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Update: 1&1

Januar 13, 2010 2 Kommentare

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Oder anders gesagt: In Zeiten von großflächigen Bränden der Kundenunzufriedenheit, in denen man schon Kundensupport-TV-Werbung ausstrahlt, hört man auf Kritik, vor allem wenn diese in öffentlicher Form eines Bloges geschieht.

Wir erinnern uns: Ich wechsele innerhalb von 1&1 den Tarif, bekomme keinen neuen Router, und muss schließlich für einen sogenannten Homeserver (FritzBOX 7240) 149 € zahlen. Eine andere Möglichkeit ist ausgeschlossen, und ich bin wiedermal der Dumme. Ich beschließe meinem Ärger Luft mit einem Blogeintrag zu machen, twittere diesen (unter anderem an den 1&1-Account) und verlinke den Eintrag im offiziellen 1&1-Blog. In der Folge habe ich – für meinen kleinen Blog – außergewöhnlich viele Aufrufe auf den Eintrag, und noch am selben Tag(!) habe ich einen Kommentar von Horst Dann, einem 1&1-Kundenberater.

Nach einem kurzem Email-Kontakt habe ich schon Samstag morgen (einen Tag später!) ein neues Angebot vorliegen.

Exact diesen Router konnte ich nun für 0,00 € erhalten, ausschließlich die Versandkosten musste ich übernehmen. Und als wäre ich auf einmal der wichtigste Kunde von United Internet, ist der Router heute schon da, und nun schon problemlos installiert und in Betrieb. Herr Dann war sogar so freundlich nochmal anzurufen (!), um sich zu vergewissern, ob alles in Ordnung sei. Außerdem lag dem Router eine schriftliche Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten anbei. Respekt 1&1, immerhin reagieren sie auf Kritik!

Ich bin Herrn Dann und auch 1&1 dankbar, dass sie dies nun so problemlos hinbekommen haben – andererseits frage ich mich nun, warum dies vorher nicht möglich war. Muss man immer erst lauthals Kritik äußern, bis etwas geschieht? Muss es immer die letzte Instanz sein (im D’avis-Blog drohen zahlreiche Kunden mit ihrem Anwalt!) ? Will 1&1 überleben, MUSS  im Bereich des Kundenbusiness um ein Vielfaches zugelegt werden, und da reicht auch kein TV-Spot, der letztlich alles nur noch mehr lächerlich macht und im Grunde nur suggeriert, dass 1&1 Angst hat, Kunden zu verlieren.

Dazu würde zum Beispiel auch gehören, dass ein Kunde seinen Vertrag reduzieren kann, wenn die Bandbreite nicht mit seinen Daten übereinstimmt, oder dass er Kulanz erwarten kann, wenn nachweislich immer wieder Probleme auftauchen. Ich habe noch fast 2 Jahre 1&1 vor mir… und werde sicherlich ein waches Auge auf die Entwicklungen werfen. Mich würde es wundern, wenn ich solange Ruhe hätte.

Immer wieder Ärger mit 1&1

Januar 8, 2010 21 Kommentare

Vorgeschichte: Mit 1&1 hatte ich immer wieder Probleme jeglicher Art. Von schwachem Support ohne kostenlose Rufnummer bis hin zu technischen Schwierigkeiten. Am schwerwiegensten waren wohl aber die Trickversuche von 1&1: Nach einem halben Jahr sollte ich auf einmal 19,99 € zusätzlich für „maxdome“ zahlen, einen Service, den ich noch nie genutzt hatte, plus weitere 4,99 € für Norton Antivirus. Aus der Maxdome-Geschichte bin ich nach zahlreichen Beschwerdebriefen und Telefonaten wieder herausgekommen – sogar gegen Gutschrift von 3 Monaten -, den absolut überflüssigen Norton-Kram durfte ich 1,5 Jahre zahlen, ohne es jemals benutzt zu haben.

Vor etwa 2 Monaten hab ich trotzdem einen Tarifwechsel innerhalb von 1&1 vollzogen; anstatt zu kündigen und mich nach einem neuen Anbieter umzuschauen, hat mich das  1&1-Angebot letztlich überzeugt, obwohls zum Teil günstigere gab, aber Bequemlichkeit und Leistung gewannen die Oberhand, und so wurde es wiedermals 1&1, der Service Provider von United Internet mit Sitz im Westerwald. (Ein Fehler, den ich vermutlich nicht wieder begehen werde!)

Übersicht HomeNet-Verträge

Ich entschied mich für den DSL – HomeNet 16.000 -Vertrag:

Der Unterschied zu den – normalen – Surf&Phone Verträgen sieht man auf der Graphik: Es ist vor allem das Homeplus-Paket, sowie der Homeserver mit Emails, Domain und 1000GB Onlinespeicher, plus zusätzliche kostenlose Rufnummer.

Kostenpunkt: 34,99 € – bedeutet 5€ mehr als gewöhnlich für die Pluspunkte des Homeservers. Diese 5 € waren es mir wert, schon die 1000GB mit Zugriff von jedem vernetzten PC der Welt wollte ich für Musik nutzen, praktisch für Partys jeder Art.

Beim Vertragsabschluss achtete ich auf einige Punkte ganz besonders: Jeder Haken wurde entfernt, alles bis auf Standart habe ich ausgeschlossen, u.a. das verschasste Norton und natürlich Maxdome, außerdem ließ ich mir das im Kundenbereich bestätigen, auch die volle Funktionsfähigkeit des Vertrages in meinem Haus hier (Bandbreite, Router, etc.)

Für diesen HomeServer, der all diese Besonderheiten wie den Onlinespeicher bereithält, braucht man einen Clienten, den man herunterladen kann und der schließlich alles „automatisch einrichtet“. Leider kam beim Einrichten des HomeNet-Clienten nun immer wieder folgende Meldung:

Fehlermeldung HomeServer

Nach zahlreichem, erfolglosen Ausprobieren und Tüfteln rief ich mal wieder den Support an (und landete vermutlich irgendwo bei einem Mitarbeiter von D’avis, der ja extra für MICH da ist…^^).

Nachdem mein Support mein Problem verstanden hatte, und dazu einen weiteren Mitarbeiter eingeschaltet hatte ( zu diesem Zeitpunkt waren übrigens 9:30 Minuten verstrichen…), wurde mir gesagt, dass meine FRITZBox (die natürlich von 1&1 ist!), für diesen HomeServer nicht ausreichend, und folglich nicht kompatibel wäre. Soweit so gut kann ich das nachvollziehen.

HomeServer

Doch statt einen Routeraustausch anzubieten, wird mir lediglich empfohlen, den neuen 1&1 Homeserver zu kaufen: Nahezu geschenkt, nur 149 € solle dieser kosten…!

Selbst als ich dem – bestenfalls inkompetenten – Mitarbeiter von 1&1 erkläre, dass ich diesen HomeNet-Vertrag niemals bestellt hätte, wenn ich diese Funktionen nicht nutzen kann, kommt nur ein wenig mitfühlendes: „Da kann ich leider auch nichts machen…“. Ist man halt wieder der Dumme am Ende der Nahrungskette. Und Herr Dommermuth lacht sich ins Fäustchen und lässt weiter seine Yachten von meinem Geld finanzieren. Mal wieder knapp 2 Jahre 5 € mehr zahlen, als man müsste…

Als wäre das nicht schon mehr als ärgerlich genug, wird mir in diesen Tagen auf einmal 4,99 € mehr von 1&1 abgebucht. Und klar, auf der Rechnung taucht das omnipräsente Norton auf:

PDF-Rechnung 1&1

Nach einem Beschwerdeanruf im „Rechnungszentrum“ bekomme ich für diese 4,99 € und weitere 4,99 € für Januar eine Gutschrift – und das entschuldigende Bekenntnis, dass ich das wirklich nicht mitgebucht habe. Es schwingt ein bisschen „Der Versuch wars ja wert…“ in der Luft. Und in der Tat, viele Menschen, zum Beispiel meine Großeltern, würden dies auf sich beruhen lassen, weil sie nicht recht wüssten, was das überhaupt ist, warum es dabei geht, und was sie dagegen tun könnten. Ich persönlich finde es eine riesen Schweinerei (und das darf man dann auch mal so sagen!), dass hier immer wieder versucht wird, den KUNDEN das Geld aus der Tasche zu ziehen, und sogar hier so dreist, wo ich ganz klar drauf geachtet habe, dass mein PC von Norton verschont bleibt.

Da wird es schon fast zur Nebensache, dass ich immer noch nicht die versprochene Bandbreite von 16.000 habe, und stattdessen mit einer Bandbreite um die 7.000 vor mich hin dümpele… (Und mit einem DSL 6.000-Vertrag nochmal erheblich hätte sparen können!).

Immerhin gehts mir nicht alleine so, wie ein Blick bei Google mit „1&1 Ärger“ oder „1&1 Probleme“ schnell zeigt, aber das macht es auch nicht besser.

Ich bin enttäuscht – schon wieder.


Edit, Samstag, 9.1.2010:

Etwa seit Weihnachten hat der jetzt schon berüchtigte D’avis seinen eigenen Blog bei 1&1, dort gingen vor allem innerhalb der letzten Tage hunderte Zuschriften in Form von Kommentaren ein, 90% davon negativ bis böse. Einige wenige positive, die auch mehr oder weniger als Fakes ausschauten. Wie auch immer, gestern nachmittag bzw. den ganzen Tag erreichte eine neue Welle von verärgerten Kunden den Blog: Zahlreiche wütende Kommentare waren zu lesen. Die Reaktion von Seiten von 1&1 heute morgen, welche ich einfach mal kommentarlos einfüge:

Jahresrückblick 2009 – „Best of“

Januar 3, 2010 6 Kommentare

Jetzt ist schon der 3. Januar im neuen Jahr. 2010, das klingt noch richtig ungewohnt. Zeit für einen – wohl sehr ausführlich werdenden – Jahresrückblick 2009, ein Jahr voller Erlebnisse und Ereignisse, ein Jahr, so vollgepackt, dass ich unmöglich hier alles erzählen und berichten kann und konnte.

2009 war ein außergewöhnliches Jahr für mich. Es war aber im Gegensatz zu den Jahren davor vor allem beständig. Beständig zu wenig für das Studium, beständig im Studentenleben mit allen positiven und negativen Sachen, die dazu gehören, beständig viel unterwegs, beständig tolle Erlebnisse, aber auch eine neue beständige Arbeit, gute beständige Freunde (die mir unglaublich wichtig sind!), und vor allem eine wundervolle beständige Beziehung.

Das beste aus dem Jahr 2009 aus hulza-Sicht quasi, have fun 😉

[Wichtiger Hinweis: Alle Texte und Eindrücke sind rein subjektiv. Ich kann – und will – nur über Dinge urteilen, die ich selbst erlebt, gesehen, gehört, gelesen habe. Daher muss jedem Leser klar sein, dass diese Listen nicht vollständig sind, und auch keinen Anspruch darauf erheben! – Ursprünglich wollte ich auch Politik, Sport und andere Nachrichten hier miteinfließen lassen, es wird aber auch so schon viel zu lang, und diese Jahresrückblicke gibts ja auch genug, also hier ganz persönlich…]


Websites & Internet 2009

Kein Jahr zuvor war das Internet als eigenes Medium so präsent in den alten Medien und  bei den älteren Generationen wie im vergangenen Jahr. Die großen Debatten (zb rund um das Kinderpornographie-Sperrgesetz)  machten das Netz massenwirksam, und Petitionen wie die gegen das Sperrgesetz zeigten, dass sich auch innerhalb der Netzgemeinde  ernsthafte Gedanken gemacht wurden (Bei der Petition gegen das Gesetz war ich einer der ersten tausend Unterzeichner, später sollten es viele, viele tausend mehr werden…). Große Magazine und Zeitungen fingen an zu twittern, Facebook-Seiten zu errichten und Online-Journalismus wirklich ernst zu nehmen. Es war DAS Jahr für „social media“  und die Durchsetzung von multimedialen Anwendungen wie Google Wave, Mikroblogging und und und. Auch mein Jahr stand in den 140 Zeichen von Twitter: Twitter war wohl ganz sicher DIE Seite 2009, millionenfach angeklickt und auch ich habe es nach anfänglichem Zögern absolut lieben gelernt. Darüber hab ich viel gelernt, viel mitgenommen und zudem eine unglaubliche Masse an Links angeklickt. Die alle hier, oder auch nur einen Bruchteil wiederzugeben, wäre Blödsinn, daher eine kleine, feine Auswahl meiner liebsten Seiten im Netz 2009:

Big Picture von Boston.com: Man kann diese Photos gar nicht genug herausheben aus der Masse des Netzes. Großartig, unglaublich, wundervoll, beeindruckend, faszinierend. Superlative sind hier erlaubt.

Lostpedia : Unglaubliches Wiki zur vermutlichen besten Serie unserer Zeit, Lost. Informationsoverkill.

tontraegerhoerer: Nicht nur ein guter Freund, sondern auch ein sehr guter Blogger, dieser tontraegerhoerer. Aktuell hervorragende Beiträge zum Jahrzehntrückblick.

CaptainCrawl: Meine kleine Geheimwaffe für Musik, die ich sonst nicht finde. Vor allem für Musik abseits des Mainstreams immer gut zu gebrauchen.

Viral Video Charts: Ein Blick hierrein, und man ist – den meisten – ein bisschen voraus. Alle großen Videos des Jahres konnte man hier aufzeigt sehen, praktische Sache.

RzBlog: Die Rheinzeitung hat dieses Jahr aufhorchen lassen. Obwohl ich mit ihr aufgewachsen bin, hat sie mich erst dieses Jahr wirklich beeindruckt – vor allem mit ihrer Offenheit und Außendarstellung. Der Blog gehört dazu, die vielen Autoren machen den Reiz aus. Lesenswert.

Netzpolitik: Allein für die Arbeit rund um „Zensursula“ hat sich netzpolitik.org verdient gemacht. Auch sonst lohnt sich immer ein Blick, um zu wissen, worüber gerade in den hohen Kreisen ( 😉 ) so diskutiert wird.

Video 2009

Etwas, was ja theoretisch zum Internetbereich fällt, ich aber bewußt trenne. Videos in jeder Form ersetzen für viele Menschen das klassische Fernsehen. Und das ist kein Wunder: Das Netz sprudelt über vor interessanten, ideenreichen Videos: Musikproduktionen, virale Marketingaktionen und unzählige private Aufnahmen. Ich habe schätzungsweise eine hohe 3-stellige Zahl (vermutlich mehr!) an Videos auf Plattformen wie YouTube, Vimeo und co angesehen. Dies jetzt nochmal nachträglich zu sichten ist nahezu unmöglich, daher eine Top10 der Videos, die mir spontan einfallen. (Über die Positionen kann man streiten…)

#1 I gotta feelin‘, Oprah Winfreys Überraschungsparty: DAS Partylied des Jahres, dieses Video flasht einfach.

#2 David after Dentiest: Für mich eins der lustigsten Videos ever. Könnte ich immer wieder schauen. „is this real life?!“

#3  Her Morning Elegance / Oren Lavie: Mein Lieblingsmusikvideo irgendwie. Toller Song ist es auch noch.

#4  collaborative animation by Blu and David Ellis: Die beiden Straßenkünstler und ihre großartige Arbeit.

#5  SOUR ‚日々の音色 (Hibi no neiro)‘ : Musikvideo aus Japan. Gemeinsame Choreographie von Fans, die durch Webcams miteinander verbunden sind.

#6  Pianotrappan: witzige Aktion von Volkswagen in Schweden, die im Kopf bleibt.

#7 Jon Schmidt – Love story meets Viva la Vida:Tolles Arrangement, könnte ich immer wieder hören.

#8 Heineken Commercial: Mein liebster Werbespot im vergangenen Jahr.

#9 JK wedding entrance dance:Leider original nicht mehr verfügbar, Danke Sony! So möchte ich auch in die Hochzeit tanzen…

#10 Flutter: The new Twitter: Twitter herrlich auf die Schippe genommen, großartig!

Musik 2009

Die medialen Möglichkeiten wachsen, und damit wächst auch der Input an Musik – sowohl schlechter als auch guter. 2009 ist soviel an Musik auf mich hereingeströmt, dass ich mich gar nicht an alle Songs & Tracks erinnere. Daher ist es umso schwieriger hier eine Bestenliste zu überlegen. Die Top 10 werden daher mehr eine Art: „Meine Alben des Jahres“. Bezeichnend: Auf Platz 1 ein Album, welches schon 2008 erschienen ist, und ich hier schon im Oktober  ’08 vorgestellt habe.

#1 Paul Kalkbrenner – Berlin Calling (OST): 2 Punkte sprechen dagegen, dieses Album auf Platz 1 2009 zu setzen: a) im Herbst 2008 erschienen und b) der Hype um Film und Soundtrack geht mir ziemlich auf die Eier Nerven. Aber: Es ist halt doch DAS Album, welches mein Jahr mitgeprägt hat von Januar bis Dezember. Das Album ist als solches schon großartig mit wundervollen Produktionen, als offizieller Soundtrack zum Film aber einfach nur genial: Jede Sekunde passt haarscharf auf die Filmsequenzen. Perfekt. Kalkbrenner hat damit den Sprung in die Konzerthallen geschafft, sein Live-Auftritt auf dem Melt! war auf jeden Fall großartig.

#2 Röyksopp – Junior: Diese Norweger sind absolut verrückt, aber irgendwie toll verrückt. Dieses Album macht Spass ohne Ende, und war definitiv mein Sommeralbum. Bin schon gespannt auf „senior“. Toptitel: „The girl and the robot“  mit Robyn.

#3 The Whitest Boy Alive – Rules: Absolut ärgerlich, dass ich ihren Auftritt auf dem Melt! verpasst habe: Das Album ist toll. Meine Lieblingsmusik für Unterwegs in Bahn und Flugzeug. Anspieltipp: „Island“.

#4 Depeche Mode – Sounds of the Universe: Ich hätte nicht unbedingt mit dieser Platte gerechnet, aber sie ist richtig stark geworden. „Wrong“ einer DER Songs des Jahres. Vorfreude aufs Konzert im Februar!

#5 Muse – The Resistance: Nach anfänglichem Nicht-Gefallen absolute WOW-Platte. Allein schon die Symphony. Live dann nochmal besser. Muse bleibt nie gleich, sich aber immer treu!

#6 Phoenix – Wolfgang Amadeus Phoenix: Zu diesem Album ist fast alles gesagt worden, also Klappe zu: Super! „1901“ ist einer der Tracks des Jahres. (Live waren sie übrigens eher langweilig!)

#7 Moderat – Moderat: Modeselektor und Apparat zusammen, irgendwie unmöglich – und herausgekommen ist etwas wundervolles. Hoffentlich kommt da noch mehr. Anspieltipp: „Rusty Nails“.

#8 Jochen Distelmeyer – Heavy: Meine deutsche Überraschung des Jahres. Mit Blumfeld hatte ich nie was am Hut, umso überraschender, dass ich dieses Album großartig finde. Lieblingstitel: „Murmel“ und „Lass uns Liebe sein“.

#9 Oliver Koletzki – Großstadtmärchen: Unerwartet chillig, unerwartet schön geworden. Die vielen Gaststimmen überzeugen, vor allem „These Habbits“ und „Hypnotized“ sind wundervoll.

#10 Gossip – Music for men: Mit „Standing in the way of control“  2006 der erste Hit, doch 2009 war ihr Jahr. Album rockt, Beth Ditto ist einfach eine absolute Rampensau. Tipp: „Love Long Distance“.

LIVE-Auftritte 2009

#1 Coldplay – Vielleicht wars nicht das beste Konzert, aber das Erlebnis im Wembleystadion war beeindruckend. 75.000 Menschen singen „Fix you“, das ist Gänsehaut wie im Bilderbuch!

#2 Muse – Vermutlich die beste Live-Band unserer Tage. Wahnsinn, was die Jungs musikalisch und visuell bieten. Lieblingsband ohne Zweifel.

#3 The Ten Tenors – Überraschungsplatz auf dem Treppchen. Völlig anders als der Rest, aber umso beeindruckender. Musikkunst. Gerne wieder!

#4 Travis – 10 Jahre nachdem ich beim ersten Album riesen Fan war, mein erstes Konzert bei den Schotten, und das eher unfreiwillig: und dann wars auch noch super. Tolle Performance, super Stimmung, sympatische Band (Frontman Fran Healy war 2 ganze Songs inmitten der Crowd!).

#5 Röyksopp – Sehr cooler Auftritt von „Eple“ bis „Happy up“. Großartig: „What else is there“.

Außerdem überdurchschnittlich gut und daher auf den Plätzen – ohne bestimmte Einordnung:

Gossip (Unglaublich, was die abgehen. Partyentdeckung des Jahres), Paul Kalkbrenner (Hype Hype Hype, aber trotzdem gut. Als die Leute weg waren, wurds richtig gut 😉 ), Fat Boy Slim (Der Meister mit all seiner Power), Kasabian (klasse Indierock, hat als Vorband von Oasis diesen kräftig den Arsch versohlt! ), The Prodigy (ultrahart, die Schmerzen spür ich heute noch), Johannes Heil (hat für 50° gesorgt, gefühlte 100°.), Deichkind (unfassbar!) , Kaiser Chiefs (bisschen kurz, aber sonst sympatischer Auftritt), Fettes Brot (mal wieder seeehr lustig..).

Kinofilme 2009

Früher mein absolutes Steckenpferd, ist das Kino- und Filmgeschehen in diesem Jahr – leider – etwas an mir vorbeigezogen. Wie sagt man so schön: „Es geht halt auch nicht alles.“ Blöd aber auch… Hier trotzdem meine am besten bewertesten Filme, die ich dieses Jahr im Kino gesehen habe:

#1 Inglourious Bastards (Quentin Tarantino): Es gibt von Tarantino keine schlechten Filme, aber dieser hier setzt seinem Werk irgendwie noch die Krone auf. Sprachlich, Technisch, Inhaltlich: Ohne Makel. Obendrauf witzig und starke Darstellerleistungen (allen voran Christoph Waltz, der dafür jeden Preis der Welt erhalten müsste!).

#2 Away we go – Auf nach Nirgendwo (Sam Mendes): 2. Film von Mendes in diesem Jahr. Und besser als „Zeiten des Aufruhrs“. Schön, dass man eine solch witzige Geschichte auch mal mit unbekannten Gesichtern darstellen kann. Allein für diesen Mut sollte Mendes belohnt werden.

#3 Hangover (Todt Philipps): Ich bin wirklich kein Fan von dümmlichen Flachwitzenfilmen aus Hollywood, und meide diese so gut es geht – aaaber: Was habe ich hier gelacht. Sensationell! Das ist so lustig, dass ich von einem eigenen Junggesellenabschied in Vegas schwärme 😉

#4 Verblendung (Niels Arden Oplev): Klar, reicht nicht ans Buch heran. Aber: Hier ist meines Erachtens eine super Verfilmung eines Buches gelungen, welches nur voller Details und Charakteren überquillt. Dank Noomi Rapace wirklich sehr gut gelungen. Freue mich auf die nächsten Teile.

#5 Operation Walküre (Bryan Singer): Welche Überraschung: Nicht stupides Action-TomCruise-Feuerwerk, sondern guter Thriller mit vielen starken Dialogen. Sollte ich nochmal in Deutsch anschauen.

Knapp an den Top 5 vorbei: die beiden Comic-Action-Verfilmungen Watchmen und das Xmen SpinOff Wolverine.

TV-Serien 2009

Spätestens seit letztem Jahr hatte mich der Serienwahn voll gepackt, und 2009 stand dann wirklich im Zeichen der Serien statt der großen Filme. (#3 kommt in die Liste mit rein, obwohl schon 20 Jahre alt.)

#1 Lost – Weiter unangefochten. Die 5. Staffel setzte mich zum Teil in ernsthafte Paranoia-Zustände. Warten auf „season 6“ und das große Finale ist wie eine Folter. Sucht! (Zwischenzeit genutzt, um alle(!) Staffeln nochmal zu schauen!)

#2 „24“ – Endlich war „24“ wieder so richtig gut. Tony is back! Manchmal etwas zuviel des Guten, aber das kennt man ja bei twentyfour. Bleibt DIE innovative Serie des vergangenen Jahrzehnts.

#3  Twin Peaks – Bald werde ich mal ausführlicher berichten über dieses Meisterstück von David Lynch. Bin noch nicht ganz fertig mit der Serie der Serien, mit dem Prototyp aller heutigen Serien. 1989 (!) entstanden, unendlich langsam erzählt, bizzarste Charaktere, und tolle Kamera.

#4 Californication – Immer mehr Serien haben auch Antihelden als Hauptfiguren. Hank Moody ist so ein Antiheld. Seinem Leben zuzuschauen ist großartig, und überaus witzig.

#5 Prison Break – Gehört grundsätzlich nicht in eine top5 der Serien, aber die 4. Season war dann doch zumindest durch das wirklich schlüssige und konsequente Ende lobenswert. Insgesamt hat die Serie mich dann doch viele Stunden gekostet, und daher irgendwie hier auch ihren Platz verdient.

Viele gute, aktuelle Serienstaffeln wie Dexter, The Wire oder The Office sind noch vollkommen an mir vorübergegangen, da gilt es mal aufzuholen 😉

Unterwegs 2009

Ja, es folgt ein wohl etwas längeres Kapitel. Ich war schon immer viel und gerne unterwegs, aber dieses Jahr hat dann irgendwie nochmal alles getoppt. Viele meiner Freunde und Familie denken dabei nur an die Auslandsreisen, dabei waren auch vor allem die vielen, vielen Kurztrips innerhalb von Deutschland intensiv. Eine kleine Auswahl der Aktionen, über die ich auch gebloggt habe, die Highlights sozusagen:

Die anstrengenste Reise: London. Nicht meine Stadt, zu hektisch und laut, aber mit den Freunden und dem unglaublichen Regen-Konzert ein tolles Wochenende.

Die 3-5 Tage Sommer-Festivals: Das waren dieses Jahr „nur“ 2, aber beide waren aufgrund ihrer Art & Weise bemerkenswerter als viele Festivals die Jahre zuvor: das Melt! 2009 war nicht nur geprägt von Sturm, Wind und Regen, sondern auch von einem unglaublich tollen Programm und wahnsinnig guter Musik. Es ist und bleibt mein Lieblingsfestival! sonnemondsterne war aufgrund der Konstellation schon witzig, das Wochenende an der Talsperre sollte ein echtes Highlight werden.

Die gelungensten Tagestrips: Schlütertreffen in der Nähe von München, lange Kanutour auf der Lahn (incl. Camping am Vorabend mit super Menschen), Wanderung ganz in der Nähe am Rheinsteig, und der Winter-Action-Day am Nürburgring.

Der bemerkenswerteste Geburtstag. Am Edersee. 2 Tage feiern mit Piloten, Chirurgen und anderen in der Gesellschaft hoch etablierten Menschen. Dazwischen irgendwo ein kleiner Student. Lustig, u.a. das Quadfahren.

Die ländlichste und benzinlastigste Reise: Motorradtrip in der Pfalz. 4 Tage am Stück Motorrad fahren, und abends in der pfälzischen Küche schlemmen. Großartig wars!

Die ereignisreichste und teuerste Reise: Miami und Roadtrip KeyWest! Diesen Urlaub werde ich aus verschiedenen Gründen niemals vergessen: Vom schlimmsten Muskelkater meines Lebens, über das beste Adrenalingefühls meines Lebens hin zu unvergesslichen Partynächten und vielen guten Gesprächen mit Menschen aus aller Welt. Danke Tobi! (Dieses Jahr dann Island?! 😉 )

Die lustigste Reise: Städtereise Breslau in Polen. 5 Chaoten auf Entdeckungsreise im Nachbarland. Das muss wiederholt werden!

Die kulturellste Reise: Rom – die ewige Stadt. Zwischen Vatikan und Antike, zwischen pulsierender Metropole und tausenden Kirchen, Rom war einen Besuch wert. Danke Clubby!

Die dekadenteste Reise: Kreuzfahrt Arabische Emirate. Unglaublich viel Luxus, unglaublich viel Essen, unglaublich viele Eindrücke, unglaublich heiß. Es hat sich schon gelohnt 😉

Die schönste Reise: Schweden – Stockholm und  Småland. Urlaub mit der Besten in Perfektion. Hier hat alles gepasst in einem wunderschönen Land. Gute Mischung aus Erlebnis, Sehenswürdigkeiten, und Erholung pur an den einsamen Schären.

Partys & Feten 2009

Hier werde ich wie im letzten Jahr keine eigentliche Topliste erstellen… Es gibt davon im Studentenleben einfach zuviel, von diesen wirklich tollen Abenden. Erinnerungswürdig bleiben aber sicherlich mein Geburtstag in der Westerwälder Scheune, Fassenacht in Mainz im Scheichkostüm, die dekadente Partynacht mit den Australiern im VIP-Bereich eines Miami-Edelclubs, der „mad dog“-Abend in Breslau, die Mainz05-Aufstiegsfeier im Mai oder auch die Weihnachtsmann-Schneefahrt nach Leichlingen incl. dem kompletten Wochenende.

Das feiertechnische Highlight des Jahres war ganz klar an einem heißen Augustmorgen. Wo?: Bleilochtalsperre (Thüringen), Strandbar. Wer?: vier Jungs Mitte bis Ende zwanzig. Was?: Lagerfeuer, elektronische Musik, Jägermeister und ganz viel Lachen. Unvergesslich.

><

Am Ende bleibt mir nur DANKE zu sagen. Ein riesen Dankeschön Allen, die das Jahr 2009 mit mir geteilt haben, die mit mir unterwegs waren, mit mir gelacht und gefeiert haben, mit mir Erlebnisse teilen, denjenigen die meinen Blog lesen 😉 – und nicht zu vergessen, denen, die mir mein Leben ermöglichen. Danke, dass ihr mein Jahr 2009 so außergewöhnlich toll gemacht habt! Schauen wir mal, was wir aus 2010 alles rausholen können. (Fest steht: Bei mir muss es etwas runterfahren…)

PS:  Wer das hier wirklich komplett gelesen hat, bekommt demnächst mal ein Bier von mir ausgegeben 😉

Die erfolglose Suche nach der größten Band

November 9, 2009 6 Kommentare

Die Suche nach der größten Band aller Zeiten ist immer wieder ein beliebtes Spiel unter vermeintlichen Musikexperten. Es gibt sie sicherlich schon solange wie es die Musik an sich gibt, und wird genauso lange – erfolglos – weiter laufen, wie die Suche nach dem besten Album aller Zeiten oder dem besten Kinofilm aller Zeiten. Auf der Suche nach Ruhm wird es diese Sammlungen der „Besten“ & „Größten“ immer wieder geben – und sei es nur, um irgendeine beliebige Radio – oder Fernsehshow wieder etwas zu pushen. Die Fans erfreut es: ist es doch eine gute Möglichkeit zu vergleichen, zu analysieren und zu kritisieren. Die Bands verwenden gute Plätze in solchen Listen dann auch gerne als Werbung. Kurzum: die Suche nach den „Größten“ erfreut sich auch 2009 größter Beliebtheit. Und trotzdem ist diese Suche jedesmal – gerade in Zeiten des Internets – aufs Neue zum Scheitern verurteilt.  So mussten schon so renommierte Magazine wie das „Rolling Stone“ feststellen, dass es nicht ganz einfach ist, eine „Greatest“-Liste vorzulegen. Noch wilder und abstruser aber wird es, wenn Zuschauer/User/Fans selbst dazu aufgerufen sind, über ein offenes Votingsystem eine solche „Greatest“-Liste zu wählen. So geschehen nun beim WDR, welcher in einer großen, über Wochen laufenden Aktion die 200 größten Bands suchte.

Das Ergebnis ist interessant und faszinierend. Die Synthierocker von Depeche Mode auf Platz 1, gefolgt von einer ganzen Menge der allseits Bekannten, bis hin zu „Runrig“ auf Platz 11 oder „Monrose“ auf Platz 14. Schauen wir uns doch mal etwas näher an, wie ein solches Ergebnis zustande kommt (kommen kann) – mit einem besonderen Augenmerk darauf, wie das web 2.0 in eine solche online geführte Aktion reingreift und schließlich die komplette Liste damit ziemlich ad absurdum führt.

depeche mode

Ich bin Depeche Mode-Fan. Ich liebe ihre Musik. Ich liebe die Synthies, das elektronische. Das Massenhafte. Ich freue mich aufs Konzert Anfang 2010. Aber auf Platz 1 der größten Bands aller Zeiten? Vor Queen? Das ist sicherlich kein Zufall – und ganz sicher auch nicht die mehrheitliche Meinung aller teilgenommenen User. Depeche Mode ist eine Band, die im medialen Bereich nach Außen sehr gut präsentiert wird. Neben der offiziellen weltweiten Seite gibt es eine offizielle deutsche Seite, und zahlreiche Fanseiten, alleine schon in Deutschland. Daneben gibt es einen offiziellen Twitteracount, einen deutschen Twitteracount und und und. Und über nahezu alle (!) Kanäle wurde dazu aufgerufen, auf der WDR-Seite für Depeche Mode zu stimmen. So wie zb hier. Über Twitter erhielt auch ich die Nachricht, schon vor über einem Monat. Wenn allein die deutschen Follower alle mit abgestimmt haben, wären dies weit über 2000 User. Und in den Kommentaren dazu findet man dann auch ganz schnell Beiträge wie diesen:

Natürlich hab ich auch für Depeche Mode gestimmt.

Übrigens….Ihr könnt so oft eure Stimme abgeben, wie ihr wollt!!! Also, los Leute!

(Das man seine Stimme mehrmals abgeben kann, ist natürlich nahezu eine Katastrophe. Wink mit dem ganzen Zaun, werter WDR!)

Hinter diesem megamässigen Werben für diese „Best Band ever“-Liste steckt vor allem eins: Marketing. Mit Platz 1 auf dieser Liste hat man wieder eine Ehrung mehr, der aktuelle Kartenverkauf wird nochmals gepusht. Für nicht mehr aktive Bands wie Queen, die Beatles oder die Dire Straits unternimmt niemand diese strategischen Marketing-Aktionen. (Mal User in Fanforen außen vor.)

Dabei wären Depeche Mode auch ohne großes Werben sicherlich in diese Liste gekommen , wenn auch vermutlich auf einem der Plätze außerhalb der Top10. Ineressanter wird es bei Bands wie Runrig. Runrig? Diese durchaus erfolgreiche schottische Folk-Rockband hat sicher niemand auf der Rechnung gehabt:

runrig

Auch hier erleben wir das Phänomen Marketing über das Netz. Tausende Fans sind schnell erreicht, in diesem Beispiel über die deutsche Seite der Band ganz schön dreist:

Der WDR schlägt wieder eine Wahl der besten Bands aller Zeiten vor. […] Da bekommen wir doch Runrig wieder in die Top20, oder?! Haut rein und stimmt ab für die Jungs!

Und weil das ja gut geklappt hat, darf man hinterher natürlich auch einen derben Spruch dazu herausposaunen:

Was für ein großartiger Erfolg! Runrig bei den WDR200 – besten Bands aller Zeiten auf Platz Nr. 11 noch vor Dire Straits und nur knapp geschlagen von so „unbedeutenden“ Bands, wie Pink Floyd, Genesis, Abba, U2, Stones und Beatles um nur die Unbekanntesten zu nennen ;:-)) Gut gemacht an uns alle, oder?!

Ja, habt ihr gut gemacht. Auch wenn euch 80 % der WDR2-Hörer nicht kennen. Aber was macht man nicht alles, wenn man grad eine neue CD auf dem Markt hat.

Noch verwirrender – und lächerlicher – wird es allerdings mit Platz 14:

monrose

Den Älteren meiner Leser sei gesagt: Bei Monrose handelt es sich um eine Casting-„Band“ der Fernsehshow „Popstars“. Also eigentlich gar keine Band, sondern ein aufgegeblasenes Marketingprodukt mit aufgedrucktem Mindesthaltbarkeitsdatum. Das es dem WDR nicht peinlich ist, eine Liste abzudrucken / online zu zeigen, auf der ein Monrose-Bildchen VOR Jimmy Page zu finden ist, sagt eigentlich mehr als tausend Wörter. Besser könnte man diese ganze Liste ja gar nicht auf den Arm nehmen. Danke WDR. (Schon allein für die Auswahlmöglichkeit „Monrose“  allerdings bei einer Umfrage zu den größten Bands aller Zeiten gehört der zuständige Redakteur gefeuert!)

Und natürlich wurde auch hier alles dafür getan, die 3 jungen Gören ordentlich zu pushen. Sei es über Myspace oder über Facebook. Und auch hier direkt die dreiste Aufforderung:

Deine Stimme für Monrose – mehrfaches Abstimmen möglich!

Fällt ja nicht auf. Wer hätte schon Led Zeppelin, Deep Purple oder Metallica vor Monrose erwartet? Genau.

Man könnte jetzt seitenweise so weitermachen. Und ich könnte stundenlang weiterschreiben. Zum Beispiel über die No Angels oder PUR . Bands, die nichts, aber auch GAR nichts in einer Liste mit den größten Bands zu suchen haben, aber  durch geschickte Werbung bei ihren Fans sich einen Platz ergattern.

Das Web schafft also ohne Kosten, ohne großen Aufwand eine Möglichkeit, sich selbst oder die Band, die ich promote, in ein großes Scheinwerferlicht zu stellen. Das diese Listen keinen großen Stellenwert haben, dürfte spätestens hier klar sein. Immer, wenn über das Internet eine große Gemeinde erreicht wird, und damit Ergebnisse verfälscht werden können, ist das Endergebnis von vornerein nichts wert. Und der Versuch einer komplett objektiven Auswahl geht sowieso direkt schief.

Vermutlich wird es diese Listen immer geben. Daran wird sich auch nach diesem Blog nichts ändern. Aber vielleicht schauen wir doch alle etwas kritischer hin, wenn wir irgendwo Ergebnisse von „Umfragen“ vorgestellt bekommen. Ganz getreu dem Motto: „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“.

Eine wirklich objektive Liste der größten / besten Bands aller Zeiten – die mich durchaus interessieren würde – wird es wohl nie geben. Als einziges ehrliches meßbares Kriterium ist der Erfolg zu nennen, und dieser garantiert nun wirklich nicht den Status einer Band, wie wir alle wissen 😉

In diesem Sinne wünsche ich eine musikalische Woche mit den Größten der Musikwelt, oder was auch immer für Euch die Größten sind.

Facebook verändert Startseite

Oktober 26, 2009 Hinterlasse einen Kommentar

Die sozialen Netzwerke sind uns ja irgendwie so ans Herz gewachsen, dass wir sie derart gewohnt sind, dass jede kleine Veränderung uns verwirrt und verwundert, und schlimmstenfalls schockt. Nun hat Facebook, das von mir meistgenutzte Netzwerk, am Wochenende zum zweiten Mal innerhalb dieses Jahres seine Startseite verändert. Das war zwar irgendwie angekündigt, aber kam dann doch für viele – incl. mir – überraschend. Viele sind überfordert. Die Antigruppe „Change Facebook back to normal“ wächst sekündlich! Was ist passiert?

Statt dem bisherigen „real-time-Feed“, der einfach alle Statusupdates und Photo-/-Video-/Linkaktualisierungen untereinander postete, und rechts „Suggestions“ und „Highlights“ anbot, gibt es nun zwei voneinander getrennte Bereiche. Da hätten wir einmal den „News-Feed“, in der deutschen Version auch einfach „Neuigkeiten“:

FireShot capture #024 - 'Facebook I Home' - www_facebook_com_home_php#_home_php_filter=h

Sowie den anwählbaren „Live-Feed“, in der deutschen Version auch einfach: „Live-Meldungen“:

FireShot capture #023 - 'Facebook I Home' - www_facebook_com_home_php#_home_php_filter=nf

Worin liegt der Unterschied?

Im Newsbereich werden ab nun alle wichtigen Neuigkeiten der Freunde angezeigt. Wichtig? Genau da ist der Haken: Facebook sucht diese „Highlights“ selbst aus anhand ausgesuchter Kriterien. Facebook selbst dazu: „News Feed picks stories that we think you’ll enjoy based on a variety of factors including how many friends have liked and commented on it and how likely you are to interact with that story.

Bedeutet nichts anderes, als dass hier in etwa die Highlights der vergangenen rechten Spalte zu finden sind: Beiträge mit vielen Kommentaren oder Updates mit vielen „Gefällt mir“ von Freunden. Plus verschiedene Updates, die „möglicherweise“ besonders interessant für mich sind.

Ganz anders der Live-Feed: Hier kommen nun – im Gegensatz zum News-Feed chronologisch geordnet – ALLE Aktualisierungen auf einen Haufen. Der alte News-Feed wurde also um ein Vielfaches erweitert: Freundschaften, getaggte Freunde, Beitritt von Fanseiten oder Gruppen, und und und. Facebook selbst dazu:Once you’ve caught up on what you missed, you can click through to „Live Feed“ to see what’s happening right now. As long as you remain logged into Facebook, you’ll continue to see posts and activity from your friends in real-time. You can edit what appears in this view by clicking „Edit Options“ at the bottom of the home page.“

Soweit so gut ist der Grundgedanke super: Bei wenig Zeit hat man einen schnellen guten Überblick über alle wirklich relevanten, wichtigen geposteten Meldungen. Der Live-Feed mit allen Meldungen ist darüber hinaus praktisch für alle, die mal wieder alles interessiert. So sind hier mit einem Schlag 2 Interessensgruppen von Netzwerken angesprochen. Eine ganze Menge Menschen hab dies wohl immer wieder so gefordert. (Vor allem natürlich in den USA.)

Man kann nun auch jeden „Freund“ aus dem News-Feed ausbinden: Einfach mit der Maus in die obere rechte Ecke des Beitrages gehen und dort auf „Hide“ / „Verbergen“ klicken.

Mir persönlich gefällt der Grundgedanke gut: An Online-Tagen kann ich den Live-Feed betrachten, an Tagen, den denen ich viel unterwegs bin und erst Abends die Möglichkeit habe, in Facebook reinzuschauen, ist der Newsfeed perfekt. Aber so ganz gefällt mir die Sache noch nicht: Was „wichtig“ ist, muss ich entscheiden können. Ich möchte selbst auswählen können, welche „Freunde“ ich im Newsfeed habe und welche nicht (Außerhalb der „Hide-Funktion“, s.o.). und toll wäre auch eine chronologische Auswahl im Newsfeed. (Super wäre auch, wenn man einen bestimmen  Beitrag anklicken könnte, um ihn somit zur weiteren Verfolgung der Kommentare in den Newsbereich verschieben könnte. Vielleicht Zukunftsspielerei!) Generell ist es aber ein guter Schritt; soziale Netzwerke entwickeln sich halt weiter wie wir alle auch. Bin gespannt, welche Fortschritte Facebook da noch macht und wie sie die bisherigen Ergebnisse noch optimieren. Der Anfang ist gemacht.

Gedanken, heute: das (mobile) Internet

Oktober 15, 2009 5 Kommentare

Es gibt sie manchmal, diese Tage. Ich sitze nichtsmachend vor meinem Laptop. Musik läuft auf Zimmerlautstärke – oder lauter-  und ich lasse nichts an mich heran. (Gerade übrigens das fast schon betäubend schöne 1994er Album „Grace“ von Jeff Buckley. Genial: dazu sollte ich irgendwann mal was bloggen…!)  Meine Gedanken fliegen durch meinen Kopf. Dazwischen: Diverse „Social Media“-Plattformen abchecken, hunderte Tweets lesen und selbst twittern, skypen, Emailpostfächer durchackern, Newsseiten, Blogs und einschlägige Magazine lesen: der absolute Informationsoverkill. Dazu vielleicht der eine oder andere Chat mit Freunden. Und immer wieder Musik. Die man mittlerweile natürlich ebenso praktischerweise überall online findet, ohne mit der Wimper zu zucken. Es sind diese Tage, an denen sich mein Leben und meine Gedanken ausschließlich rund um dieses „Etwas“ bewegen, was wir Internet nennen. Zur Erinnerung: Entstanden ist das Ganze erst 1969 aus dem Projekt „ARPANET„. Das sind erst 40 Jahre Vernetzung. Ich selbst nutze das „Web“ nun etwa 10 Jahre richtig. Alles vor 1999 war mehr Spielerei, mit meinem Login in der 1998a-Version von ICQ war mein Einstieg in die vernetzte Welt vollzogen. Danach ging es Schritt für Schritt: Neue Browser, immer mehr Möglichkeiten, die Zeit der Foren und HTML-Chats, die ersten Netzwerke / Partyportale. Hach, da ist ja schon beim Gedanken daran etwas Nostalgie dabei. (Wie passend, dass gerade „Hallelujah“ aus den Boxen erklingt…). Und heute? Online-Auktionshäuser, Onlineshops, Online-Bewerbungen, Online-Lernhilfen, Online-Magazine, Online-Streaming und Online-Telefonie. Und und und. Etwa 10 Jahre nach meinen ersten zaghaften Schritten im Internet spielt sich – gefühlt – alles Leben online ab. Meine Großeltern wollen nun auch endlich „Internet kaufen„, meine Eltern lesen diesen Blog ( Schöne Grüße 😉  ), die Rheinzeitung druckt „Tweets“ in ihrer Printausgabe, die Frankfurter Buchmesse hat als Hauptthema (!) digitale E-Books, Bands lassen ihre Alben auf ihren Facebook-Seiten runterladen, Universitäten führen – komplizierte – studentische Anmelde-Netzwerke ein,  Politiker bekommen StudiVZ-Profile, und jeder (okay, gefühlt jeder!) läuft mit einem iphone kommunikationssüchtig durch die Gegend und twittert das gerade Erlebte  oder irgendwas vermeintlich Witziges (oder auch schon mal den Polizeifunk). Und ich blogge hier gerade. (Selbst das kann man mittlerweile vom iphone aus…). Während  immer noch Jeff Buckleys wunderbare Stimme zu mir singt, überlege ich mir, wohin das Alles noch führen wird. Das „Internet“ – was es als solches eh noch nie gegeben hat – wird immer mobiler, reißt unsere Gesellschaft in einen schneller werdenden Strudel aus Informationen. Ein Großteil dieser Informationen sind wertlos und Blödsinn, und doch verfallen wir alle diesem Strudel, der uns alle erfasst wie ein Virus, für den man noch in den 90igern einen besonders tollen Anti-Viren-Schutz installiert hätte. Ich beschäftige mich an manchen Tagen viele, viele Stunden (zuviele!) mit Twitter – und das völlig privat: Neben Studium und Job. Stunden, die mir für anderes Wichtiges fehlen, die ich aber gerne in Kauf nehme. Allein dies jemandem Außenstehenden zu erklären ist so gut wie unmöglich. Wie geht das weiter? Wie schaut web 3.0 aus? Will ich diesen Schritt überhaupt nocht mitmachen? Oder anders gefragt: Kann man es sich überhaupt noch erlauben, da NICHT mitzumachen? Es gibt nicht wenige, die das Internet als mittlerweile wichtigsten Kulturraum sehen und diesen (Rechts-)Raum in zahllosen Diskussionen scharf verteidigen.  Für mich ist das Internet Segen und Fluch zugleich: wunderbare Kommunikation in die ganze Welt, Information zu jeder Zeit, und eine nie gekannte Fülle von Möglichkeiten, die ich mir vor 10 Jahren nicht mal erträumt habe. Auf der anderen Seite aber auch ein süchtig machendes, zeitaufwendiges „Hobby“, oftmals belanglos, und an vielen Stellen viel zu unkritisch. Außerdem entwickelt sich gerade das mobile Netz, welches die Kommunikation ja so vereinfachen soll, paradoxerweise zum ultimativen Kommunikationskiller! Beispiel aus meinem Leben: 5 Freunde sitzen zusammen und trinken einen guten Rotwein. Die zwei ohne mobiles Internet genießen diesen Augenblick, die anderen drei haben ihr iphone in der Hand und twittern diesen Augenblick. Vielleicht noch ein nettes Photo dabei auf Twitpic und co, und schon ist das „Tweetlife“ perfekt. Für mich ist das tödlich für jeden realen Kontakt mit anderen. – Beschäftige mich aktuell mit dem Gedanken, ein iphone zu bestellen. Auch Teil dieser applesüchtigen Bewegung zu werden. Doch ich habe wirklich Bedenken Angst vor diesem Schritt: Ich will nicht zu einem dieser Menschen werden, die ihre wirklichen, echten Kontakte verlieren, weil sie selbst unterwegs, im Kino, auf einer Party, in der Uni, während der Arbeit nur noch online sind, online denken. Doch lässt sich dieser Schritt überhaupt langfristig verhindern? Bin ich zu rückständig? Was erwartet uns in weiteren 10 Jahren? Fragen über Fragen – und ich weiß keine Antworten. Ich weiß nur: Das „Internet“ hat unsere Gesellschaft wie nichts Vergleichbares vorher revolutioniert und wird dies in Zukunft vermutlich noch mehr tun. Hoffentlich nicht nur zum Negativen. (Mittlerweile hat Buckley Ruhe. Die Black Eyed Peas singen „I gotta feeling“: „Easy come, easy go – Now we on top“ klingt dazu nun aus meinen Boxen – und das kenn ich natürlich auch aus dem Netz.)

Gesetz zur Internetzensur -Thema „zensursula“

Juni 19, 2009 1 Kommentar

zensursulaGestern also ist es doch passiert. Trotz der in der BRD größten jemals dagewesenen Petition gegen das „Zugangserschwerungsgesetz“ wurde eben dieses im Bundestag – mit namentlicher Abstimmung – beschlossen. Über 134000 Unterzeichner (ich war noch einer der ersten Tausend!) reichten nicht, um den Bundestag bzw. besser die große Koalition zu überzeugen, dass sie mit diesem Gesetz auf dem absolut falschen Weg sind, und den ersten Schritt getan haben in eine Zensur, wie sie sonst nur China hat (oder aktuell auch der Iran!). Phoenix übertrug live im Fernsehen, mit einem Live-Stream im Netz und auch die Bundestagsseite hatte verschiedene Live-Streams, welche aber vollkommen überlastet waren, was auf das ungeheure Interesse im Netz zurückzuführen ist.

Ich glaube vielen (auch gerade in meinem unmittelbaren Bekanntenkreis) ist nicht bewußt, was dieses Gesetz *wirklich* bewirkt: Der Artikel 5 unseres Grundgesetzes ist damit quasi aufgehoben. Unter dem Decknamen des Kindesmissbrauches (irreführender Name übrigens: Kinderpornographie!) wird ein Gesetz durchgeboxt, welches der Regierung erlaubt, alles und jedes zu zensieren – ohne das zu begründen. Schon wenige STUNDEN(!) nach der Abstimmung fordert ein CDU-Abgeordneter eine Ausweitung der Netzsperren u.a. auf die sogenannten, von der Regierung gehassten „Killerspiele“. Den meisten wird die Wirkung dieses Gesetzes vermutlich erst klar werden, wenn sie auf ihren geliebten halblegalen Seiten wie kino.to und Ähnlichem (rapidshare und co incl.) ein rotes Stoppschild sehen.

Auch wenn die Gegner des Gesetzes gestern eine schwere Niederlage einstecken mussten (viele im Netz sehen die Demokratie der BRD gefährdet…- und hoffen nun auf eine Verfassungsklage!), die Aktionen rund um dieses Gesetz, die Petition und die vielen, vielen Blogeinträge und tausende Tweets zum Thema geben Hoffnung: Da regt sich doch was! Die Debatte, die im Internet losgelöst wurde, ist kaum mehr aufzuhalten. Auch im Hinblick auf den Wahlkampf und die Bundestagswahl 2009 wird das sicher riesig spannend.  Nahezu unglaublich, wieviel und wieoft gestern abend, und auch heute den ganzen Tag über das Thema aufgeriffen wurde. Gefühlte Millionen Blogs, sekündliche Tweets mit dem hashtag #zensursula. Nicht nur das: Ich habe das Gefühl, dass sich auf einmal wieder mehr Menschen mit der Politik auseinandersetzen. Dieses Gefühl beschreibt auch gut der sehr gute Beitrag von Christoph Thurner: Vielen Dank Ursula von der Leyen (ernst gemeint!) mit seinen vielen ,vielen Kommentaren.

Überhaupt scheint das ganze Internet in Aufruhr zu sein. Es scheint kein anderes Thema mehr zu geben (mal vomweltweiten Thema der Iranwahl abgesehen!).Einige Beispiele:

usw usw. Diese Liste ist beliebig erweiterbar, es gibt wirklich viele gute Kommentare und Einträge, wenn es natürlich wie überall auch hier viele populistische Stimmen gibt. Da kann sich aber jeder selbst mal ein Bild machen und sich selbst informieren.

Im Gegensatz zur umfassenden Berichterstattung und den fast schon erschlagenden tweets zu #zensursula im Netz, regt sich innerhalb der realen Welt (ja, die gibts noch!) sehr wenig. Egal ob in der Universität, im Freundeskreis, Familie oder auf der Strasse: Das Thema kommt so gut wie nie auf den Tisch; wenn ich es anspreche, wird es schnell wieder begraben. Erschreckend!! Daran sieht man auch, wie wenige Menschen sich wirklich mit der aktuellen Politik beschäftigen und wirklich schauen, was die Regierung jeweils gerade versucht. Das zeigte auch eine Umfrage Anfang Juni zum Zensurgesetz. (Da muss man anmerken, dass das Allensbach-Institut CDU-nah ist und allein schon die Fragen wenig Spielraum lassen…)

Interessant und spannend finde ich nun auch die weiteren Entwicklungen. Besonders die Piratenpartei scheint gerade sehr zu profitieren, viele haben heute eine Mitgliedschaft unterschrieben, und als erster MdB erwägt Dr. Tauss eine Mitgliedschaft; eben jener Tauss, der selbst der Kinderpornographie verdächtig ist und gestern in einer aufsehenserregenden Rede ein letztes Mal im Bundestag auftrat. Eben jene Piraten planen nun in vielen deutschen Großstädten Demonstrationen und Proteste: „löschen statt sperren!“ Mal schauen, ob davon was in den Medien ernsthaft berichtet wird.

Hier kann man übrigens einsehen, welcher Abgeordneter FÜR das Gesetz, und noch wichtiger, welche DAGEGEN gestimmt haben. Sollten wir uns genau ansehen und vielleicht auch daraufhin unsere Stimmen im September geben. (Hier kann man vor allem die FDP loben: komplett dagegen, und dazu ein kompetenter Redebeitrag in der gestrigen Live-Debatte, super! – Hätte nie gedacht, dass ich sowas mal sage 😉 )

Das reicht fürs erste – ich denke wir werden zu diesem Thema noch einiges hören. Hoffen wir alle, dass der Artikel 5 noch nicht gestorben ist.

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edit: habe bei „Wir sind das Volk“ noch eine Liste mit interessanten Beiträgen zur Debatte gefunden – allein NUR von heute!

edit2: Lustige Sache, ernster Zweck: Protest raus unter das Volk zu bringen: 3D-supply bietet kostenlose „zensursula“-Tshirts an. (Lediglich die Versandkosten muss man selbst übernehmen!)

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