.

„Once“ ist eigentlich gar kein richtiger Film, es ist viel mehr ein Musical. Ein modernes Musical in Filmform. Aber im Gegensatz zu anderen Filmmusicals ist hier nichts zu finden von Pomp, Glitzer und großen Bühnen. „Once“ ist ein ganz wunderbarer Film über eine Liebesgeschichte der besonderen Art, auch die Liebe zur Musik. Wie nie zuvor wird hier die Musik genutzt um die Stimmung aufzufangen oder die Gefühle der Protagonisten auszudrücken – und das gelingt einfach perfekt. Das Erstaunliche daran: „Once“ ist eine absolute Low-Budget-Produktion (2 Wochen Drehzeit,  nur 180.000 Dollar Budget), die meisten Darsteller sind Teile der Crew oder Freunde davon. Sogar der Soundtrack ist von den beiden Hauptdarstellern geschrieben und komponiert. Manchmal sieht man das geringe Budget dem Film an, über die gesamte Länge aber überzeugt „Once“ mit unaufgeregtenm schönen Bildern und einer Story mit viel Herz, die zeigt, wie Musik unser Leben beeinflußen und verändern kann. Wunderbar! Viel besser gehts kaum! Wer Kino und Musik mag, sollte hier mal einen Blick reinwerfen – und reinhören!

Neben dem gefühlvollen „Falling Slowly“, dem Oscargewinner 2007 für den Besten Filmsong, ist mein Lieblingssong des Film dieser hier (leider in recht schwacher Qualität):

Deutscher Film (2): Wer früher stirbt ist länger tot (2006)

Februar 24, 2010 3 Kommentare

Heute mit meiner Weiterführung  der neulich begonnen Reihe „Deutscher Film“. Ab und zu möchte ich hier sehr gute, sehenswerte deutsche Filme vorstellen. Und weil es beim letzten Mal so schwarz-weiß, düster und traurig war, darf es heute ein bunter, witziger Film sein: „Wer früher stirbt ist länger tot“.

Komödien aus Deutschland sind nun wirklich eher rar, vor allem wenn die Großproduktionen von Til Schweiger, Michael „Bully“ Herbig oder Mario Barth außen vor lässt. Zumeist sind es Nischenfilme, irgendwo im Programmkino und später im Ersten um 0:30 Uhr. Natürlich hab auch ich bei Filmen wie Keinohrhasen, Schuh des Manitou oder Der Wixxer herzhaft gelacht. Aber wenn wir da ehrlich sind: So richtig gut waren diese Filme nicht, es fehlte letztlich immer etwas am Überraschungseffekt: die immergleichen Themen sind nunmal schließlich ausgereizt.

Ganz anders ein bayrischer Film aus dem Jahre 2006, der vor allem nach seinen Filmpreisen 2007 einen größeren Bekanntheitsgrad erlangte – und den ich schließlich erst vor einigen Tagen gesehen habe. Schande über mich, denn „Wer früher stirbt ist länger tot“ ist einfach großartig.

Sebastian Schneider (klasse gespielt von Markus Krojer) ist der perfekte Lausbub, wie er im Bilderbuch zu finden ist. Wenn es da nicht ein kleines Problem gäbe: Sebastian hält sich verantwortlich für den Tod seiner Mutter, die bei seiner Geburt gestorben ist, und die gottesfürchtige Mentalität im bayerischen Provinzkaff, in dem Sebastian mit seinem älteren Bruder und dem Vater lebt, ist der perfekte Nährboden für diese fixe Idee. Was sich zunächst anhört wie ein trauriges Drama um die Trauma-Bewältigung eines kleinen Jungen, ist tatsächlich eine unglaublich witzige Auseinandersetzung mit dem Thema Tod: skurill, ideenreich, äußerst schwarzhumorig und vor allem phantasievoll.

Dabei kommen vor allem urbayrische Vorurteile auf den Tisch: Von dem (wirklich schwer verständlichen) bayrischen Dialekt bis hin zum tiefkatholischen Erzkonservatismus und dem dörflichen Stammtischleben werden hier wunderbar Klischees bedient. Die Kunst ist es hier vor allem, dass diese Klischees glaubwürdig und nicht herablassend gezeigt werden. Dazu kommt die herrliche Natürlichkeit der Schauspieler, allen voran natürlich der 11-jährige Markus Krojer. Der Umgang mit dem Thema Tod (und auch der Liebe) ist zwar ernsthaft, dennoch überwiegt der humorige Teil. Und die Witze sind zum Teil erster Güte, da könnte sich so manche Populär-Komödie einen Streifen abschneiden.  Höchst amüsant ist es zu sehen, wie Sebastian von einer Panne in die Nächste stürzt und dabei jedes Fettnäpfchen mitnimmt.

Hat man sich erstmal auf den ungewohnten, schwierigen Dialekt des Filmes eingelassen, vergehen die 105 Minuten wie im Flug.  Da verschmerzt man auch Wiederholungen oder andere kleinere Drehbuchfehler, denn insgesamt überzeugt dieses erfrischende Kinodebüt von Markus Rosenmüller auf ganzer Linie. Diese kleine Filmperle ist jedem Filmfan aus Deutschland zu empfehlen!

:

Hier gehts zum ersten Teil der „Deutscher Film“-Reihe: Die Unberührbare mit Hannelore Elsner.

Stieg Larssons „Verblendung“ im Kino

Oktober 3, 2009 3 Kommentare

Der meistgeklickte, meistgelesene und meistgesuchte Post meines kleines Blogs ist – Trommelwirbel –  über die Verfilmung der großartigen, grandiosen Milleniumtrilogie von Stieg Larsson. Das ist bezeichnend für den Erfolg dieser dreiteiligen Buchserie über den Journalisten Mikael „Kalle“ Blomkvist und die geniale Hackerin Lisbeth Salander: „Verblendung“ war 2008 das meistgelesene Buch der EU, Larsson der zweitmeistgelesene Autor der Welt (nach Khaled Hosseini). [Larson kann diesen Erfolg übrigens gar nicht mehr genießen, er starb ganz kurz nach Fertigstellung der Bücher nach einem Herzinfarkt 2004.] Das zumindest konnte ich damals beim Lesen noch nicht erahnen – aber wie überdurchschnittlich gut diese Bücher sind, war auch mir schnell klar. Vor allem immer dann, wenn man mal wieder nicht aufhören konnte zu lesen. Nun also die Verfilmung, die nicht lange auf sich hat warten lassen. Verständlich bei einem solchen Erfolg. Ich bin ja bekanntermaßen sehr kritisch bei Romanverfilmungen, das geht fast grundsätzlich schief, weil ein Film nie die atmosphärische Dichte des Plots und die Charaktere so rüberbringen kann wie dies ein Buch vermag. Hier ist dieses Unterfangen nochmal doppelt schwer, denn mit der Apple-Verrückten, gewalttätigen Soziopathin Salander mit ihrem photographischem Gedächtnis und ihrer ganz eigenen Art mit Tattoos und Piercings hatte Larsson eine Person geschaffen, die es so wohl in dieser Form sicher noch nicht im Film gab. Und Überraschung: das Experiment Noomi Rapace als Lisbeth Salander gelingt: Sie ließ sich für diese Rolle piercen, die Haare schneiden und trainierte wochenlang um den durchtrainierten Körper von Lisbeth zu zeigen. Das Ergebnis ist filmisch wirklich hervorragend (abgesehen davon, dass Lisbeth im Roman noch kleiner und schmächtiger ist.):

Verblendung_scene_21

Das hier eine perfekte Darstellerin gefunden wurde, ist nahezu unabdingbar für diesen Film: Lisbeth trägt die Geschichte, sowohl im Buch als auch in der Verfilmung. Hauptakteur Blomkvist ist der eigentliche Nebendarsteller. Degradieren sollte man ihn trotzdem nicht: Michael Nyqvist („Wie im Himmel“) spielt den Wirtschaftsjournalisten ganz so wie man sich das als Leser der Romane wünscht: die gute Seele in der Handlung, idealistisch und aufrecht, und trotzdem selbst mit vielen Fehlern behaftet und mit vielen inneren Widersprüchlichkeiten. Neben der physisch unglaublich präsenten Rapace aber wirkt er fast deplatziert: Rapace ist Lisbeth Salander, wie man so schön bei richtig guten Darstellungen sagt. Man wird die Bücher nun kaum noch lesen können, ohne an ihre Mimik, an ihr Gesicht, an ihre Gestik, an ihre Stärken und Schwächen zu denken. Sie gibt dem Film (und der Trilogie) das Gesicht; an ihre Taten („Ich bin ein widerwärtiger Sadist und Vergewaltiger!“) wird man sich erinnern.

Regisseur Niels Arden Oplev lässt viele Szenen/Handlungen aus der Buchvorlage weg, oder deutet sie nur vage an (wie z.B. das Verhältnis zwischen Blomkvist und seiner Mitherausgeberin bei ‚Millenium‘). Das ist aber auch vernünftig so, denn sonst hätte man den Krimi sicher nicht in einem sowieso schon opulenten Werk von 153 Minuten spielen lassen können. So konzentriert sich Oplev auf die wichtigsten Stränge der Handlung und vor allem auf die atmosphärische Spannung der Vorlage: So begeistern hier viele dunkle Bilder und – wie schon erwähnt – die Schauspieler. 2,5 Stunden vergehen wie im Flug – und das ohne großes Firlefanz. „Verblendung“ ist kein Actionblockbuster, wenn schon eher ein Mainstreamthriller im TV-Format, der aber durchaus fürs Kino gemacht ist, und dort auch zu begeistern wusste. (Gerade auch diejenigen, die die Bücher nicht gelesen haben!). Ich halte Verblendung für eine ganz hervorragende Thriller-Verfilmung, welche mit ihrer komplexen spannenden Handlung und ausgezeichneten Protagonisten super zu unterhalten weiß.

Bedenkt man, dass ich Teil 1 noch für den schlechtesten der drei Bände halte, bin ich nach wie vor sehr fasziniert und freue mich nun umso mehr auf die Fortsetzungen, die schon im Februar 2010 im Kino laufen. Ich kann jedem Lese – (und nun auch Kino-) Fan diese Trilogie nur ans Herz legen. Bestens!

PS: Apropos Kino: Für diese Vorstellung hier waren 10 € pro Karte zu verkraften. Da ist in meinen Augen langsam die Schmerzgrenze erreicht – und die Kinobetreiber dürfen sich nicht über mangelnde Kundschaft beklagen, wenn gleichzeitig aktuelle DVDs nur noch 5 € kosten, und man diese per Heimkino in gleichwertiger Qualität genießen kann.

Filmtipp: Waltz with Bashir

September 17, 2009 1 Kommentar

Kennt ihr das auch, dass ihr einen Film unbedingt im Kino sehen wollt, weil ihr zufällig über einen Trailer gestolpert seid, oder eine gute Kritik gelesen habt – und es dann doch nicht passt? Mir geht das leider recht häufig so, und so war es Ende letzten Jahres auch mit „Waltz with Bashir“, nun endlich(!) hab ich mir mal die DVD vorgenommen.

Ein animierter Dokumentarfilm? Über den Libanonkrieg? Klingt erstmal merkwürdig und unrealisitisch. Tatsächlich ist „Waltz with Bashir“  in dieser Form einzigartig: Die Form des animierten Doku-Filmes wurde für diesen Film erfunden. Alle Ideen und Gedanken von Regisseur und Hauptdarsteller Ari Folman und die realen Interviews mit den Figuren des Filmes wurden von den Animateuren als Vorlage für ihre Zeichnungen genutzt, und schließlich wurden tausende Zeichnungen in einem aufwendigen Prozess zu einem sehenswerten Film geschnitten. (Ein interessantes Interview, auch zum Thema Technik des Filmes, mit Ari Folman hat die Welt online)

Worum geht es? Ich zitiere der Einfachheit halber: „Eines Nachts in einer Bar erzählt ein alter Freund dem Regisseur Ari von einem immer wiederkehrenden Alptraum, in dem er von 26 dämonischen Hunden gejagt wird. Jede Nacht, immer genau 26 Bestien. Die beiden Männer kommen zu dem Schluss, dass ein Zusammenhang zu ihrem Einsatz im ersten Libanon Krieg bestehen muss. Ari ist überrascht, denn er hat jegliche Erinnerung an diese Zeit verloren. Verstört macht er sich auf, Freunde und Kameraden von damals zu besuchen und zu befragen. Er muss die Wahrheit über jene Zeit und über sich selbst herausfinden. Je tiefer Ari in seine Vergangenheit eindringt, desto klarer werden seine Gedanken und die verdrängten Erlebnisse erscheinen in surrealen Bildern…“

WaltzWithBashir_scene06

Ari Folman war im ersten Libanon-Krieg als 19-Jähriger im Einsatz, und mit „Waltz with Bashir“ geht Folman auf eine persönliche Entdeckungsreise in seine eigenen Erinnerungen, in traumatische Vergangenheitsbewältigung, in düstere Bilder aus dem kriegerischen Libanon. Diese ganz persönliche, subjektive Sicht auf die Dinge ist eine große Stärke des Filmes: So hat man als Zuschauer ein völlig anderes Bild als bei einem „herkömmlichen“ Kriegsdrama. Dadurch, dass die Ereignisse und entsprechend die Interviews real sind, macht einen der Film mehr und mehr beklommen – und das trotz (oder gerade wegen?!) der relativ einfach gehaltenen Animationen. Diese packenden Bilder sind jederzeit intensiv und bewegend – gerade in den völlig surrealen Momenten. Besonders am Ende, wenn es mehr und mehr auf das Massaker von Sabra und Schatila hinläuft, und schließlich die animierten Bilder sich in den echten Aufnahmen des Massakers auflösen, ist der Film einfach nur packend – und zeigt eine ganz andere, eine völlig neue Sicht eines Kriegsfilmes. Erwähnenswert ist im Übrigen noch die Musik vom deutschen Komponisten Max Richter, ihm gelingt hier ein fulminanter Soundtrack, der immer passt und geradezu unglaublich textlich die Szenen analysiert. Wie oft erlebt man langweilige Dokumentationen? Hier wird deutlich, dass es auch anders geht: Ari Folman gelingt ein bewunderswertes Kinoereignis, welches jeder Cineast mal gesehen haben sollte!

Homepage zum Film mit allen Infos zur Produktion.

DVD-Tipp: „Big Fish“

Oktober 28, 2008 Hinterlasse einen Kommentar

Ein wunderbarer Film über das Leben & die Liebe. Ein modernes Kinomärchen von Tim Burton, in dem eigentlich alles stimmt! Etwas Moulin Rouge, etwas Amelie, etwas Forrest Gump und ganz viel Phantasie!  Anschauen! 😉

Alle Infos zum Film.

Kategorien:Kino & TV Schlagwörter: , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: