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Posts Tagged ‘elektronische Musik’

sonnemondsterne – Das Festival 2012

August 21, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Einmal im Jahr wird die beschauliche Bleilochtalsperre in Thüringen zum Megaevent: Bei Deutschlands zweitgrößtem Festival für elektronische Musik, der sonnemondsterne, tanzten zum 16. Mal bereits tausende Menschen zu Liveacts, DJs und Bands. Ich war auch mal wieder da, und hab mir vieles Gutes angesehen. Ein musikalisches Review.

sonnemondsterne Festival Bleilochtalsperre Saalburg

Schon über eine Woche ist es her, dass ich wieder zurück bin, und erst jetzt finde ich die Kraft etwas zu schreiben. Und auch die Zeit. sonnemondsterne ist eigentlich ein kurzes Festival – nur Freitag und Samstag -, aber zählt es doch irgendwie zu den besonders intensiven. Direkt an Deutschlands größter Talsperre (nach Stauseevolumen in m³) liegt für einige Tage im Jahr ein kleines Musikparadies für elektronische Fans – auch wenn es sich dabei nicht ausschließlich um die kleinen Perlen handelt: Bei sonnemondsterne kommen traditionell einige „Big names„, in diesem Jahr zum Beispiel Fat Boy Slim (der wenige Stunden später bei der Olympiaschlussfeier in London auflegt), die Alt-Rocker The Prodigy oder der neue Superstar am progressiven Mainstream-Dubstep-Himmel Skrillex.

Genauso typisch wie solche Facetten beim Festival in Saalburg ist es, dass ich mich eher für die kleineren Acts interessiere, innovative und inspirierende neue und alte DJs und Bands. Einer der „alten“ Acts, die ich dann doch sehen wollte, war Vitalic. Und der Franzose enttäuschte zumindest mich nicht, auch wenn sein „Live“-Set technisch nur äußerst unterdurchschnittlich war. Doch mit seinen Tracks kriegt er mich immer: Spätestens bei „La Rock 01“ war es um mich geschehen. Viele seiner neuen Tracks wie z.B. Second Lives sind sehr elektrolastig, was vor allem meinen Freunden mißfiel. Rund um Vitalic hörte ich ein bisschen Rush und Chris Liebing zu, und fühlte mich wie vor 10 Jahren. Danach ging es endlich ins Muna-Zelt, die an diesem Wochenende dem Label mit dem schönsten Namen huldigten: Freude am Tanzen. Leider verpassten wir hier Monkey Maffia, doch mit Matthias Kaden hatten wir viel Spaß, vor allem weil auch ER unglaublich Spaß hatte. Einfach sympatischer Kerl. Super Musik sowieso. Danach verschnauften wir in der großzügig angelegten Fress-Mitte des Festivals, wo die Preise leider nicht ganz so großzügig sind. Immerhin: Unsere Pommes sind lecker. Und die Angestellten freundlich. (erlebt man ja auch nicht immer!) Frisch gestärkt gehts zum Cocoon-Tent und rein zu Daniel Stefanik. Obwohl Stefanik ein wirklich astreines Set spielt, wir quasi VIP-Plätze in vorderster Reihe haben und der Spaßfaktor groß ist, finden wir schließlich die Momente, die man sucht und für die man auf Festivals fährt. An der Beach-Bühne feiert der Berliner Club Watergate sein 10-Jähriges Bestehen und glücklicherweise – für uns – macht er das mit einer Function One-Anlage und einem exquisiten Lineup rund um die Uhr. Den Anfang für uns macht das Duo Tale of Us, die im letzten Jahr vor allem durch grandiose Remixe auffielen (z.B. für whomadewhos Every minute alone), aber hier auch durchaus als DJs begeistern können. Richtig fein wird es aber danach mit dem Hamburger Diynamic-Mann H.O.S.H., der über 3 Stunden allerfeinsten House spielt, während wir dabei den größten Spaß haben. Er verzaubert uns mit uns Stücken wie „Raining again“ von Betoko oder „What i might do“ von Ben Pearce, und wir haben mal wieder den größten Spaß des Festivals morgens am Strand. Es ist einfach die perfekte Kombination: Sand, Wasser, gute Musik, und ausgelassene Stimmung, und das stundenlang. Mit den ersten Klängen von Loco Dice hauts uns erstmal in unsere Luxus-Kojen auf dem Campingplatz, wir sind schließlich schon über 12 Stunden am tanzen.

Samstag, also abends, und damit ein neuer Festivaltag. Den Einstieg gibts mit meinen persönlichen Lieblingsnerds von der Insel: Hot Chip sind wieder unterwegs. Die Jungs (und Drummerin) rund um Alexis Taylor und Joe Goeddard haben nach diversen Ausflügen wieder zusammengefunden und spielen ein wie immer erfrischend gutes elektronisches Pop-Set. Für mich das erste und einzige Mal des Wochenendes Musik mit echten Instrumenten, doch wie immer ein Highlight, selbst nach etlichen Live-Erlebnissen, weil immer phantastische Stimmung und tolle Songs. Leider etwas kurz. In der Umbaupause zu Marek Hemmann (live) wollten wir ganz kurz raus auf die Toilette, daraus wurde eine halbe Stunde Anstehen, denn Hemmann war als weiterer Lokalpatriot mit seinem Set so etwas wie der geheime Headliner. Und womit? Durchaus mit Recht. In einem stimmungsvollen, lichttechnisch ordentlichen Main Circus war Hemmann bestens aufgelegt, spielte ein klasse Set, natürlich auch mit einigen seiner großen Hits wie Left oder Gemini. Das hätte gerne länger gehen können. Durch diese tollen Auftritte hatte ich zwar Apparat verpasst, aber die Qualität der Beach-Bühne war sowieso durchgehend so großartig, dass man dort auch gut catz’n’dogz lauschen konnte. Aber nach dem üblichen „Fire works“, welches diesmal durchaus schön und faszinierend war, ging es aber weiter zu Âme auf der Stil vor Talent-Bühne. Für Rej und seine weiteren Arbeiten bleibt das Duo wohl immer einer meiner Favoriten. Leider haben wir da nicht mehr viel gehört, perfekterweise machte aber direkt A critical Mass– und Innervisions-Kollege Henrik Schwarz weiter – ebenfalls live. Obwohl ich hier schon langsam platt war, war das großartig: Tanzen zu Schwarz‘ Gefühl von Musik. Die letzte Stunde unseres Festival-Besuches gönnen wir uns bei Format:B. Knackies Techno-Set, ganz im Stil des Restless-Albums, natürlich auch mit einigen älteren Tracks.

Mehr ging nicht bei mir, auch wenn ich viele andere Acts gerne gehört hätte. Ärgerlicherweise zum Beispiel: Heartthrob, Adam Port, Extrawelt oder den Mainzer Butch. Aber: Das kennen wir ja schon, alles geht leider nie.

Was gab es neben der Musik? Sehr viele nette, chaotische, lustige Menschen. Nirgendwo Stress. Viel gute Laune, viele lächelnde Menschen. Wenig Anstehen, bessere sanitäre Situation als vor einigen Jahren, gute Logistik, sehr ordentliche iphone/Android-App. Alles in allem: Wie immer ein wunderbares Festival, wenn man etwas abseits der ganz großen Acts tanzt und sich mit allem ein bisschen Zeit lässt und sich immer auch etwas treiben lässt – von guter Musik, aber auch von witzigen Momenten. Ich habe zwar auch einige Photos gemacht, aber es gibt ganz wunderbare Shots, zum Beispiel hier und hier. Klickt Euch rein in das bunte Vergnügen.

Danke für 4 wunderbare Tage.

Review: Awake Festival 2011 im Frankfurter Stadionbad

September 19, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Die zweite Auflage des Awake – Summer Breaks fand gestern nicht mehr in der Mainzer Maaraue statt, sondern im Frankfurter Stadionbad. Das Lineup des elektronischen Openairs war dieses Jahr noch ein Stück breiter und internationaler aufgestellt, und damit auch ein würdiger Abschluss der Sommersaison – auch wenn das Wetter nicht so mitspielte wie ein Jahr zuvor.

Einlass Awake 2011

Die Event-Premiere im letzten Jahr war für die Besucher wie mich erstaunlich gut über die Bühne gegangen: gute Stimmung, tolle Organisation, sehr faire Preise, eine tolle Location und wundervolles Sommerwetter. Daran musste sich das zweite Awake messen lassen. Und das Frankfurter Stadionbad war in jedem Falle eine gute Wahl: Ein sehr großes Gelände, weit außerhalb gelegen und wunderschön eingebettet in Wald und alte Zwanziger-Jahre-Bauten.  Leider gings beim Einlass etwas holprig zu. Hier gab es schon fast „Love Family Park-ähnliche“ Zustände, viel zu wenige Security für zuviele Menschen bedeuteten über eine Stunde anstehen, und das Verpassen  von einigen Acts.

Drinnen war es überschaubar: Gelände war angesichts der Besucher fast zu groß. Dies hatte wiederum den Vorteil, dass man nie für Toilette anstehen musste, die Getränke gab es ohne Wartezeit und auch Essen ging zügig und ohne allzulanges Warten. (Auch wenn das Bon-Pfand-System doch manchmal sehr nervt.) Hat alles wunderbar gepasst, die Organisation verdiente sich wie im vergangenen Jahr Bestnoten. Leider stiegen auch die Preise: Getränke und co liegen nun auf dem völlig üblichen (teuren) Event-Niveau (Bier = 4€, Wodka-RedBull 0,2l = 7€.)

Bühnenaufteilung und Sound hat mir persönlich sehr gut gefallen. Die beiden Floors waren weit genug voneinander entfernt, kein Soundgematsche, kein Bassbrei, anständige Höhen und Tiefen, so zumindest mein Eindruck.

Nun aber endlich mal zum wichtigsten: der Musik. Und hier konnte das Awake 2011 richtig punkten. Das Lineup war schon auf dem Papier ziemlich toll, und wurde sogar noch besser beim Hören und Tanzen. Vor allem auf Floor 2 reihte sich ein guter Act an den anderen, hier gab es eigentlich kaum schwächere Sets. Michael Mayer hat mir wie eh und je gefallen, Steffi mit ihrem druckvollem Sound hätte ich gerne noch länger gehört, und Dirty Doering spielt ein wundervolles Set. Als er am Ende sein i would spielt, ist das schon früh eines der Highlights des ganzen Tages. (Verpasst habe ich hier leider Art Department.)

Andy Butler & Wolfram

Auf der Hauptbühne war die Stimmung eher verhalten, hier war das typische Festival-Besucher-Verhalten zu sehen: Gekommen um Kalkbrenner, Rother und co zu sehen, wissen viele nicht, was sie mit anderer, für sie unbekannter Musik anfangen können. Und dabei gab es auch hier tolle Sets zu hören. Jamie XX mit seinem relativ unverwechselbaren Sound zum Beispiel, oder später Butch, der als kurzfristiger Ersatz für Heidi die Menge locker im Griff hatte, und vor allem auch mit seinen eigenen Hits zu gefallen wusste. Meine persönliche Überraschung waren aber Andy Butler (von Hercules and Love Affair) feat. Wolfram (aka Diskokaine): Großartig! Klasse oldschool Musik, witzige Typen, und am Ende des Sets ein ansatzloses, stimmungsvolles Mr. Vain (Erinnerung an jemanden, habs leider nicht verstanden). Fritz Kalkbrenner zieht erwartungsgemäß alle Leute vor die Bühne, löst schön mit den ersten Tönen Begeisterungsstürme aus, – und enttäuscht uns dafür umso mehr. Ähnlich wie der große Bruder ist das zuviel „CD reinschieben“. Schade, nicht mal Live-Gesang – und das obwohl er doch eine wunderbare Stimme hat.

Alles in allem sehr viel tolle Musik, sehr viele gute Tracks und Sets: Man kann dem Awake-Festival zu diesem Lineup nur gratulieren: Es zeugt insgesamt von Klasse und einem guten Gespür für aktuelle Trends. Das „Big Names“ wie Kalkbrenner, Rother oder auch Lexy sein müssen, damit genügend Besucher kommen ist schade, aber aus meiner Sicht verkraftbar. So könnte ich mir durchaus vorstellen, wiederzukommen, vor allem bei einem unschlagbaren Preis für 22€ pro early-bird-Ticket!

Summer-BREAK

Leider spielte das Wetter nicht mal ansatzweise so mit wie letztes Jahr. Glücklicherweise bleib es größtenteils trocken, aber es war ständig unangenehm kalt und windig. Das Sommer-Openair-Feeling blieb daher leider sehr fern. Mit meiner kurzen Hose wollte ich wohl etwas zuviel den nicht vorhandenen Sommer verlängern. 😉

Und trotzdem: Schöner Abschluss der Openair-Saison, für die ich mir im nächsten Jahr mehr Sonne und Wärme wünsche. Und für das Awake 2012 im Speziellen: schnellerer Einlass, Bestätigung des guten Lineups mit neuen, frischen Acts, und noch ein wenig mehr Deko statt Werbe-Ständen 😉

Kinderspielplatz nachtdigital in Olganitz

August 9, 2011 1 Kommentar

Es ist Sommer, das heißt konkret vor allem: es ist Festivalsaison. Seit Jahren war es mein Wunsch, mal das kleine nachtdigital-Festival im Bungalowdorf Olganitz zu besuchen und dort ein Wochenende mit elektronischer Musik genießen. Bei der 1/4 ND 2011 hats dann geklappt. Mein kleiner Bericht mit einigen wenigen Photos.

Manchmal ist es einfach schön, nochmal Kind zu sein. Einfach herumtollen, sich einige Zeit keine Gedanken zu machen und das Leben gerade so zu genießen, wie es gerade ist. Das dachten sich wohl auch die Veranstalter der 14. nachtdigital, und so wurde kurzerhand das sowieso schon schöne Bungalowdorf in Olganitz zum Kinderspielplatz umgebaut. Zum Spielplatz für Erwachsene, zum Spielplatz für elektronische Musik. Mit Kaspertheater, Kuscheltieren, Elefantenrutsche, Wasserschaukel, allerlei Krimskrams und jeder Menge Deko und Sand. Die Einladung zu drei Tagen voller Spaß, guter Musik und endlosen Tanzstunden.

Los gings freitags morgens um halb 6, später mit dem Reisebus weiter bis weit in den Osten. Zurück waren wir exact 3 Tage später, montag morgens um halb 6. Dazwischen lag eine kunterbunte Zeit voll mit tollen Acts, und – wider Erwarten – bestem Festival-Wetter.

Das nachtdigital ist mit seinen 3000 Besuchern (alle Tickets waren innerhalb einer Stunde ausverkauft) so klein und gemütlich, dass genau dies schon zu einem wunderbaren Aspekt des ganzen Wochenendes führte. Immer genügend Platz zum feiern und tanzen (zur Not im Wasser), und überall nette Menschen und gute Stimmung. Zahlreiche Chillmöglichkeiten sorgten dann genau für die richtigen Entspannungsstunden.

Überhaupt die Deko und generelle Umsetzung des Festivals war in meinen Augen sehr gelungen: Neben den ganzen Kinderspielplatz-Aktionen gab es tolle Lichtmotive, es gab frischen Kaffee aus einem VW-Bus-Kaffee-Mobil, und die Toiletten hießen liebevoll „Dixiland“. Kann man alles als Schnickschnack abtun, trägt aber zum positiven Eindruck eines Festivals ungemein bei.

Schnell aber zum wichtigsten Aspekt eines Festivals: der Musik. Und die war gelungen, sei es nachmittags auf der kleinen Seebühne, auf der second-Tent-Stage oder der Hauptbühne. Keinen Act fand ich richtig scheisse (das heißt schonmal was 😉 ), Smith n Hack hatten etwas technische Probleme, Agoria war etwas zu ravig, und der von mir heiß erwartete Auftritt von Gold Panda musste ganz ausfallen: Kurzfristige Absage aufgrund von Krankheit. Die anderen Acts (die ich hörte) konnten dagegen überzeugen: Schon Freitags waren die Dial-Acts im Zelt bei bester Laune, Samstags gefiel mir persönlich Fairmont mit seinem Border Community-Sound ganz gut, Space Dimension Controller hörte ich mir beim Duschen an (diese sind nämlich 20m entfernt von der Mainstage). Prosumer und Dixon (bzw. Amê) hatten in den Morgenstunden zwischen 7 und 11 die Menge vollkommen im Griff und gehörten sicher zu den Highlights. Mein ganz persönlicher Sieger heißt aber Robag Wruhme: In einem wunderbaren 4-Stunden-Set (Oder waren es gar 5?) hat der Jenaer mich so begeistert, dass ich noch heute tanzen könnte. Ähnlich gut, auch von der Grundstimmung der Musik, war dann am frühen Samstag Vormittag bei Traumwetter die Seebühne. Super! Mein Track des Festivals ist übrigens auch ein Wruhme-Edit, und er geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf: Hier kommt die Sonne!

Alles in allem eine wirklich rundherum gelungene Festival-Premiere, bei der ich mir nur etwas mehr Abwechslung bei den Liveacts versprochen habe, und wünschen würde. Übrigens: analog war dann zumindest das Essen, und das schmeckte richtig gut – zu fairen Preisen. (Auch hier könnte sich so manches Festival eine Scheibe Brot abschneiden.)

Erst am Sonntag morgen bei den letzten Klängen der Hauptbühne um 11 Uhr und später auf der kleineren Seebühne regnete es. (Für das angekündigte Wetter eigentlich ein schlechter Witz.) Das tat der Stimmung aber wirklich keinen Abbruch, und sorgte nochmal für stundenlanges Tanzen. (Video ist nicht von mir):

Fazit: Wundervolles Festival mit viel Liebe zur Musik und zum Detail. Entspannte Menschen, sehr faire Preise (Bier aufm Campingplatz gekühlt: 1€ für 0,5l), viel tolle Musik, und eine schöne Location, natürlich besonders bei solchem Wetter.

(Alle Photos natürlich wie immer von mir, nachts während der Hauptacts hab nicht so Photolaune gehabt 😉 )

Awake Festival – Summer Break 2010

September 20, 2010 5 Kommentare

Unglaublich, aber wahr: Mainz hat sein eigenes elektronisches Openair-Festival. Jahrelang haben viele hier darauf gewartet, im Jahr 2010 wurde man dann erst schon von den großartigen bouq.garden verwöhnt, und zum Abschluss der Openair-Saison gabs also den Startschuss für das direkt überregional angelegte Awake-Festival. Konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, daher hier einige Gedanken und Impressionen von mir (Trailer).

Elektronische Openair-Events gibts ja doch einige: Gerade in und um Frankfurt gibts mit dem weltbekannten Love Family Park, Green and Blue, Merkwürdiges Verhalten etc. einige gute Gründe, den Sonntag durchzutanzen. In Mainz sah das anders aus: Von hier aus musste man zumindest den Weg nach Frankfurt antreten. Das sah die Awake-Agentur wohl ganz ähnlich, und zauberte das Awake-Festival aus dem Eventhut. Und dieses sollte gleich in der Oberklasse ankommen: Bei einem Eintrittsgeld von über 30 € (38 € AK) und bekannten Acts wie Paul Kalkbrenner, Anthony Rother, Henrik Schwarz oder Oliver Koletzki (komplette Lineup hier) muss sich das Awake auch jeden Vergleich mit den großen Konkurrenten gefallen lassen.

Den Termin Ende September darf man wohl getrost als gewagt bezeichnen. Sowohl stimmungs- als finanztechnisch ein Risiko, welches für Besucher als auch Veranstalter glücklicherweise wortwörtlich nicht ins Wasser fiel: Den ganze Sonntag perfektes Openair-Wetter, Sonne und nahezu sommerliches Wetter (unglaublich aber wahr: ich habe etwas Sonnenbrand). So waren auch die ersten Stunden geprägt von chilligem Sonnen, und dem ruhigen Sommer-Sound von Acts wie Oliver Koletzki feat. Fran, Robag Wruhme oder Guillaume & the Coutu Dumonts. Das ganze in der wunderschönen Maaraue, welche sicher – gerade bei diesem Wetter – mit der Naturidylle und dem Blick auf die Mainzer Altstadt über den Rhein einen perfekten Rahmen für solche Events bietet.

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Soundtechnisch waren die ersten Stunden gefüllt mit House, viel Gesang (natürlich gerade mit Fran, die aber besser nur ihre eigenen Stücke singen sollte. Die Stimmen von Mietze oder Axel Bosse sind doch zu charakteristisch. Dies aber nur am Rande!) und ganz viel Soul ( vor allem Wruhme baute viele Samples ein, u.a. Michael Jackson). Kritik zu dieser Zeit: Sound etwas zu leise, zu wenig druckvoll! Das wurde aber später behoben.

Organisatorisch gibts nur ganz wenig zu meckern: Das lief besonders für eine Eventpremiere erstaunlich gut. Ob Einlass, Toiletten, Getränke oder Essen: Man musste zwar anstehen, dafür war alles gut geregelt. Toiletten waren sauber, Essen war lecker, und Bier war schnell und kalt. Dazu ordentlicher Sound, der nur in den frühen Mittagsstunden gerne druckvoller hätte sein können. Alles so wie es sein sollte – aber leider viel zu selten ist. Vielleicht war man über die Menge an Besuchern bei diesem Traumwetter etwas überrascht, so wären zusätzliche Essensstände und Toiletten sicher von Nutzen gewesen, aber haken wir dies mal unter Startschwierigkeiten ab. Insgesamt gesehen gibts für die komplette Organisation eine glatte 1.

Musikalisch wars mir persönlich etwas zu dünn. Ich war aber sowieso entsetzlich müde, so war das „auf-der-Decke-liegen bei elektronischer Musik und viel Sonne“ gerade richtig. Âme auf dem 2. Floor (im Zelt!) spielten dann ziemlich genau meinen Sound, überhaupt war der kleinere Second-Floor eigentlich der Bessere. Zu Gunsten der Sonne und der Gemütlichkeit bliebs aber häufig bei der Mainstage. (Also eigentlich alles wie beim Love Family Park ^^)

Electrolegende Anthony Rother war schließlich der Erste, der die Mainstage richtig auf Touren brachte. („Ey Leuddde, ihr macht mich ja jetzt schon richtig glücklich„. Offenbach halt.)

Im Vergleich z.B. zum Love Family Park fallen mir sofort zwei Dinge ein. Zum einen die fehlende Deko. Das ist nicht unbedingt ein Muss, aber ist doch immer wieder ein Hingucker. Events werden mit Deko im wahrsten Sinne des Wortes bunter, kreativer und gemütlicher. Das Awake-Festival hat da aber immerhin den Vorteil der wunderschönen Location, die sicher nahezu alle anderen OpenAirs topp. Zum Anderen die Musik. Während man bei Sven Väth, Richie Hawtin und co nahezu immer einen aktuellen Überblick auf Releases und Hits bekommt, spielten die Awake-Liveacts vor allem – natürlich – ihre eigenen Sachen. Das ist natürlich schön und gut, aber gerade bei Rother, Lexy oder auch Kalkbrenner war da doch dieses extrem abgenutzte Gefühl im Bauch (gerade Kalkbrenner: Alles schön und gut, alles tolle Tracks, aber derbe abgenutzt, ohne Mixing, ohne Herzblut.). Da hätte ich mir (auf der Mainstage) doch gerne mal einen starken DJ aus den Reihen des 2. Floors gewünscht (wie zB Ewan Pearson oder Henrik Schwarz), der dort mal richtig zum Tanzen einlädt.

Insgesamt gesehen muss ich aber konstatieren, dass es ein wundervoller Sonntag war. 10 Stunden elektronische Musik bei Traumwetter: Wie ein Urlaubstag in der Mainzer Maaraue. Erstes Awake gelungen, bitte mehr davon. Mein Wunsch für weitere Awake: Gerne etwas früher im Jahr, und mit weniger „großen“ Namen und dafür günstiger. Oft ist weniger mehr! Dann könnte sich das Awake als tolle Alternative im Rhein-Main-Gebiet durchsetzen. (Ohne Kalkbrenner hätte man immer noch ein tolles Event gehabt, und dafür Bier, Eintritt, Bratwurst und Pizza für die Hälfte. Aber ja, richtig, vermutlich auch nur die Hälfte der Besucher. Das ist der Fluch der Veranstalter, der Fluch des Hypes.)

Edit: Hier gibts noch 2 recht gute Videos zu den letzten 20 Minuten bei „Paule“ am späten Abend: Teil 1 und Teil 2. Viel Spaß!

Edit 2: Es gibt leider – wie eben in der Presse erfahren – ein Todesopfer. Mutmaßliche Ursache: Drogenkonsum. Das ist sehr traurig, und mindestens genauso dämlich, weil es oft auf die Veranstalter zurück fällt. Hoffentlich hat dies – und die Beschwerden von ewiggestrigen Miesepetern –  keine Auswirkungen auf ein erneutes Festival in der Maaraue.

Love Family Park 2010 – Impressionen

15 Jahre schon Love Family Park auf der "heiligen Wiese".

Love Family Park, die „15 years anniversary Edition“. 15 Jahre also schon Techno, Freakshow, Sonnenschein und Party auf den Mainwiesen* in Hanau. (*seit 1998, vorher auch schon in Hanau.) Auch 2010 war eines garantiert: Sonne ohne Ende, Hitze, und viele Menschen aus der ganzen Welt. Unglaublich, aber wahr: Eine Gruppe Australier (!) reiste extra für das Event an.

PLUS:

– Tolle Musik ( sei es nun Reboots Hymnentechno, Karottes Partyhouse, Étience de Crécys Frenchhouse, die minimalen Elemente von Loco Dice oder das ewige 7-Stunden-Set von Papa Väth. Ziemlich großartig!)

– Getränkesituation schnell und einfach, dazu die kühlenden Wasserduschen (super Idee!). Alles im Griff!

– Schöne bunte Deko, guter druckvoller Sound, friedvolle Stimmung, Chillen auf der Wiese, und ein schöner Abschluss mit Feuerwerk.

MINUS

– Einlass immer noch große Katastrophe. Stunden anstehen – und dann nicht mal kontrolliert worden.

– Preise. 5 € für Wasser (gerade bei Temperaturen von 30 Grad und mehr) oder 5 € für eine Currywurst sind eigentlich eine Frechheit.

Genug der Worte, weitere Impressionen in Bildform:

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(Alle Photos von mir, dürfen unter Angabe meines Namens verwendet werden.)

Sónar Festival 2010 (Barcelona)

Juni 22, 2010 1 Kommentar

Festivals gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, mal besser, mal schlechter. Auch im elektronischen Bereich ist da über die vergangenen Jahre vielleicht sogar schon zuviel Neues gewesen, aber der Klassiker unter all jenen bleibt das „Sónar“. Das „International Festival of Advanced Music and Multimedia Art“ findet jedes Jahr in Barcelona statt – und ich habe es endlich (!) geschafft vorbeizuschauen. Hier ein Erfahrungsbericht.

The Chemical Brothers

Es ist Donnerstag nachmittag. Und schon nach wenigen Minuten wird klar, was das Sónar ausmacht. Aus einem Gebäudekomplex, irgendwie einem Mittelding zwischen modern und uralt, wummert der Bass schon hunderte Meter entfernt. Kaum 500 m von „La Rambla“ entfernt, DER Strasse in Barcelona. Innenstadt. Und genau diese Innenstadt überfüllt mit jungen Menschen, alles vorhanden zwischen besoffenem Engländer und intellektuellem Hornbrillenträger. Am Eingang sind wir schon mehr als zehn mal nach Drogen gefragt worden, und wir selbst haben uns mindestens ebenso oft über unglaubliche Gestalten amüsiert. Hier an diesem Donnerstag Nachmittag ist in Barcelona das Zentrum der elektronischen Musik. Der Start in ein ganzes Wochenende vollgepackt mit musikalischen Acts irgendwo breitgefächert zwischen Mainstream-Techno und avantgardistischen Experimenten. Und für dieses Spektakel reisen Menschen aus der ganzen Welt an. 84.000 Besucher sollen es dieses Jahr gewesen sein – von allen Kontinenten, quer durch alle Hautfarben, quer durch alle Typen von Menschen zwischen Superstar und Fan.

Sónar by day

Das Tagesprogramm des Sónars zeigt schon, dass das Festival nicht nur Party ist. Es soll hier wirklich (auch) um die Musik an sich gehen, man gibt hier vielen, vielen (!) Künstlern eine Chance, die Experimente wagen, die gegen den Strom schwimmen, und welche größtenteils noch eher unbekannte Musiker sind. Daneben sind aber auch bekannte Stars wie  King Midas Sound, Moodyman oder auchPete Tong da, welcher ein fluffiges House-Set spielt, und mit einem der ersten Höhepunkte im sogenannten „Village“ glänzt: einer sehr gelungenen Remix-Variante des aktuellen African-WM-Songs. Insgesamt geht das alles sehr locker zu: Bei teurem Bier wird überall die Sonne genoßen.

Sónar Village

Caribou im Sónar Dome

Bei Daniel Snaith und seinem aktuellen Projekt Caribou und dem neuen Album „Swim“ ist dann schon ordentlich Gedränge, Geschiebe, aber vor allem auch viele entspannte, gutgelaunte Menschen, wunderbare Musik und tolle Stimmung angesagt (Hier noch ein interessantes Video von der Red Bull Academy im Sònar Dome während des day-Konzeptes.). Und wem hier immer noch nicht klar war, was dieses Festival von normalen Festivals unterscheidet, konnte mit diesem Bild belehrt werden:

Im Dome bei Caribou

Ein erster, echter Höhepunkt des Festivals – für mich persönlich, aber sicher auch für Veranstalter und andere Gäste – war am frühen Freitag nachmittag der Auftritt von „Aufgang„, dieser französischen 3er Kombo bestehend aus den Pianisten Rami Khalifé und Francesco Tristano und dem Percussionisten Aymeric Westrich. Ich habe vorher deren Musik nur wenig mit Worten beschreiben können – und ich kann es immer noch nicht. Das schaut man sich am besten mal selbst live an – oder zumindest hier. Ich fands klasse, und hätte mir rein interessehalber noch viel mehr solcher Acts angeschaut, aber hier liegt auch schon das größte Problem der Day-Konzerte: Man ist einfach noch viel zu fertig von den langen Nächten. (Oder man frisst halt 734 der 2578 angebotenen Pillen, geht natürlich auch.) Insgesamt wunderbares Konzept, in der Breite vielleicht etwas viel des Guten: Lieber ein paar Acts hier und da weniger, und dafür mehr so wunderbare Musiker wie Aufgang.

Sónar by night

Das nächtliche Konzept ist natürlich trotz aller Künstler am Tage das eigentliche Highlight der Besucher, und so ist die Innenstadt sowohl lautstärke-, als auch größentechnisch gar keine Diskussion: Das Nachtprogramm wird in ein Kongresszentrum etwas außerhalb der Stadt verlegt und erinnerte mich mit seinen Hallen und der Gestaltung natürlich an „I love Techno“ in Gent. Aufgeteilt auf eine riesige Halle und 2 etwas kleinere Open-Air-Floors gibt es hier 3 große Bühnen, bei deren Lineups die Bedeutung des Sónars deutlich wird: Die 70er Jahre-Band „Roxy Music“ ist da genauso vertreten wie die französischen Synthie-Popper von „Air“ oder das elektronische Projekt „LCD Soundsystem“ von James Murphy.

Es ist aber natürlich auch die Spielbühne von Stimmungskanonen wie „Hot Chip“, die wiedermal einen wunderbaren Auftritt hinlegen, oder „The Chemical Brothers“, die es schaffen eine ganze, riesige Halle in Ekstase zu versetzen. Freitags bleibt sicherlich der Live-Auftritt von Richie Hawtin mit seinem Alter Ego Plastikman in Erinnerung. Eine riesige LED-Wand, hinter der nur manchmal die Schatten der Maschinen erkennbar waren, und eine denkwürdige Zugabe, bei der Hawtin nochmals mit einem kleinen Gerät nach vorne auf die Bühne kam. Sehr cool! Völlig anders, völlig andere Musik, völlig andere Struktur, ungleich schöner, und doch auf dem gleichen Festival: Einen Tag später war Sigur Ròs-Frontman Jònsi auf der Bühne und bezauberte mit wundervollem Island-Pop. Großartig, ein echter Höhepunkt, schon so früh in der Nacht.

Jònsi

Ein wundervoller Moment des zweiten Night-Feiermarathons war sehr untypisch – und vor allem unerwartet. Auf der von „LuckyMe“ gehosteten Bühne SònarLab spielten Eclair Fifi & John Computer die Original-Version(!) von Totos „Africa„. Tausende Hände in der Luft und ein riesen Chor, super!

Vergass ich etwa die 4. Bühne des Sònar by Night? Ja, die gabs eigentlich nicht, aber ein Autoscooter – ja, richtig gelesen – wurde zur offiziellen Partyzone für alle Freaks, Spasskanonen, Betrunkenen und Kaputten. Auch wir haben da ziemlich die Zeit verloren und unglaublich viel mit anderen Menschen gelacht und gefeiert. Der vermutlich erste Autoscooter der Welt ohne Autoscooter-Techno 😉 – hier nochmal bei youtube dokumentiert.

Der Wahnsinn!

Am frühen Morgen hangelt man sich schließlich so von Act zu Act, von den reinen DJs haben mir da vor allem Dixon von der Innervisons-Crew und der alte Mann DJ Hell am besten gefallen. Astreiner Techno, vor allem Hell zeigte Sonntag morgens schon im Sonnenlicht eine tadellose Leistung, und sorgte für zufriedene Gesichter am Ende des dreitägigen Festivals. Geglücktes Ende, bevor es dann wieder per Bus Richtung Innenstadt und Strand ging.

Fazit

Sònar war die Reise wert. Tolles Festival! Ob ich wiederkomme, muss man erstmal schauen, da gibt es soviel anderes noch zu entdecken 😉 Sehr gut gefallen hat mir das Gespür für gute Musik und gute Acts, das allgemeine internationale Feeling,  die sehr guten musikalischen Auftritte, die tolle Stimmung und der ganze Spass dort. Weniger gut gefiel mir der Ticketeinlass (ohne Bändchen), Bonsystem bei den Getränken und die vehemente Präsenz von Drogen. Wer sich ein ganzes Wochenende mit elektronischer Musik und seinen zahlreichen Facetten beschäftigen möchte, dem sei das Festival ans Herz gelegt. Durch seine Lage inmitten der Stadt – die auch noch am Strand des Mittelmeeres liegt – ist das Sònar wohl ziemlich einzigartig. Lohnenswert!

Tschüss, Sònar!

Mit der Sonne nach Hause.

(Alle Photos von mir, aufgenommen mit der Canon Powershot SX 200 IS )

Hier gehts zum Barcelona-Bericht mit Photos von der Stadt.

Vom Big Bang zu Bambi mit Dominik Eulberg

März 26, 2010 2 Kommentare

Eine der interessantesten Schnittstellen der elektronischen Musik zu anderen kulturellen Themen wie Literatur, Pop, oder Kunst ist seit einigen Jahren das Mannheimer Jetztmusikfestival, welches im Vorporgramm der Timewarp dieser schon lange den Rang abgelaufen hat – zumindest was  die Qualität angeht. 2010 unter anderem mit einer Vertonung des Stummfilmklassikers „Das Cabinet des Dr. Caligari von A Critical Mass und gestern abend mit einer audiovisuellen Show von und mit Dominik Eulberg: Vom Big Bang zu Bambi.

Dominik Eulberg

Dominik Eulberg

Dass Dominik Eulberg neben seiner Liebe zur (elektronischen) Musik auch ein riesiges Faible für Natur und Tiere hat, ist hierzulande jedem Fan von elektronischer Musik bewußt. Allzu deutlich hat jedes Festival, jedes Interview, jeder Artikel über „Eule“ dies hervorgehoben. Nicht zuletzt auch wegen seiner Songnamen wie „Das Röhren der Rotwildbrunft“ oder „Die Rotbachunken vom Tegernsee“ und seinen Alben „Flora und Fauna“ (2004) und vor allem „Heimische Gefilde“ (2007), bei dem er zwischen den eigentlichen Tracks immer wieder Tiere beschreibt und aufgenommene Vogelstimmen zu hören sind.

Bei all dieser Liebe zur Biologie und Musik war es nur eine Frage der Zeit, bis er diese Leidenschaften auch visuell miteinander verknüpfte: „Vom Big Bang zu Bambi“ war geboren.

Mit dem Mannheimer Planetarium war für eine solche Veranstaltung der perfekte Raum gefunden: Mit den richtigen technischen Vorraussetzungen (unter anderem 18 Projektoren), einigermaßen bequeme Sesseln mit Blick nach oben und die  Aussischt auf die riesige Kuppel als Projektionsfläche.

Für das audiovisuelle Projekt hatte Eulberg sich noch Mitstreiter ins Boot geholt: Musikalisch unterstützt wurde er von Wolfgang Thums, visuell inszeniert wurde „Big Bang Bambi“ von Dominik Rinnhofer und Götz Gramlich. Die visuelle Inszenierung war in wochenlangem Arbeitsaufwand nur für die gestrige(n) Show(s) aufwändig für die Planetariumskuppel hergestellt worden.

Planetarium-Projektoren

Und so führte Eulberg mit seinen Wegbegleitern die Zuschauer auf ihren Sesseln auf eine Reise vom Urknall über die Sternengalaxien, von Walgesängen zu den facettenreichen Vogelarten, von der Harmonielehre bis zu Distanzen im Universum, von Mythen und Wahrheiten bis zum Finale, und der Erklärung, warum Disney daran Schuld ist, dass heute der Großteil aller Menschen ein Reh für einen weiblichen Hirsch hält: Bambi!

Es war eine Phantasiereise voller Information, immer wieder angenährt und fortgeführt durch Eulbergs druckvolle elektronischen Tracks und Samples. (Besonders toll beim Bass im Mutterleib und dem Singen der Nachtigall – diesen Track muss ich unbedingt haben! Ich hab mich ein paarmal beim Wippeln und Zucken erwischt 😉 )

So ergab sich nach etwa 75 Minuten ein ziemlich tolles Gesamtbild; lediglich einige Visuals waren mir viel zu „Mandala“-artig (bzw. zu oft in ihrer Verwendung!) und ich hätte persönlich auch noch mehr Informationen verarbeiten können. Andere sahen das ganz sicher anders, aber ich hätte innerhalb dieser doch eher kurzen Zeit sicher noch mehr Details vertragen können. Kleinere technische Probleme störten kaum, immerhin sah man eine Uraufführung (und die Künstler vorher auch beim Sekt-Trinken ,) ).

Fazit: Insgesamt eine phantastische Show, für solche Abende lasse ich auch gerne mal etwas mehr Geld. Vor allem die Kombination von beeindruckenden Riesenvisualisierungen und toller elektronischer Musik hat mich begeistert. Von meiner Seite daher ein großes Lob an alle beteiligten Künster, und nicht zuletzt auch an die Veranstalter. Bitte habt weiterhin den Mut solche Events zu organisieren!

PS: Ich habe ein kleines Video, doch die Qualität lässt zu wünschen übrig, Photos und Videos sollte es bald auf der Veranstaltungsseite der Timewarp geben. Einfach bei Interesse da mal reinklicken!

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