Archiv

Posts Tagged ‘Fussball’

Netzkultur-Tipp 3: Aktion Libero

November 17, 2011 1 Kommentar

Jeden Tag werde ich mit tausenden Links und Artikeln bombadiert, hauptsächlich sind dies aber die immer gleichen „Leitmedien“ und sowieso schon bekannten Blogs. Daher habe ich mich entschlossen, hier öfter mal kleine Projekte und Blogs im Internet vorzustellen, welche mehr Besucher verdient haben. Für Euch als Tipp, aber auch für mich als Erinnerung. Denn Netzkultur ist lebendig, besonders in diesen kleinen, unbekannten Formaten. Teil 3 heute mit einer tollen, groß angelegten Aktion der deutschen Sportblogger, der „Aktion Libero“.

Immer noch – trotz vielfacher andersartiger Äußerungen u.a. von Herrn Zwanziger – spielt offene Homophobie im Fußball eine große Rolle. In den letzten Wochen wurde dies wieder besonders deutlich, als Arne Friedrich sich öffentlich vom „schwul sein“ distanzierte. Auch Ende 2011 scheint es keine Chance für homosexuelle Fußballer zu geben, damit „normal“ zu leben. Es bleiben Vorurteile, tiefgreifende Ressentiments und grundlegende Ablehnung. Was kann man überhaupt dagegen tun? Nun, zumindest klare Meinungen präsentieren und dabei eine positive Haltung zeigen. Genau dies versucht nun die begrüßenswerte Aktion Libero. Sie möchte sich gegen das intolerante Klima in Deutschland stellen, dieses sensibilisieren und gibt ein deutliches Statement dazu ab:

„Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Zumindest im besten Fall, für schwule Profifußballer dauert das Versteckspiel ein Leben lang: Keiner wagt es, seine Homosexualität offen zu leben. So schön Fußball auch ist – Ressentiments halten sich in seinem Umfeld hartnäckig.

Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul  ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.

Wir schreiben in unseren Blogs über Sport, und unsere Haltung ist eindeutig:
Wir sind gegen Homophobie. Auch im Fußball.“

Nun, ich schreibe hier nie selten über Sport oder meinen geliebten Fußball, aber so ist dieser kaum aus unserem kulturellen Leben wegzudenken (zumindest meinem!), und so kann ich mich der Aktion meiner sportlich bloggenden Kollegen nur zu 100% anschließen. Auch ohne Sportblogger zu sein: Gegen Homophobie. Und dies sollte man vielleicht auch öfter mal sagen. „Libero“ regt zum Nachdenken an, und zu einem bewußteren Umgang. Für diesen Anstoß bin ich der Aktion Libero selbst dankbar. Seit Mittwoch morgen ist die Aktion – nach wochenlanger Geheimniskrämerei – gestartet und seitdem gibt es schon unglaublich viele teilnehmende Sportblogs (manchen dieser Blogs habe ich erst durch diese Aktion kennengelernt!). Unterstützung erfährt das Projekt durch einige Prominente wie z.B. Thees Uhlmann oder Maria Furtwängler.

Viele der Blogger haben sich auch noch neben dem Statement um individuelle Texte bemüht, darunter finden sich viele interessante Gedanken, schöne Worte und gute Interviews, wie hier bei SPOX (wie wichtig das Thema ist, zeigen auch genau die Kommentare unter jenem Interview). @heinzkamke fragt: „Ist das alles?“ und schreibt: „Ich brauche übrigens auch kein anonymes Interview mit einem schwulen oder auch, dann eher nicht anonym, nicht schwulen Fußballspieler, der die möglichen Folgen eines Outings skizziert, um zu wissen, dass da noch verdammt viel im Argen liegt…“. Dem Münchner @Stadtneurotiker ist „das ja egal“  und @freitagsspiel formuliert schön: „Gemein­sam mit Ande­ren zu leben als jemand, der man nicht ist; unter Ande­ren zu sein und gleich­zei­tig auf ele­men­tare Weise alleine zu blei­ben: Eine grö­ßere Ein­sam­keit kann ich mir kaum vor­stel­len. Das fällt mir ein, wenn ich an schwule Pro­fi­fuß­bal­ler denke.“ Auch @LizasWelt hat wieder spannende Ansichten. Ebenso lesenswert: Der Kommentar von @dogfood zur Aktion und der derzeitigen Situation in der NHL.

Die Zeit scheint reif zu sein. Lasst uns eine offene, tolerante Gesellschaft schaffen. Das Netz kann dies schaffen. Ach ja, für Neuigkeiten folgt @AktionLibero.

Noch ein Veranstaltungstipp, an dem ich leider nicht teilnehmen kann: Aktuell ist im Mainzer Bruchwegstadion die Ausstellung „Tatort Stadion“, in der es um Diskriminierung unter Fußball-Fans geht. Und genau heute (!) abend ist eine Diskussionsrunde zum Thema Homophobie.

Abschied vom Mainzer Bruchweg

Mai 16, 2011 1 Kommentar

Mit ordentlich dicken Backen hab ich mich Samstag etwas zum Bruchweg gequält, starke Schmerzen mit an Bord. Aber das letzte Spiel der NullFünfer im legendären Bruchweg-Stadion wollte ich dann doch nicht verpassen. Einige Impressionen eines denkwürdigen Nachmittages.


Nach 74 Jahren im Bruchwegstadion betritt Mainz 05 neue Wege: Ab der neuen Saison gehts in die Coface-Arena vor den Toren der Stadt. Klar, dass man vor allem nach dieser grandiosen Saison einen gebührenden Abschied im Bruchweg feierte. Vor dem Spiel gegen St. Pauli gab es einen Fanmarsch vom Schillerplatz zum Bruchweg, nach dem Spiel wurde am Theaterplatz in bekannter Mainz-Manier gefeiert und entsprechende Abgänge verabschiedet. Das Highlight ganz sicher aber war die lange vorbereitete, aufwendige Choreo, das sah richtig schön aus und sorgte für tolle Momente (wie man im folgenden Video gut sehen kann, Video ist nicht von mir. Ab Minute 2 gehts richtig los 😉 )

Das Spiel geriet vor dem Hintergrund schnell in Vergessenheit, auch weil sich beide Mannschaften nicht unbedingt mit tollem Fussball schmückten. Die 05er gewannen schließlich 2:1, und so konnte auch mit gutem Gewissen gefeiert werden. Ein besonderer Lob und Respekt an den Anhang von Pauli: Über 90 Minuten tollen, lauten Support und nach dem Spiel langes Mitfeiern – erstligareif, und weit mehr als das. Könnten sich andere Vereine mal eine Scheibe abschneiden. Das wurde auch honoriert, das ganze Stadion rief „Sankt Pauli“, und die Pauli-Fans bedankten sich schließlich auf ihre Weise, in dem sie eine Welle mit der Mainzer Mannschaft anstimmte. Großartige Fussballatmosphäre, und ein mehr als würdiger Abschluss für dieses tolle Stadion.

Ich verneige mich vor dem Bruchweg, danke für viele wunderschöne Momente und sage leise bye bye. You’ll never walk alone.

Robert Enke – Ein allzu kurzes Leben (Ronald Reng, 2010)

Februar 16, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Weil ich gerade aus Enkes Lieblingsstadt Lissabon komme, und seit gestern die Championsleague wieder läuft, passt das heute ganz gut: Eine kleine Rezension zu Ronald Rengs Robert Enke-Biographie. Entstanden ist ein faszinierendes, erschütterndes Porträt über einen der besten, sympatischsten Fussballer, dem leider ein zu kurzes Leben vergönnt war.

Photoeinband der gebundenen Ausgabe (Piper-Verlag, 2010)

„Der Tod eines depressiven Menschen ist niemals eine freie Entscheidung. Die Krankheit verengt die Wahrnehmung so sehr, dass der Leidende nicht mehr versteht, was es heißt zu sterben. Er glaubt es hieße nur, die Krankheit loszuwerden.“ (Seite 423)

Am 10. November 2009 begeht Robert Enke Selbstmord. Ich weiß heute noch genau, wie sehr mich dies damals erschütterte. Noch mehr als mich ergriff es Teile der Medien: Eine unglaubliche Hysterie breitete sich aus (weit über Deutschland hinaus), erst Recht nachdem Teresa Enke am nächsten Tag bekannt gab, dass Robert unter Depressionen litt – selbst unter Nicht-Fussball-Fans. Enke war einer dieser Typen, denen dies keiner zutraute. Zum Zeitpunkt seines Todes war er deutscher Nationaltorhüter, als Nummer 1 gesetzt für die WM 2010. In Hannover Kapitän und unersetzbarer Führungsspieler. Ich war immer ein stiller Fan von Robert Enke, der mit seiner ruhigen, besonnenen Art einen gewissen Gegenpol zu Torhütern wie Kahn, Lehmann oder Wiese darstellte. Über diese konnte ich mich zwar immer wieder herrlich amüsieren, aber Enke mit seinen teils unglaublichen Reflexen und seiner sympatischen Art vor der Kamera war mein Favorit. Umso schlimmer die Nachricht seines Todes, umso furchtbarer, als schließlich nach und nach seine Krankheit bekannt wurde.

Ronald Reng, Sportjournalist und Fussballreporter, wurde während Roberts Zeit in Barcelona zu dessen Freund. Schon damals hatten beide zusammen vor, nach Enkes Karriere eine Biographie zusammen zu verfassen. Reng machte dies nun ohne Enke, dafür mit dessen Tagebüchern, und mit großer Hilfe von Enkes Familie, besten Freunden, Kollegen, Trainern und Therapeuten. Auf knapp über 400 Seiten schildert er das Leben von Robert Enke, das irre Auf und Ab eines Spitzensportlers (gerade bei Enke mit vielen Höhen und noch mehr Tiefen), die depressiven Phasen, aber auch die glücklichen Momente im Leben der Enkes (zum Beispiel die Geburt seiner Tochter). Man merkt schnell, wie gut es auch den Angehörigen tat, über alles frei sprechen zu können. Auch Reng merkt man an, dass er hier nicht wegen einem Honorar schrieb, sondern weil er einen tollen Menschen, einen Freund verloren hat. Das macht die Biographie oft sehr persönlich, oftmals sehr erschütternd.

Von den Anfangstagen in Jena, über die große Zeit in seiner Lieblingsstadt Lissabon, von der ersten schlimmen Depression nach der Zeit beim großen FC Barcelona und anschließend in Istanbul, bis hin zu den Jahren in Hannover und als Nationalspieler. Reng beschreibt dies alles wunderbar einfühlsam: sehr detailliert gibt er Enkes Gefühle, spannende Momente und möglichst exakt die Phasen der Depressionen wieder – immer wieder angereichert durch Enkes eigene Tagebücher-Einträge. Beim Lesen versteht man nach und nach immer mehr den Druck, dem Enke gegenüber stand. Man versucht zu verstehen, man versucht zu begreifen. Die Frage nach dem „Warum?“ kann natürlich nicht völlig beantwortet werden, und Reng gibt sein Möglichstes, die Familie und auch Teresa Enke aus dem Schussfeld zu nehmen: Sie mussten über viele Jahre Unerträgliches ertragen, und still hinnehmen. Die Schilderungen der „schlimmen“ Momente sind schockierend – man lernt aber unglaublich viel über Depressionen, versteht mit jeder Zeile mehr über die tiefgehende Thematik. Das Buch macht betroffen, und ermuntert gleichzeitig Menschen wie Enke nicht zu vergessen, es macht fassungslos, erweitert aber gleichzeitig den Horizont des Profifussballs um die persönliche Note und die Gefühle eines Fussball-Helden.

Ein tolles Buch über einen tollen Menschen. Absolute Lese-Empfehlung, für Fussball-Fanatiker und Fussballmuffel gleichermaßen geeignet.

 

Die WM ist tot, es lebe die WM!

Juli 12, 2010 6 Kommentare

Das war sie also, die erste FIFA-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden. 4 Wochen, 64 Spiele und Fussball bis zum Abwinken. Fussball wohin man schaute – und das nicht etwa in Südafrika, sondern in Deutschland. Egal ob Supermarkt oder Stammtisch, die WM war omnipräsent. Nach dem großen Finale mit dem insgesamt wohl verdienten Weltmeister Spanien ein großes Fazit von mir zu dieser außergewöhnlichen Veranstaltung.

König Fussball und sein Phänomen als Strassenfeger. (Aufgenommen in Barcelona, Vorrunde.)

König Fussball und sein Phänomen als Strassenfeger. (Barcelona, Vorrunde.)

Ich werde wohl nur begrenzt auf einzelne Spiele eingehen, dafür fehlt Zeit und Platz. Außerdem haben dies andere Blogs ganz vortrefflich getan, dazu später mehr.

Die Fussball-WM ist das größte Sportereignis der Welt, und das merkt man allen Enden: Ob im Radio, im Fernsehen, in der Zeitung, in den Onlinemedien, den sozialen Netzwerken oder auf der Straße, nirgendwo war man vor der WM sicher. Das mögen manche hassen, für mich als Fussball-Fan ist es in erster Linie erstmal reizvoll. Darüber hinaus kann es aber auch für die größten Fans zur Belastungsprobe kommen, wenn auf einmal jeder der Meinung ist „Fussball ist toll“. Das birgt Schwierigkeiten, macht aber letztlich eine WM auch aus. Dazu weiter unten mehr. Desweiteren soll es um die Darstellung der Medien, gerade der übertragenden TV-Sender mit ihren Moderatoren-Pärchen, gehen. Und schließlich natürlich auch darum, was mir ganz persönlich gut gefallen hat – und was eher weniger.

Die deutschen Fans, die Bundestrainer und das Public Viewing

Aus irgendeinem Grund schaut während einer Weltmeisterschaft jeder hin. Nein, nicht bei einer Weltmeisterschaft, sondern bei der Fusball-WM. Wenn Eishockey oder Handball gespielt wird, ist das eine Randnotiz, Fussball dagegen füllt die Auflagen und dient als Aufmacher. Dabei steht das Event im Vordergrund. In Deutschland haben vor allem das „Sommermärchen 2006“ und die beginnenden Public Viewings ihr Übrigens dazu getan, das Produkt WM mit seinem Eventcharakter dem Fussball vorzuziehen. Dabei wird vor allem das Public Viewing zum Inbegriff der deutschen Feierkultur: Trikot, Bier und Schlachtgesänge – und obendrauf der Autokorso. Apropos Autokorso: Was bitte soll ein Autokorso nach einem Auftaktsieg gegen Australien(!) ? Und ganz im Ernst, liebe autofahrende Fans: Erklärt mir Sinn und Zweck dieses Chaos-Feierns. Nach einem Sieg im Finale? Geschenkt – dann wäre ich vielleicht selbst dabei, aber bitte lasst solche Kindereien doch nach Vorrundenspielen. (Lustigerweise sitzen beim Autokorso vor allem die Menschen am Steuer, die sich sonst 365 Tage im Jahr über zu hohe Spritpreise und ein unmögliches Deutschland aufregen….). Überhaupt der deutsche Fan: Vor der WM ist alles schlecht, weil Löw so ein „schlechter Trainer“ ist, nach dem Australien-Sieg ist man sofort Weltmeister, nach dem „superschlechten Serbienspiel“ ist wieder alles schlecht, nach dem glorreichen Sieg über Argentinien ist man „auf Jahre unschlagbar“, und nach der Halbfinalniederlage lag wieder alles am Trainer und am Ende der WM sieht man sich als „wirklicher Sieger“, da das Finale ja so ein „Grottenkick“ war. Das ist absurd bis lustig, traurig bis wissenschaftlich interessant. Natürlich ist auch jeder Deutsche (fast jeder, meinen Papa gibts ja auch noch 😉 ) während der 4 Wochen Bundestrainer, und jedes Forum zwischen Kicker, Spox, transfermarkt und SpOn wird zugespammt, was das Zeug hält. Das ist alles so irre, das selbst „Journalisten“ irgendwann auf diesen Zug aufspringen, und meinen sie würden ja grundsätzlich alles besser wissen. Man könnte noch eine Menge Böses über Event-Fans schreiben, aber ich bin dessen müßig, die Diskussion um Event- und/oder „richtige“ Fans ist leider unmöglich – und auch unnötig. Denn es ist ja auch wundervoll (!), dass sich soviele Menschen für diesen Sport interessieren und mitfiebern, das macht die WM ja letztlich auch so großartig. Aber warum jemand, der Fussball im Allgemeinen nicht mag, über Fussball-Abende nur lächelt und weinende Fans als Weicheier betitelt, auf einmal alle 4 Jahre zum übergroßen Fan mit 25 verschiedenen Utensilien in schwarz-rot-gold wird, bleibt mir für alle Ewigkeiten ein Rästel.

Public Viewing in Mainz, Vorrundenspiel.

Ich hab bei dieser WM nach zuviel Aufregung, übergeschüttetem Bier und geballter Inkompetenz beim ersten Spiel der deutschen Elf („Wer ist denn dieser Ozil da auf dem Feld?“, „Dieser Friedrich, hat der vorher schonmal für Deutschland gespielt?“…) die deutschen Spiele immer im kleinen Kreise mit ausgewählten Fussballfreunden geschaut. Essen und kühles Bier dazu, Diskussionen und gemeinsame Analysen. Es fühlte sich gut an. Das war WM-Feeling zum Anfassen, auch bei anderen Partien außerhalb der deutschen Nationalmannschaft. (Ja, diese Spiele gab es nämlich auch.)

Die Übertragung bei ARD, ZDF und RTL

Wir haben hier ja das große Glück (?) – dank GEZ *hrhr – alle Spiele live schauen zu können (natürlich außer die parallel stattfindenden Partien). 64 Spiele á 90 Minuten plus Nachspielzeiten, Verlängerungen, Elfmeterschiessen und natürlich tausende Minuten an Vorberichten, Dokumentationen und Interviews. Der geballte Fussball-Wahnsinn im Fernsehen. Und auch ich muss sagen: Mein TV lief soviel wie sonst in einem ganzen Jahr. Insgesamt kann man wohlwollend auf die TV-Sender und ihre Arbeit zurückblicken, da waren schon viele gute Stunden Fernsehen dabei. Leider gibts bei viel Licht auch viel Schatten, und so waren es vor allem Moderatoren, Kommentatoren und Reporter, die mir mit ihrer Schusseligkeit, ihrer Inkompentenz oder ihrer Aufdringlichkeit ziemlich auf den Sack gingen überhaupt nicht gefielen. Reporter gehören für Fragen wie „Wie fühlen Sie sich?“ oder erst Recht für „Wie groß ist die Enttäuschung?“ eigentlich gefeuert. Was soll ein Spieler dazu auch sagen? Vielleicht könnte er ja die Arme ausstrecken und anzeigen wie groß. „So groß!“ (Dazu auch mehr beim Trainer Baade). Oder ein Kommentator, der ständig Spieler verwechselt, Schlüsselszenen falsch interpretiert und schließlich auch schonmal komplette Spiele so kommentiert, dass ich denke, ich würde ein anderes Spiel sehen. Favorit für den Posten „dämlichster WM-Kommentator“ ist: Béla Rethy. Unglaublich! Apropos ZDF: Diese verlieren auch meine kleine Tabelle der Moderatoren-Pärchen:

Reinhold und Mehmet

1. Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl: Beckmann ist zwar mehr oder weniger nervig und will immer alles selbst sagen, dafür hat er mit Scholl den kritischsten und gleichzeitig  vor allem sympatischsten „Experten“. Mehmet machte seine Sache wieder richtig gut, daher hier der verdiente 1. Platz.

2. Gerhard Delling und Günther Netzer: Durften noch einmal gemeinsam ran nach 13 Jahren Streiten, Mobben und Dissen. Ist im Grunde genommen so köstlich, dass man über jede Menge Belangloses und Langweiliges hinwegsieht.

3. Günther Jauch und Jürgen Klopp: Ich hätte mir hier mehr erwartet; letztlich zuviel Geplänkel, zuviel Klopp, zuviel Technikeinsatz, abstruse Tipps und einfach irgendwie zuviel von Allem. Schade. Nur Platz 3, weil ein Team nur letzter werden konnte.

4. Kathrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn: Nicht der Reichsparteitag ist hier ausschlaggebend, sondern die unglaubliche Inkompetenz der KMH. Dazu ihre fast schon sexistischen schmachtenden Blicke auf den „Ein Oliver Kahn hätte den gehalten“ – Titan, und zudem mir viel zu wenig Kritik von Seiten der alten Nummer 1. Ganz, ganz schwach leider. – trotz „der Überhand“. 😉

Letztlich hat die ARD wohl alles richtig gemacht, dort konnte man grundsätzlich am besten Fussball schauen, auch wenn mein Lieblingskommentator Oliver Schmitt für das ZDF arbeitet.

Die Online-Berichterstattung zur WM. Blogs, Twitter und co

2010 in Südafrika wird für mich auch als die WM in Erinnerung bleiben, bei der ich zum ersten Mal – fast – ausschließlich Onlinemedien zu den Spielen verfolgte. Und damit meine ich keinesfalls klassische große Medien wie SPIEGEL oder BILD, sondern zahlreiche kleine Blogs, einige kleinere Fussballseiten, natürlich Twitter und nicht zuletzt auch Facebook.  (Allein SPOX unterhielt mit seinen Tweets noch das langweiligste Spiel, die ZEIT widmete der WM gleich eine ganze Seite mit sogenannten WM-Tweets, welche fast alle lesenswert waren.)

Vor allem aber machte es Spaß in kleine oder größere Blogs reinzuschauen, sie über den Reader zu verfolgen und ihne Taktiken und Analysen zu lesen. Die dortigen Analysen waren meist besser, aber vor allem persönlicher als KICKER und co. Meine Lieblingsblogs zur WM 2010 in Südafrika:

1. Der Fussballist: Roland Eitel war als PR-Berater von Löw 5 Wochen mit in Südafrika. Kein anderer Blog war näher dran an der deutschen Nationalmannschaft, keine anderen Texte persönlicher, emotionaler und interessanter. DER Blog zur WM, Danke dafür.

2. Das Werder-Fussball-Blog: „Wir brauchen niemanden, der uns den Fußball bunt macht. Was auf dem Platz passiert, ist interessant genug.“ (Hans Meyer) – Und darum gehts in diesem Blog, sowohl bei Werder als auch nun während der WM. Ganz hervorragende Taktikanalysen!

3. Mission 11. Juli:  Rhetrorisch feine Teste von einem Iraner. Tolle Perspektive von Amir Kassei.

4. Meine Saison: Analyse der Deutschland-Spiele und noch viel mehr. Empfehlenswert!

Platz 5 teilen sich die Kontextschmiede und ihre hervorragenden Taktikanalysen sowie die Spielminutenstatistiken bei Kunkello.

Meine ganz persönliche WM. Fan-Freuden, Fan-Fehler, Fan-Highlights aus hulza-Sicht

Auch ein hulza kann irren 😉 Nein, im Ernst, ich lag mit mindestens 2 Personalien vor dieser WM total daneben und müsste mich eigentlich entschuldigen.

1. Miroslav Klose. Ich hatte ihn immer für einen überragenden Stoßstürmer gehalten, selbst noch als er bei den Bayern auf der Bank saß. Aber mit den letzten Spielen der Saison und der Vorbereitung der deutschen Elf incl. Kloses hängender Schultern hatte ich alle Hoffnung aufgegeben: Klose war für mich nur noch dritte Wahl. Das er nun wieder alles zeigte, was ihn so stark macht (Zweikampfverhalten, Schnelligkeit, Aggresivität, Laufwege, Spritzigkeit, Übersicht), habe ich nicht erwartet, und freut mich daher umso mehr. Chapeau Herr Klose, das war weltmeisterlich!

2. Joachim Löw. Ein großer Löw-Kritiker war ich nie, ich achtete ihn immer als großen Taktiker, aber mit der seltsamen Kadernominierung kam ich irgendwie nicht zurecht. Frings zuhause lassen, obwohl Ballack und Träsch und Rolfes ausfielen? Wo war da das viel besagte „Leistungsprinzip“? Warum musste ein Hummels zuhause bleiben, während ein Müller mit durfte? Und erst Friedrich? Wieso, warum? Es gab viele Fragen an den Bundestrainer – und auch ich war einer der Millionen heimlichen Trainer, die es sowieso besser wissen. Löw hat es allen gezeigt. Löw hat richtig gehandelt – und nie mehr werde ich bei Kaderberufungen irgendwelche kritischen Töne von mir geben. Löw hat als Trainer alles richtig gemacht. Dafür bekommt er von mir meinen größten Respekt.

Wie die deutsche Mannschaft Fussball spielte, ja interpretierte, war eindrucksvoll und hat die ganze Welt begeistert – das hat nun vermutlich sogar der größte Fussballmuffel mitbekommen. Weitere Kommentare erübrigen sich im Grunde genommen, aber vier Spieler möchte ich dennoch kurz herausheben:

Bastian Schweinsteiger. Herz und Seele, und der eigentliche Kapitän. Der Leader (obwohl ihn andere erst 2014 sehen). Es war eine einzige Freude „Schweini“ zuzuschauen: Einsatzbereitschaft bis zum Äußersten, Kampfeswille – und nur sehr wenige Fehler. (Ein großer leider im Spiel um Platz 3, vielleicht kostete ihn das ein Podiumsplatz bei der Vergabe des goldenen Balls.)

Mesut Özil. Für mich eher enttäuschend als genial. Das möchte ich kurz erklären: Natürlich spielte Özil zum Teil überragend, das ist auch weltweit gesehen große Klasse. Aber: Das kenne ich auch so schon aus Bremen. Was mir noch fehlt: Der Einsatz, der unbedingte Wille, den ich bei Schweinsteiger z.B. so liebe, und natürlich der Instinkt vor dem Tor (Letztlich 6 Großchancen vergeben.) Daher war seine Nominierung für die Top 10 der WM für mich eher überraschend, dennoch stimmt natürlich alles, was über ihn gesagt wird: Geniales Passverhalten, großartige Annahmen und Laufwege. Er kann ein Großer werden. Man wird es sehen.

Arne Friedrich. Überragend. Der UNTERschätzteste Spieler der deutschen Mannschaft. Großartiges Zweikampfverhalten. Spielte das Turnier seines Lebens.

Lukas Podolski. Der ÜBERschätzteste Spieler der deutschen Mannschaft. Sogar der Langzeitverletzte Jansen war im Spiel um Platz 3 besser als Podolski in allen anderen Spielen. Selten laufbereit, wenig Übersicht und mangelnde Torausbeute. Fast so schlecht wie in Köln.

Ghanaer beim Vorrundensieg (Mainz, 1. Spiel von Ghana)

Das Schönste bei einer WM-Endrunde sind letztlich aber vor allem Emotionen. Ob das nun jubelnde Ghanaer wie hier am Mainzer Rheinstrand sind, tausende Deutschlandfans unter schwarz-rot-goldenen Flaggen, traurige Südafrikaner nach ihrem Ausscheiden, verrückte Niederländer in orange, die Tränen oder  auch die großen Augen der Balljungen beim Einlaufen ins Stadion. Wunderbar! All das ist Fussball, all das zeichnet die WM aus. Ich liebe es ein Vorrundenspiel zwischen vermeintlichen uninteressanten zweitklassigen Mannschaften irgendwo öffentlich zu schauen, alleine der Reaktionen der Menschen aus diesen Ländern wegen. Beeindruckend, welche Kraft der Fussball hat. Das ist schön, und im Grunde genommen ist es das, was die WM ausmacht.

Und Emotionen gab es viele, in dieser Hinsicht war es meiner Meinung nach eine perfekte WM. Tolle deutsche Spiele, aber auch interessante, andere Begegnungen mit ganz verschiedenen Highlights. Meine persönlichen:

  • 121. Minute Uruquay vs. Ghana und die Hand Gottes des Stürmers (!) Suarez. Gyan verschiesst. Elfmeterschiessen, und Ghana scheidet aus. Was eine Dramatik.
  • Achtelfinale Deutschland vs. England, Lampard schiesst – Wembley reloaded. Mit diesem tollen Photo.  Dramatische Minuten, Deutschland gewinnt am Ende verdient 4:1.
  • Paraquay vs. Spanien, das Viertelfinale. Drei Elfmeter, ein Treffer, kein Tor. Die vielleicht kurioseste Minute dieser Weltmeisterschaft.
  • Argentinien vs. Mexiko. Im Achtelfinale schiesst Tèvez das 1:0 für die Gauchos – anschließend sehen die Mexikaner auf der Videoleinwand, dass es klares Abseits war. Machte die schlecten Schiedsrichterleistungen mehr als deutlich und löste neue Debatte um Videobeweise aus.
  • Die „gekauften“ chinesischen Fans der Nordkoreanischen Mannschaft. Legendär.
  • Thomas Müller mit seiner bestern Szene: „Darf ich jemanden grüßen?“ – Die Omas und der Opa werden sich gefreut haben. Ganz stark!

Und vermutlich noch viele weitere Szenen. Die WM hat viel Spaß gehabt, aber jetzt darf sie auch gerne ruhen. Ich freue mich umso mehr schon wieder auf die Bundesliga, mit echten Fans auch gegen die grauen Mäuse mitfiebern, und alles in sich aufsaugen. Und wenn dann wieder Championsleague ist, wird auch wieder weltklasse Fussball gespielt 😉

Wir sehen uns in 4 Jahren in Brasilien. Die WM ist tot! Es lebe die WM!

PS: Spanien ist verdienter Weltmeister 2010.

PS2: Die besten, eindruckvollsten Bilder zum Worldcup gibts – wie fast immer – bei Big Picture: Teil 1 und Teil 2. Unbedingt schauen!

Der Traum ist ausgeträumt

Juli 8, 2010 3 Kommentare

Aus der Traum vom WM-Finale. Aus der Traum vom Traumfinale gegen die Niederländer. Mit 0:1 verliert die deutsche Nationalmannschaft ihr Halbfinale gegen Spanien. Gesehen hat man ein würdiges WM-Halbfinale mit einem würdigen Sieger – und einer denkwürdigen deutschen Mannschaft als klarer Verlierer.


Zeitsprung zurück zum ersten Deutschlandspiel. Ich werde vom SWR interviewt, und gefragt wie weit Deutschland denn bei dieser WM komme. Das ist sowieso schon eine schwierige Frage, weil spätestens mit den K.O.-Runden alles möglich ist – für jede Manschaft. Aber ich entscheide mich für das Viertelfinale. Gegenfrage: „Warum nicht weiter?“. Meine Antwort: „Weil ich glaube, dass die Mannschaft dafür insgesamt noch etwas zu unerfahren und ängstlich ist. Da sind uns Mannschaften wie Spanien einfach voraus.“

Einige Wochen später – nachdem Deutschland die halbe Welt mit tollem, überragendem Fussball verzückt hat – trifft Deutschland also auf Spanien. Und ganz anders als noch zum Zeitpunkt des Interviews, bin ich optimistisch. „Das ist schaffbar“, denke ich.  „Auch gegen die beste Nationalmannschaft der Welt kann man in dieser Form bestehen. Natürlich kommt es auf vieles an; erstmal schauen, wie Spanien sich auf unser Spiel einstellt.“

So hätte es in der taktischen Aufstellung kommen können:

Torres als zentrale Spitze, etwas versetzt dahinter Villa. Xavi und Iniesta im zentralen Mittelfeld, dahinter Alonso und Busquets. Ein klassisches 4-2-2-2-System. Dazu bei uns Kroos auf der rechten Seite, der mit seiner Ballsicherheit  (und Schusstechnik) die Spanier sicher vor Schwierigkeiten gestellt hätte. Löw und del Bosques entscheiden sich aber ganz anders – zugunsten der spanischen Mannschaft:

Löw nimmt einen seiner Lieblinge herein: Trochowski. Dieser schafft es über 60 Minuten nicht, Capdevilla in ernsthafte Zweikämpfe und damit verbundene Schwierigkeiten zu bringen. Die wesentlich wichtigere Umstellung aus taktischer Sicht aber bei den Spaniern: Der glücklose Torres muss auf die Bank, Villa rückt in die Spitze, und auf die linke Außenbahn rückt Pedro, was dazu führt, das Iniesta und Xavi weiter rechts spielen und nicht zuletzt Lahm seine  gefürchteten Vorstöße kaum umsetzen kann, da er fast ständig von Pedro gefordert wurde. Spanien spielte nun mit einer ähnlichen Ausrichtung wie auch Deutschland (Xavi etwas defensiver in der Grundformation als Özil). Daran krankte schließlich fast das gesamte deutsche Spiel: Schweinsteiger und Khedira hatten mit Iniesta und Xavi alle Hände voll zu tun, Boateng bekam es oftmals direkt mit mehreren Spaniern zu tun (sogar mit Ramos!), und Lahm war durch Pedro quasi außer Kraft gesetzt, zudem kam Özil nahezu null ins Spiel, und vorne hing Klose auf sich alleine gestellt in der Luft herum. Pedros Einwechslung und die Umstellung des spanischen Systems waren für mich der Schlüssel für den spanischen Triumph (auch wenn Pedro mit einer einzigen Szene sein ganzes gutes Spiel vergessen machte!).

Außerdem als Schlüsselspieler zu nennen: Sergio Busquetes. Dieser hatte Mesut Özil so sehr im Griff, dass dieser kaum auffiel bzw überhaupt keine Möglichkeit bekam, seine Fähigkeiten auszunutzen. Grandioses Spiel vom spanischen 6er.

Vor allem in den ersten Minuten spielte Spanien ein solch gewaltiges Pressing, dass Deutschland dort gar nichts entgegegensetzen konnte (In dieser Phase konnte man froh sein, dass die Spanier so abschlussschwach sind). Spanien beherrscht es wie kein zweites Team bei dieser WM, seine Gegner hinten einzuschnüren. Das sieht für ungeübte Zuschauer vielleicht manchmal etwas langweilig aus („Das Spiel ist ja total langweilig, man ey“), ist aber im Grunde genommen perfekt: So sah ich die Partie auch nie als langweilig an, sondern ein in jedem Fall würdiges Halbfinale zwischen 2 großen Mannschaften – fast auf Augenhöhe.

Am Ende reichte es nicht für die deutsche Mannschaft. Nicht weil diese schlecht gewesen wäre, sondern weil sie auf eine spanische Mannschaft traf, die zum richtigen Zeitpunkt ihr bestes Spiel machte, und mit einem genialen Pressing-Passing-Spiel den Deutschen den Mut und den Spielwitz raubte.

Man of the Match ist für mich Xavi: Die meisten Pässe, die meisten gelaufenen Kilometer, der absolute Leiter im Mittelfeld und obendrauf noch die Vorlage zum Tor des Tages. Quasi der Schweinsteiger des Argentinien-Spiels. (Übrigens: deutscher Spieler des Tages war für mich der viel gescholtene Mertesacker. Schon gegen Argentinien war er mit überragender 100%-Quote auf einem guten Weg, nun hat er sich nochmal gesteigert. War der Ruhepol in der hektischen Abwehr, klärte mit tollem Stellungspiel viele Chancen von Villa schon im Ansatz. Chapeau!)

Spanien siegte mit ziemlich perfektem Fussball, und steht mit seiner goldenen Generation nun auch völlig verdient im WM-Finale. Deutschlands goldene Generation könnte bald kommen, selten hat es soviel Spaß gemacht einer deutschen Mannschaft zuzuschauen – daran ändert auch ganz sicher diese Niederlage nichts. Glückwunsch nach Spanien! Ich bin gespannt, wie sich die Niederländer gegen diese perfekt agierenden Spanier präsentieren werden. Nach dem Spiel um Platz 3 und dem großen Finale werde auch ich dann etwas mehr zur WM im Allgemeinen, Fans und vielen vermeintlichen Bundestrainern sagen – und erklären, warum ich mich schon wieder auf die Bundesliga freue.

Staatsfeind Nr.1: Kevin-Prince Boateng

Mai 19, 2010 15 Kommentare

Nach dem üblen Foul von Kevin-Prince Boateng an Michael Ballack und den bekannten Folgen mit dem Innenbandriss und dem WM-Aus des Nationalmannschaftskapitäns, hat die mediale Hetzjagd auf den Übeltäter eine Dimension angenommen, die mich – mal wieder – für mein Land schämen lässt.

Was ist passiert? Im FA-Cup-Finale foult Boateng (nicht Jeromé, sondern dessen Halbbruder mit dem wundervollen Namen Kevin-Prince) Ballack auf eine recht brutale Art und Weise:

Das ist hart, das ist brutal, das ist unnötig – und vielleicht war es sogar Absicht. Dies rein spekulativ aber zu unterstellen, ist etwa genauso unsinnig. Das Foul ähnelt sich sehr mit einer anderen Szene, die in den vergangenen Wochen heiß diskutiert wurde: Frank Ribery im Halbfinale der CL gegen Lyon. Dort haben nur wenige Absicht unterstellt, die rote Karte war übertrieben hieß es. Nun fordern bei Boateng viele eine lebenslange Sperre. Warum? Nur weil Ballack und die WM betroffen sind? Wo bleibt die Objektivität?

StudiVZ-Gruppen Boateng

Exkurs: Ich möchte Kevin-Prince Boateng sicherlich nicht (!) verteidigen, kaum ein anderer Spieler war mir die letzten Jahre so unsympatisch von seinem ganzen Auftreten, seiner ganzen Art, seinen Interviews und seinem Spiel. Kurz und gut: Kevin-Prince ist ein – pardon-  „Arschloch“ wie es im Bilderbuch zu finden ist. (Wie gut auch, dass ich einer der Wenigen bin, die den jungen Mann schon vor diesem Foul kannten…^^). Auch sein Halbbruder Jeromé betont oft, dass er ganz anders ist, und mit seinem Halbbruder nichts zu tun haben möchte. Verständlich, schon für den Namen müsste er verhaftet werden.

Bei allem fußballerischem Hass auf den jungen Mann habe ich aber nie den Respekt vor der Person und dem Mensch Boateng verloren – und den haben – mal wieder – aktuell zahlreiche deutsche Fussballfans (?) verloren. Und die Demütigungen im Netz, und diese unglaubliche, beispiellose Online-Hetzjagd geht mir persönlich viel zu weit. Ich schäme mich für so etwas, von scheinbaren Studenten wie mir hier im „studivz“ in den Gruppen.

Von „Hurensohn“ bis „Scheiss Nigger“ lässt sich da ebenso alles finden, wie Morddrohungen und Rachegelüste!

Bitte Links aufs Bild klicken für die Großansicht!

Auch bei den Youtube-Videos des Fouls finden sich viele Kommentare, die Boateng zum Staatsfeind Nummer 1 machen – und in ihren Kernaussagen sowas von daneben sind:

„dieser boateng-hurens0hn stinkt richtig, ich will den mal treffen, dann wird der huso im rollstuhl nach hause fahren… hoffentlich passiert boateng was schlimmes, damit der nie wieder gesund wird. dieser spasst“

Facebook-Gruppe: Alle gegen Einen

Auch bei Facebook regiert der Hass auf Boateng: Nicht annähernd soviele verschiedene Gruppen wie im StudiVZ, dafür eine große Gruppe mit schon über 100.000 „Fans“.

Wie schlimm der Populismus in diesen Gruppen ist, und wie wenig Fussballsachverstand dort lebt, zeigt sich auf der „Wall“ der Gruppe nur zu gut. Aussagen wie diese finden sich da vielmals:

„So kann es nicht weiter gehen.So einer wie der Boateng den sollten die aus dem Profi-Fussball ausschließen. Und noch sein ganzes Geld wegmehmen und den Bedürfigen geben!!!!“

Mir fehlt jedes Verständnis für solche, größtenteils rassistischen Äußerungen. Natürlich ist Boateng ein übler Treter, natürlich ist er ein Rüpel vor dem Herrn, und natürlich kann man solche Spieler gerne auf dem Platz beschimpfen. Aber diese schon abartige Hetze (!) löst bei mir nur Kopfschütteln aus. Fussball ist ein Spiel.

Dass Michael Ballack ausfällt ist ein schwerer Verlust für die Mannschaft und auf persönlicher Ebene für Ballack selbst. Sportlich ist dies aber zu verkraften, da wir tolle, junge, aufstrebende Spieler haben. Man sollte nicht immer den Teufel an die Wand malen und lieber überlegen, was wäre, wenn Ballack selbst einen anderen Spieler verletzt hätte. Würden „wir Deutsche“ dann genauso reagieren? Was wäre gewesen, wenn Thorsten Frings im Pokalfinale bei seinem rüden Einstieg Schweinsteiger verletzt hätte?

Ich kann nur hoffen, und dafür plädieren, dass solche Wellen von blindem Hass gestoppt werden.

Saison 2009/2010 – Der Rückblick

Das war sie also, die Bundesliga-Saison 2009/2010. Wieder alles beim Alten könnte man bei einem Blick auf die Abschlusstabelle bemerken: Der FC Bayern ist deutscher Meister, der Rest irgendwo verstreut dahinter. Und trotzdem blicke ich auf eine tolle, interessante und spannende Saison zurück. Mein frühzeitiger Saisonrückblick.


Irgendwie war es wohl die Saison der Holländer. Zumindest beim FC Bayern. Da holen sie einen Holländer namens van Gaal, der gleich zu Beginn mal festlegt, wo es langgeht („Ich bin Gott!“), Luca Toni gegen einen gewissen Thomas Müller (Müller, wer?) austauscht, Lucio zugunsten eines gewissen Holger Badstuber (Badstuber, wer?) aussortiert, einen anderen Holländer zum Kapitän macht und schließlich noch einen Dauerverletzten Holländer, den „gläsernen Mann“ von Real verpflichtet. Für 25 Millionen. Das diese 25 Millionen die wohl bestangelegtesten dieser Saison waren, konnte zu Beginn der Saison niemand ahnen. Und wenn einer nach dem 3. Spieltag gewettet hätte, das dieser gewisse Müller mit der großen Namenshypothek der Shootingstar der Saison werden würde und neben Badstuber mit zum WM-Kader gehören würde, hätte man ihn wohl ausgelacht. Denn an diesem Spieltag verlor der große FC Bayern nach 2 Unentschieden mit 1:2 am Mainzer Bruchweg – niemals wurde das „Wir sind nur ein Karnevalsverein“ lauter gesungen. Mainz außer Rand und Band, der Beginn einer sensationellen Saison für den Aufsteiger, der schließlich am Ende sogar vor der Eintracht aus Frankfurt landen sollte.

Aber zurück zum FC Robben Bayern: Besagter Robben (eingefleischten Fans natürlich ewig bekannt von Zeiten bei PSV und Chelsea) kam, sah und siegte. Auf einmal war er nicht mehr der ständig Verletzte, sondern zeigte Fussball wie vom anderen Stern. Nun gut, zumindest nach dem Herbst. Denn im Herbst sah es nach Niederlagen gegen Girondins „Wir schiessen Tore nur nach Standart-Situationen“ Bordeaux gar nicht gut aus für die teuerste Bayern-Mannschaft aller Zeiten. Und van Gaal? Der war kurz vorm Klinsmann-Schicksal, wie viel später herauskam. Natürlich nur ganz inoffiziell. Danach begann das, was man früher als Bayern-Dusel bezeichnet hätte. Nur, dass es diesmal kein Dusel war. Ich würde ja liebend gerne schreiben, dass die Bayern plötzlich in der Championsleague, im Pokal und in der Liga mit viel Glück Punkte und Tore sammelten – aber, und das sage ich ungern, wir durften die besten Bayern seit langer Zeit sehen. Eine taktisch super agierende Mannschaft, vorne das Olic-Monster, der lebendige Duracell-Laufroboter, der auch noch einem Ball hinterhersprintet, der schon quasi im Aus IST, im defensiven Mittelfeld ein Schweinsteiger (Huch, was macht der denn da?!), der wohl seine beste Saison spielte und wohl endlich angekommen ist als Führungsspieler, dazu die vielleicht beste Flügelzange der Welt – und obendrein Spielzüge aus dem Fussballlehrbuch (Exemplarisch das 2:0 von Müller gegen den VfL Bochum). (An dieser Stelle sei die Kontextschmiede empfohlen, und insbesondere dieser Taktikbeitrag von @erz_.)

Arjen Robben

Und natürlich Robben. Robben. Robben. Nochmal gefällig? Kein anderer Name wurde wohl während dieser Saison sooft genannt – und vermutlich zu Recht. Traumtore am Fließband (wie dieses oder dieses ), und obendrein noch sympatische Interviews und ein beständiges Dauergrinsen. Und das mit 27, auch wenn er aussieht, als würde er schon 20 Jahre Bundesliga spielen. Man muss ihn ja schon liebhaben und knuddeln wollen als Bayern-Fan. (Darf man sogar als Werder-Fan).

Alles zusammen ergab und ergibt das eine vor allem sympatische FC Bayern-Mannschaft, die endlich wieder attraktiven Fussball zeigt(e). (Auf einmal konnten sogar die müden Bayern-Fans ein bisschen für Stimmung sorgen.) Da bin ich sogar als Werder-Fan großteils begeistert, und auch wenn mir das nur schwer über die Lippen Tasten kommt, aber am Meistertitel für die Bayern ging in diesem Jahr nichts vorbei. Glückwunsch an die Isar. Den Championsleague-Sieg gönn ich Euch auch noch. In einer Woche in Berlin dürft ihr dann aber gerne verlieren 😉

Wo wir auch schon bei Werder wären. Und da bin ich in diesen Minuten nur glücklich. Ein bisschen musste man sich ja in den letzten Wochen schon die Augen reiben. Da holen die Grün-Weißen doch tatsächlich 22 Punkte aus 9 Spielen, krönen die Bayern ausgerechnet auf Schalke (!) zum Meister und ergattern sich nach einer zwischenzeitlich katastrophalen Saison Platz 3. Und damit die Qualifikation für die Königsklasse. Rückblick auf Spieltag Nummer 13: Werder fertigt Jogis Freiburger mit 6:0 Toren ab, und noch vielmehr als das Ergebnis beeindruckt die technische Beschlagenheit vom kleinen Özil, dem noch kleineren Marin und dem wiedererstarkten, ewigen Talent Aaron Hunt. Zeitungen mit 4 großen Buchstaben sprechen von einem neuen „magischen Dreieck“, und jeder Werder-Anhänger ist euphorisiert. Auch ich lasse mich hinreißen zu einem „Wow, so wird Bremen dieses Jahr wieder Meister.“ Wurden sie nicht. Und warum? Weil dann die Spieltage 14 bis 21 kamen: 21 mögliche Punkte, und Achtung: 2 Punkte geholt. Was dem ewigen Bayer „Vize“ Leverkusen (mit dem nun gesicherten Patent(!) „Vizekusen“ – und das als Vierter am Ende, auch ’ne Leistung!) am Ende der Saison nach zwischenzeitlichem Ligastartrekord passierte, durfte sich Werder also schon etwas früher erlauben – um am Ende der Saison nochmal zu zeigen, was in diesem Team an Möglichkeiten steckt. Man muss kein Genie sein, um zu schauen, wo Werder stehen würde, wenn man diese Phase der Saison mal ausblenden würde. Aber lassen wir solche Phantasien, der 3. Platz ist vor allem aus der Sicht der Rückrunde sensationell. Und hängt hochgradig damit zusammen, dass ein Spieler eine ganz starke Saison spielte: Torsten Frings. Viele schauen immer auf die Offensive oder Tim Wiese, dabei wird oft vergessen, wie wichtig dieser Spieler für Bremen ist. Auch Deutschland hätte er sicher gut getan, aber dem Jogi gefällt er ja nicht. Aber dem Jogi gefallen ja auch ganz andere nicht, wie Frings gut erkannte: „Leistung ist doch schon lange kein Prinzip mehr beim DFB“. Bei Werder schon, bei Thomas Schaaf schon lange, und so setzte sich in dieser Saison auch einer der Shootingstars durch: Philip Bargfrede, mit einer ganz unglaublichen ersten Saison. Nicht so im Blickpunkt wie die Bayernjungsspunde, aber den sollte man auch im Auge behalten. Lassen wir mal die unglückliche Verpflichtung von Aymen Abdennour und dessen Spiel gegen Arjen Robben außen vor, bin ich mit der Werder-Mannschaft 2010 sehr zufrieden. Jetzt noch der Pokalsieg gegen die Bayern und alles ist perfekt 😉

Zu Werder habe ich übrigens über die Saison vor allem 2 hervorragende Blogs verfolgt, welche ich an dieser Stelle ausdrücklich empfehlen möchte: Das eher technisch und taktisch orientierte Werder-Blog und das eher persönliche Blog  „Meine Saison“ von Tobias Singer. Unbedingt lesen!

Das eine Mannschaft einmal weniger Heimsiege als Tasmania Berlin haben würde, hielt ich 20 Jahre für nicht möglich. Aber Berlin ist ja immer für Überraschungen gut. Hertha BSC ist also mit  einem einzigen Heimsieg abgestiegen – und ich finde da kaum tröstende Worte: Wer Voronin und Simunic leichtfertig abgibt, und stattdessen Wichniarek verpflichtet, hat grundsätzlich nichts Besseres verdient. Dazu kommen leidenschaftlose, und eher unsympatische Fans, ein leeres Olympiastadion und ein flüchtender Manager. Ein Bundesligaclub schaut anders aus. Auch mit dem zweiten Absteiger Vfl Bochum verbinde ich nun wirklich keine Tränen. Angsthasenfussball, ein wütender Trainer und Fussball ohne Attraktivität. Die „graue Maus“ machte ihrem Namen alle Ehre. Apropos schlechter Fussball:

Mein Negativ-Erlebnis dieser Saison ist der 16. Januar. Wir sind im Bremer Block im Frankfurter Commerzbank-Stadion, und sehen unser schlechtestes Live-Spiel aller Zeiten. Eintracht Frankfurt spielt wie ein Panzer. Grausam, aber halt sehr effektiv. Frankfurt gewinnt am Ende mit 1:0, nach gefühltem 2:15 Chancenverhältnis. (Das alles wäre nicht so wild gewesen, wenn es nicht MINUS 15 Grad gewesen wäre…). Spiel wird sinnbildlich für die ganze Saison der SGE: Ohne wirklich Fussball zu spielen, hängt man zeitweise in Europapokalgegenden. Unglaublich, – und das ist wörtlich zu nehmen – was Skibbe mit dieser Gurkentruppe erreicht hat in diesen 34 Spielen. Immerhin: es reicht am Ende nur für den 10. Platz, HINTER dem FSV Mainz05. (Mein dortiges Highlight im Stadion: der sensationell erkämpfte Heimsieg gegen Hoffenheim! )

Trauriges Highlight dieser Saison und sicher unvergessen ist der Selbstmord von Nationaltorhüter Robert Enke. So ziemlich jeder redete darüber, die mediale Berichterstattung incl. der Trauerfeier  stieg in eine neue Trauerdimension. Brauch man nicht weiter auszubreiten. Alleine schon deshalb freue ich mich für die Mannschaft von Hannover 96, dass die den Klassererhalt mit einem klassischen Endspurt gepackt haben. Und siehe da, am Ende trifft sogar Mike Hanke wieder: DAS ist doch das eigentliche Wunder dieser Saison. Zum Topstürmer der Saison reichts für Hanke dann aber nicht ganz: Die Torjägerkanone sichert sich Edin Dzeko vom ehemaligen Meister (Das muss Jahre her sein!) Vfl Wolfsburg. Wohl zu Recht, wenn sonst schon niemand trifft beim VW-Verein. Der Autoclub darf sich dann bald wohl über die festgeschriebene (haha!) Ablösesumme von 40 Mille freuen.

Tschüss, Jens!

Tschüss, Jens!

Und dann war da noch der alte Mann vom Starnberger See aus Stuttgart: Jens Lehmann muss endlich nicht mehr mit dem Hubschrauber nach Stuttgart fliegen. Der deutsche WM-Held von 2006 machte heute sein letztes Bundesligaspiel, kassierte ein Tor von einem Spieler, der noch nicht geboren war, als er, Lehmann, sein Bundesligadebüt hatte. Passt irgendwie zur Karriere. Von ihm wird viel bleiben, allen voran seine Aussetzer. Diese Saison war aber auch hart: Wenn schon die Balljungen einem Lehmann, dem „besten deutschen Torhüter“ (Zitat Lehmann über Lehmann), den Ball wegnehmen, was ist da nur mit der Welt passiert? Und weils so schön ist, Lehmanns Zitat nach dem Spiel: „Jetzt gehe ich nach Hause und muss meine Kinder erziehen, damit wenigstens die korrekt werden.“ Danke Jens für solche Sprüche, herrliche Ausraster – und auch ein bisschen für das Viertelfinale. Damals, beim Sommermärchen, mit dem Zettel in der Hand.

Und wo wir schon bei Zitaten sind: Vermutlich mein Lieblingszitat der Saison kommt – mal wieder – vom Kaiser höchstpersönlich. Franz Beckenbauer auf die Frage, was er machen würde, wenn sein Sohn Schalke-Fan werden würde: „Er ist ein intelligenter Bursche, der bleibt bei den Bayern. Aber ich habe einen Enkel, der ist glühender Schalke-Fan. Der ist ein bisschen missraten. Aber sonst ist die Familie in Ordnung.“

Was bleibt sonst noch nach 34 Spieltagen? Mir bleiben viele denkwürdige Spiele und Situationen im Kopf. (Ich habe darüber hinaus mit 2 Prognosen nach der Hinrunde Recht behalten, Leverkusen wurde Herbstmeister und Stuttgart stand auf dem 17. Rang: „Leverkusen wird nicht Meister und der VfB kommt noch in die Europaleague.“ Damals wurde ich noch ausgelacht… ). Es war eine großartige Saison mit vielen schönen Toren, interessanten Diskussionen – und nicht zu vergessen auch einer immer größer werdenen Berichterstattung im Netz, in privaten oder größeren Blogs, bei großen oder kleinen Sportredaktionen. Zu erwähnen ist da vor allem Spox.com, die besonders mit ihrer „Alternativen Liste“ immer den lustigen Nerv der Woche treffen, eigentlich immer lesenswert. Ebenso empfiehlt sich neuerdings auch auf spox.com ein gewisser @GNetzer mit seiner Blogschau!

Nun werde ich mich entspannt auf die beiden noch kommenden Final-Spiele mit deutscher Beteiligung freuen, und dann ist fast schon wieder WM. Jogis Lieblinge in Südafrika, das kann doch nur ein großer Spass werden. Apropos deutscher Fussball: Da wird mir gar nicht mehr Bange, welche tollen deutschen Spieler wir dieses Jahr gesehen haben, die alle erheblich jünger sind als ich es bin: Özil, Marin, Müller, Höwedes, Badstuber, Hummels, Träsch, Reus, Sippel, Reinartz und wie sie alle heißen. Das stimmt mich wirklich optimistisch für viele weitere Nationalmannschaftsjahre.

Zum Schluss noch meine kurzfristig, gerade schnell zusammengewürfelte Mannschaft der Saison, nicht ganz positionell passend, aber Spieler die mir über die ganze Saison gefallen haben:

Tor: Heinz Müller

Abwehr: Philip Lahm, Sami Hyypiä, Naldo, Mats Hummels

Mittelfeld: Bastian Schweinsteiger, Torsten Frings, Toni Kroos, Arjen Robben

Angriff: Stephan Kießling, Edin Dzeko

Ersatzbank: Tim Wiese, Gonzales Castro, Benedikt Höwedes, Mesut Özil, Zvjezdan Misimovic, Ivica Olic, Claudio Pizarro, Thomas Müller

Und damit gute Nacht, bis zur nächsten Saison und spannenden Erstliga-Spielen.

%d Bloggern gefällt das: